45 Jahre Wemender Singkreis
„Das ist viel mehr als nur Singen"
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30. Juli 2010
Zum Jubiläumsfest in Wemend versammelten sich ehemalige Chormitglieder sowie die heutigen Sängerinnen und Sänger und deren Familien, die alle sehr stolz sind auf die Leistung des Wemender Singkreises. In den letzten Jahren holten sie zahlreiche hohe Auszeichnungen nach Hause und machten den Namen der Ortschaft, Wemend, im ganzen Land bekannt.

Vor 45 Jahren wurde in Wemend der erste Chor gegründet, nach 20 Jahren kam dann eine völlig andere Mannschaft, ein Freundeskreis, bestehend aus ehemaligen Schulkameraden und Ehepaaren, die bis heute die traditionellen Lieder singen. Schon wenn sie in ihren eindrucksvollen Trachten die Bühne betreten, hinterlassen sie einen bleibenden Eindruck. Hört man erst ihre Stimmen, kann man die Wemender Melodien garantiert nicht mehr vergessen. Wöchentlich einmal treffen sich die Chormitglieder, „denn für solch gute Leistungen muß man ständig üben", argumentiert Josef Emmert, Leiter des Chors. „Das ist oft schwierig, denn die Auftritte und die Proben muß man mit der Arbeit und mit der Familie vereinbaren können." Der Singkreis blieb aber nicht auf einem gewissen Niveau stehen, er entwickelt sich auch noch nach mehreren Jahrzehnten weiter. Dank István Horváth, dem ausgebildeten Opernsänger, können sie die Lieder dreistimmig aufgearbeitet lernen und vortragen und bieten damit eine Abwechslung auf der Chorpalette der Ungarndeutschen.
So ein Singkreis ist aber viel mehr als nur ein Chor, es sind tiefe Freundschaften, eine zusammenhaltende Gruppe, die sich auch oft außerhalb der Proben trifft. Sich dieser geschlossenen Gemeinschaft anzuschließen wäre aber schwierig, meint Josef Emmert, deshalb sei die Zukunft des Chores doch ein wenig ungewiß. Solange diese Gruppe singen kann, werde sie weitermachen, danach werde vielleicht eine ganz andere Mannschaft kommen und mit ihrem Freundeskreis die Traditionen übernehmen und verbreiten, doch daran wollte man an diesem Abend nicht denken, sondern an die erfolgreichen vergangenen Jahre und an die zukünftigen Auftritte. „Wir sind sehr stolz auf euch", mit diesen Worten wurden sie von der hiesigen Deutschen Minderheitenselbstverwaltung geehrt, und auch der Landesrat der ungarndeutschen Chöre, Kapelle und Tanzgruppen beglückwünschte den Singkreis zum 45. mit lobenden Worten und einer kleinen finanziellen Unterstützung.
Christina Arnold

Aus dem Inhalt

XI. Landesfestival der Blaufärber in Großnarad
Blaufärbermeister Johann Sárdi wurde 90

Das Landesfestival der Blaufärber in Großnarad/Nagynyárád zieht als einzigartige Touristenattraktion jedes Jahr zahlreiche Besucher in die Branauer Gemeinde. Doch diesmal hatten die Großnarader einen besonderen Anlaß zum Feiern, denn Blaufärbermeister Johann Sárdi wurde 90 Jahre alt. Am 24. und 25. Juli kamen auf Einladung der Gemeindeselbstverwaltung und der Deutschen Minderheitenselbstverwaltung deshalb noch mehr Gäste, um neben dem Genießen der Unterhaltungsprogramme auch einen Blick in die stimmungsvolle Blaufärberwerkstatt der Familie Sárdi zu werfen.
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Nicht einander belehren wollen

Auch Stand und Perspektiven der Integration von Minderheiten in Südosteuropa wurden bei der Internationalen Fachtagung zum Thema „Sicherheit und Stabilität in Südosteuropa" am 26. Juli in Budapest behandelt. Zu diesem Block lud die Hanns-Seidel-Stiftung Referenten aus Ungarn, Rumänien und der Slowakei ein.
Als Brücken bezeichnete Dr. Gergely Pröhle, Vizestaatssekretär im Außenministerium, die Minderheiten, die durch ihre Doppelidentität einen Mehrwert besitzen. Der ehemalige Botschafter in Berlin bekräftigte die Absicht der gegenwärtigen Regierung, trotz Verkleinerung des Parlaments, die Vertretung der 13 Minderheiten im Hohen Haus endlich zu lösen. Wie man das machen kann, erfuhr man von Ovidiu Gant, dem Abgeordneten der Deutschen Minderheit im Rumänischen Parlament. 18 Minderheitenvertreter bilden dort eine Fraktion und entscheiden sogar bei Regierungsbildungen mit. Gant betrachtet dies als das effektivste Mittel der Interessenvertretung der Minderheit.
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Hedjeß - Schwäbische Sammlung

