Ein Weihnachtsdorf in Prinz Eugens prächtigem Schloss Drucken
9. Dezember 2011
Advent- und Weihnachtsmärkte erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Manche davon gehen auf eine jahrzehnte- oder gar jahrhundertelange Tradition zurück, andere sind neu, aber sie gehen so ins Gemüt, als würde man sie schon jahrzehntelang kennen: wenn sie etwas Außergewöhnliches anzubieten haben, sich alten Traditionen verpflichtet zeigen oder an einem besonderen Ort wie einem Kloster, Stift, Palais oder Schloß abgehalten werden. Der Erfolg ist schon allein durch das stimmungsvolle Ambiente so gut wie sicher.


Detail der Krippe in der Schlosskapelle

Diesbezüglich könnte man sich kaum etwas Stimmungsvolleres wünschen als Schloß Hof, Prinz Eugens barockes Jagdschloß im Marchfeld. Die fünfzig Hektar große Schloßanlage wurde 1726 von Prinz Eugen, dem „edlen Ritter", in barocker Pracht und Großzügigkeit zum repräsentativen Land- und Jagdsitz angelegt. Es ist mit seinem hochherrschaftlichen Wohngebäude, den Stallungen, dem idyllischen Gutshof und dem kunstvollen Terrassengarten das schönste und größte Barock-Ensemble Österreichs.

Nach mehrjährigen, sorgfältigen Restaurierungsarbeiten hat Schloß Hof seinen alten Glanz als Ort prachtvoller Feste und Veranstaltungen zurückerhalten und wurde 2005 neu eröffnet. Im Jahr 2010 hat es seine kunstvollen schmiedeeisernen Tore das erste Mal dem „Weihnachtsdorf" geöffnet, das sofort einen fulminanten Erfolg verzeichnen konnte.
Das Besondere daran ist, daß alle Gebäude und Plätze der weitläufigen Anlage in die weihnachtlichen Aktivitäten einbezogen sind, viele angelehnt an ihren authentischen, ursprünglichen Verwendungszweck.
An allen vier Advent-Wochenenden laden rund hundert sorgfältig ausgesuchte Aussteller zu einem besinnlichen Rundgang ein. Der Glanz einer imperialen Weihnachtsstimmung liegt über dem Arkadenhof, wo regionale und überregionale Aussteller edles Kunsthandwerk präsentieren. In den Prunkräumen der kaiserlichen Familie ist zu sehen, wie im Hause Habsburg Weihnachten gefeiert wurde. In der historischen Schreibwerkstatt können Kinder mit Federkiel und Tinte ihren persönlichen Wunschzettel an das Christkind schreiben.
Basteln oder Keksebacken im Küchentrakt, Ponyreiten, zahlreiche tierische Bewohner in den Barockstallungen, die sich über die Streicheleinheiten der Kinder freuen, sind Teile eines sinnvollen Kinderprogramms. In der lebenden Krippe blöken die Schafe wie weiland rund um den Stall von Bethlehem, und statt des einen originalen grauen Krippenesels sind es derer drei der seltenen weißen Rasse, die dem Christkind ihre Reverenz erweisen.
Handwerksmeister zeigen ihre alte Kunst, etwa Fritz Ebm in der Schauschmiede, der mit dem Verkaufserlös seiner geschmiedeten Kunstwerke die Lebenshilfewerkstatt in Baumgarten an der March unterstützt.
Über dem ganzen Areal schwebt der Duft von Lebkuchen, gebrannten Mandeln und Punsch, die nebst vielerlei anderen Schmankerln in der Genußmeile angeboten werden. Im barocken Festsaal laden hervorragende Ensembles mit Werken von Vivaldi, Corelli, Händel, Mozart ... Musikliebhaber zu musikalischen Höhenflügen ein. Die Freude der Erwachsenen und das Entzücken der Kinder belohnen das rundum stilvolle Angebot und bringen pralles Leben in das prächtige historische Gesamtkunstwerk.
Auch Prinz Eugen hätte seine Freude daran!
Traude Walek-Doby



