Es war ein herrlich sonniges Wetter - für Bayern zu dieser Jahreszeit eher ungewöhnlich warm -, die seit einer Woche anhaltende Warmfront schien ein göttliches Geburtstagsgeschenk zu sein. In einem Königsdorfer Lokal auf der alten Landstraße Richtung Italien kamen geladene Gäste aus den Geretsrieder Landsmannschaften zum Geburtstagsfest des Vorsitzenden der Südostdeutschen Landsmannschaft Hans Schmuck zusammen…
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Ein runder Geburtstag war der Anlaß. Der aus Atscha/Vértesacsa stammende Ungarndeutsche beging das Fest gemeinsam mit seinen Landsleuten. Eine Woche zuvor feierte er im Kreise seiner Familie. Am 10. September wurden Glückwünsche und Geschenke von zahlreichen Organisationen aus Geretsried, seiner jetzigen Heimat in Bayern, übergeben. Hans Schmuck habe ich 2006 im Haus des Deutschen Ostens in München nach einer gemeinsamen Lesung mit Koloman Brenner, Robert Becker und mir kennengelernt. Er war sehr aufgeschlossen gegenüber ungarndeutscher Literatur und Kunst allgemein. Bei Ungarn- bzw. Deutschlandaufenthalten haben wir uns immer wieder getroffen. Durch eine Einladung der Ortsgruppe Geretsried der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn Landesverband Bayern zu einem Gespräch und Lesung sowie bei gemeinsamen Ausflügen mit der Trachtengruppe und den Landsmannschaften bin ich immer mehr Landsleuten in Geretsried begegnet. Hervorheben kann ich die freundliche Aufnahme und das rege Interesse an aktuellen Geschehnissen in Ungarn. Nun trat ich auch in den vertrauten Kreis der Gäste - Gespräche über Projekte, Strategien für das Einbinden der Jugend in die landsmannschaftliche Arbeit verbinden über Grenzen hinweg. Der Nachwuchs ist auch in der aktuellen Diskussion der Ungarndeutschen der springende Punkt. Hans Schmuck mußte mit 15 Jahren mit seiner Mutter und seiner Schwester Atscha verlassen. Die Familie ließ sich im Raum Stuttgart nieder. Er absolvierte eine Lehre in der Textilindustrie und besuchte in Neumünster eine Ingenieurschule. In Kiel hat er in einer Spinnerei seine Tätigkeit begonnen, hier hat er auch seine künftige Ehefrau Karin kennengelernt. Später war er Betriebsleiter in Rheda-Wiedenbrück. 1971 zog die Familie - sie haben zwei Töchter - nach Geretsried, in der Wolfratshauser Firma Burgmann hat er 25 Jahre lang gearbeitet und wurde Betriebsleiter. Nach seiner Pensionierung hat er sich landsmannschaftlich und politisch engagiert, seit 1998 ist er Stadtrat in Geretsried. Zu seinen Hobbys gehören Tennis, Wandern und Städte-Trips in Europa, die die Schmucks seit Jahrzehnten unternehmen. Natürlich sind sehr oft Ungarnbesuche auf der Tagesordnung, Budapest, Atscha und der Plattensee gehören zu den meistbesuchten Orten. Auch Karin Schmuck ist in die landsmannschaftliche Arbeit eingebunden und kennt Ungarn und das Ungarndeutschtum sehr gut. Hans Schmuck ist eifriger Neue-Zeitung-Leser, auch die Landsleute in Geretsried reichen die Zeitung unter sich weiter und sind über aktuellen Veranstaltungen, Programme, Initiativen und Geschehnisse des Ungarndeutschtums in Ungarn durch und durch informiert. Der LDU-Vorsitzende spricht über seine Verbundenheit zu Ungarn durch seine zwei Sprachen, schöne Erinnerungen, Erlebnisse aus der Kindheit werden immer wieder im vertrauten Kreise heraufbeschworen. Geretsried hat eine rege Partnerschaft zu Pußtawam/Pusztavám, woher viele Landsleute stammen. Trotz seiner 80 Jahre möchte Hans Schmuck weiterhin mit Engagement und Einsatz dabeisein. Auch im Namen der Neuen Zeitung wünschen wir gute Gesundheit und weiterhin viel Erfolg für Deine zukünftigen Projekte, lieber Hans. Bleibe uns und dem Ungarndeutschtum - das Du immer gefördert und bereichert hast -, ganz lange erhalten! Angela Korb
Aus dem Inhalt
Erschreckend niedrige Schülerzahlen in manchen ungarndeutschen Gymnasien
Die Zahl der Schüler in den ungarndeutschen Gymnasien ging drastisch zurück. Im traditionsreichen Klara-Leôwey-Gymnasium in Fünfkirchen absolvierten vor sechs Jahren fast 100 Schüler die drei Klassen der ungarndeutschen Abteilung. In diesem Schuljahr sitzen in der einzigen ersten Klasse 28 Schüler, dabei wurden alle Bewerber aufgenommen. Die Leiterin der ungarndeutschen Abteilung Ágnes Hertrich sieht mehrere Gründe für das Ausbleiben der Schüler. Der demographische Rückgang betrifft selbstverständlich auch die Nationalitätenschulen. Die Eltern bevorzugen immer öfter die englische Sprache statt Deutsch.
