Valeria-Koch-Preise für außergewöhnliche schulische Leistungen und für Tätigkeit im Nationalitätenbereich Drucken
27. Jänner 2012
Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen vergab in diesem Jahr zum neunten Mal den „Valeria-Koch-Preis" an verdiente Jugendliche. Diese Auszeichnung erhalten ungarndeutsche Mittelschüler für ihre außergewöhnlichen schulischen Leistungen und für ihre Tätigkeit im Nationalitätenbereich. Den Preis bekommt außerdem auch eine Hochschulabsolventin für ihre Diplomarbeit über ein ungarndeutsches Thema…


Jänner an Balázs Kiss, Brigitta Peller, Daniel Tósoki
und Rita Miskei.
Foto: Bajtai László

…Den Valeria-Koch-Preis überreichte die Vorsitzende des Bildungsausschusses der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, Ibolya Englender-Hock (Foto: Bajtai László) am Tag der Ungarndeutschen Selbstverwaltungen im Fünfkirchner Kodály-Zentrum am 14. Jänner an Balázs Kiss, Brigitta Peller, Daniel Tósoki und Rita Miskei.

Balázs Kiss ist 18 Jahre alt, wohnt in Paks und besucht seit der 7. Klasse das Lajos Tolnai Deutsche Nationalitätengymnasium in Jink. Schon relativ früh stellte sich heraus: Balázs interessiert sich besonders für Nationalitätenkunde, Literatur und Musik. Als Schüler des Jinker Gymnasiums suchte er oft den Kontakt zur Deutschen Selbstverwaltung, bat um Hilfe zu seiner Ahnenforschung und bot seine Hilfe als Akkordeonspieler bei verschiedenen Veranstaltungen an. Eine seiner Stärken ist das Rezitieren: Er hat an zahlreichen Wettbewerben teilgenommen und dabei auch sehr schöne Erfolge erzielt.
Theaterspielen liegt ihm ganz besonders am Herzen - er ist zentrales Mitglied der Theatergruppe seiner Schule. Balázs ist bestrebt, sich ständig weiterzubilden und neue Impulse zu sammeln, darum nimmt er regelmäßig an unterschiedlichen Weiterbildungen und Workshops teil. Im Moment besucht er die 12. Klasse seiner Schule. Nach der Matura möchte er Jura studieren.
Mit seinem besonderen und vielseitigen Engagement hat Balázs Kiss den Valeria-Koch-Preis verdient, und dazu gratulieren wir ihm ganz herzlich!

Brigitta Peller stammt aus Sankt Iwan bei Ofen und ist Schülerin des Werischwarer Friedrich-Schiller-Gymnasiums. Schon in der Grundschule hat sie sich sehr eifrig für das Bewahren der ungarndeutschen Traditionen eingesetzt, sie tanzte in der Tanzgruppe und nahm an verschiedenen Veranstaltungen, Austauschprogrammen und Wettbewerben teil. In ihrer Familie pflegt sie heute noch die ungarndeutschen Bräuche und Sitten, der Dialekt ist eine aktive Varietät in der Familie Peller.
Brigitta war im Laufe der vier vergangenen Schuljahre in den Fächern Deutsche Sprache, Literatur und Volkskunde sehr motiviert und engagiert. Sie hat sich mit großem Elan an verschiedenen volkskundlichen Forschungen beteiligt und beschäftigt sich auch mit Ahnenforschung.
Brigitta besucht die zwölfte Klasse. Nach der Matura möchte sie internationale Betriebswirtschaft studieren.
Liebe Brigitta Peller, herzlichen Glückwunsch zum Valeria-Koch-Preis!

Daniel Tósoki, Zwölftklässler des Deutschen Klassenzuges des László-Lovassy-Gymnasiums zu Wesprim, wohnt in Totwaschon.
Als Drittklässler der Grundschule hat er begonnen, Akkordeon zu spielen. Er nimmt überzeugt am kulturellen Leben seines Dorfes teil. Als er noch die Grundschule besuchte, wurde er Mitglied des Totwaschoner Akkordeontrios - eine besondere Eigenschaft dieser Formation war, daß sie zur Musik gleichzeitig auch gesungen haben.
Daniel war außerdem Mitglied des Nationalitätenchores seines Gymnasiums und seit Jahren begleitet er zwei Tanzgruppen und drei Chöre auf dem Akkordeon. Seit drei Jahren ist er auch Mitglied eines neuen Trios: er begleitet mit seinem Akkordeon zwei Mädchen, die ungarndeutsche Volkslieder singen. Nach der Matura möchte er studieren - entweder in Budapest oder in Wien.
Lieber Daniel, zum Valeria-Koch-Preis gratulieren wir herzlich und wünschen weitere schöne Erfolge!

