Die kleine Gemeinde an der Grenze der Schellitz und des Fünfkirchner Gebirges halten die religiösen Traditionen fest zusammen. Die „alte Kirche" (ald Kerig) stammt aus der Arpadenzeit und wird gegenwärtig nicht genutzt, das neue Gotteshaus wurde 1883 von den Dorfbewohnern eigenhändig errichtet, da die Arpadenkirche für die Gemeinde schon zu klein geworden war.
Josef Geiszkopf mit Bischof Michael Mayer beim Millenniumsfest
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Josef Geiszkopf ist 1931 in Hetfehel/Hetvehely in eine deutsche Familie geboren worden. Die katholischen kirchlichen Traditionen waren fester Bestandteil im Leben der Gemeinde, so auch im Leben des späteren Kantors Josef Geiszkopf. Da sein Vater - Josef Geiszkopf d. Ä. (1910 - 1975) - Maurer war, hat der Sohn auch dieses Handwerk gelernt. 1946 wurde die Familie enteignet, sie wohnte eine Zeitlang bei der Tante (bei den Faulhabers) in Hetfehel. Zu dieser Zeit lernte Josef Geiszkopf Klarinette spielen, da die älteren Musikanten junge Mitglieder für die berühmte Hetfeheler Blaskapelle suchten. 1952 war er zur Zwangsarbeit eingewiesen worden (27 Monate lang), danach heiratete er in Hetfehel die gebürtige Kaanerin Mathilde Kond (ehemals hieß die Familie Reisinger). Sie bekamen zwei Töchter (Magdalene und Elisabeth). Wegen gesundheitlicher Probleme arbeitete Josef Geiszkopf ab 1973 bis zu seiner Pensionierung in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft als Inseminator. Geiszkopf ist als Ministrant schon sehr früh mit dem Kirchendienst in Berührung gekommen: „Von Klaanem aa bin ich Meßtine kange, damals hun se noch Latein die Leicht k`halde, selmascht war Stefan August unser Pfarre. Ti Liturgie un`ti Gepedör hun ich vun mai Mottör noch g'lernt." Und 1977/78 kam es dazu, daß die Gemeinde keinen Kantor hatte, damals war Tihamér Bodoni der Pfarrer des Ortes, und der Onkel von Josef Geiszkopf, Johann Karl, war Kirchendiener. Der Onkel und der Pfarrer haben den Neffen dazu überredet, dem Pfarrer bei Begräbnissen beizustehen, weil der Pfarrer sehr oft von Gefühlen übermannt wurde, und da sollte das Singen nicht verstummen. „Nacht pin ich nach Finöfkerich g´fahre un hun mör e Fußharmonie gekhaft, ich hun geübt un nach hun ich in tr Kerich aa Orgel g'spielt. Wel ich Musigand war, is ös leicht khange, wel ich ti Note gekennd hun", erzählt Josef Geiszkopf. Da die Bewohner ihre Trachten früh abgelegt haben und die Leute wegen der Nähe Fünfkirchens, wegen der Eisenbahnverbindung und den Minen viel mobiler waren als sonst üblich, konnte die Assimilierung nicht aufgehalten werden. Auch die Messen wurden schon in Ungarisch gehalten. Mit der Blaskapelle war Geiszkopf als Klarinettist und später auch als Saxophonist immer in Einsatz, bei Hochzeiten in weit entfernten Orten und Sonntagsdienste in der Kirche. Die Musik belebt bis heute den Kantor, egal, ob es um Kirchenmusik oder um traditionelle ungarndeutsche Blasmusik geht - die schönen deutschen Kirchenlieder erklingen noch immer in der Kirche. Sein Repertoire an deutschen und ungarischen Kirchenliedern hat er fest auf die Traditionen der Liturgie früherer Zeiten aufgebaut, er stellte eine facettenreiche Liedersammlung aus Noten einstiger Kantorlehrer zusammen, die er bis heute benutzt. „Ös war ja vörpode, Teitsch zu rede, nacht hun selmalscht ti Kantorlehre ti schene teitsche Liedör iwörsetzt ins Ungrische, nar haind kann mör wiedör ti schene teitsche Liedör singe, tes is e kroßi Freid far mich!" Jeden Sonntagnachmittag hält er eine Litanei, öfters ganz in deutscher Sprache. Lange Zeit hindurch sind die Hetfeheler nach Marhilf (Turbék bei Groß-Sigeth) gepilgert, nicht selten mit Blasmusikbegleitung. Dies immer am 2. Juli zur Erinnerung an ein schlimmes Hochwasser Mitte des 19. Jahrhunderts. In seiner über 30jährige Dienstszeit hat Hetfehel schon fünf Pfarrer gehabt. Wegen seinem Gesundheitszustand wird es für Josef Geiszkopf zwar immer schwieriger, seinem Kirchendienst nachzugehen, doch er macht es mit Freude und Ehrfurcht, und vertraut auf Gott. Auch die Familie - seine Mutter (Mariane Geiszkopf, gebürtige Karl, 1913 - 2004), seine Ehefrau (Mathilde Geiszkopf 1936 - 2007) - hat lange Zeit den Kirchendienst übernommen; 1985 war Josefs Onkel Hans gestorben, so haben sie die Verwaltung der Kirche übernommen und dies auch bis 2003 gemacht. Nun wird ein junger Kantor nach Hetfehel kommen, doch Josef Geiszkopf wird ihm die kirchlichen Traditionen weiterreichen und nicht auf die schönen deutschen Kirchenlieder verzichten, die auch Teil der Liturgie in Hetfehel sind. Als Anerkennung seiner hervorragenden Tätigkeit im Kirchendienst als Kantor und für sein Engagement erhielt Josef Geiszkopf am 29. Juni, am Kirchweihfest der Fünfkirchener Basilika, von Bischof Mayer die Auszeichnung "engagierter und beispielgebender Mitarbeiter der Kirche". Wir wünschen ihm viel Kraft und Gottes Segen, damit er noch lange Zeit die schönen deutschsprachigen Kirchenlieder in der Hetfeheler Kirche singen kann!
