Gemeinsames Erbe fotografiert
Emotional sehr aussagekräftig
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18. November 2011
Zum 4. Mal lud das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum Budapest zum „Wettbewerb der Bilder - Blickpunkt 2011" ein. Fotografieren wir uns! - lautet der Aufruf, der die Chance bietet, Fotos über die Ungarndeutschen auf der Blickpunkt-Seite hochzuladen und tolle Geschenke zu gewinnen. Wie bisher gab es auch diesmal drei Kategorien: Aktuelle Fotos, aufgebesserte Archivfotos sowie selbstgemachte Postkarten konnten in das System hochgeladen werden.


Preisträger mit den Jurymitgliedern
und den Organisatoren des Blickpunkt-Wettbewerbs
Foto: Bajtai László

Die Ernte des jetzigen Wettbewerbs ergab 360 hochgeladene Fotos von 91 Wettbewerbsteilnehmern. Das Auswahlverfahren konnten die Nutzer der Homepage - 400 Gäste - durch ihre Abstimmung und Punktvergabe unterstützen, insgesamt wurden 30 726 Stimmen auf die Wettbewerbsfotos abgegeben. Mehr als 120.000mal wurden die Fotos eingesehen. Die endgültige Auswahl aus je 10 Kategorie-Siegerfotos traf die dreiköpfige Jury. 
Die Preisverleihung fand im stattlichen Gebäude der Kunsthalle statt, LdU-Geschäftsführerin Olivia Schubert hob in ihrem Grußwort die Möglichkeit der wissenschaftlichen Aufarbeitung des in Jahren gesammelten Fotomaterials hervor. Durch das Programm führte gekonnt Zentrum-Direktorin Monika Ambach. Die eingesandten Fotos wurden in einer Slideshow den zahlreich erschienenen Zuschauern gezeigt, die musikalische Untermalung bot Gábor Viczián. Anhand der aktuellen Fotos konnte ein Einblick in das vielfältige Kulturleben der Ungarndeutschen geboten werden: Porträtfotos, Fotos von Kirchen, Friedhöfen, Kapellen, Tanzgruppen widerspiegeln die Aktivitäten der ungarndeutschen Gemeinschaften. Viele Postkarten wurden auch thematisch erstellt: Bekleidung, Traditionen, Ortschaften werden durch diese Montagen lebendig. Das besonders wertvolle Material der Archivbilder dokumentiert die Vergangenheit der Dorfgemeinschaften und deren Lebensweise; hervorzuheben ist, daß bei dem wettbewerbsreifen Material viele Gebiete des Landes abgedeckt werden.
Außer den drei Hauptpreisen in jeder Kategorie wurden auch Sonderpreise überreicht, die Zeitschrift Barátság und das Wochenblatt der Ungarndeutschen, die Neue Zeitung, veröffentlichen die Fotos der Sonderpreisträger. Auch im Deutschen Kalender 2012 werden auf dem farbigen Deckblatt die Leser eine kleine Kostprobe aus dem Wettbewerbsmaterial bekommen. Das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum hat auch in diesem Jahr mit Hilfe der Jury aus dem eingesandten Material die Fotos für den Blickpunkt-Kalender 2012 bestimmt, dieser kann beim Zentrum bestellt werden.


Die Fotos sind emotional sehr aussagekräftig und weckten in vielen der Teilnehmer und der Zuschauer Kindheitserinnerungen. Es lohnt sich, die Fotos anzuschauen, denn diese sind Teil des kulturellen Erbes der Ungarndeutschen.
A. K.



Aus dem Inhalt

Angela Korb erhält Förderpreis des Donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg

Die Jury zur Vergabe des Donauschwäbischen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg hat die Preisträger für den im Bereich Literatur und Literaturwissenschaften ausgeschriebenen Kulturpreis des Jahres 2011 ermittelt. Der mit 5.000 Euro dotierte Hauptpreis wird an den in Neusatz in der Autonomen Provinz Vojvodina, Serbien, lebenden Schriftsteller und Enzyklopädisten Tomislav Ketig vergeben. Mit einer Ehrengabe für sein Gesamtwerk, in Höhe von 2.500 Euro, wird der in Lowrin im rumänischen Banat geborene Schriftsteller Richard Wagner ausgezeichnet. Richard Wagner hat Rumänien 1987 verlassen und lebt heute als freier Schriftsteller in Berlin. Einen mit 2.500 Euro dotierten Förderpreis für Nachwuchskünstler erhält die in Budapest lebende NZ-Mitarbeiterin Angela Korb.
„Ich freue mich über die Entscheidung der Jury. Die Preisträger sind Künstler, die mit ihren Werken bedeutende, individuelle Zeugnisse donauschwäbischer Kultur geschaffen haben", sagte der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall am 14. November in Stuttgart.


