Wer singt, der betet doppelt!
14. Fest der ungarndeutschen Kirchenmusik in Fünfkirchen
Drucken
9. Juli 2010
Bereits zum 14. Mal fand - diesmal in der Basilika von Fünfkirchen - in Veranstaltung des Landesrates Ungarndeutscher Chöre, Kapellen und Tanzgruppen das Fest der ungarndeutschen Kirchenmusik statt. Beteiligt haben sich daran Chöre und Ensembles aus 19 Städten und Ortschaften Ungarns sowie der Jakobus-Chor aus dem österreichischen Guntramsdorf, mitgewirkt hat auch die Tscholnoker Blaskapelle. Die Bühne betraten am 26. Juni insgesamt mehr als 500 Leute! Es wäre auch aus zeitlichen Gründen nicht anders möglich gewesen, als daß man bereits im Januar den Chören seitens des Landesrates angegeben hatte, welche Lieder sie für diesen Anlaß einstudieren sollen. Diese wurden dann von je vier bis sechs Chören in vier Blocks beim Fest der ungarndeutschen Kirchenmusik in Fünfkirchen vorgetragen.

Foto: LandesratsForum

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch eine heilige Messe, zelebriert von Diözesanbischof Michael Mayer, der dem ganzen Konzert bis zum Ende mit Freude beiwohnte. In seiner Predigt unterstrich Bischof Mayer die Wichtigkeit, den deutschen Kirchengesang im Sinne des Fortbestandes der Volksgruppe zu pflegen. Als Beispiel wies der Diözesanbischof auf die spracherhaltende Rolle der Kirchen unter den Magyaren in den Nachbarländern hin.
Schon die heilige Messe wie auch die tiefgründigen Worte von Diözesanbischof Mayer schufen eine seelische Grundlage sowohl für den Vortrag als auch für die Aufnahme und die Verinnerlichung der religiösen Liedersträuße der Chöre. Auf diese Weise wurde auch jene Gemeinschaft in Nächstenliebe sehr wohl verwirklicht, zu der in seiner Eröffnungsrede der Vorsitzende des Landesrates Ungarndeutscher Chöre, Kapellen und Tanzgruppen, Franz Heilig, aufgerufen hat.
Das Fest der ungarndeutschen Kirchenmusik im Kulturhauptstadtjahr von Fünfkirchen 2010, ein Jahr nach den Feierlichkeiten des 1000. Jubiläums der Gründung der Diözese Fünfkirchen, gerade in der Branauer Komitatsstadt zu veranstalten, das hat der Ehrenvorsitzende des Landesrates, Josef Baling, angeregt. Gerade er war es auch, der vor 14 Jahren zum ersten Treffen der Kirchenchöre - noch als Vorsitzender des Landesrates - nach Fünfkirchen eingeladen hatte.
Im Anschluß an die Veranstaltung erhielten vom Landesrat alle über 20 auftretenden Chöre und Ensembles eine Urkunde als Anerkennung für ihre Leistung. Geehrt hat man den Ehrenvorsitzenden Josef Baling, er bekam das letzte Exemplar der Serie eines Wandtellers, den die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen noch vor Jahren mit Waschludter Motiven und der ersten Strophe der Hymne der Ungarndeutschen anfertigen ließ. Damit dankte der jetzige Vorsitzende Franz Heilig seinem Vorgänger im Amt für die Idee der Treffen von Kirchenchören. Josef Baling wiederum, der durch diese Anerkennung zutiefst gerührt war, sprach davon, daß nicht die Idee vordergründig sei, sondern der Erfolg im Einsatz und der selbstlosen Arbeit aller Chorleiter und Chormitglieder liege, die bereit gewesen seien, sich den Gedanken zu eigen zu machen.
Die Entwicklung der ungarndeutschen Chöre bezüglich fachlichen Wissens und des Repertoires ist auf der Ebene des Kirchengesangs kontinuierlich. Zu verdanken ist dies nicht zuletzt auch Franz Neubrandt aus Sanktiwan bei Ofen, der in seiner Gemeinde bereits seit dem Jahr 1956 als Kantor tätig ist, seitdem auch ungarndeutsche Kirchenlieder sammelt, sie herausgibt und auch eigens welche komponiert. Franz Neubrandt ist innerhalb des Landesrates Leiter des Ausschusses Kirchenmusik, und er war auch für das gute Gelingen des jetzigen Festes in Fünfkirchen verantwortlich sowie dessen wichtigster Organisator. Auch ihm dankte Landesratsvorsitzender Heilig.
Das Repertoire des 14. Festes der ungarndeutschen Kirchenmusik wurde aufgezeichnet, aus dem Material soll eine CD entstehen, die etwa im Spätherbst vom Landesrat veröffentlicht wird.
Alle Teilnehmer dieser wunderbaren Veranstaltung wurden innerlich ganz besonders bereichert. Der Stil, die Vortragsweise, die Lieder, die sich vom volkstümlichen Gesang bis hin zu Chorliedern namhafter Komponisten erstreckten, waren in den vier Blocks der auftretenden Gruppen aus den einzelnen Komitaten und Regionen unterschiedlich, aber auf hohem Niveau.
Besonders hervorzuheben ist die musikalische Begleitung der Messe und von Chören durch die Tscholnoker Blaskapelle unter der Leitung von Johann Fódi und Zoltán Mezei, wie auch ein besonderer Dank dem Organisten Szabolcs Szamosi gebührt, der ebenfalls bei der Messe mitgewirkt und Chöre beim Auftritt begleitet hat.
Die vielen Proben, der selbstlose Einsatz aller haben sich gelohnt. Das 14. Fest der ungarndeutschen Kirchenmusik in der Fünfkirchener Kathedrale war ein außergewöhnlicher Genuß für sämtliche Teilnehmer und das Publikum und ein geistiges Erlebnis von höchstem Niveau. Diese edle Tradition verdient eine Fortsetzung, die in Zukunft gewiß noch zu zahlreichen neuen Höhepunkten in der Pflege des ungarndeutschen Kirchengesangs führen wird!

