Häuser, die uns erzählen
Boden - Heimatstube
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15. Juli 2011
Boden liegt unweit vom höchsten Gipfel des Fünfkirchner-Gebirges, an der Straße zwischen Petschwar und Mohatsch in einem malerischen Tal. Von den Hügeln bietet die Gegend eine wunderschöne Ansicht. Das Dorf an beiden Seiten des Karasica-Baches wird von Wäldern umsäumt. Die Geschichte der Siedlung reicht bis zur Urzeit zurück, sie wird oft in Urkunden erwähnt. Zur Zeit der Staatsgründung gehörte das Gebiet zur Abtei in Petschwar/Pécsvárad, in der Türkenzeit verödete es. Erst in den 1720er Jahren, unter der Herrschaft von Karl III., kehrte das Leben ins Dorf zurück.

Die deutschen Ahnen kamen aus der rheinisch-fränkischen Gegend, aus Fulda. Sie beschäftigten sich mit Landwirtschaft, Holzbearbeitung und Weinbau. Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich vieles, mehrere deutsche Familien wurden vertrieben, an ihre Stelle kamen Ungarn. Die Heimatverbliebenen bewahren ihre deutsche Identität, pflegen ihre Traditionen bis in die Gegenwart. Die Besucher des Dorfes können die im Jahr 1735 zu Ehren von Allerheiligen eingeweihte Kirche und alte ungarndeutsche Bauernhäuser mit Gang in wunderschöner, naturnaher Umgebung besichtigen. Die ortsgeschichtliche Sammlung wurde 2002 von der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung eröffnet. Die von den Dorfbewohnern geschenkten Gegenstände, Werkzeuge, Möbelstücke, Fotos und Volkstrachten veranschaulichen die Lebensweise zu Beginn der 1900er Jahre. Es wurde eine Wohnstube mit charakteristischen Bodener „schwäbischen" Möbeln und Volkstrachten eingerichtet. Außerdem gibt es im Gebäude einen Raum, wo an alten Gegenständen die Handwerksarbeit der deutschen Ahnen vorgestellt wird. Die Kleider der Groß- und Urgroßeltern können nachgefertigt werden und somit können auch diese Traditionen erhalten bleiben. In der Gemeinde werden viele Programme organisiert. Es ist bereits wieder zur Tradition geworden, Fronleichnam zu feiern, das ist zugleich auch der Tag der Deutschen Selbstverwaltung. An diesem Tag werden jedes Jahr eine deutsche heilige Messe und eine Prozession mit anschließendem Nationalitätenprogramm abgehalten. In der Gegend wird nur noch in Boden aus den ersten frischen Trieben zu Fronleichnam eine Laubhütte gefertigt, in denen die Tische mit den alten, gestickten Fronleichnamstüchern und alten Heiligen geschmückt werden.

Die Ausstellung ist nach Voranmeldung zu besichtigen.
Fazekasboda, Felsômalom u. 2
Tel.: +36 70 508 8392, +36 69 350 850;

Aus dem Inhalt

Fünfkirchener Redaktionen „vereinigt"

Nach der Errichtung des Medienzentrums durch Zusammenschluß der vier großen Anstalten Ungarisches Fernsehen, Ungarischer Rundfunk, Duna TV und Ungarische Nachrichtenagentur (MTI) erreichte die Vereinigungswelle auch die Regionalstudios. Auch die deutschen Sendungen werden zusammengelegt. Am Montag wurde den Mitarbeitern mitgeteilt, daß die bisher aus jeweils drei RedakteurInnen bestehenden Teams verkleinert wurden. Marta Stangl von Unser-Bildschirm-Redaktion und Robert Becker von der Rundfunkredaktion wurden „abgewickelt". Nun werden die vier verbleibenden Redakteure - Eva Gerner und Christina Szeiberling bzw. Christian Erdei und Christina Arnold - die täglich zweistündigen Livesendungen am Vormittag im Rundfunk und die wöchentlich 28minütige Unser-Bildschirm-Sendung produzieren müssen.

