Seit Jahren wird der Jahrestag der Ansiedlung der Deutschen in Woj/Baj am Tag der Minderheiten gefeiert. Heuer ist es 265 Jahre her, daß Josef Eszterházy deutschsprachige Siedler ins Dorf gerufen hatte. Und 15 Jahre ist es her, daß in dieser Gemeinde im Komitat Komorn-Gran der deutsche Nationalitätenchor gegründet wurde.
Der jubilierende Chor
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Die Literatur, die Geschichte, die Volksbräuche, die Sprache gehören auch heutzutage zum Nationalitätensein, sagte Jenô Izing, der Vorsitzende der Selbstverwaltung der Ungarndeutschen in Woj, bei der Jubiläumsfeier. Bürgermeister Tibor Schunder gratulierte dem 15jährigen deutschen Nationalitätenchor recht herzlich, der im April in Kirne bei der Qualifikation des V. Landesfestivals der deutschen Chöre in Ungarn die Goldstufe erreichte. Man hätte sich kein schöneres Geburtstagsgeschenk als diesen Preis wünschen können. Vom Bürgermeister bekam der Chor eine Torte, dekoriert mit dem Bild des Gemeindehauses, des Schauplatzes der Proben. Mit einem Zierteller beglückwünschte Frau Dr. Marton, Vorsitzende des deutschen Traditionspflege-Vereins, die Chorleiterin Katalin Bokodi-Kovács sowie die gegenwärtigen und ehemaligen Chormitglieder. Zum Festprogramm gehörten die Auftritte der Tanzgruppe aus Niklo, der Nationalitätenchöre aus Pußtawam, Gestitz, Schemling, Woj und der Blaskapelle aus St. Peter/St. Johann. Mit diesem Festprogramm wurde der doppelte Jahrestag würdig gefeiert. Die Gäste haben oft die Lieder gemeinsam gesungen, dadurch wurden bei den Älteren Erinnerungen wach. Auch die Kindergartenkinder der Gemeinde und die Schüler der Sankt István-Grundschule zeigten, wie sie die ungarndeutschen Traditionen pflegen. Zum Abschluß sangen alle gemeinsam. Die Chormitglieder haben den Gästen traditionelle schwäbische Backwaren angeboten. Das Jubiläumsfest klang mit einem Ball aus, es spielte die Kapelle aus St. Peter/St. Johann.
Margarete Marton-Izing
Aus dem Inhalt
„... nur dem dritten das Brot" Seksard feiert die Einsiedlung der Deutschen vor 300 Jahren
Eine der Hauptattraktionen des Programms „Nacht der Museen" in Seksard war am 19. Juni die Eröffnung der Ausstellung über die Einsiedlung der Deutschen in der Tolnau „...nur dem dritten das Brot". Doch nicht nur im Komitatsmuseum gibt es Gegenstände, auch auf dem Hauptplatz der Stadt sind Informationstafeln zum Thema aufgestellt. Seite 1-2
Weniger Abgeordnete
Im Zuge der Verringerung der Zahl der Abgeordneten in den Selbstverwaltungen werden auch weniger Minderheitenabgeordnete bei den kommenden Wahlen gewählt. Der dem Hohen Haus von Johann Hargitai und László Szászfalvi (KNDP) eingereichte Vorschlag wurde am Montag vom Parlament mit 302 Ja- gegen 55 Nein-Stimmen (MSZP und LMP waren dagegen) gebilligt. In den lokalen Minderheitenselbstverwaltungen werden vier (statt bisher fünf), auf Budapester und Komitatsebene sieben (bisher neun) Abgeordnete tätig sein. Die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen wird voraussichtlich 37 Mitglieder haben (statt bisher 53). Das Parlament beschloß am Montag auch, daß der Wahltermin 60 Tage vorher angekündigt werden kann (statt bisher 72 Tage vorher). Die Kampagnestille wird ab jetzt auf den Wahltag begrenzt. Bisher durften die Parteien auch am Vortag nicht mehr Werbung betreiben. Der vorerst wichtigste Termin ist die Registrierung für die Wahl der deutschen Minderheitenselbstverwaltungen. Seite 1
Volkstanzseminar in Wudigeß
13 junge Pädagogen aus dem Umkreis von Budapest haben im Juni erfolgreich die Weiterbildung im Deutschen Volkstanz absolviert. Bestehend aus 5 Modulen lief die gesamte Ausbildung über das Methodikzentrum Wudigeß/Budakeszi. Nun können sie deutschen und ungarischen Volkstanz unterrichten. Ab September schreiben sie ihre Diplomarbeit und legen ihre letzten praktischen Prüfungen ab. Seite 2
Bewegende Begegnung: Fünfkirchner Vizebürgermeisterin entdeckt ihre Cousine in Ulm
