Am 17. Oktober früh am Morgen stiegen die Mitglieder der Theatergruppe PaThalia aus Werischwar und der Kulturellen Offensive aus Budapest in den Bus, um nach Seksard zu fahren und dort die Bühne eines richtigen Theaters zu betreten. Die Gruppen des Werischwarer Friedrich-Schiller-Gymnasiums und des Deutschen Nationalitätengymnasiums Budapest verdienten sich diese Auftrittsmöglichkeit durch ihre Leistung beim Landestreffen der Laientheatergruppen der deutschen Gymnasien in Ungarn.
Die Mitglieder der Theatergruppe „Kulturelle Offensive" des Deutschen Nationalitätengynasiums Budapest vor dem Gebäude der DBU in Seksard und der Auftritt der PaThália in der DBU
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Die jungen SchauspielerInnen und ihre Gruppenleiterinnen Gyöngyi Meszlényi-Bodnár und Fanni Mária Örkényi wurden herzlichst erwartet, das technische Personal des Theaters war ihnen behilflich. Die Deutsche Bühne Ungarn ist ein wunderschönes, freundliches, gemütliches Theater, ausgestattet mit allem, was ein richtiges Theater braucht und was eine Laientheatergruppe nur bei solchen Gelegenheiten hautnah erleben kann: Licht, Ton, Kulissen: Ein echtes Geschenk! Und was konnten die Theatergruppen dem eingeladenen Publikum bieten? Zwei ganz unterschiedliche Stücke: PaThalia trat mit einer selbstgeschriebenen Geschichte über Vampire mit sehr viel Humor und Phantasie auf. Das Stück „Sarah und die Vampire" zeigt, daß Liebe keine Grenzen kennt. In einem großartigen Finale tanzen Vampire und Menschen im Kulturhaus (Bierstube) ohne Hemmungen miteinander. Die Kulturelle Offensive brachte das Stück „Marat - Sade" von Peter Weiss mit. Es verdeutlicht, daß die totale Unterdrückung der Menschen nicht verwirklicht werden kann und unvermeidlich zum Aufruhr führt. Die SchülerInnen spielten das Stück mit viel Kraft und Empathie. Die Spannung stieg von Minute zu Minute, bis sie fast unerträglich wurde und notwendigerweise zu Aggression und Chaos führte. Abschließend bleibt festzuhalten, daß nicht nur das Spielen in einem richtigen Theater das Geschenk war, sondern auch die neuen Freundschaften, Bekanntschaften, die zwischen den Schülern der beiden Theatergruppen während des gemeinsamen Abendessens und im Bus auf dem Heimweg geschlossen wurden. F.M.Ö.
Aus dem Inhalt
Unterrichtshilfen aus Österreich zum effektiven Deutschunterricht
Interessante, einschlägige Referate und vielseitige, im Deutschunterricht gut brauchbare Materialien wurden den Teilnehmern am Österreich-Tag unter obigem Thema am 21. Oktober in Budapest geboten, der vom Bund Ungarndeutscher Schulvereine in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Kulturforum im Salon des ÖKF veranstaltet wurde. Den rund 60 Teilnehmern blieb auch genügend Zeit zur Diskussion im Plenum bzw. in den Pausen untereinander. „Die Veranstaltung war deshalb besonders gut, weil wir viel über Österreich erfahren haben, das wir sehr gut in den Unterricht einbauen können, denn über Österreich haben wir - im Gegensatz zu Deutschland - viel weniger Material", urteilte eine Teilnehmerin nach Abschluß der Tagung.
Kulturstaatsminister Bernd Neumann ist „Doctor et Professor Honoris Causa" der Universität Fünfkirchen
Auf einem Festakt in Fünfkirchen ist am 21. Oktober dem deutschen Kulturstaatsminister Bernd Neumann von der Universität Fünfkirchen die Würde eines „Doctor et Professor Honoris Causa" verliehen worden. In seinem Vortrag aus Anlaß der Verleihung unterstrich Bernd Neumann den besonderen Stellenwert der deutsch-ungarischen Kulturbeziehungen und die große Bedeutung ungarischer Kulturschaffender für Europa.
Urgroßmutters Küche lebt weiter!
