| 26.05.2005
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Einer der großen Irrtümer unserer Zeit ist die Annahme, daß Europa bereits entdeckt ist. Inmitten des Kontinents gibt es tatsächlich noch unbekannte Nationalitäten, Regionen, die bis heute weiße Flecken auf unserer geistigen Landkarte geblieben sind. Wer hat etwa schon mal etwas von den Aromunen gehört? Die Sepharden von Sarajevo - wer weiß, daß sie die Tradition und Sprache jener spanischen Juden, die 1492 von der Inquisition aus ihrer Heimat vertrieben wurden, bis auf den heutigen Tag hüten? Auch die albanischen Arbereshe, die seit 500 Jahren in Süditalien leben, sind nicht viel bekannter. Um Licht in das Dunkel der europäischen Kleinvölker zu bringen, hat der österreichische Fotograf Kurt Kaindl gemeinsam mit dem Schriftsteller Karl-Markus Gauß einige der kleinsten Volksgruppen Europas besucht. Es handelt sich dabei um kulturelle Minderheiten, die einen eigenen Nationalstaat weder anstreben noch errichten und sich doch die eigene Sprache und eine ausgeprägte kulturelle Eigenständigkeit bewahrten.
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