„Junge Talente in Budapest" - Budapest-Preis an Eva Mayer Drucken
16. Dezember 2011
Jedes Jahr wird in Organisation der Deutschen Selbstverwaltung der Hauptstadt die Adventsveranstaltung „Junge Talente in Budapest" den besten Rezitatoren der Schulen Budapests mit Nationalitäten- und zweisprachigem Unterricht als Auftrittsmöglichkeit geboten. Als Höhepunkt gilt bei dieser Gala die Verleihung der ehrenvollen Auszeichnung „Für das Ungarndeutschtum in Budapest".


Mit dem Preis „Für das Ungarndeutschtum in Budapest"
wurde Eva Mayer geehrt (links: Judit Bárkányi,
Vorsitzende der Budapester Deutschen Selbstverwaltung)
Foto: Bajtai László

Die Preisträgerin von 2011 ist die Journalistin und ehemalige Vorsitzende der Deutschen Minderheitenselbstverwaltung der Hauptstadt Eva Mayer. Bei der Preisverleihung hob Judit Bárkányi, Vorsitzende der Deutschen Selbstverwaltung der Hauptstadt, in ihrem Grußwort hervor, daß die Preisträgerin „ein Leben lang für ihre Stadt und für ihre Minderheit gearbeitet hat" (lesen Sie über die Ausgezeichnete auf Seite 2). Die Preisträgerin war sehr gerührt und bedankte sich für die Auszeichnung und bei allen Partnern für die Zusammenarbeit. Es gebe noch immer viel zu tun, „ich habe viel gearbeitet, das wird auch so bleiben, solange ich arbeiten kann", sagte Eva Mayer. Sie wünschte der Deutschen Minderheitenselbstverwaltung der Hauptstadt viel Erfolg bei ihrer Tätigkeit.
Das Programm gestalteten die SchülerInnen und Kindergartenkinder der mit dem Titel „Deutschpädagoge/in des Jahres" geehrten Pädagogen der Hauptstadt. Die Kleinen des Baross-Kindergartens (Pesthelisabeth) entzückten mit Tänzen, Kinderreimen und Liedern. Ein Szenenspiel sowie Advents- und Kinderlieder der Törökugrató-Grundschüler (XI. Bezirk) und der Kinder aus der Lajos-Kossuth-Grundschule in Rákospalota verliehen der Gala eine vorweihnachtliche Stimmung.

Die Preisträgerin Eva Mayer ist Chefredakteurin der interkulturellen Zeitschrift „Barátság/Freundschaft". Ihre schulische Ausbildung absolvierte sie 1950-1958 in Badesek/Bátaszék und Dunaújváros. 1958-62 besuchte sie in Budapest den Deutschen Nationalitätenklassenzug des József-Eötvös-Gymnasiums, anschließend - 1964-1970 - studierte sie Jura an der Universität Fünfkirchen. 1970-71 absolvierte sie die Journalistenschule von MUOSZ (Verband Ungarischer Journalisten). 1963-1991 war sie Journalistin und Redakteurin der Neuen Zeitung, des Wochenblattes der Ungarndeutschen. Seit 1991 ist Éva Mayer freiberufliche Journalistin. 1994 war sie Gründungsmitglied und später Herausgeberin der Zeitschrift „Barátság". 1994-2010 war sie Gründungsmitglied der Deutschen Minderheitenselbstverwaltung des XI. Bezirkes der Hauptstadt - Neuofen - wo sie auch Vorsitzende, bzw. stellvertretende Vorsitzende war. 1995-2010 war Eva Mayer Mitglied, bzw. Vorsitzende der Budapester Deutschen Selbstverwaltung, 1995-2002 Mitglied der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. Sie arbeitete auch in verschiedenen Ausschüssen der Selbstverwaltung von Neuofen (1994-98 im Ausschuß für Kultur und Medien, 2002-2010 im Ausschuß für Unterricht, bzw. Unterricht und Informatik). Seit 1998 hat sie auch den Vorsitz des Deutschen Kindergarten- und Schulvereins inne, der sich besonders für die Weiterbildung der Deutschpädagogen einsetzt. Seit 2000 ist sie als Geschäftsführerin der Neue Zeitung Stiftung unserer Zeitung verbunden. Nach mehreren Preisen erhielt Eva Mayer nun auch die vielfach verdiente Auszeichnung „Für das Ungarndeutschtum in Budapest, 2011".