LdU-Vollversammlung: Schlechte Aussichten für ungarndeutsche Schulen 2012
Die finanzielle Situation und die Aussichten für 2012, das neue Minderheiten- und Bildungsgesetz sowie die Volkszählung waren die wichtigsten Themen auf der Vollversammlung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) am 17. September in Budapest.
Die Budapester Andrássy Universität ist Teil des internationalen Universitätsnetzwerks für Politische Kommunikation
Das Land Niederösterreich setzt seinen Weg bildungspolitischer Innovationen fort. Auf Initiative von Landeshauptmann Erwin Pröll wurde am 14. September im Sankt Pöltener Landhaus der Vertrag für netPOL (http://netpol.at) unterzeichnet. Dieses Netzwerk für Politische Kommunikation stellt als Zusammenarbeit von Universitäten aus vier Ländern, darunter auch die deutschsprachige Andrássy Universität in Budapest, ein Novum dar.
145 Jahre Feuerwehr in Ödenburg
Das 145jährige Bestehen der Feuerwehr in Ödenburg wurde am vergangenen Freitag gefeiert. Aus der Feuerwehrkaserne ging ein fröhlicher Umzug von Feuerwehrmännern los, angeführt vom städtischen Blasorchester. Die erste Station des musikalischen Umzugs war beim einstigen Wohnhaus von Friedrich Rösch in der Neugasse 13, wo Parlamentsabgeordneter Mátyás Firtl und Feuerwehrkommandant Zsolt Csuka an der Gedenktafel des 1832 in Reutlingen (Württemberg) geborenen hervorragenden Pädagogen gemeinsam einen Kranz niederlegten. Unter der Mitwirkung von Friedrich Rösch wurde am 26. April 1866 der erste Turn- und Feuerwehrverein in Ungarn gegründet. Er stand der Ödenburger Feuerwehr von 1866 bis 1911 vor. Die Gedenkfeierlichkeiten gingen dann am Denkmal an der Mauer des Cézár-Kellers in die zweite Runde - 1783 wurde dort Károly Kôszeghi-Mártony geboren. Der Militäringenieur und Wissenschaftler erfand das erste mit Druckluft funktionierende Beatmungsgerät, das als Grundlage für die heutige Notfall-Ausrüstung von Tauchern, Bergwerkrettung und Feuerwehr diente.
Theresia Lunczer gestorben
Die aus Tarian stammende Deutsch- und Geschichtslehrerin, Leiterin des Deutschen Nationalitätenklassenzuges im Kossuth-Gymnasium in Pestelisabeth, später Mitbegründerin und stellvertretende Direktorin des selbständigen Budapester Deutschen Nationalitätengymnasiums sowie Direktorin dessen Schülerheimes ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Beigesetzt wird sie am 24. September um 16 Uhr in ihrem Heimatdorf Tarian.
Juliane Baldy - die neue Schauspielerin bei der DBU
Juliane Baldy (Foto) spielte in Berlin bisher die Natalia in Kleists Prinz von Homburg, und auch Revuen stehen ihr nahe. Die Saison bei der Deutschen Bühne in Seksard begann sie als Dorothy im Familienmusical „Der Zauberer von Oz". Die 26jährige Schauspielerin beendete ihre Ausbildung vor einem Jahr. NZ befragte sie.
