| Das ist kein Maler! | ![]() |
| 01.04.2005 | |
|
Das Werk des Ákos Matzon wurde am 23. März im Technologiepark Karlsruhe in einer Ausstellung vorgestellt. In die Ausstellung führte Eugen Christ, Geschäftsführer der Donauschwäbischen Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg. |
Wir zitieren aus der Eröffnungsrede:
"Die Donauschwäbische Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg hatte vor einigen Jahren beschlossen, in Zusammenarbeit mit dem Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler und dem Kulturinstitut der Republik Ungarn ungarndeutschen Künstlern die Möglichkeit zu geben, sich in Deutschland vorzustellen. So haben wir vor zwei Jahren auch Ákos Matzon ‘entdeckt'.
Nicht aus der Luft gegriffen ist die rhetorische Frage, eigentlich der Titel eines Essays des Kunsthistorikers Gábor Ébli ‚Budapest: Wieder künstlerische Drehscheibe Europas?' Die Antwort ist eindeutig: JA! Denn Kunst und Künstler gehören zur vielfältigen Visitenkarte Ungarns implizit der Weltstadt Budapest. Es ist bereits ein Axiom, daß viele ungarndeutsche Künstler, unter ihnen auch Ákos Matzon, zur Elite der Künstlergemeinde Ungarns gehören. Sie haben den begründeten Anspruch, auch auf europäischer Ebene bekannt und anerkannt zu werden. Diesem Gedanken gebührt auch diese Ausstellung.
Ich hatte des öfteren die Freude, das Werk des Ákos Matzon vorzustellen. Ich habe mir jedes Mal vorgenommen, nicht mit dem gleichen Satz anzufangen. Doch es geht nicht anders, als ihn immer wieder zu verwenden. Er bietet sich dermaßen, fast ideal für die Einführung in Matzons Kunst an, daß ich auch heute, hier und jetzt, auf ihn nicht verzichten werde.
Ákos Matzon: ‘Ez nem festô!', auf deutsch: ‘Das ist kein Maler!' Auf den ersten Blick ein ziemlich zerschmetterndes Urteil eines bekannten Zunftkollegen mit strengem Anspruch auf das ‘saubere' Metier. Es hört sich aber allein auf den ersten Blick böse und schockierend an. Denn es entspringt allein einem allgemein obsoleten Vorurteil. Das soll heißen, daß alles, was als ‘Bild' definiert, grundsätzlich als Werk eines ‘Malers' betrachtet wird. Es geht aber in erster Linie um Kunst, der einen Form sinnenhafter Auseinandersetzung mit irgendeinem mehr oder weniger komplexen Medium. Allein an einer untergeordneten Stelle stellt sich die Frage, auf welchem Wege der künstlerische Ausdruck zustande kommt, als was und wie sich der Künstler artikuliert. Das gilt insbesondere heute, in Zeiten, in denen alles alles sein kann und darf, in denen die intermedialen Möglichkeiten schon lange starre Raster, das verbindliche Ein- und Zuordnen bewußt, sogar absichtlich meiden. So spielt es heute überhaupt keine Rolle, ob Ákos Matzon Maler ist oder nicht. Viel wichtiger ist die unumstrittene Tatsache, daß Ákos Matzon eine künstlerische Persönlichkeit ist und bleibt."