Landeswettbewerb Deutsch im Haus der Ungarndeutschen Drucken
15.04.2005
Reges Gemurmel ist zu hören, eine leichte Anspannung liegt in der Luft, und nach einer Stärkung am Buffet huschen die Schüler über die Flure weiter zur nächsten Prüfung. So zeigte sich das Haus der Ungarndeutschen in Budapest am 12. April bei dem hier jährlich stattfindenden Landeswettbewerb für Deutsch als Nationalitätensprache.

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Bereits die Teilnahme empfindet Maria Wild, eine Schülerin aus dem Ödenburger Evangelischen Lyzeum, als eine Auszeichnung, denn um zu diesem Wettbewerb zugelassen zu werden, ist zunächst das Bestehen einer schriftlichen Vorrunde notwendig. Hierbei gilt es, neben dem Bewältigen des Grammatikteils auch einen Aufsatz zu einem vorgegebenen Thema zu schreiben. Nach der ersten Vorrunde, in die es dieses Jahr 50 Schüler schafften, kamen dann die besten 21 in den Landesentscheid in Budapest.

Der Wettbewerb teilt sich in drei Kategorien. Neben Minderheitenkunde und Literatur werden Fragen zum Textverständnis gestellt. Eine aus jeweils drei Personen bestehende Jury nimmt den Schülern die zehnminütige Prüfung in den einzelnen Kategorien ab, wobei im Bereich Minderheitenkunde beispielsweise Fragen der ungarndeutschen Bevölkerungsentwicklung gestellt werden. Als Preis lockt für die besten fünfzehn das Oberstufenabitur im Bereich Deutsch mit der Note fünf, und auch die restlichen Teilnehmer bekommen das Mittelstufenabitur in diesem Bereich. Darüber hinaus erwarten die Schüler Stipendienreisen ins deutschsprachige Ausland. An die Plätze fünf bis drei wird neben einigen Sachpreisen in Form von Büchern eine einwöchige Rundreise durch das Land Baden-Württemberg vergeben. Auf den Gewinner - in dem Fall eine Gewinnerin - des zweiten Platzes wartet ein einmonatiger Studienaufenthalt in Wien. Der Hauptgewinn dieser Veranstaltung ist jedoch ein dreiwöchiges internationales Jugendseminar, das im Juli in Berlin stattfinden wird. Hier werden die 50 Gewinner eines solchen Wettbewerbes aus allen Teilen Europas neben Sprachunterricht auch die Freizeit gemeinsam gestalten und möglicherweise sogar vom deutschen Bundespräsidenten empfangen werden.

Allen Teilnehmern ist nach der Preisvergabe die Erleichterung und auch die Freude über die Ergebnisse anzusehen, mit denen sowohl Schüler als auch Veranstalter, laut Elisabeth Knipf, der Juryvorsitzenden, zufrieden sein können. Auch im nächsten Jahr hofft man auf ein reges Interesse an diesem Wettbewerb, der mit dazu beiträgt, der Jugend die deutsche Sprache und Minderheitenthematik näherzubringen.
A. N.