Treffen der Zwillinge

Die Bewohner der kleinen Grenzgemeinde Agendorf haben heuer zum fünften Mal das bunte Treffen der Zwillinge veranstaltet. Für den zweiten Samstag im Juli hatten 63 Zwillinge und 5 Drillinge ihr Kommen angekündigt, sogar die Anreise aus dem nicht gerade nahegelegenen Nyíregyháza hatte man auf sich genommen. Die Jury entschied sich nach reiflichem Überlegen für Melinda und Adrienn Fekete und kürte sie zum Zwillingsgesicht des Jahres.

Multifunktionale Waldschule im Iglauer Park in Waschludt

Die Waldschule im Iglauer Park in Waschludt hat im April 2010 eine Förderung von 80 Millionen Forint aus dem Operativen Programm Umwelt und Energie erhalten. Aus dem Förderbetrag sollte die Entwicklung der Waldschule verwirklicht werden, allen voran die Errichtung eines multifunktionalen Gebäudes mit einem Investitionsvolumen von 60 Millionen Forint. In dem 300 Quadratmeter großen Gebäude sind Beschäftigungsräume, Abstellkammern und Fahrradabstellräume untergebracht. Das Haus ist barrierefrei und kann auch von Menschen mit Bewegungs-, Hör- und Sehbehinderungen benutzt werden.

Vielleicht Teilnahme an der nächsten Olympiade?

Die Freiwillige Feuerwehr ist die älteste Zivilorganisation in Schemling/Vértessomló. Früher dachte man, sie wäre schon 1888 gegründet worden. Erst neulich entdeckte man in der Slowakei Dokumente, die beweisen, daß das Innenministerium seinerzeit zwar verordnet hatte (53888/1888), eine Gemeinschaft zu gründen, aber da in Schemling meistens Bergleute lebten, die jeden Tag nach Totiser Kolonie/Tatabánya zur Arbeit pendelten, gab es keine Männer zwischen 18 - 40 Jahren, die diese Pflicht während der Woche auf sich hätten nehmen können.
Am 1. September 1912 wurde der Verein der Freiwilligen Feuerwehrleute auf Komitatsebene gegründet (Komitat Komorn/Gran), und etwas später der in Schemling, in einem Jahrbuch wird auch schon über den Verein der Schemlinger gesprochen und als Gründungsjahr 1913 angegeben.

„Das Ungarndeutsche Bildungszentrum war mein zweites Kind"

Dr. Elisabeth Knab hat als Hauptdirektorin des Ungarndeutschen Bildungszentrums (UBZ) in Baja und als Bürgermeisterin von Nadwar/Nemesnádudvar abgedankt. Das UBZ wird in Zukunft von Gabrielle Scherer, der bisherigen Gymnasialdirektorin, geleitet. Frau Knab zieht nach Raab und wird dort die Schule des Autokonzerns Audi Hungaria leiten, sie bleibt aber im Stiftungsrat von UBZ. Die NZ hat mit Frau Knab über die Gründe ihres Jobwechsels gesprochen.

Ungarndeutsches Camp für Budapester Kinder

Im Bach herumspringen, barfuß auf dem Hof spielen, den ganzen Tag im Freien verbringen, alles Sachen, die Großstadtkinder sonst nicht machen. Auch deswegen war für die Grundschüler der Pannonia-Schule des XIII. Budapester Bezirks das Sommerlager in Nadasch ein riesiges Erlebnis. Neben zahlreichen Freizeitaktivitäten haben die 38 Kinder täglich das Ungarndeutschtum näher kennengelernt.

„Ungarische Invasion" in Ehingen

Gleich drei Gruppen waren Ende Juni - Anfang Juli aus Ungarn in Ehingen und bildeten den Auftakt zu den Festlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen der Partnerschaft. 10 Feuerwehrleute kamen zum 150-Jahr-Jubiläum der Ehinger Feuerwehr. Die Beziehungen sind seit Jahren intensiv. Den Höhepunkt bildete zweifellos der Besuch des Graner Monteverdi-Chores mit Zoltán Hunyadi als Chorleiter. „Singende Donaustädte" hatten sich die beiden Chorleiter für den Auftritt ausgedacht - ein Beitrag zur EU-Donaustrategie. Schließlich weilten zur gleichen Zeit noch für zwei Wochen vier Studentinnen der Pädagogischen Hochschule Gran/Esztergom zur Hospitation an Ehinger Schulen.

