Freude an Spiel und Sprache
16. Landes-Theaterlager der Grundschüler in Werischwar
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12. August 2011
Von drei über 33 bis 66 - oder vielleicht noch mehr? Das Publikum am 5. August im Theatersaal des Schiller-Gymnasiums war recht bunt, was das Alter betrifft, doch eines hatten die Zuschauer gemeinsam: Mit Spannung und Interesse verfolgten sie das Spiel der etwa 50 Schüler aus vier Grundschulen landesweit, die diesmal das Glück hatten, nach Abschluss des einwöchigen Theaterlagers ihr Können auf der Bühne zu präsentieren.

Abschluss des Theaterlagers.
Rechts: Tímea Faragó, Vorsitzende des Laientheatervereins
Foto: Bajtai László

Dieses Jahr übernahm die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen die Organisation des Lagers und entschied sich ebenfalls - zum zweiten Mal - für den Standort Werischwar/Pilisvörösvár, wo im Schülerheim und in den Räumlichkeiten des Gymnasiums - wenn auch leider nicht ganz ungestört - die vielfältigen Beschäftigungen abliefen. Unverändert war jedoch die fachliche Leitung der Veranstaltung: Tímea Faragó, Vorsitzende des Laientheatervereins und wohl eine der bekanntesten Theaterpädagoginnen des Landes, führte durch die Woche, mit Elan und Offenheit für die Kinder und die begleitenden Kollegen. Die Teilnehmer waren diesmal die Mitglieder der Sieger der regionalen Festivals, die Gruppen aus Iklad, dem Valeria-Koch-Schulzentrum in Fünfkirchen, der Ersten Altofner Grundschule in Budapest sowie das Team der Reguly-Antal-Grundschule Steinamanger, das beim Fernsehwettbewerb „Kunterbunt" von Unser Bildschirm den Publikumspreis erhalten hatte.
Die Tage vom 1. bis zum 6. August verliefen schnell, mit einem dichten und abwechslungsreichen Programm. An erster Stelle standen natürlich die Theateraktivitäten, geleitet von erfahrenen Pädagogen des Faches, von Erzsébet Berta, Szilvia Megyeri, Linda Bánhidi, József Szilágyi, und die „PaThalia-Gruppe": Tímea Faragó mit ihren einstigen Schülern und begeisterten Theaterleuten wie Sebestyén Skopp, Krisztián Vékony, Alexandra Speier, Luca Béni, Ádám Dér, Frida Pohánka und Zoltán Pató. Bereits am ersten Tag hatten sie die eingespielten Gruppen „gesprengt", die Schüler unternahmen in den folgenden Tagen alles mit Neuen, die sie - dank der verantwortungsvollen Rollen in der neuen Gruppe - am Ende der Woche Freunde nennen konnten. Die fachgerechte Vorbereitung von Geist und Körper im Sinne des Leitmotivs Ich+Du+Er/Sie = WIR forderte die Mobilisierung all dessen in Form von Kennenlern-, Aufwärm- und Gruppenbildungsspielen. Die Ideenbörse ergab am Ende fünf selbst gestaltete Stücke für die Gruppen mit je neun bis zehn Mitgliedern. Die Kostüme und die Kulissen wurden eigenhändig ausgesucht, gestaltet, gebastelt, wie auch die Plakate und das achtseitige Programmheft mit reichen Informationen und manch anzüglichen Zeichnungen.
Worum es in den Szenen ging? Das altersgerechte Leitmotiv beflügelte die Phantasien, Personen - oder eben auch Tiere mit menschlichen Eigenschaften - an geschlossenen Orten vom Nebeneinander zum Miteinander zu führen. Ob (Hunde)Schule, Verlassenheit auf der Insel, Steckenbleiben im Fahrstuhl, „Tiercharaktere" auf dem Bauernhof, von der Zeitmaschine hervorgerufene Szenen und Gestalten, die Protagonisten erleben in Ausnahmesituationen den inneren Zwang, etwas tun zu müssen, für sich und den/die Anderen. All dies geschah mit viel sprachlichem Humor und Situationskomik, natürlicher und lässiger Bewegung auf der Bühne. Die Musik- und Geräuschbegleitung, das waren noch die Volltreffer! Die je acht bis zehn Minuten pro Stück verflogen im Nu, kein Leerlauf war zu spüren, sogar der wohl jüngste Zuschauer, Peti aus Werischwar, machte keinen Muckser im Szenenverlauf, was dem aufregenden Spiel und wohl auch der Tatsache zu verdanken ist, dass er in seiner Familie zweisprachig aufwächst. Des geeigneten Publikums bedarf das deutschsprachige Schülertheater unserer Volksgruppe wohl auch in der Zukunft!
Theaterarbeit stand an erster Stelle, doch erlebten die Teilnehmer auch außerhalb der Veranstaltungsräume eine bunte, erlebnisreiche Woche. Der Besuch bei der traditionsreichen Tanzgruppe Werischwar, ein Rundgang in der größten ungarndeutschen Gemeinde des Landes, das Kennenlernen der hiesigen Mundart und der Traditionen, sowie sportliche Aktivitäten ergänzten das Programm zur Zufriedenheit der SchülerInnen. Als besondere „Zugabe" erlebten sie aus nächster Nähe die Vertreter unserer Medien: Unser Bildschirm drehte vor Ort, und fand in den Schülern aufgeweckte Partner vor der Kamera, wie auch die Reporterin des Ungarischen Rundfunks vor dem Mikrofon. Vertreten waren auch die Zeitschrift „Barátság" und die NZ. Theaterspiel in deutscher Sprache, ausgeführt von der jüngsten Generation, erhielt diesmal wohl verdiente Aufmerksamkeit.
Wie es wohl weitergehen soll? Nächstes Jahr feiert das deutschsprachige Theaterlager sein 20jähriges Jubiläum, traditionsgemäß an einem neuen Ort. Geplant ist auch ein neuer Band - „WirrWarrázslat", dem Buch über das deutsche Theaterspiel in unseren Mittelschulen ähnlich - über die zahlreichen Theatergruppen aus den deutschen Nationalitätenschulen landesweit, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen unübersehbaren Anteil an der Sprach- und Kulturpflege der Jugendlichen hatten. Das wäre wohl das geeigneteste Geschenk für einstige und heutige Teilnehmer der Bewegung, aber auch für das Publikum, die Leser.
Mehrere Organisationen und Institutionen unterstützten das Theaterlager, so die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, der Alexander-Wekerle-Fonds, das Institut für Auslandsbeziehungen (Stuttgart), der Förderverein für das Deutsche Laientheater in Ungarn, die Deutsche Selbstverwaltung Budapest und das Friedrich-Schiller-Gymnasium in Werischwar. Ihnen allen gilt ein herzliches Dankeschön!
Maria Wolfart-Stang




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Die Mitglieder der Hajoscher Familie Kübler - Stefan sen., Stefan jun. und Robert - sind erfolgreiche Weingutsbesitzer

Der 86jährige Senior hat seine Kenntnisse, Leidenschaft und Liebe zum Wein, den Weingarten von etwa 900 Quadratklaftern seinem Sohn, dem vorpensionierten TV-Elektromeister Stefan jun., und seinem Enkelkind Robert übergeben, die begeisterte Weinbaukundige wurden. Ihre Weinstockarten wie Zweigelt, Blaufränkischer, Kunleány, Bianca pflegen sie sehr sorgfältig. Von Januar bis Dezember verbringen sie viel Zeit im Weingarten und in ihrem hübschen, gut ausgerüsteten Keller.

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