Dieses Jahr meldeten sich 31 Gruppen zum V. Hefeknödel-Festival in Gereschlak/Geresdlak an, unter ihnen auch die Nimmescher Deutsche Selbstverwaltung, ergänzt um Zsuzsanna Rozmer, um mit ihrer Kochkunst - das Erbe der deutschen Vorfahren - zu glänzen. Schon Wochen davor fingen wir mit der Vorbereitung an. Unsere Gruppe machte sich Gedanken darüber, wie wir unser Hefeknödelrezept noch verfeinern könnten. Es fand auch ein Probekochen statt unter der Leitung von Frau Muth aus Lak. Die Arbeit hat sich gelohnt, das Ergebnis beim Festival war hervorragend!
BILKIG in Drassburg und Agendorf
Die Abschlußveranstaltung des Projekts BILKIG fand am vergangenen Freitag im Kindergarten „Sonnenschein" in Agendorf statt. Die burgenländische Gemeinde Drassburg und Agendorf in Ungarn haben im Jänner 2007 ein grenzüberschreitendes Projekt auf den Weg gebracht, das die zweisprachige Bildung und Erziehung von Kindern in den Mittelpunkt stellte. Die Kinder sollen im Rahmen des Projektes die Mehrsprachigkeit der Region kennenlernen und sich dadurch Anregungen für Akzeptanz von Mehrsprachigkeit und den eigenen Zweitspracherwerb holen. An dem Projekt beteiligten sich eine Kindergärtnerin aus Österreich, die auch Ungarisch spricht, sowie eine deutschsprechende Kindergärtnerin aus Ungarn. Zweimal in der Woche ging die ungarische Kindergärtnerin nach Drassburg und beschäftigte sich mit den größten Kindern - umgekehrt kam ihre österreichische Kollegin zweimal pro Woche nach Agendorf.
Diese frechen Ausländer
Vielleicht war es das erste Mal mit dem Wein. Als die ersten ungarischen Winzer begannen, sich nicht mehr dafür zu schämen, was sie uns in den Jahrzehnten des real existierenden Sozialismus zusammenpanschten, und plötzlich verlangten, daß ein jeder irreale Summen für eine Flasche Wein bezahlen möge. Sofort stand der Erzfeind fest: der freche, unverschämte ausländische Wein, der sich auf den Regalen zu einem Niedrigpreis anbot und sich erlaubte, oft besser zu schmecken als die Produkte der einheimischen Winzer. Wir erfuhren, daß die ehrliche Arbeit der einheimischen Macher durch die wertlosen Billigprodukte der Ausländer in Nachteil geraten ist. Ungarische Qualität stand gegen ausländischen Mist.
Matei Ion Hoffmann ist neuer deutscher Botschafter in Budapest
Der neue deutsche Botschafter Matei Ion Hoffmann, übergab am Montag Staatspräsident Pál Schmitt sein Beglaubigungsschreiben. Der aus Bukarest stammende Botschafter vertrat vorher Deutschland in Algerien.
Partnerschaft Bautzen Tolnau vertieft
Die Beziehungen der 1000jährigen Stadt Bautzen in der Oberlausitz zu Ungarn reichen bis ins Mittelalter zurück. Darauf aufbauend kam es 1993 in Seksard zur feierlichen Unterzeichnung eines Partnerschaftsvertrages zwischen dem Landkreis Bautzen und dem Komitat Tolnau. Regelmäßig finden Besuche mit Erfahrungsaustauschen des Kreistages und der Komitatstages im jeweiligen Partnerland sowie zahlreiche Aktivitäten statt. So auch vorige Woche, als Landrat Michael Harig mit einer 37 Mann starken Delegation in der Tolnau war.
Holz & Dichtung: „Urkern" - Antal Dechandts Werke im HdU
Was Dichter in Versen tun, vollbringt Antal Dechandt durch Holzskulpturen. Der Nadascher Bildhauer und VUdAK-Mitglied stellt nun seine Holzskulpturen und -objekte im Budapester Haus der Ungarndeutschen aus. Die prachtvolle Schau zeigt Dechandts neukonstruiertes Naturverständnis - Lebendigkeit, Energie machen seine Kunstwerke zu philosophischen Erzählgestalten.
Tibor Budahelyis öffentliche Skulptur in Schorokschar
„Kann man ein Prophet im eigenen Land sein?" - diese Frage diente für Kunsthistoriker Ernô P. Szabó als Rahmen für seine Ausführungen bei der Einweihung von Tibor Budahelyis Skulptur „Millenniumssignal I." in Schorokschar. Der Munkácsy- und Béni-Ferenczy-Preisträger, VUdAK-Mitglied Budahelyi wohnt seit vielen Jahrzehnten im XXIII. Bezirk Budapests, am 20. Oktober ist nun die erste öffentliche Skulptur von ihm im Bezirk eingeweiht worden.
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