Deutsch sprechen mit den Kindern und zweisprachig die Kinder erziehen -
dieses Thema stand auch dieses Jahr im Mittelpunkt des
Familienwochenendes (28. -31. Oktober), organisiert vom Verein
Ungarndeutscher Kinder (VUK). Singen, Basteln, Spaß haben für Kinder
sowie viele nützliche Informationen für Erwachsene - so wurde die
dreitägige Veranstaltung in Zalakaros in einem Wellness-Hotel gestaltet.
Pyjamaparty mit Modeschau Foto: Tamás Radnai
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Sehr musikalisch ging es beim VUK-Familienwochenende zu: gemeinsames Singen und Musizieren waren feste Bestandteile des Programms. Außerdem konnten die Kinder spielen, Laternen sowie Kürbisköpfe basteln und Filzstoff herstellen. Gut bewährte Programme wie der Familienwettbewerb (diesmal im Freien) und der große Flohmarkt für deutsch erziehende Eltern sind bereits ein Muß. Neu war dieses Jahr eine Pyjama-Party mit Modeschau für die Kleinen. Es sei nicht leicht, mit dem Kind konsequent Deutsch zu sprechen - sagen viele Eltern, doch genau solche Erfahrungsaustausche helfen, Kraft zu schöpfen. Das ist das grundlegende Ziel des Vereins, erklärte VUK-Vorsitzender Stefan Segner. Die in der Familie gesprochene Sprache sei der stärkste Pfeiler für die ungarndeutsche Identität. Finanziert haben das Familienwochenende das deutsche Bundesministerium des Innern und das Haus des Deutschen Ostens in München. Bereits zum 9. Mal fand das Programm statt. Der Höhepunkt des Familienwochenendes war ein Laternenumzug durch Zalakaros, natürlich mit den selbstgebastelten Lampions. krz
Aus dem Inhalt
Musikfeste mit dem Landesrat
Am ersten Novemberwochenende konnten sich Nord und Süd über Blasmusik freuen. Der Landesrat der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen lud am Samstag zur Familienmusik nach Nadasch und am Sonntag zum Treffen der Schwabenkapellen nach Hartian ein.
Deutsche Bühne Ungarn - unklare finanzielle und Trägerschaftsverhältnisse Staatssekretär Szászfalvi für ein neues Finanzierungssystem für Nationalitäten
Ab 2012 befindet sich die Deutsche Bühne Ungarn (DBU) nicht mehr in gemeinsamer Trägerschaft der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) und des Komitats Tolnau. Die von den Komitaten getragenen Institutionen kommen zu den zuständigen Regierungsämtern (sprich: Verstaatlichung). Deswegen ist es unklar, wie es mit der DBU weitergeht.
Als der Mensch und die Natur noch im Mittelpunkt standen: Kukuruzschälen
In der Veranstaltungsreihe „Zu Gast im Museum" gastierte im Oktober der Rentnerklub des Tarianer Freundeskreises mit der lustigen Darstellung des Kukuruzschälens im Ungarndeutschen Museum in Totis. Auf dem Gang des Bauernhauses war der Kukuruzhaufen abgeladen worden, die Weiber hatten sich Kopftuch und Schürze umgebunden und jede ihren kleinen Stuhl mitgebracht. Sie machten einen Kreis um den Kukuruz und begannen mit der Arbeit und mit dem Erzählen, wie früher, so vor 30 bis 40 Jahren. Man hörte lustige Geschichten über Liebe, Arbeit, geschickte und tollpatschige Leute, aber auch über diese besonders vielseitige Pflanze, den Kukuruz, hörten wir, und daß jeder Pflanzenteil sorgfältig verwendet wurde. Die Teilnehmer bekamen eine runde Geschichte über die Erntezeit des Kukuruz, die immer im Spätherbst war und wo groß und klein mitgemacht hat.
Revitalisierte Feste der Ungarndeutschen und Wallfahrten der Vertriebenen in Deutschland
Erika Tempfli, ifa-Kulturmanagerin im Haus der Ungarndeutschen in Budapest, konnte am 3. November zwei wissenschaftliche Mitarbeiter des Freiburger Johannes-Künzig-Instituts für ostdeutsche Volkskunde begrüßen, die je einen interessanten Vortrag hielten. Csilla Schell stellte in ihrem Vortrag ein Datenbankprojekt über neue und revitalisierte Feste der Ungarndeutschen vor. Prof. Dr. Michael Prosser-Schell forscht über Wallfahrtsveranstaltungen der Ungarndeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg.