Aus dem Inhalt

Mit der sechzehnseitigen Beilage für Literatur und Kunst „Signale“ erscheint diese Woche die Neue Zeitung mit Texten ungarndeutscher Dicher und Schriftsteller sowie Beiträgen über Ausstellungen der bildenden Künstler im Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler.


„Pro Cultura Minoritatum Hungariae" an Gannaer Frauenchor

Der Frauenchor von Ganna wurde bei der Nationalitätengala am letzten Sonntag in Budapest mit dem Preis des Ungarischen Bildungsinstituts „Pro Cultura Minoritatum Hungariae" ausgezeichnet. Der Chor befand sich gerade auf einer Deutschlandtournee, konnte also im Kulturprogramm nicht auftreten. Die Laudatio veröffentlichen wir auf Seite 3. Der Preis wurde 2005 vom Bildungsinstitut gegründet, um hervorragende kulturelle Tätigkeit von Persönlichkeiten und Gemeinschaften der Minderheiten anzuerkennen. Bei der Gala repräsentierten die Kalascher Blaskapelle und die Mohatscher Tanzgruppe die ungarndeutsche Kulturpflege. Letztere trug eine deutsch-kroatische Hochzeit vor.


Maria Erb zum 50.

Die Leiterin des Ungarndeutschen Forschungszentrums am Germanistischen Institut der Budapester ELTE, Maria Erb, wurde am 7. Dezember mit einer kleinen Feier zu ihrem 50. Geburtstag beglückwünscht. Die Gratulanten - allesamt gute Bekannte der Jubilarin - waren akademische Lehrer, Studienkollegen und Schüler sowie Kollegen des Geburtstagskindes, das stilgerecht mit dem Bild „Ulmer Schachtel" von Robert König beschenkt wurde. Gemeinsam mit der Familie verbrachte man eine heiter-besinnliche Stunde zusammen. Wir wünschen Maria Erb, die auch Vorsitzende der Neue-Zeitung-Stiftung ist, das Beste für sie und ihre Familie!


Mit Sissi-Porträts schmückt die Raaberbahn ihre vierte Themen-Lok

Das Porträt von Ungarn-Königin Elisabeth kam weltweit als erstes Frauenkonterfei auf eine Lokomotive. Der Taurus der Raaberbahn wurde am 9. Dezember in der Königlichen Wartehalle in Gedelle/Gödöllô eingeweiht. Bei der Feier sprachen der stellvertretende Ministerpräsident Zsolt Semjén und Erzherzog Georg von Habsburg zu den Versammelten.


III. Kulturwoche in Szegedin

Gesang, Literatur und Kultur sind die wichtigsten Beschäftigungen des Deutschvereins von Szegedin, welcher gemeinsam mit der hiesigen Deutschen Minderheitenselbstverwaltung regelmäßig Zusammenkünfte für die Deutschen der Stadt organisiert. Mitglieder des Vereins sind meist Germanistikstudenten, deutsche Mitarbeiter von Firmen und eine Handvoll Menschen, die ungarndeutsche Urgroßeltern vorweisen können.


Nikolausfeier in Baja

Zu einer Nikolaus- und Weihnachtsfeier für alt und jung lud der Deutsche Kulturverein „Batschka" am 11. Dezember ins Ungarndeutsche Bildungszentrum in Baja ein, wobei alle Kinder vom Nikolaus beschenkt wurden, so auch Elisa Emmert für ihr Flötenspiel. Musikalisch mitgewirkt haben Josef Emmert (Harmonika) und Günther Manz (Gitarre).


Adventsnachmittag in Ödenburg

In der Deutschen Nationalitätenschule in Ödenburg wurde am Samstag der Adventsnachmittag des Deutschen Kulturklubs Ödenburg und Umgebung und der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung veranstaltet. Das bunte Adventsprogramm lief vor ausverkauftem Haus, aufgetreten sind die Schüler der Deutschen Nationalitätenschule Ödenburg, der Hunyadi János Evangelischen Schule, der Deutschen Nationalitätenschule Kroisbach sowie die deutschen Kulturgruppen aus der Umgebung wie der Chor aus Wandorf und Morgenröte aus Agendorf. Beim gemeinsamen Singen schlossen sich dann auch die ehemaligen Chormitglieder aus Brennberg den Chören an.


Erweiterung der deutschen Landschaft volkstümlicher Lieder bis zur Wolga und in den Kaukasus

Unter Liedgut der Deutschen aus Rußland verstehen die beiden Herausgeber, der Musiker und Komponist Eduard Isaak und der Pädagoge und Germanist Robert Korn, das von den Rußlanddeutschen gesungene Liedgut. Dies enthält selbstverständlich die bekannten deutschen Volkslieder und die zu Volksliedern gewordenen Weisen, die in der nach Kapiteln gegliederten Anthologie enthalten sind.


