Ein reiches Quellenmaterial Drucken
01.04.2005
 Eine große gemeinsame Aussprache aller Beteiligten forderte Dr. Katalin Kónya-Kutrucz, stellvertretende Direktorin des Historischen Archivs der Staatssicherheitsdienste, bei der Präsentation des Buches <A "német ügy" 1945 - 1953. A Volksbundtól Tiszalökig> am Dienstag dieser Woche im Haus der Ungarndeutschen. Dr. Kónya-Kutrucz erzählte aus eigenem Erleben.


Ihre Familie wurde aus der Slowakei umgesiedelt nach Holling/Fertôboz in Westungarn und in ein Haus eingewiesen, welches die deutschen Eigentümer hatten verlassen müssen. Der Nachlaß von Ludwig Thirring, Kommissar der Volkszählung von 1941, der aus einer alten Ödenburger "Statistikerfamilie" stammte, bot für die zwei ungarischen Wissenschaftler Barbara Bank und Sándor Ôze ein reiches Quellenmaterial (NZ 12/2005). Im Buch geht es um die Volkszählung von 1941 sowie den Mißbrauch der gesammelten Angaben für Aktionen der politischen Polizei gegen die deutsche Nationalität. Dagegen protestierten - ohne Erfolg freilich - Thirring und die Mitarbeiter des Statistischen Amtes. Behandelt werden im Buch die parallel zur Vertreibung - oft mit dieser im Zusammenhang stehend - angeordneten Internierungen. Barbara Bank fand Hinweise auf mehrere Internierungslager. Die meisten Dokumente wurden das erste Mal publiziert. Bei der Buchpräsentation fand eine rege Aussprache statt. Die nächste Vorstellung des Buches findet am 7. April um 18 Uhr im Fünfkirchner Lenau-Haus (siehe auch Seite 16).

 

Foto Barbara Bank, Sándor Ôze, Dr. Katalin Kónya-Kutrucz und LdU-Vorsitzender Otto Heinek