Der ewig Unfaßliche: Zum 200. Todestag des Heinrich von Kleist
Es ist das Jahr 1799. Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist (Bild) schreibt „einem seiner Freunde, der sich umzubringen versucht hat, und verurteilt den Selbstmord als Feigheit". So zumindest berichtet es der Mitbegründer des Surrealismus, Louis Aragon, im Vorwort zu einer Übersetzung des „Michael Kohlhaas" ins Französische. Nur zwölf Jahre später werden die Leichen Henriette Vogels, der Ehefrau des Schatzmeisters der Brandenburgischen Landesbrandversicherungsanstalt, und eben jenes Heinrich von Kleist am Stolper Loch am Ufer des Wannsees entdeckt.
Wörterbuch der Ungarndeutschen Mundarten - Forschungsgegenstand Regionalliteraturen
An der Loránd-Eötvös-Universität in Budapest ist es schon zur Tradition geworden, im Monat der Wissenschaft (November) eine Woche der deutschsprachigen Kultur zu widmen, um den Studierenden und Interessenten auch außerhalb der Lehre facettenreiche Aspekte der Germanistik aufzuzeigen. In diesem Jahr stand die Schweiz im Mittelpunkt. Vom 7. bis zum 11. November erwarteten interessante Vorträge, Buchpräsentationen, Workshops die Besucher der Kulturwoche. Der Montag stand im Zeichen der ungarndeutschen Forschung.
Wechsel bei der GJU
Monika Sax nahm Abschied als GJU-Geschäftsführerin und wird im Büro des DAAD in Budapest arbeiten. Ihre Stelle nimmt Réka Kepes ein. In der NZ erscheint der Abschiedsartikel von Monika Sax und ein Gespräch mit der neuen Geschäftsführerin, der wir erfolgreiche Arbeit wünschen. Als Abschiedsgeschenk erhielt Monika Sax einen Kugelschreiber mit den eingravierten Buchstaben GJU.
Sächsische Kirchenburgen in Siebenbürgen
Auf dem Gebiet zwischen Mediasch, Schäßburg, Kronstadt und Hermannstadt haben die Siebenbürger Sachsen im 14. bis 16. Jahrhundert eine Reihe von stolzen Kirchenburgen gebaut. Diese Festungen bergen bis heute Kunstschätze mehrerer Epochen: mittelalterliche Freskenreste oder Steinreliefs ebenso wie spätere bemalte Holzeinrichtungen. Die Wissenschaft begann erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, sich um diese Denkmäler zu kümmern, und um 1900 hat das Ethnographische Museum in Budapest die Koordinierung dieser Arbeit langsam übernommen. Besonders die Zeichenlehrer aus der Provinz haben an Ort und Stelle diesbezüglich enorme Leistungen vollbracht. Ihre Aquarelle, Zeichnungen, Fotografien oder Beschreibungen wurden im Museumsdepot gesammelt und bis heute sorgfältig aufbewahrt. Aus diesem eigenen Material hat Kuratorin Zsuzsanna Tasnádi eine interessante Auswahl für das Publikum zusammengestellt, die bis 18. März 2012 zu besichtigen ist.
Egred - Arnold-Haus
Egred, eines der am schönsten gelegenen Dörfer der Branauer Hügellandschaft liegt 22 Kilometer südlich von Bonnhard im Tal der heiligen Jungfrau, am Fuße des Fünfkirchner Gebirges. Die Gegend war bereits in der Römerzeit besiedelt, und eine Schrift aus dem Jahr 1554 erwähnt das Dorf schon als „Egregy". In der Türkenzeit war die Ortschaft bewohnt geblieben. Deutsche Siedler ließen sich Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts hier nieder. Die Schönheit der Landschaft bezauberte zahlreiche Gelehrte und Schriftsteller. In der Nähe von Egred beginnt der berühmte Roman „Die Sterne von Erlau" von Géza Gárdonyi, aber auch die sich in der Nähe erhebende Máré-Burg kann man als Endstation einer angenehmen Wanderung gerne empfehlen. Die volkskundlichen Schätze der Ortschaft wurden unter der Leitung der Lehrerin Frau Csernavölgyi vom Ortskunde-Fachzirkel bereits vor 40 Jahren gesammelt. Zuerst wurde in der alten Schule eine Ausstellung eingerichtet und erst 1997 kam die Sammlung in das Arnold-Haus.
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