Misch-Gedenkausstellung Drucken
15.04.2005
Anläßlich des 10. Todestages des ungarndeutschen Malers Adam Misch (1935 - 1995) fand in der Landes-Agrar-Bibliothek und Dokumentationszentrum in Budapest (I., Attila út 93) eine Gedenkausstellung statt. Bei der Eröffnung der Misch-Lebenswerkausstellung am 5. April würdigte Ferenc Lôrincz, Vorsitzender der Landwirtschaftssektion des Vereins Ungarischer Bibliothekare Leben und Wirken von Misch. Aus der Eröffnungsrede veröffentlichen wir einige Zitate. Die Ausstellung ist zu besichtigen bis 1. Mai täglich  von 9.00 - 19.00 Uhr.
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Die Ausstellung von Adam Misch wurde am 1. Feber 1995 in der Galerie in der Fehérvárer Straße in Budapest eröffnet. Hier zeigte er seine in der ersten Hälfte der 90er Jahre  geschaffenen Werke. Keiner von den Vernissagegästen hat auch nur im geringsten das Tragische ahnen können, das am nächsten Tag eintrat: der Tod des Künstlers. Adam Misch, im April 1935 geboren, hatte vom Schicksal noch nicht mal volle 60 Jahre für den Aufbau seines Lebenswerkes bekommen. Diese Jahre bedeuteten die nicht eben wolkenlose Nachkriegszeit, sie bedeuteten die widersprüchlichen 50er Jahre und seine Jugendzeit, und der Anfang der 60er Jahre bedeutete den von den 56er Ereignissen beeinflußten Abschluß des Kunststudiums. 1965 war dann das Datum des Beginns der künstlerischen Laufbahn des Adam Misch, und in Anbetracht der damaligen  Kultur- und Bildungspolitik, nämlich Unterstützung, Duldung, Verbot, wirft sich die schwerwiegende Frage auf, wie und auf welche Weise sich das Regime in die schöpferische Freiheit des Künstlers einmischte. Fakt ist, daß Adam Misch lange Zeit keineswegs unter die zu Fördernden gehörte. Der junge Mensch, der jahrelang bei den Piaristen gelernt hat und Priester werden wollte, konnte ganz offensichtlich nicht Begünstigter der damaligen Kulturpolitik sein...
Adam Misch hat erfolgreich Beziehungen ins Ausland aufgebaut und gepflegt. Schon ab 1963 war er regelmäßig in Deutschland, und dank seinen Studienreisen war er auch gut informiert über die neuen Kunsttrends und -ereignisse und hatte die Möglichkeit erhalten, im Ausland - Tübingen und Berlin - viel früher als hier in Ungarn ausstellen zu können. Ab Ende der 70er Jahre wirkte er in Bulgarien in Künstlerkolonien mit, das hatte insofern auch Auswirkungen auf seine Kunst, indem die speziellen osteuropäischen Einwirkungen in seine Werke einflossen.
Wie sind die Bilder von Adam Misch? Dazu soll eingangs ein alter Jugendfreund, der ebenfalls aus einer Schorokscharer Schwabenfamilie stammt, zitiert werden. "Er ging seinen Weg allein. Sein Konstruktivismus war einmalig, lyrisch, neigte zur Valeur-Colorisation von Klee. .... (Seine Bilder) ...übermitteln dem Leser abenteuerliche Erlebnisse. Die Korrespondenz der Farben und Formen ergibt eine Globalität. Sie schweben auf einer Ebene", schreibt Antal Lux in dem 1998 erschienenen Album über Adam Misch.

Weitere Misch-Gedenkausstellungen sind in der Tschepel-Galerie und im Fünfkirchner Lenau-Haus geplant.