Aus dem Inhalt

Förderpreis für ein bemerkenswertes literarisches Werk

„Angela Korb hat als junge Literaturwissenschaftlerin, Historikerin, Journalistin und Schriftstellerin bereits ein bemerkenswertes Werk vorzuweisen. Auf literarischem Gebiet war es zunächst vor allem ihre sensible, bis aufs Äußerste verdichtete deutschsprachige Lyrik, mit der sie sich einen Namen gemacht hat. Die Verleihung des Förderpreises an Angela Korb soll auch eine Ermunterung für eine hoffnungsvolle Nachwuchsautorin sein, den eingeschlagenen künstlerischen Weg fortzusetzen." Dies sagte Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall bei der Übergabe des Förderpreises des Donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg an Angela Korb, Mitglied des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und Künstler und Mitarbeiterin der Neuen Zeitung, am 1. Dezember im Haus der Donauschwaben in Sindelfingen.

Außerordentliche Sitzung der LdU über wichtige Themen

Eine außerordentliche Vollversammlung hielt die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen am 3. Dezember in Budapest. Grund dafür war, daß bei der Sitzung vor zwei Wochen die Entscheidung über die Gründung einer zweisprachigen Grundschule in Werischwar vertagt wurde (NZ 47/2011). Außerdem haben die Abgeordneten noch über das neue Nationalitätengesetz, über die parlamentarische Vertretung der Minderheiten sowie über die Richtlinien des ungarndeutschen Nationalitätenunterrichts diskutiert.

Neues Gesundheitszentrum in Nadasch eingeweiht - die Stimmung war getrübt

Helle, moderne Räume, aufwendige Wartezimmer und viele neue Dienstleistungen erwarten die Patienten ab Januar im Nadascher Gesundheitszentrum. Die ganze Kleinregion kann sich freuen, denn das Zentrum im Wert von 208 Millionen Forint steht sämtlichen Ortschaften der Umgebung offen. Doch die Freude über das neue Gebäude wird von den neuen Gesetzesplänen der Regierung überschattet.

Zu Gast im Totiser Museum

Am letzten Novemberfreitag machten die großen Kinder des Tarianer Nationalitätenkindergartens einen Ausflug nach Totis, in das ungarndeutsche Museum, aber unterwegs nahmen sie auch die Kinder in Augustin/Agostyán auf, um dann gemeinsam zu tanzen, zu spielen und zu basteln.
Nach der Ankunft in der alten Nepomuk-Mühle begann es gleich mit einem Kreisspiel. Man sah den „Schmied", „Braut und Bräutigam", den „Frosch", aber auch das „Krokodü". In den Kreis wurden auch die jüngeren Schüler der Kôkúti-Grundschule in Totis einbezogen. Als Besucher hatten wir Eltern, Großeltern aus Tarian sowie Interessenten aus Totis und die Elftkläßler des Eötvös-Gymnasiums.

Ödenburger Familien im Porträt: Die Tschürtz's

Bei einem Konzert in der evangelischen Kirche zu Ödenburg ist der Autorin aufgefallen, daß viele Bänke mit kupfernen Namensschildern versehen sind. In der Bank, in der sie saß, las sie den Namen Tschürtz E. Am folgenden Tag schlug sie das Telefonbuch auf und rief Nándor Tschürtz an. Es stellte sich heraus, daß besagte E. Tschürtz seine Großmutter war. Er war bereit, Auskunft über die Namensschilder in der Kirche und über seine Familie zu geben.
In Ödenburg waren noch vor dem Zweiten Weltkrieg 90 Prozent der Bevölkerung lutherischen Bekenntnisses. In der Kirche gibt es etwa 2500 Sitzplätze, doch einst war die Anzahl der Kirchgänger viel höher. Manche wollten sich Sitzplätze sichern bzw. immer auf demselben Platz sitzen, so mieteten Gläubige sozusagen gegen Erlös die Bänke, wodurch sie berechtigt waren, das Namenschild auf der Bank anzubringen.

