| Palmsonntag bei den Soltvadkerter Evangelischen | ![]() |
| 01.04.2005 | |
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Es ist seit einigen Jahren wieder Brauch, daß die 2.800 Seelen zählende Soltvadkerter evangelische Kirchengemeinde deutschsprachige Gottesdienste veranstaltet. Diese waren bis 1944 regelmäßig, aber nach dem Einmarsch der Sowjettruppen hat man die alte Sprache verlassen, viele Familiennamen magyarisiert und das Schwabentum vergessen. So konnten zwar die Leute der Verschleppung nach Deutschland entkommen, aber das Sprachgut ging verloren. Seit 2002 bemühen sich einige Gemeindeglieder, das System der deutschsprachigen Gottesdienste wieder heimisch zu machen. |

An diesem Palmsonntag wurden die Interessenten in das Haus der Begegnung gebeten. Eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes hielt Lajos Káposzta jun. eine Deutschstunde, in der den 25 anwesenden Schülern und Erwachsenen der Predigttext vorgelesen - und wenn es nötig war, auch übersetzt - wurde. Die Lieder wurden aus den deutschen Gesangbüchern ebenso eingeübt. Obwohl die Melodien bekannt sind, muß man sich mit dem deutschen Text erst richtig anfreunden.
Gegen 11 Uhr vormittags kamen dann immer mehr Leute ins Haus: Neben den Soltvadkertern saßen da Siegenbürger Sachsen, umgezogene Batschkaer Schwaben, eine Studentin aus Kiskunhalas, ein älterer Ungarndeutscher aus Nadwar, hierher gezogene Deutsche, Österreicher und Schweizer aus den umliegenden Siedlungen. So kamen etwa 70 Personen zusammen. Zu Beginn sangen die Kinder aus dem evangelischen zweisprachigen Kindergarten ihre Lieder und rezitierten Osterreime. Dann folgten die Schulkinder, auch mit deutschem Programm. Der Gottesdienst wurde von Vikar Andreas Kopf und Dekan Lajos Káposzta sen. gehalten.
In der Predigt handelte es sich um den Einzug Jesu in Jerusalem. Das Lasttier - ein Esel -, das er für diesen Weg in Anspruch genommen hat, ist kein echtes Wappentier, widerspiegelt aber die Einstellung und die Position des Erlösers: Demut und Einfachheit. Was zeigt uns diese fast 2000jährige Geschichte? Wie ist unsere Beziehung zu Gott? Diese und ähnliche Fragen tauchten auf, nicht nur beim Gottesdienst, sondern auch beim darauffolgenden Empfang. Da bekamen die kleineren Kinder Ostereier, die größeren verschiedene deutsche Zeitungen, die Erwachsenen Tee und Kuchen, damit sie gemütlich ihre Sorgen und Freuden besprechen können. Das nächste Mal kommt die "deutsche Gemeinde" vor Pfingsten zusammen.
K. L.