Die Deutschen in Schlesien

Vorliegender Band erörtert die Geschichte der Deutschen in Schlesien, in diesem von deutschen, polnischen und tschechischen Einflüssen geprägten Land, dessen Schicksal in den vergangenen Jahrhunderten von Kriegen zwischen verschiedenen Reichen und Herrscherdynastien bestimmt wurde. Besonders die beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert waren für die territoriale Zugehörigkeit des Landes entscheidend.


Judit Albitz: Die Kinder- und Frauentracht in Mesch

Judit Albitz, geb. Koncz, stammt aus Mesch/Mözs, einem ungarndeutschen Dorf in Südtransdanubien. Nach der Matura studierte sie an der Fünfkirchner Universität Germanistik und Ethnographie. Sie schrieb ihre Diplomarbeit bei Dr. Katharina Wild über „Die Kinder- und Frauentracht in Mesch". Nach ihrem Abschluß unterrichtete sie in einer Budapester Grundschule Deutsch und Volkstanz. 2010 hat sie sich in Kanada niedergelassen und lebt seitdem in Toronto, wo sie zur Zeit ihr Lehrerdiplom erwerben möchte, um auch dort als Deutschlehrerin arbeiten zu dürfen.

Einmalige Gelegenheit, Kompetenzen und neues Wissen zu erwerben

Vorige Woche waren in Vertretung der GJU Tekla Matoricz und Réka Kepes mit Reiseziel Breslau/Wroclaw in Polen unterwegs. Das bemerkenswerte Ereignis, weswegen die zwei GJUler hingereist sind, war das Auswahl-Seminar der Staffel 3 des Qualifizierungsprogramms YOU.PA (Young Potentials Academy).
YOU.PA ist ein Programm der Otto Benecke Stiftung e. V. (OBS) für junge Menschen, die sich in der deutschen Minderheit engagieren. Das Programm bietet jungen Menschen aus Mittel- und Osteuropa - Polen, Rumänien, der Slowakei, der Tschechischen Republik und Ungarn - eine einmalige Gelegenheit, Kompetenzen und neues Wissen zu erwerben, was sie sowohl im persönlichen als auch im beruflichen Leben nutzen können.


Botsch - Ortsgeschichtliche Sammlung  

Botsch liegt in der Branau, im Tal des Karasica-Baches, etwa 6 km nördlich von Willand entfernt. Den Ort erwähnen schriftliche Quellen zuerst in den Jahren 1332 -1335. Der Name bedeutet „Flurgegend". Die Siedlung ist in der Türkenzeit ausgestorben. Ende des 17. Jahrhunderts lebten hier Südslawen, aber nach dem Freiheitskampf von Rákóczi war sie erneut menschenleer. Bald wurde das Dorf neu besiedelt, es ließen sich hier griechisch-orthodoxe Südslawen nieder.
Die ersten deutschen Familien kamen um 1780 aus Ulm und Umgebung. Die Kolonisten waren Bauernfamilien und machten mit viel Fleiß die Gegend wieder urbar. Sie schufen die Voraussetzung zur landwirtschaftlichen Tätigkeit, und langsam ging es ihnen immer besser, sie bereicherten sich. Da sie sich wohlfühlten, vermehrten sie sich im Laufe der Jahrzehnte, und um 1860 erreichte die Zahl der Deutschen bereits 50 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Ungarndeutschen in Botsch pflegen bis heute das Brauchtum der Ahnen, sprechen auch ihre Mundart.


Nikolausfabrik: Versand von Geschenken gebührenfrei auf allen Postämtern landesweit

Unter der Mitwirkung der ungarischen Post haben heuer auch die Einwohner kleinerer Gemeinden die Möglichkeit, ärmere Menschen vor dem nahenden Fest mit Geschenken zu erfreuen. Die Spender können ihre Gaben bis zum 21. Dezember 2011 auf allen Postämtern in Ungarn an die Nikolausfabrik aufgeben, die Post leitet dann die Geschenke an das Ungarische Rote Kreuz weiter. Statt einer Adresse reicht auf dem Paket ein einziges Wort: MIKULÁSGYÁR. In den ersten Tagen seit dem 9. Dezember war die Spendenfreude weit größer als letztes Jahr.


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