50 Jahre „Suevia Pannonica" Vereinigung Ungarndeutscher Akademiker e. V.
Auch das 91jährige Mitglied Dr. Heinrich Christ aus Göttingen/Varsád konnte der Vorsitzende der „Suevia Pannonica" Dr. Johann Till am 10. September im Ungarndeutschen Heimatmuseum in Backnang (Baden-Württemberg) begrüßen. Nach dem Bericht des Vorstandes wurde über die Aufgaben diskutiert. Der Schriftleiter des „Archivs der Deutschen aus Ungarn" Rudolf Fath berichtete, daß in Kürze ein Doppelband erscheinen wird. Nach dem Finanzbericht der Geschäftsführenden Vorsitzenden Katharina Eicher-Müller folgte der Festvortag des Vorsitzenden, der sich mit der Geschichte der deutschen studentischen Bewegung in Ungarn bis 1945 beschäftigte.
Bad Tölz und der Tegernsee
Bad Tölz ist als Heilbad und durch den "Bullen von Tölz" - der Krimiserie mit Ottfried Fischer - bekannt. Die Nähe zu München (50 km) macht die Stadt zum reizvollen Urlaubsort in Oberbayern. Der Name Tölz tauchte urkundlich erstmals 1180 auf, förmliches Marktrecht (Bannmarkt, Recht auf Bürgeraufnahme) bekam Tölz 1331 durch Kaiser Ludwig den Bayern verliehen. Im 13. und 14. Jahrhundert entstanden Handwerksbetriebe, u. a. Kalkbrennerei und Flößerei. Tölz verdankte sein Aufblühen dem praktischen und billigen Beförderungsmittel Floß. Neben der Flößerei war vom 16. bis 18. Jahrhundert das Braugewerbe von besonderer
Spaß und Lernen konstruktiv verbinden, Mehrsprachigkeit und Wissen fördern
Ein Arbeitsgruppentreffen der Jugend Europäischer Volksgruppen (JEV) fand vom 14. bis 18. September In Rechberg/Rebrca statt. Seitens der GJU haben Tamás Balla (Mitglied der Arbeitsgruppe Erweiterung), Éva Pénzes (Geschäftsführerin JEV) und Petra Törteli (Kommissarin für Erweiterung) teilgenommen. Das Treffen wurde von der slowenischen Minderheit in Österreich organisiert. In der Arbeitsgruppe Erweiterung haben wir uns über Wege Gedanken gemacht, wie man mehr junge Leute motivieren könnte, sich als Freiwillige zu engagieren. Da wir alle in der einen oder anderen Form Freiwillige sind und uns das sehr viel Spaß macht, möchten wir es natürlich sowohl auf lokaler als auch darüber hinaus fördern.
Neusiedler See - das Meer der Wiener
Unter diesem Titel ist eine attraktive Ausstellung in der österreichischen Hauptstadt zu sehen. Der Slogan „Meer der Wiener" entstand in den 1920er Jahren als Erfindung der burgenländischen Tourismuswerbung (siehe das Plakat von Eduard Adrian Dussek aus dem Jahre 1927). Seitdem zog das größtenteils österreichische Grenzgewässer viel mehr Ausflügler, Badelustige und Segler aus Wien an (wie die Postkarte mit „Schlangenreissen" auf dem zugefrorenen See - 1930 oder das Segelboot aus der Vogelperspektive, 1937, dokumentiert) an als davor. Die pannonische Heide im Seewinkel wurde mit den Steppen Asiens verglichen, der Schilfbestand ist der zweitgrößte des Kontinents nach dem Donaudelta. Die Exotik der für die Alpenrepublik untypischen Landschaft faszinierte, der Schriftsteller Franz Werfel sprach von „Österreichs seltsamem Gast". Nach dem Zweiten Weltkrieg war der See eine unheimliche Grenze zwischen zwei feindlichen Blöcken, der Strom ungarischer Flüchtlinge 1956 verstärkte dieses Bild weiter.
Jakfall - Heimatmuseum
Im 18. Jahrhundert - nach der 150jährigen Türkenherrschaft - wurden in drei großen Wellen deutsche Siedler ins entvölkerte Land gebracht. Nach Jakfall/Kisjakabfalva kamen sie vor allem in den 1760-70er Jahren. Die geschlossene Gemeinschaft richtete sich auf Selbstversorgung ein und lebte bis zum Zweiten Weltkrieg ungestört unter ländlichen Umständen. Die Einwohnerschaft von 300 - 400 Personen lebte fast ausschließlich von der Landwirtschaft, aber neben Getreideanbau, Viehhaltung, Weinbau, Weinproduktion und Forstwirtschaft existierte auch ein breitgefächertes Kleinhandwerk.
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