„Eine Demokratie in einem Vielvölkerstaat kann ohne die Teilnahme der Minderheiten an der Politik nicht funktionieren"

In Ungarn diskutieren die Politiker seit zwei Jahrzehnten über die parlamentarische Vertretung der Minderheiten. Ist sie gut? Wie soll man sie verwirklichen? Wann? Oft auch warum? - So lauten die Fragen. Dabei genügt es, nur einen Blick auf die Nachbarstaaten zu werfen. Im rumänischen Parlament arbeiten seit etwa 20 Jahren 18 Minderheitenabgeordnete. Ovidiu Victor Gant ist seit zehn Jahren Vertreter der deutschen Volksgruppe in Rumänien. Aus diesem Anlaß hat er ein Buch geschrieben, der Titel lautet: „Bukarest - Berlin - Brüssel". Das Werk, das seine politische Karriere und seine Berichte zusammenfaßt, wurde am 17. Juni in Temeswar vorgestellt.

Gedenkkreuz erinnert an Massaker von Filipova

Im Herbst 1944 führten Titos Partisanen in der Voivodina im Zuge der „Aktion Intelligenzija" grausame politische und ethnische Säuberungen durch, von denen auch die Donauschwaben betroffen waren. Der Blutige Herbst kostete allein im Banat und Syrmien 5000 und in der Batschka 2000 Donauschwaben das Leben. Am 25. November 1944 wurden in der Ortschaft Filipova alle 212 männlichen Bewohner ab dem 16. Lebensjahr ohne Schuldnachweis ermordet. Ort des Geschehens: eine Wiese außerhalb von Filipova.
Jahrzehntelang wurde dieses Massaker in der kommunistischen Ära verschwiegen. Das grausame Morden wurde mit billigen Floskeln aus dem antifaschistischen Sprachschatz: „Das waren allesamt Faschisten" gerechtfertigt. Seit dem Zerfall Jugoslawiens und dem Ende der kommunistischen Herrschaft in Serbien beginnt man in der serbischen, kroatischen und slowenischen Öffentlichkeit über die Verbrechen des Tito-Regimes zu sprechen. Es werden Gedenkkreuze errichtet und aus Scham vor den unschuldigen Opfern zur Versöhnung aufgerufen.

Sich in mehreren Sprachen heimisch fühlen

Blanka Demeter stammt aus Siebenbürgen, sie ist in Sächsisch-Regen geboren, später ist die Familie nach Neumarkt gezogen. Für ihre Themenwahl für die BA-Diplomarbeit an der ELTE lag eine vergleichende Studie über die ethnische Identität der Jugendlichen aus Sächsisch-Regen und Werischwar auf der Hand.

Kulturtransfer

Kitti Gogolák stammt aus Sári, einer Gemeinde mit slowakischer Minderheit, wo sie von klein auf mit Sprache und Traditionen der Slowaken vertraut wurde. In ihrer BA-Diplomarbeit an der Universität ELTE erforschte sie die interethnischen Beziehungen zwischen Slowaken, Deutschen und Ungarn in Hartian/Újhartyán und Dabas-Sári. „Hartian ist eine ungarndeutsche Gemeinde im Komitat Pesth, die in der Nähe von Sári liegt. Ich untersuchte die Einstellung der zwei Minderheiten zueinander und zur Mehrheitsnation und die Einstellung der Mehrheitsnation zu den zwei Minderheiten."

Liszt und die Zigeunermusik

Der Ausgangspunkt der gleichnamigen Ausstellung des Ethnographischen Museums in Budapest ist das vielumstrittene Buch von Franz Liszt aus dem Jahre 1859, wo er die Wurzeln der ungarischen Musik in den Melodien der Zigeuner zu entdecken wähnte. Die Kuratoren verfolgen nicht nur die Entwicklung des damaligen Musiklebens in Ungarn, sondern auch deren Widerspiegelung in der Literatur, Folklore oder in der bildenden Kunst.

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