Kutsche, Wein und geschmückter Baum

Gutgelaunte junge Tänzer, in Hüten mit Schleifen, versammelten sich am Samstagmorgen, um einen Baum zu fällen, zu schmücken und zu stellen. Vor dem Kulturhaus besprach die 15köpfige Mannschaft, Burschen im Alter zwischen 14 und 25 Jahren, wie nun der Tag ablaufen soll. Sie hüpften auf die Kutsche und in Begleitung von Akkordeonmusik zogen sie kreuz und quer durch die Stadt, winkten jedem zu und sammelten Wein für den Abend. In ein kleines Faß schütteten sie den Neuwein zusammen und ließen ihn beim Ball am Abend jeden kosten. Auch bei Bürgermeister Árpád Potápi schauten sie vorbei, um Wein zu verlangen. Der meinte, es sei sehr positiv, daß die Jugend von Bonnhard bemüht ist, die alten Traditionen zu pflegen, und das auch noch so gutgelaunt tue.


So bleiben wir in Verbindung

Emma Ináncsi, Kindergärtnerin in Wetschesch schreibt: Wir haben an der Pädagogischen Hochschule „Benedek Elek" in Ödenburg von 1996 bis 1998 das Deutsche Nationalitätenfach für Kindergärtnerinnen studiert. Unsere Gruppe war die erste, die dieses Fach absolviert hat. Viele schöne Erlebnisse haben wir von dieser Zeit. Bei uns ist es üblich, jedes Jahr ein „Klassentreffen" zu machen und zwar jeweils in einem anderen Ort. So bleiben wir nicht nur in Verbindung, sondern lernen auch unsere Heimat besser kennen. Wir waren schon in Taks, Werischwar, Budapest, Wetschesch, Kirne und in diesem Jahr am 5. und 6. November bei unserer Deutschlehrerin in Kier.


Andreas Nánai ausgezeichnet

Im Rahmen eines ungarndeutschen Kulturprogramms wurde am 12. November in Hartau/Harta der Preis "Für das Ungarndeutschtum im Komitat Bács-Kiskun" an Andreas Nánai (1923) übergeben. Die Auszeichnung kann an jene Bürger verliehen werden, die herausragende, wertvolle, selbstlose Arbeit für den Erhalt des Ungarndeutschtums im Komitat, für die Pflege seiner Kultur, Sprache und Traditionen geleistet haben. In seiner Laudatio würdigte Josef Manz, Vorsitzender des Verbandes der Ungarndeutschen Selbstverwaltungen des Komitats Batsch-Kleinkumanien, die Tätigkeit des Ausgezeichneten und wies u. a. auf seine wichtige Rolle bei der Schaffung der reichen ortsgeschichtlichen Sammlung in Hartau hin.


In E-Mails schilderten Eltern die Begeisterung der Kinder

Die Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher (GJU) veranstaltete auch 2011 eines ihrer beliebtesten Programme, das Kreativitätslager in Nadasch. Jedoch anders im Vergleich zu den Vorjahren waren der Termin des Camps und die Altersgrenzen. Das Camp fand nicht wie üblich im Sommer, sondern in den Herbstferien, und zwar vom 2. bis 6. November, statt. Da die GJU feststellen mußte, daß das Lager nicht mehr von Gymnasiasten besucht wird, wurde die Altersgrenze heruntergesetzt und Kinder zwischen 9 - 15 Jahren eingeladen. Die Idee mit jüngeren Kindern erwies sich als sehr effektiv, es kamen insgesamt 31 Kinder aus verschiedenen Komitaten des Landes. Viele waren aus Boschok und Saar, es gab aber auch Teilnehmer aus Nadwar und sogar aus Tekele. Das Programm bestand wie jedes Jahr aus verschiedenen Workshops, Spielen, Rallyes und Wettbewerben.


Unternehmen, Kultur, Verbürgerlichung
Gustav-Heckenast-Gedenkausstellung

Vor 200 Jahren, am 2. September 1811, wurde der Buchverleger Gustav Heckenast geboren. Er war der Eigentümer der legendären Druckerei Landerer-Heckenast, mit der sich ein wichtiges Kapitel der Geschichte des Buch- und Pressewesens in Ungarn verbindet. Aus diesem Anlaß hat die Széchényi-Nationalbibliothek in Budapest unter der fachlichen Leitung der Werkstatt „19. Jahrhundert" der Forschungsgruppe Res libraria Hungariae an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften eine interaktive Ausstellung zum Gedenken an die Galionsfigur des ungarischen Verlagswesens veranstaltet.
Feierliche Eröffnung am 18. November im 15 Uhr im Festsaal der Széchényi-Bibliothek im 6. Stock. Die Ausstellung ist bis zum 30. März 2012 geöffnet.


Kleinmarosch - Schwäbische Museale Sammlung

Im Rahmen der Neubesiedlung des Donauraumes kamen unsere Ahnen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts aus deutschen Gebieten nach Kleinmarosch, an das Donauknie am Fuße des Pilsner-Gebirges. Die Siedler bildeten lange eine geschlossene Bevölkerungsgruppe. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts bewahrten sie ihre Muttersprache vollständig, bis 1945 nur noch teilweise. In der Schule hielt man den Unterricht in zwei Sprachen, Ungarisch und Deutsch.

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