Landestheaterfestival für Gymnasiasten Drucken
22.04.2005
Monika, Eszter und Diana sind erleichtert: Die drei Schülerinnen des Deutschen Nationalitätengymnasiums in Budapest haben ihre Aufführung ohne Probleme auf die Bühne gebracht und sind zufrieden mit sich. "Vorher waren wir schon etwas aufgeregt", verrät Monika. Kein Wunder, schließlich haben die Jugendlichen ihren Beitrag für das Landestheaterfestival der deutschen Gymnasien in Budapest, das am 14. April in der Mehrzweckhalle ihrer Schule stattfand, bereits ab Februar einstudiert. Und immerhin wartete bei der Veranstaltung, zu der in diesem Jahr bereits zum 11. Mal alle interessierten Theatergruppen der deutschen Gymnasien eingeladen waren, wie immer ein verlockender Preis für die besten Darsteller

Insgesamt acht Theatergruppen von verschiedenen Schulen zeigten dabei verschiedene Theaterstücke in deutscher Sprache. "Es handelt sich um Auszüge bekannter Stücke, aber auch Eigenproduktionen der Schüler sind gern gesehen", erklärt dazu Timea Szép, Leiterin der Deutschen Fachschaft am Budapester Deutschen Nationalitätengymnasium. Bei der dramaturgischen Umsetzung der Stücke war von den insgesamt etwa 250 Schülern der 9. bis 12. Jahrgangsstufe dabei viel Eigeninitiative und Kreativität gefordert. Die Beiträge, die sie zusammen mit ihren jeweiligen Theaterlehrern erarbeiteten, reichten dabei von Klassikern wie Sophokles, Kleist und Dürrenmatt über Heiteres wie Loriot oder "Das Dschungelbuch".
Die Jury, bestehend aus Vertretern aus dem Bereich Theater, stand so vor der nicht gerade einfachen Aufgabe, ganz verschiedene Stücke gezwungenermaßen zu vergleichen und zu bewerten. "Wir legen unseren Schwerpunkt auf die Wirkung des Stückes", erklärte Jury-Mitglied András Frigyesi, Intendant und Geschäftsführer des Deutschen Theaters Budapest. Gleichzeitig betonte er, daß es im Grunde nebensächlich sei, welche Gruppe die ausgeschriebenen Preise des Festivals erhält. Denn: "Im Vordergrund steht auf jeden Fall die Freude am gemeinsamen Schaffen", so Frigyesi. Auch Eva Mayer von der Budapester Deutschen Selbstverwaltung versucht als Hauptorganisatorin der mittlerweile traditionellen Veranstaltung, den Wettbewerbscharakter zu unterdrücken: "Die Schüler sollen spielerisch die deutsche Sprache üben und dabei die traditionelle Dramaliteratur kennenlernen."

Und tatsächlich: die Wünsche der Organisatoren scheinen sich zu erfüllen, zumindest was Monika und ihre beiden Theaterkolleginnen angeht. Gemeinsam mit 13 weiteren Jugendlichen ihrer Schule haben die drei unter der Leitung von Fanni Örkényi mit "Im Jahr 1848" einen ernsthaft-ironischen Beitrag ausgewählt. "Wir wußten aber vorher gar nicht, daß es einen Preis geben wird", grinst die 18jährige, die nun schon zum zweiten Mal dabei ist. "Es ist einfach eine spaßige Erfahrung, gemeinsam Theater zu machen", so das Fazit der Schülerin.
Meike Strüber

Teilnehmende Schulen am Landestheaterfestival:


Deutsches Nationalitätengymnasium, Budapest
Leitung: Fanni Örkényi
"Im Jahr 1948"

Bertalan-Szemere-Gymnasium, Budapest
Leitung: Henger Péterné
"Die Welt - nach unserer Meinung - unsere Welt"

Ungarndeutsches Wirtschaftsgymnasium, Werischwar
Leitung: Tímea Faragó
"Demetrius"

Klára-Leôwey-Gymnasium, Fünfkirchen
Leitung: Werner Gábor
Loriot-Sketche


NIL Theatergruppe, Temeswar (Rumänien)
"Antigone"

Gymnasium "Valeria Koch" Fünfkirchen
Leitung: Josef Weigert, Fábián Vörös
Kleist: "Der zerbrochene Krug"

Evangelisches Lyceum " Dániel Berzsenyi", Ödenburg
Leitung: Andrea Drobina
"Das Dschungelbuch"

UBZ, Baja
Leitung: Marc Dehoust, Peter Szandra
"Der Besuch der alten Dame" nach Dürrenmatt

Die Jury vergab folgende Preise:
- eine Reise nach Esseg/Osiek (Kroatien) für die Gruppe des Deutschen Nationalitätengymnasiums
- einen Auftritt in der Deutschen Bühne Szekszárd im Herbst für die Gruppe des UBZ Baje