Im Mittelalter lebten in dieser Gegend Hermelinjäger, ungarisch die sog. „hölgyész". Die erste schriftliche Erwähnung der Siedlung stammt aus dem Jahre 1277. Die in der Türkenzeit verödeten Ländereien wurden vom Grafen Mercy zwischen 1722 und 1745 mit deutschen Handwerkern aus der Fuldaer Gegend neubesiedelt.
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Mehr als 60 Jahre Feuerwehrdienst

Die Feuerwehrgruppen der kleinen Ortschaften hatten früher eine sehr wichtige Aufgabe. Als noch zu jedem Haus ein Heuboden gehörte und auch viel mit Holz oder Kohle geheizt und mit Kerzen geleuchtet wurde, gab es fast jede Woche einen Feueralarm. János Árvai baute als junger Nadascher die Feuerwehr der Ortschaft auf.
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Schwerpunkt Fünfkirchen in Spiegelungen

Mit Deutschlands Essen und dem Ruhrgebiet sowie dem türkischen Istanbul, dem einstigen Konstantinopel bzw. Byzanz, ist die Vielvölkerstadt Fünfkirchen/Pécs europäische Kulturhauptstadt 2010. Der Hauptstadt der Branau/Baranya, auch „Schwäbische Türkei" genannt, widmet Heft 2 der im Verlag des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München erscheinenden Vierteljahresschrift Spiegelungen ihren thematischen Schwerpunkt.
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Bunte Trachten, interessante Tänze, Vielfalt der Kulturen
13. Europäische Jugend- und Kulturwoche in Fünfkirchen

„Wenn so viele junge Leute aus so vielen Ländern zusammenkommen, das ist die beste Politik!"

Mehr als 300 Tänzerinnen und Tänzer aus 10 Ländern waren zwischen dem 18. und 25. Juli in Fünfkirchen, um ihre Volkstänze und Traditionen zu präsentieren. Denn in der Kulturhauptstadt Europas 2010 fand die 13. Europäische Jugend- und Kulturwoche statt. Die Jugendlichen haben auch voneinander gelernt und hatten Auftritte in den deutschen Ortschaften der Branau. Das Programm war Teil des offiziellen Kulturhauptstadtprogramms Pécs 2010. Den Abschluß der Veranstaltung bildete eine Gala am Samstagabend auf dem Domplatz von Fünfkirchen, wo alle Ensembles ihre Tänze zeigten.
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Rudolf Hollinger, Schriftsteller und Philologe zum 100. Geburtstag

Der Banater Literaturhistoriker und Dichter Rudolf Hollinger (*13.08.1910 Temeswar, †07.01.1997 Langenau bei Ulm) hat ein umfangreiches, größtenteils leider bis heute unveröffentlichtes Oeuvre hinterlassen, das zum Teil in der Österreichischen Nationalbibliothek und im Österreichischen Staatsarchiv gelagert ist. Lediglich seine Lyrik fand bislang teilweise den Weg in die Öffentlichkeit: Gedichte. München: Südostdeutsches Kulturwerk, 1986.; Deine Stunde, Tod, ist groß. Gedichte. Linz, 1997 sowie zahlreiche Einzelveröffentlichungen in Deutschland, Österreich, Rumänien und Ungarn.
Der rumänische Geheimdienst „Securitate" mißbilligte seine briefliche Beziehung zu Hermann Hesse. 1980 gelang Hollinger und seiner Frau die Ausreise nach Deutschland.
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Voices of Europe: Eine stimmungsvolle Woche der Begegnung europäischer Minderheiten

In Fünfkirchen, der Kulturhauptstadt Europas 2010, begann am 18. Juli die Woche von „Voices of Europe"! Voices of Europe ist ein Chorprojekt der JEV (Jugend Europäischer Volksgruppen), das jedes Jahr von einer anderen Minderheit organisiert wird. Dieses Jahr hatte die GJU die Ehre, das Treffen der Jugendlichen zu organisieren, und wir haben alles gegeben, um dieser Aufgabe gerecht zu werden. Die 34 Jugendlichen aus 9 Minderheiten von 8 Ländern, alle zwischen 17 und 25 Jahren, haben je Minderheit 3 Volkslieder mitgebracht, außerdem konnten Wünsche nach populären Songs berücksichtigt werden. Die Ungarndeutschen haben sich zusammen mit den Ungarn aus der Woiwodina das Abendlied (Esti dal) von Zoltán Kodály ausgesucht. Es gab aber auch einen Song im Programm, der von einem der Teilnehmer selber geschrieben wurde. Marko Neck ist Sorbe aus Deutschland und hat dieses Lied mit allen Teilnehmern zusammen bei der Abschlußparty mit der Band vorgetragen.
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