| Treffen ungarndeutscher Gymnasien in Jink | ![]() |
| 07.05.2004 | |
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Sich gegenseitig kennenzulernen, die Kontakte zu vertiefen, gemeinsam zu planen und nicht zuletzt Gemeinschaft zu erleben, nun auch diese Aspekte bewogen vor drei Jahren die ungarndeutschen Nationalitätengymnasien, jährlich ein gemeinsames Treffen zu veranstalten. Gastgeber war dieses Jahr das Lajos- Tolnai-Gymnasium in der Tolnauer Gemeinde Jink, zur Begegnung waren Schüler und Lehrkräfte aus acht Gymnasien gekommen. |
Daß die Bedeutung der Minderheitenschulen im Komitat Tolnau ernstgenommen wird, belegt auch der Besuch der Vorsitzenden des Komitatstages, Frau Szilvia Kovács Frank, die sich in ihrer Rede vor allem mit dem EU-Beitritt Ungarns und seinen Auswirkungen auf die heute jungen Leute befaßte. LdU-Vorsitzender Otto Heinek sprach über die Lage der Ungarndeutschen und skizzierte kurz auch den Prozeß der Modifizierung des Minderheitengesetzes, der immer noch nicht abgeschlossen wurde.
Der Tag selbst stand übrigens weniger im Zeichen der Reden, eher war die Aktivität der Schüler selbst gefragt. In der Turnhalle der Schule zeigten Handwerker aus der Umgebung, wie in den Zeiten, die die Schüler nur als Lehrstoff kennen, verschiedene Gegenstände hergestellt wurden, die Ostereierabteilung bediente verspätete Hasen mit bunten Nesteinlagen. Am Nachmittag zeigten die Jinker ein Szenenstück von Josef Kanter, die "Sagetaler Spinnstube", die vor wenigen Jahren in Buchform veröffentlicht und nun von den Jinkern auf die Bühne gestellt wurde - ein langgehegter Wunsch von Josef Kanter, der mit diesem Werk einen schönen Brauch der Ungarndeutschen in der Tolnauer Hügellandschaft verewigte.
Ein wenig von den typischen Seiten der jeweiligen Region zu zeigen, war auch ein Ziel der Jinker, so NZ gegenüber Direktorin Frau Katharina Hum. Treffen dieser Art seien bestens dafür geeignet, da sie immer in einem anderen Landesteil stattfinden. Diesem Anspruch tat gewissermaßen auch die Trachtenschau am Nachmittag Genüge. Ein nicht minder wichtiges Anliegen dieser Treffen, unterstrich die Direktorin, sei die Kontaktpflege unter den Schulleitungen, man habe ja die gleichen Probleme und Ziele, die gleichen Aufgaben und große Gemeinsamkeiten in der Identität, doch mindestens so wichtig sei auch, daß sich die Schüler gegenseitig kennenlernen. Leider sei man aber nicht in der Lage, alle Schüler mitzunehmen, dazu reichten einfach die Finanzen nicht. So sind es jeweils an die 15 Gymnasiasten pro Schule, die mitfahren können. Da eine große Verbesserung kaum zu erwarten ist, wird es wohl auch 2005 so sein, wenn sich die ungarndeutschen Gymnasien zum vierten Mal treffen werden.
char