Lust und Last einer schwierigen Geschichte

Den Herausgebern und Autoren von „Die Deutschen im Osten Europas" geht es um die mannigfaltige Chronik einer schwierigen Vergangenheit. Auf den ersten Blick scheint es nahezu unmöglich, ein Jahrtausend Geschichte auf gut 300 Seiten zu vermitteln, ohne oberflächlich zu werden. Doch das Kunststück gelingt. Das ist sowohl einer geschickten Akzentuierung der komplexen Materie als auch ihrer höchst anschaulichen Umsetzung etwa in Karten und zeitlichen Übersichten zu danken.

„Konfrontationen"

Maria Seisenbacher und Hermann Niklas (Foto) sind als Schriftsteller und Mitglieder der intermedialen Literaturgruppe „Wortwerft" in Wien tätig. In ihrem gemeinsamen Lyrikband „Konfrontationen" kommunizieren sie in Form von Antwortgedichten miteinander. Diesen Gedichtband stellte das Paar am 1. Dezember im Rahmen einer Autorenlesung am Germanistischen Institut der Fünfkirchner Universität vor.
Maria Seisenbacher arbeitet als Diplomsozialpädagogin und Schriftstellerin, zudem ist sie Herausgeberin der Literaturzeitschrift „Keine Delikatessen". Hermann Niklas ist Historiker und Gründer der intermedialen Literaturgruppe „Wortwerft". Die Österreicherin ist Lyrikerin aus Leidenschaft und ihr Partner bevorzugt eine Art fragmentale Prosa und Theater. Trotzdem hat das Liebespaar nach einigen eigenen Veröffentlichungen in Anthologien und literarischen Zeitschriften 2009 einen gemeinsamen Lyrikband herausgebracht, der Gedichte eines dreijährigen gemeinsamen Schaffens (2005 - 2008) enthält.

Tscholnok: Kapelle zu Ehren des Abschiednehmens Jesu' von Maria

Erblickt man Tscholnok von Dorog aus kommend und hat den letzten Hügel erklommen, fällt einem gegenüber nicht nur die Johannes-Nepomuk-Kirche auf, sondern auch ein schmuckes neues Häuschen, das am Fuße des Kalvarienberges, rechts von der ersten Station des Kreuzweges steht: Die Kapelle zu Ehren des Abschiednehmens Jesu' von Maria.

Balabalabala - Europeada 2012 in Berlin eingeläutet

Bala, Bala, Bala.... - davon hallte der Veranstaltungsort in der Landesvertretung des Freistaates Sachsen in Berlin bei der Auslosung der Gruppen für die EUROPEADA 2012 wider. Im Beisein von 100 Gästen wurde die Auslosung für die Fußballmeisterschaft der europäischen Minderheiten: die Europeada 2012, durchgeführt. 19 Mannschaften aus ganz Europa treten an, um dem Titelverteidiger aus Südtirol zu schlagen. Die Meisterschaft wird durch den Dachverband der europäischen autochthonen, nationalen Minderheiten, der FUEV, veranstaltet und findet 2012 vom 16. bis 24. Juni in Zusammenarbeit mit der Domowina - dem Dachverband der Lausitzer Sorben - statt. Die meisten teilnehmenden Mannschaften waren mit eigenen Vertretern nach Berlin angereist und gemeinsam mit einem großen Medienaufgebot verfolgten sie die Auslosung mit großer Spannung. Die Ungarndeutschen waren durch GJU-Geschäftsführerin Réka Kepes vertreten und werden hoffentlich bei der Fußball-Europameisterschaft der autochthonen, nationalen Minderheiten erfolgreich mitspielen.

Faszinierende Zeitreise

Die stimmungsvollen Fachwerkhäuser und Gassen von Esslingen dienen als wunderbare Kulisse für den Mittelaltermarkt und Weihnachtsmarkt, der als Highlight Touristenpilger regelrecht anzieht. Er wird auch als schönster und erlebnisreichster Weihnachtsmarkt Süddeutschlands apostrophiert, diese Adjektive werden durch die vielfältigen Programmangebote und zeitgenössischen Accessoires schnell bestätigt.


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