r. b.



Aus dem Inhalt

LdU: Sommervollversammlung mit Geburtstagsfeier

Vor allem technische Beschlüsse und Programmpunkte standen auf der Tagesordnung der Vollversammlung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen am 3. Juli in Budapest. Man hat es gespürt, daß man mitten im Sommer und in gewisser Hinsicht auch in der Gurkensaison ist. Wären da nicht die Wahlen im Herbst. Vorsitzender Otto Heinek hat die Abgeordneten darauf aufmerksam gemacht, daß die Fristen bei den Wahlen knapp sind, z. B. bei der Anmeldung der Kandidaten (30 Tage vor den Wahlen). Die wichtigste Angelegenheit ist jedoch, wie viele Ungarndeutsche sich in die Wählerlisten eintragen lassen.
Seite 1-2

Kirchenjubiläum in Waschkut

Das 130jährige Jubiläum der Einweihung ihrer Kirche feierten die Waschkuter Gläubigen am 4. Juli. Dank großzügiger Spenden der Einwohner und der im In- und Ausland lebenden Ex-Waschkuter - über die vor zehn Jahren gegründete gemeinnützige Stiftung - wurde die Kirche innen und außen sorgfältig revoniert. Zum Kirchenfest wurden aus der Batschkaer Region - Doroszló (Woiwodschaft) Dusnok, Fajsz, Gara, Nagybaracska sowie aus Gyöngyös die Trägerinnen der Marienstatuen eingeladen. Diese wunderschön geschmückten Statuen wurden früher zu den Pilgerorten getragen. Dort haben die Gläubigen um die Hilfe Marias gebeten.
Seite 1-12

„Ich kehre zu meinen Wurzeln zurück!"

Ihren 15jährigen Geburtstag hat die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen am vergangenen Samstag gefeiert. An der Feier nahm auch der erste Vorsitzende der LdU, Dr. Jenô Kaltenbach teil. Kaltenbach kündigte an, daß er in die ungarndeutsche Politik zurückkehren möchte.
Seite 3

5. Pogatschenfestival in Nadjpohl

Knoblauch, Dill oder Zwetschken, das alles kann auch in eine Pogatsche kommen, wenn die Hausfrau viel Phantasie hat. Die Pogatschenrezepte, die die Schwaben einst von den Magyaren gelernt haben, wurden seither nach Belieben verändert und verfeinert, so ist die Palette der Geschmacksrichtungen sehr vielfältig. Seit fünf Jahren schon organisiert man in Nadjpohl/Nagypall ein Pogatschenfestival. Damals hatten die Bewohner große Mengen an Mehl als Hilfslieferung erhalten, und so kam die Idee, einen Wettstreit der Köchinnen zu veranstalten.
Seite 3

Ausstellung über Traditionspflege in Sende

In dem Programm des Nationalitätenkindergartens in Sende/Szendehely spielt die Minderheitenerziehung eine bedeutende Rolle. Die Kinder lernen ihrem Alter und ihrer Entwicklung entsprechend die Grundkenntnisse der deutschen Sprache und werden mit den Traditionen ihrer schwäbischen Vorfahren bekanntgemacht. Das alles trägt zur Entwicklung des Nationalitätenbewußtseins der Kinder bei. Damit können die Kinder, die aus verschiedenen Kulturkreisen stammen, die Vielfalt der Traditionen besser erkennen und akzeptieren, und sie lernen, auf ihre schwäbische Abstammung stolz zu sein.
Seite 4