Der Valeria-Koch-Preis geht auch an Réka Miskei aus Badesek, die während ihres Studiums hervorragende Leistungen erbracht und eine sehr anspruchsvolle Diplomarbeit geschrieben hat.
Réka Miskei besuchte die Deutsch-Ungarische Abteilung des Ungarndeutschen Bildungszentrums in Baja. Die dort erworbenen Kenntnisse betrachtet sie als Ausgangsbasis für ihre universitäre Ausbildung.
Réka Miskei absolvierte in diesem Jahr ihr BA-Studium an der Philologischen Fakultät der Budapester Eötvös-Loránd-Universität. Als Hauptfach studierte sie Germanistik, Fachrichtung Deutsch als Minderheitensprache und als Minorfach Englisch. Im September begann sie ihre Magisterausbildung, sie setzte ihr Studium der beiden Fächer auf Lehramt fort.
Ihre BA-Abschlußarbeit hat sie über die sakralen Denkmäler der Volksfrömmigkeit in Badesek angefertigt. Präzise Recherchen, umfangreiche und lückenlose Dokumentation, logischer Aufbau und exzellente sprachliche Darbietung kennzeichnen die Arbeit, die im nächsten Band der Beiträge zur Volkskunde der Ungarndeutschen veröffentlicht wird.
Wir gratulieren herzlich!

Sathmarer Schwaben mehr ins Bewußtsein rücken
Interview mit Richárd Tircsi

Richárd Tircsi stammt aus Merk/Mérk, von 2006 bis 2010 war er Vorsitzender der Deutschen Selbstverwaltung in Debrezin, deren Gründungsmitglied er auch ist. Zur Zeit ist er Leiter der Abteilung für Nationalitätenkontakte der Nationalitätenabteilung des Ministeriums für Öffentliche Verwaltung und Justiz. Über die Geschichte der Sathmarer Schwaben, die Minderheitenselbstverwaltung von Debrezin und über seine Identität fragte ihn NZ.

„Absolutes Gehör" Blues Band

György Peller ist nach seinem bürgerlichen Beruf Notar in Sanktiwan/Pilisszentiván. Doch die Fans der Band „Abszolút hallás" (Absolutes Gehör) kennen ihn, das Gründungsmitglied, eher als vielseitigen Musiker, als Saxophonisten, Sänger und Songschreiber. Vor kurzem machte die Blues Band Stimmung im Budapester „Menta Terasz" auf dem Margarethen-Ring.
Die Band „Absolutes Gehör" wurde im September 1994 gegründet. Die Mitglieder kamen aus Werischwar und Sankt Iwan bei Ofen. Im Jahr gibt die Band an die 30 Konzerte: Auftrittsmöglichkeiten hatte sie u. a. in Budapest, Kismaros, Hartau, Werischwar, Soltvadkert und in Vajdaszentivány (Rumänien). Zum Repertoire gehören neben Blues-Standards Rock and Roll und Reggae. Doch ein Großteil der Songs sind eigene Kompositionen - die Songschreiber der Band sind in diesem Sinne Gattungserneuerer.

Lenau-Preis an Georg Krix

Am 20. Jänner fand in Fünfkirchen die Verleihungsfeier des Lenau-Preises 2011 statt. Der Preis wurde 1992 vom Lenau-Verein gegründet. Jährlich werden damit in- und ausländische Personen bzw. Gemeinschaften geehrt, die Unvergängliches für und um die deutsche Volksgruppe in Ungarn geleistet haben. Der Preis wurde zum 20. Mal verliehen. Aufgrund des einstimmigen Beschlusses des Vereinsvorstandes  erhielt Georg Krix, Gründer der Jakob Bleyer Gesellschaft und der Vierteljahresschrift „Sonntagsblatt für das deutsche Volk in Ungarn", den Lenau-Preis 2011.

Rückschau halten, den Standort bestimmen, Forschungsthemen erörtern und künftigen Entwicklungen Aufmerksamkeit schenken

Ende Juli 2011 war das Internationale Begegnungszentrum der Wissenschaft München (IBZ) Ort einer doppelten Jubiläumsfeier: Das Südostdeutsche Kulturwerk e. V. (SOKW) beging sein 60-jähriges und das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München (IKGS), das aus dem SOKW hervorgegangen ist, sein 10-jähriges Bestehen. Heft 4/2011 der IKGS-Zeitschrift Spiegelungen, Folgepublikation der SOKW-Veröffentlichung Südostdeutsche Vierteljahresblätter, thematisiert das Ereignis, dem eine zweitägige internationale und interdisziplinäre Tagung gewidmet war. „Wir wollen Rückschau halten, den Standort unseres Instituts in der gegenwärtigen deutschen und südosteuropäischen wissenschaftlichen Landschaft bestimmen, Themen aus unserem Forschungsbereich erörtern und künftigen Entwicklungen Aufmerksamkeit schenken", sagte Institutsdirektor Stefan Sienerth in seinem Grußwort, das neben den Statements von Ministerialrätin Sabine Deres (Bonn), von Rektor Andrei Marga (Klausenburg/Cluj-Napoca), Vizerektor László Imre Komlósi (Fünfkirchen) und SOKW-Vorsitzendem Anton Schwob (Salzburg) in der Zeitschrift abgedruckt ist.


