Vier Jahre, vier Länder - Funkforum feiert Jahrestag in Temeswar Drucken
29.04.2005
Mit ihrem Zusammenschluß haben die beteiligten Redaktionen den gewohnten Mittelweg verlassen und wagten es, neue Wege einzuschlagen, die nun die deutschen Minderheiten in bereits vier Ländern miteinander verbinden. Dies sagte die Vorsitzende von Funkforum, dem internationalen Zusammenschluß deutscher Radioredakteure, Ingrid Schiffer, anläßlich des vierten Jahrestages  der Vereinsgründung. Der Festtag wurde im Temeswarer Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus am 20. April im Rahmen eines deutschsprachigen Radiotages gefeiert.

Dem Festakt wohnten zahlreiche Gäste aus Rumänien, Ungarn, Serbien und Kroatien bei, die alle die bahnbrechende Rolle von Funkforum betonten, das sich als erste Organisation zum Ziel setzte, eine verstärkte Kommunikation zwischen den Minderheiten in vier Ländern in Gang zu bringen. Eine durchaus aktuelle Aufgabe im sich vereinigenden Europa, das auch diesen Gruppen immer mehr Chancen bieten wird. Das ist wohl auch der Grund dafür, daß der Verein als offizielles Programm des Balkanstabilitätspaktes  von diesem auch eine jährliche Förderung erhält. Dies allerdings endet 2005, neue Finanzierungsmöglichkeiten müssen daher dringend gesucht werden. Vorsitzende Schiffer hob in ihrer Festansprache auch hervor, daß Funkforum auch der Entstehung von Pausenradios in den Schulen ein besonderes Augenmerk widmet, um junge Generationen zum Hören deutscher Radiosendungen zu ermutigen - und nicht zuletzt, um auch für Nachwuchs zu sorgen.

Gratuliert wurde dem Verein von zahlreichen geladenen Gästen. Der rumäniendeutsche Abgeordnete Ovidiu Gant ermutigte Funkforum, mit seiner gemeinsamen Sprache für eine verstärkte Kommunikation in diesem Teil Europas zu sorgen; Mathias Gruse, Presseattaché an der deutschen Botschaft in Bukarest, hob den grenzüberschreitenden Charakter der Vereinigung hervor. Christian Resing, Presseattaché der Budapester deutschen Botschaft, sprach mit anerkennenden Worten über die Zusammenarbeit und gab seiner Hoffnung Ausdruck, daß die Tätigkeit von Funkforum weiter finanziert wird, schließlich hätten auch bisher verschiedene deutsche Bundesländer und Institutionen helfend beigestanden.
Die Idee der Gründung geht auf den ehemaligen ifa-Koordinator in Hermannstadt, Peter Kratzer, zurück, der 2001 zunächst Journalisten aus Rumänien und Ungarn nach Temeswar einlud. Dem folgte bald der Beitritt der deutschen Redaktion von Radio Subotica in Serbien und im vergangenen Jahr der der deutschen Sendung von Slawonski Radio in Essegg (Kroatien). Außer der deutschen Sendung von Funkhaus Fünfkirchen machen noch sechs Radiostationen in Rumänien mit, darunter auch der Rumänische Rundfunk in Temeswar, in dessen Gebäude sich auch der Sitz des Vereins befindet. Die Stationen tauschen im Alltag verschiedene Beiträge über die jeweiligen deutschen Minderheiten aus, gestalten eine gemeinsame Magazinsendung und ein Vier-Länder-Wunschkonzert, und die Mitarbeiter erhalten auch die Möglichkeit gemeinsamer Fortbildungen.

ani