Nationalitätentag in Hidikut

Zum deutschen Nationalitätentag luden die Deutsche Minderheitenselbstverwaltung des II. Bezirkes von Budapest und die Deutsche Nationalitätenstiftung von Hidikut/Pesthidegkút am vergangenen Samstag ins Klebelsberg-Kulturzentrum ein.
Nachdem der Deutsche Liederverein die Hymne der Ungarndeutschen gesungen hatte, bekamen die Teilnehmer von Historikerin Dr. Viktória Czaga einen interessanten Einblick in die Geschichte der örtlichen Schulen. Eine Volkstanzgruppe der Grundschule Fillér utca und die vor kaum einem Jahr gegründete Deutsche Nationalitätentanzgruppe von Hidikut führten schwäbische Tänze vor.
Seite 4

Nationales Geheimnis - internationales Anliegen?

Franz Erkel, Schöpfer der Nationaloper der Ungarn, Komponist der ungarischen Hymne, ein Ungarndeutscher, wurde vor 200 Jahren am 7. November 1810 in Jula/Gyula geboren. Die Fachliteratur schmal, die Presse lautlos, die Notenmaterialien zu seinen großen unbekannten Opern - sie thematisieren Wendepunkte der ungarischen Geschichte - unveröffentlicht. Was ist uns Erkel wert? Diese Frage beschäftigt András Frigyesi, Regisseur und Direktor des Deutschen Theaters Budapest. Über Erkels Tätigkeit und das Erkel-Jahr sprach NZ mit Regisseur András Frigyesi und Regieassistent Bálint Walter.
Seite 5

Jula: Deutscher Kulturtag im Zeichen des Gedenkens

Eine große Aufgabe hatte sich die örtliche Deutsche Selbstverwaltung auf die Schultern genommen, als beschlossen wurde, in Jula den traditionellen Deutschen Kulturtag des Komitats Bekesch zu organisieren und gleichzeitig auch des 65. Jahrestages der Verschleppung zu „malenkij robot" zu gedenken.
Seite 6

250jähriges Jubiläum der katholischen Kirchengemeinde
 
Eine kleine Gemeinde am Fuße des Schildgebirges feierte wie jedes Jahr am zweiten Juniwochenende ihr Dorffest. Pußtawam/Pusztavám ist eine ungarndeutsche Gemeinde, die seit mehreren Jahren eine Partnerschaft mit Geretsried (Bayern) pflegt. Aus der Gemeinde wurden seinerzeit zahlreiche Leute nach Deutschland vertrieben, sie kamen in Geretsried unter, daher die Partnerschaft.
Heuer feierte die katholische Kirchengemeinde Pußtawams ihr 250jähriges Jubiläum. Die Bauarbeiten der Kirche wurden im Jahre 1760 beendet und nun stand eine schöne, neue Kirche in der Mitte des Dorfes. Am Anfang war die Kirche nur eine Filiale des Moorer Kapuzinerklosters. Erst ab 1788 können wir über eine selbständige Kirchengemeinde sprechen; ab 2007 wurde sie erneut eine Filiale von Moor. Während der 250 Jahre ihres Bestehens wurde die Kirche mehrmals durch Erdbeben fast zerstört, auch die zwei Weltkriege hinterließen Spuren. Der Zustand der Kirche verschlimmerte sich ständig. Vor zirka zehn Jahren entschlossen sich die Abgeordneten der Kirchengemeinde, das Äußere des Gotteshauses zu renovieren. Das blieb für sie jahrelang nur ein Traum. Dank den vielen Spenden und der Zusammenarbeit der Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde und der Selbstverwaltung von Pußtawam ging ihr Traum zum 250. Jubiläumstag der Kirche in Erfüllung.
Seite 11

*

Wollen Sie mehr erfahren?

Bestellen Sie die Neue Zeitung!

Bestellmöglichkeiten

Über die Neue-Zeitung-Stiftung
Budapest, Lendvay u. 22 H-1062
E-Mail: neueztg@hu.inter.net
www.neue-zeitung.hu/publikationen

Außerhalb von Budapest:
Auf den Postämtern

In Budapest:
Levél-és Hírlapüzletági Igazgatóság,
Budapesti Hírlap Osztály,
Budapest, 1846
Fax 061 303-3440
E-Mail: hirlapelofizetes@posta.hu
Telefon: 06-80-444-444

Sie finden die Neue Zeitung in Geschäften von Lapker Zrt.

Einzelpreis: 180 Ft

Jahresabonnement:
Ungarn: 7800 Ft
Deutschland: 110 Euro
Österreich: 100 Euro
Schweiz: 170 sfr

Sie können die Neue Zeitung auch als pdf-Datei abonnieren und per E-Mail zugeschickt bekommen.
Kontakt: neueztg@hu.inter.net