Angela Korb
Auf dem Inhalt
Am 3. Oktober wird gewählt
Staatspräsident Sólyom bestimmte den 3. Oktober zu dem Tag, an dem Bürgermeister und Abgeordnete der lokalen und der Minderheiten-Selbstverwaltungen gewählt werden. Bis zum letzten Termin, dem 15. Juli, haben sich 46.641 Wahlbürger im deutschen Wählerverzeichnis registrieren lassen. (Vor vier Jahren waren es 45.645.) Also ist das Interesse gestiegen, auch wenn man nicht genau wissen kann, ob alle tatsächlich Ungarndeutsche sind. Nach dem gegenwärtigen Stand gibt es 427 Ortschaften, wo sich mindestens 30 Wähler in die Liste eintragen ließen und eine deutsche Selbstverwaltung gewählt werden kann. Dazu sind aber wenigstens 4 Abgeordnetenkandidaten notwendig, die von einem eingetragenen Verein aufgestellt werden müssen. In den Komitaten werden wie bisher die Komitatsverbände die meisten Kandidaten aufstellen. Nur diejenigen können wählen und gewählt werden, die ins Wählerverzeichnis aufgenommen sind. Es ist ratsam, ein-zwei Zusatzkandidaten aufzustellen, denn fällt jemand aus irgendeinem Grund aus, kann die Wahl nicht stattfinden. Seite 1
Frühe Förderung der deutschen Sprache in Mariatheresiopel
Der erste und einzige bilinguale Kindergarten in Mariatheresiopel/Subotica (Serbien) wurde im September 2007 ins Leben gerufen. Der Kindergarten „Däumelinchen" arbeitet mit drei Kindergruppen und fördert die Kinder in zwei Sprachen: In einer Gruppe sind Deutsch und Ungarisch, in zwei anderen Deutsch und Serbisch die Kommunikationssprachen. Seit dem Schuljahr 2007/2008 läuft die Erziehung hier nach einem eigenen Programm, das die Grundlage für das dreijährige Pilotprojekt war, welches im Sommer 2010 ausläuft. Da der Kindergarten die erste bilinguale Einrichtung im frühkindlichen Bereich in Serbien ist, ist sie aufgrund ihrer Einzigartigkeit im Lande in allen rechtlichen und fachlichen Angelegenheiten auf sich allein gestellt. Es gibt in Serbien weder eine Hochschule noch Fachkräfte für die bilinguale Erziehung, deshalb hat sich das Pädagogische Amt an die Fachkraft in Baja Dr. Monika Jäger-Manz, gewandt. Mit ihrer Unterstützung sind ein Gutachten über die sprachpädagogische Arbeit im Kindergarten und sein bilinguales Programm entstanden. Seite 1-3
Arbeit im Nadascher Weingarten
Johann Auth (Foto) findet in seinem Weingarten mit 1100 Quadratklaftern immer Arbeit. Zur Zeit beschäftigt er sich mit dem Spritzen und der Hefte. Der pensionierte Steinmetzmeister macht diese Arbeit mit Leib und Seele. Der begeisterte Weinbauer verarbeitet im seinem Preßhaus selbst seine Trauben. Seine Weinfässer und Weinflaschen beinhalten die recht berühmten und anerkannten Weinsorten der Nadascher Hügel, mit denen er schon zahlreiche Urkunden, Auszeichnungen erworben hat. Trotz des bisher ungünstigen Wetters hofft er auf eine sowohl quantitativ als auch qualitativ gute Weinlese. Er ist inbesondere auf seine Weinsorten Sauvignon Blanc, Chardonnay (Weißweine) sowie Cabernet Sauvignon (Rotwein) stolz. Angenehme Qual der Wahl - mit welchem Wein sollen wir anstoßen? Verkosten wir alle. Seite 1
Bad Wimpfener in Ödenburg
