| Reise quer durch Ungarn | ![]() |
| 28.05.2004 | |
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Donauschwaben aus der USA, Australien und Deutschland auf Tour Sie nennen sich die "Lustigen Schwaben", und nicht ohne Grund. Zehn Tage lang machte die gut aufgelegte Gruppe ganz Ungarn unsicher. Viele der Reisenden lernten sich erst bei der Abfahrt in Mosbach kennen, denn Deutschland, die USA und Australien sind janicht gerade Nachbarländer. Alle haben aber etwas gemeinsam: sie sind Donauschwaben. Das Leben spielt manchmal ein verrücktes Spiel, und oft hilft dabei die Politik nach. |

"Ich stamme aus Babina Gora, Altfrauenberg aus dem ehemaligen Jugoslawien", erzählt Toni Frank, "1942 sind wir über Ungarn nach Österreich geflüchtet und dann weiter in die USA." Zwei Jahre später brach auch die Familie von Käte Frank auf, die Vertreibung verschonte auch ihr Dorf Palánka in der Batschka nicht. "Ein Pfarrer half uns Heimatlosen in die Staaten", setzt Frau Frank den Bericht ihres Mannes fort. "Wir trafen uns in Los Angeles und bauten gemeinsam unser Leben auf." Ähnlich erging es auch den anderen Mitgliedern der Reisegruppe. Sie traten die Flucht aus dem Banat oder Ungarn an, ließen sich in Deutschland nieder oder zogen weiter nach Australien und Amerika. Die Erinnerungen sind lebendig geblieben. Die Vorbereitungen für die Ungarnreise begannen schon vor einem Jahr. "Es kam eine Nachfrage von der Tanzgruppe aus Leimen, ob wir nicht eine Reise nach Ungarn organisieren könnten", erzählt Stefan Ihasz, Präsidiumsmitglied des Verbandes der Donauschwaben. "Der Gruppe schlossen sich dann die Leute aus den USA an, und bald meldeten sich auch die Australier." Das Ziel war zu zeigen, was alles in Ungarn geschieht. Demgemäß wählte man Orte aus, in denen die deutsche Kultur sehr aktiv gepflegt wird. Der Auftakt der Tour war in Leinwar, wo die Gruppe nach Besuchen in Heimatmuseum und Kirche von der örtlichen Volkstanzgruppe unterhalten wurde. Natürlich brachten die TänzerInnen auch ihre Trachten mit, und die Leimener und die Gruppe aus L.A. sorgten für gute Stimmung auf der Bühne. Großen Applaus bekamen sie auch am zweiten Tag in Schaumar, als sie beim traditionellen "Kaffee- und Kuchen-Nachmittag" des Frauenchors als Ehrengäste auftraten. "Ich bin sehr begeistert", schwärmte Marianne Lämmli, "In unserem Club in Süd-Australien gibt es keine solchen Chöre und Tanzgruppen." Nach einer durchfeierten Nacht ging die Reise Richtung Süden weiter. Das Programm beim Blaufärber in Großnarad war besonders für die Damen ein Höhepunkt. Die Entscheidung zwischen den vielen wunderschönen Stoffmustern fiel ihnen nicht leicht. "Ich war schon einmal hier, damals kaufte ich mir keinen Stoff", erzählt Anna Fernbach, "Jetzt habe ich es nachgeholt, und wenn ich wieder in Deutschland bin, lasse ich mir ein Kleid nähen." Der Abend im Roth-Keller in Bohl wurde richtig heiter, und man tanzte ganz ausgelassen. Die müden Gelenke wurden am nächsten Tag im Thermalbad von Harkány kuriert. Die Gruppe besuchte auch das Ungarisch-Deutschsprachige Schulzentrum in Fünfkirchen, worauf noch ein Abstecher nach Máriagyûd folgte. Die Reisegruppe verbrachte die letzten zwei Tage in Bawarz, auf der traditionellen Bauernhochzeit. "Es war alles sehr schön", sagt Renate Pietsch, die bald wieder in die Staaten zurückfliegt. "Es gibt so vieles, was man noch gerne anschauen würde, wir kommen sicherlich wieder zurück."
Die Reise ist inzwischen zu Ende gegangen, man versprach sich aber, daß die Kontakte zwischen den vier Ländern weiterhin gepflegt werden.
Mónika Ambach

Leo Mayer aus Los Angeles, Präsident der Donauschwaben in Los Angeles, Kalifornien
N.Z.: Wie groß ist der Verein der Donauschwaben in Los Angeles, und woher stammen die Deutschen?
Hermann Lammli, Präsident des Vereins der Donauschwaben in Süd-Australien, Adelaide
N.Z.: Wie sieht das Leben der Donauschwaben in Australien aus?
Foto: Attila Kovács