Paulina, das Schwabenmädchen Drucken
15.04.2005
Die Statue "Paulina, das Schwabenmädchen" wurde im Gedenken an die vertriebenen Deutschen in dem kleinen Branauer Örtchen Iwanbottian/Ivánbattyán am 26. März enthüllt. Der Stifter, Kaspar Klits (siehe Foto), spendete diese Statue im Gedenken an seine verstorbene Mutter, die bis zur Vertreibung 1946 mit ihrer Familie in Iwanbottian lebte. Mit dieser Veranstaltung möchte Klits besonders die Verbundenheit mit den heutigen Einwohnern zum Ausdruck bringen, jedoch gleichzeitig die Erinnerung an das Vergangene wachhalten, um zu verhindern, daß sich die Geschichte noch einmal wiederholt.


ImageUm dem gerecht zu werden, ging Klits in seiner Rede, die er anläßlich der Einweihung hielt, insbesondere auf das Schicksal seiner Mutter ein, deren Leben in Iwanbottian geprägt war von der harten Arbeit auf Hof und Feld. "Unser Vater mußte dreimal zu den Soldaten. In dieser Zeit mußte sie alleine mit uns Kindern die Wirtschaft betreiben. Als Kinder nahm sie uns öfter in der Früh um 6 Uhr mit auf das Feld, um Kartoffeln, Rüben und Kukuruz anzubauen..."

Klits schilderte in seiner Rede auch eingehend die Probleme, die seiner Familie durch ihren Status als Ungarndeutsche zuteil wurden. "...Eines Tages kam eine Horde von einer Kommission mit zwei bewaffneten Gendarmen und holten auch unser letztes Pferd. Bei voll beladenem Wagen mit Mist haben sie es ausgespannt und abgeführt. Paulina, unsere Mutter, sträubte und wehrte sich vehement gegen diesen Diebstahl. Auch ich, gerade aus der Schule kommend, wollte dem Kommunisten die Zügel aus der Hand reißen, doch vergeblich..." Am 14. Juni 1946 erfolgte schließlich die Zwangsenteignung und Evakuierung. "...Der Trauerzug bewegte sich recht langsam auf der holprigen Lehmstraße. Keine Glocken erklangen, keine Tränen weinte man uns nach..." Die Familie wurde nach Süddeutschland gebracht, wo das Leben durch die Folgen des Krieges ebenfalls von vielen Schwierigkeiten geprägt war. Dennoch gelang es der Mutter auch hier durch ihren Einfallsreichtum und Fleiß, ihre Kinder keine Not leiden zu lassen. Doch trotz der Demütigungen und Ängste der Vertreibung hat Paulina bis zu ihrem Tod am 20. Jänner 1981 darauf gehofft, nach Iwanbottian zurückkehren zu können. Nun hat sie nach fast 60 Jahren in Form der ihr gewidmeten Statue wieder einen Platz in ihrer alten Heimat gefunden.

Falls Sie Interesse an der vollständigen Rede Kaspar Klits' und der Geschichte von Paulina, dem Schwabenmädchen, haben, werden Sie diese im Deutschen Kalender 2006 nachlesen können.
- Lena -