Die Mitglieder des Kulturvereins für Ödenburg und Umgebung in Bad Wimpfen, von denen viele gebürtige Ödenburger und Agendorfer sind, statteten Ödenburg einen Besuch ab. Die Städtepartnerschaft ist sehr rege und intensiv, jedes Jahr besuchen sich gegenseitig Gruppen aus den Partnerstädten. Die 44 Personen zählende Reisegruppe wurde von Bürgermeister Dr. Tamás Fodor im Rathaus empfangen, in seiner Begrüßung betonte er die Wichtigkeit der Kontakthaltung mit den vertriebenen Familien. Die Mitglieder des Kulturvereins suchten das Vertriebenendenkmal (ein Werk des Bildhauers László Kutas) neben der evangelischen Kirche auf, das vom Kulturklub Ödenburg und Umgebung in der Heimatstadt initiiert und verwirklicht wurde. Seite 3
Ödenburger Familien im Porträt Die Reuters
Im Freundeskreis sprachen wir über Gott und die Welt, darüber, welches Schicksal manche Familien haben. Dr. Eva Reuter meinte, das Schicksal ihrer Familie sei so abwechslungsreich, daß sie es gerne auf Papier brächte. Die Reuters kamen höchstwahrscheinlich im 18. Jahrhundert aus Deutschland nach Westungarn, ins heutige Burgenland. Evas Großvater, Lorenz Reuter, wurde 1865 in St. Margareten/Szentmargitbánya, ihre Großmutter, Theresia Ermes, 1873 in Mattersburg/Nagymarton geboren. Die Familie Ermes stellte Lebkuchen her, die sie auch verkaufte. Die alten Formen, die Eva in ihrer Kindheit auf dem Dachboden entdeckte, faszinierten sie und regten ihre Phantasie an. Seite 4
Tschasartet - Dorfmuseum
Das Haus wurde im Jahre 1896 von Balthasar Walter und seiner ersten Frau Maria geb. Angeli gebaut. Seine 80 Zentimeter dicken Wände entstanden durch Stampfbau. Der Lehm dafür stammt von der sogenannten „Hofstella", hinter dem Baugrund. Im Haus gibt es, wie es damals üblich war, eine Küche, eine Wohnstube, ein Paradezimmer, eine Abstellkammer und einen offenen Gang. Seite 4
Ein kleines Stück Heimat
Als „Geschichten aus dem kleinen Koffer" könnte man die Erinnerungen von Elsa Koch bezeichnen. Die Autorin flüchtete mit ihrer Familie am Kriegsende aus Kemend/Máriakéménd und schrieb diese Geschichten für ihre Enkelinnen auf. Seite 5
Franz Hausmann: Winzersohn wurde Ofner Bürgermeister
Die Vorfahren von Franz Hausmann kamen Anfang des 18. Jahrhunderts aus deutschen Landen nach Ofen/Buda, waren katholischer Religion und beschäftigten sich auch hier mit Weinbau. Der Vater, Paul Hausmann, besaß ausgedehnte Weingüter und gehörte zu den reichsten Weingartenbesitzern der Gegend. Von den zwölf Kindern erreichten nur fünf das Erwachsenenalter, aber der erstgeborene Sohn Franz Hausmann (1810 - 1894) war schon von Anfang an für die Beamtenkarriere prädestiniert. Deshalb studierte er an der Pesther Universität Jura; sein Bruder Johann führte die Beschäftigung der Ahnen als Winzer fort und Karl, der andere Bruder, ist Müllermeister geworden und hatte auch einen Mehlhandel. Seite 6
Josef Kiszler 65 Jahre Kantor
Der 85jährige Josef Kiszler aus Nadasch wurde an einem heißen Junitag unter einem Vorwand zum Dom in Fünfkirchen gelockt, um ihn mit der Ehrung zu seinem Amtsjubiläum zu überraschen. Fast auf den Tag genau vor 65 Jahren begleitete er seine erste Messe als Kantor, und seither verging kein Tag in seinem Leben ohne Musik. Von seinem Vater bekam er die Liebe zum Beruf und in Baja erwarb er das Wissen dazu. In mehreren Ortschaften in ganz Transdanubien ist er tätig gewesen, seit einigen Jahren dient er nun in Nadasch/Mecseknádasd, in seinem Heimatdorf, wo er auch den Chor heilige Margaretha von Schottland leitet. Seite 12
Tarjaner Spitzbuam
Die Kapelle „Tarjaner Spitzbuam" wurde 1995 von Tarianer Grundschülern mit Unterstützung ihrer Eltern gegründet und spielte damals noch unter dem Namen „Festival 95". Seite 14 * Wollen Sie mehr erfahren?
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