| "Dein Gesicht ist das Licht, das mir ewig leuchtet" | ![]() |
| 29.04.2005 | |
Feierliche Namensgebung des Valeria-Koch-BildungszentrumsWie stellt man sich eine Namensgebungsfeier vor? Sicherlich mit Hymnen, Reden und geradestehenden Schülern. Also sehr feierlich! Diesen Eindruck vermittelte die Mehrzweckhalle der Schuleinrichtung in Fünfkirchen am 21. April aber erstmal nicht. Die Halle war voll mit Schülern und Gästen, die alle auf langen Bänken saßen, und es herrschten noch großes Gewirbel und große Hektik. Doch dann wurde es still. |
Auf der Bühnenwand das Zitat von Valeria Koch: „Dein Gesicht ist das Licht, das mir ewig leuchtet."Nach den Hymnen richtete der Direktor des Bildungszentrums, Dr. Gábor Frank, ein paar Worte an die Anwesenden. „Seit zwei Jahren tragen wir den Namen Valeria Kochs, doch wir sind erst jetzt dazu gekommen, den Schülern, den Lehrern und auch den Gästen zeigen zu können, was Valeria Koch für uns bedeutet. Sie hat mit ihrem Lebenswerk bewiesen, daß man alles erreichen kann, wenn man Glaube und Kraft hat. Die Namenspatronin muß ein Vorbild für die Schüler sein. Wir möchten daraus auch eine Tradition machen, in dem Sinne, daß wir jedes Jahr am Geburtstag der Dichterin demonstrieren möchten, wie Traditionen in den Rang der Modernität erhoben werden können."
Die Bildungseinrichtung in Fünfkirchen trägt seit September 2003 den Namen der ungarndeutschen Dichterin Valeria Koch, doch die Namensgebungsfeier fand erst jetzt, im Jahre 2005, statt, einen Tag, bevor sie 56 Jahre alt geworden wäre. Erschienen waren auch Verwandte der jung verstorbenen Dichterin. Ihre Nichte, Bernadett Zugfil, die selbst das Gymnasium besuchte, erzählte der NZ, was für ein Gefühl es ist, ihre Tante als Namensgeberin zu sehen: „Mich hat am meisten die Wahl der Gedichte berührt. Es war merkwürdig, weil Valeria Koch zugleich meine Tante und auch eine bekannte Dichterin ist. Sie als Namenspatronin zu sehen ist sehr bewegend. Das Programm war sehr schön, es war ihrer würdig."
Von Schülerinnen und Schülern wurden vor allem solche Koch-Gedichte rezitiert, die weniger bekannt sind. Zur feierlichen Atmosphäre trug auch die musikalische Untermalung bei und daß Valeria Koch durch Fotos von ihr, die an die Wand projiziert wurden, ja gegenwärtig war. Nach den Worten von LdU-Vorsitzendem Otto Heinek boten die Tanzgruppe und der Chor der Bildungseinrichtung ein Kulturprogramm dar.
Dann kam die große Überraschung: Teller und Besteck wurden verteilt. Die geladenen Gäste und die Schüler wurden von den Lehrern bewirtet und kosteten ungarndeutsche Spezialitäten - eine feine Suppe und köstliches Gebäck: Kipferl, Nußkolatschen und Gugelhupf. Und damit war dann auch gleich die Verbindung zu einem Projekt der Schüler hergestellt. Denn, wie die Direktorin des Gymnasiums, Frau Ibolya Englender-Hock, sagte, sei besagtes „Projekt, nämlich Eßgewohnheiten der Ungarndeutschen, ein Projekt der Grundschule, die Schüler im Gymnasium haben pro Klasse je ein anderes Thema bearbeitet." Eßgewohnheiten sei ein Thema, das alle interessiere und wozu die Schüler viel recherchieren können. „Dieses Jahr haben die Schüler viel gesammelt, eine Ausstellung gemacht, einen Videofilm gedreht, eine Power-Point-Präsentation gemacht, damit man auch Traditionelles mit Modernem verbindet", so die Direktorin.
Nach dem kulinarischen Genuß konnten die Besucher auch andere Projekte der Schüler, darunter auch eine in der Aula eingerichtete ungarndeutsche Küche und diverse Ausstellungen, kennenlernen; es wurden auch Filme gezeigt.
Eine Namensgebung würdig zu feiern kann man auch, indem man den Schülern, Lehrern und Gästen die Namenspatronin näher bringt, menschennah. So wirkt auch die Schule selbst nicht als fremde Bildungsinstitution, sondern als Ort des Beisammenseins.