Wir möchten das noch oft so haben Drucken
14.05.2004
Bundestrachtenfest in Gerlingen

Gerlingen hat den zugezogenen Ungarndeutschen viel zu verdanken, meinte Bürgermeister Georg Brenner beim 49. Bundestrachtenfest der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn (LDU) am vergangenen Samstag. Seine Stadt übernahm vor 35 Jahren die Patenschaft über die vertriebenen Ungarndeutschen. Ungarn sei seit tausend Jahren in Europa, zitierte  das Stadtoberhaupt Worte von Staatspräsident Ferenc Mádl, der einige Tage zuvor in Stuttgart eine Rede hielt. LDU-Bundesvorsitzender Dr. Fritz Zimmermann  sprach über die immer noch vorhandene Attraktivität des Bundestrachtenfestes, wies auf die gute Zusammenarbeit mit der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen hin, erwähnte aber auch den drohenden Sprachverlust unter den jüngeren Ungarndeutschen. Er bat zugleich die Schirmherrin des Balles, die deutsche Botschafterin in Budapest Ursula Seiler-Albring, den Ungarndeutschen bei der Sprachpflege behilflich zu sein.

Ungarn sei wieder da, wo es schon immer war, meinte in ihrem Grußwort die in Tübingen beheimatete Botschafterin und freute sich, daß Ungarn Mitglied in der größten Friedensbewegung, nämlich der Europäischen Union, sei. Frau Seiler-Albring hob den Willen der Vertriebenen zur Aussöhnung und das vielfältige Beziehungsgeflecht zwischen den beiden Ländern hervor und sagte, die Förderung der deutschen Sprache sei bei der Botschaft in Budapest in guten Händen. Das Auswärtige Amt verwende 500 000 Euro für verschiedene Unterstützungsmaßnahmen.
Die Grüße des LdU-Vorsitzenden Otto Heinek überbrachte NZ-Chefredakteur Johann Schuth, der daran erinnerte, vor über zwanzig Jahren, als er das erste Mal beim Schwabenball in Gerlingen war, hätte niemand zu träumen gewagt, daß Heimatvertriebene und Heimatverbliebene einmal als EU-Bürger gemeinsam feiern würden. Am Prozeß des Beitritts hätten die Vertriebenen mitgewirkt, indem sie, sich über das ihnen zugefügte Leid hinwegsetzend, zu Motoren der kulturellen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden in Ungarn geworden seien. Dafür gebühre den Vertriebenen Respekt und Anerkennung.
In dem vierstündigen Kulturprogramm trat auch die Kulturgruppe aus Ujfluch/Szigetújfalu auf. Beim Ball überreichte Dr. Zimmermann die Jakob-Bleyer-Medaille in Silber an Gerlingens Bürgermeister Georg Brenner und den aus Elek stammenden und in Crailsheim lebenden Josef Schneider.
Für ausgelassene Stimmung sorgten die Ujflucher Buam mit ihrer Musik.
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