„Tief in Rußland bei Stalino..."

„Tief in Rußland bei Stalino
ist ein Lager, stets bewacht;
drinnen wohnen junge Menschen,
die man aus Rumänien bracht."

Das bereits zu Volksgut gewordene Lied der Rußlanddeportierten (die erste Strophe steht am Beginn dieses Beitrags) wurde in Reschitza (Banater Bergland, Rumänien) anläßlich der Gedenkfeierlichkeiten zum 67. Tag des Beginns der Rußlanddeportation gleich dreimal gesungen. Das erste Mal sang man es in der deutschen „Alexander Tietz"-Bibliothek, wo ab 10.30 Uhr eine Begegnung von Rußlanddeportierten und ihren Familienangehörigen stattfand. Moderiert wurde die Gedenkveranstaltung vom Vorsitzenden des Demokratischen Forums des Banater Berglandes, der auf die Gräueltaten der Nachkriegsjahre hinwies, wie auch auf die Tatsache, daß im Banater Bergland zur Zeit nur noch 103 ehemalige Deportierte leben, davon 49 in Reschitza.

Europäische Sprachkonferenz in Bozen

Das Netzwerk der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV), RML2future, lud mit Hilfe der autonomen Region Trentino-Südtirol und der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) vom 17. - 19. Januar zu einer Konferenz in Bozen zwecks Diskussion über die europäische Sprachpolitik für Regional- und Minderheitensprachen ein.

Bizentenarium Karl Szathmári Pap – Biedermeier-Maler und erster Kriegsfotograf

Anläßlich des 200. Geburtstages des Siebenbürger Künstlers Karl Szathmári Pap (1812 - 1887) ist in Budapest eine Gedenkausstellung zu sehen. Im Sinne der Empfehlung des Verbandes der Fotokünstler Rumäniens - Vorsitzender ist István Tóth - haben die Autoritäten den Geburtstag von Karl Szathmári Pap - den 17. Januar - zum Tag der rumänischen Fotografie erklärt. Nach der ungarischen Metropole wird eine weitere Ausstellung in seiner Geburtsstadt Klausenburg (Cluj, Rumänien) und später auch in Bukarest gezeigt. Die rumänische Nationalbank plant, eine Silbermünze mit dem Porträt des Künstlers herauszugeben.

Sende - Heimatmuseum

Laut der Urkunde aus dem Jahr 1753 hat der Bischof von Waitzen genehmigt, daß ein Teil der Familien, die sich aus deutschen Gebieten in den Nachbardörfern angesiedelt haben, im schmalen Tal zwischen den Gebirgen Börzsöny und Cserhát ein neues deutsches Dorf, Sende, gründen. Die Ansiedler haben aus der Urheimat ihre Wein- und Forstbaukenntnisse mitgebracht. So haben sich die umliegenden waldbedeckten Hügel durch die Arbeitslust und den Fleiß der Deutschen bald in Weingärten verwandelt, die den Lebensunterhalt der Familien und die Entwicklung der Siedlung gesichert haben. Es könnte auch symbolisch sein, daß die Gemeinde 1999 im ältesten Teil des Dorfes das letzte, am Weg zu den heutigen Weingebieten stehende Bauernhaus gekauft hat, um darin zur Vorstellung der Andenken der Vergangenheit und zur Sammlung der Gebrauchsgegenstände ein Heimatmuseum einzurichten. Es ist das einzig erhaltene Bauernhaus mit offenem Rauchfang.

Wir lebten in Véménd - Ein multiethnisches Dorf im Ersten Weltkrieg

Die Sonderausstellung im Donauschwäbischen Zentralmuseum in Ulm zeigt vom 27. Januar - 15. April knapp 90 Fotografien aus der Sammlung des Janus-Pannonius-Museums Fünfkirchen. Die Fotos entstanden zwischen 1916 und 1920 im südungarischen Dorf Wemend. Béla Hernai, der Lehrer des Dorfes, fotografierte die Bewohner im Hof und in der Laube seines Hauses. Dabei entstanden 700 Negative. Béla Hernai hielt die letzten Augenblicke dieser Gemeinschaft fest, bevor sie infolge der beiden Weltkriege auseinanderbrach.
Zur Ausstellung erschien ein Katalog, 88 Seiten, mit einem Beitrag von Andrea Vándor.

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