Zur Eröffnung der Ausstellung „Pécs - Fünfkirchen - Pecuh ... Ungarns Europäische Kulturhauptstadt" kam am 17. Juni die Vizebürgermeisterin von Fünfkirchen, Frau Dr. Márta Kunszt, ins Donauschwäbische Zentralmuseum nach Ulm. Seite 3
Agendorf - Heimatmuseum
Die Bevölkerung von Agendorf war einst deutsch, wobei der „Heanzen"-Dialekt hier heute noch gesprochen wird. Auf eine mehr als 100jährige Tradition können der Agendorfer Kirchtag („Kirito") sowie in der Faschingszeit die „Hochzeitszüge", das Faschingsbegraben zurückblicken. Nach dem Zweiten Weltkrieg und infolge der Vertreibung der deutschsprachigen Einwohner im Jahre 1946 verlor auch das Tragen der Trachten an Bedeutung. Heutzutage wird dieser schöne Brauch wieder aufgenommen, indem Mitglieder der Tanzgruppe und des Gesangvereins bei ihren Auftritten in Trachten erscheinen. 1999 wurde die Idee geboren, ein Heimatmuseum einzurichten, und noch im selben Jahr wurde sie in die Tat umgesetzt. Seite 4
Ein Schwabe und seine Bildwirkerei Gobelin-Ausstellung von Dr. Árpád Kurcz in Willand
Was für die meisten eher ein Frauenhandwerk zu sein scheint, ist für Dr. Árpád Kurcz eine Selbstverständlichkeit. Der pensionierte Tierarzt aus Willand beschäftigt sich nämlich bereits seit 1956 mit Gobelins. Und das anfängliche Hobby hat er in den vergangenen Jahrzehnten zu einer kunstvollen Darstellungsform entwickelt. Seine Werke wurden am 17. Juni im Ortsgeschichtlichen Museum in Willand der Öffentlichkeit in Form einer Ausstellung zugänglich gemacht. Seite 5
Ofner Bürger, Pester Stadtbewohner Wertordnung und Mentalität im 19. Jahrhundert
Unter diesem Titel sind etwa 250 Objekte im Budapester Historischen Museum aus dem Besitz von Partnerinstitutionen und Privatpersonen gesammelt worden, um aus der Periode zwischen Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Vereinigung der drei Stadtteile Ofen, Pest und Altofen im Jahre 1873 zu Budapest die soziale und kulturelle Entwicklung der Bevölkerung zu dokumentieren. Die Themenkreise der repräsentativen Ausstellung beschäftigen sich mit den typischen „bürgerlichen Werten", wie z. B. Familie und Wohnung, Arbeit und Bildung oder Mäßigung und Ordnung. Seite 6
Visitation des Kardinal-Primas in Tarian
In diesem Jahr begannen bischöfliche Visitationen im Erzbistum Gran-Budapest. „Bei diesen Besuchen soll Christus und seine persönliche Liebe zum Erscheinen gebracht werden", sagte Kardinal-Primas Péter Erdô, Erzbischof von Gran-Budapest, der am 17. Juni die Kirchen- und Dorfgemeinde Tarian besuchte. „Dieser Besuch ist ein Gnadenereignis, etwas ganz Besonderes. Der größte Hirt und Behüter unserer Seele, Jesus Christus, besuchte sein Volk und erlöste die Welt. Damit soll in uns der apostolische Eifer erweckt werden", so begrüßte Zoltán Szabó, Pfarrer der Tarianer Kirchengemeinde, seine Exzellenz. Die Visitation begann mit einer Messe. Seite 11
Wer ist der oder die ideale GJUlerIn?
Die TeilnehmerInnen haben auf den großen weißen Papieren mit Buntstiften, Filzstiften und Kreide gezeichnet und gemalt, bis sie letztendlich die Figur des/der idealen GJUlerIn entworfen hatten. Er oder sie soll gut aussehen, Humor haben, kommunikativ sein, Hobbys haben, Sport sowie die Natur mögen und Interesse für die Ungarndeutschen bzw. die deutsche Kultur aufweisen, so lauteten die Wünsche. Die wichtigste Charakteristik des/der idealen GJUlerIn sei aber, daß er/sie die GJU mag und dabei für ihn/sie die Gemeinschaft und die Zusammengehörigkeit wichtig sind. Seite 13
300 Jahre Ansiedlung der Schwaben in Schaumar
Mit den Ulmer Schachteln auf der Donau kamen die ersten deutschen Siedler und fanden vor 300 Jahren ihre neue Heimat in Schaumar/Solymár. Daran erinnerte man sich am 20. Juni mit einem großen Fest. Am Morgen startete ein Umzug vom Friedhof zur Kirche, an dem die ganze Siedlung, groß und klein, jung und alt, in Trachten teilnahm. In der Kirche wurde eine heilige Messe zum Gedenken an die Ahnen gehalten, musikalisch umrahmt vom Frauen- und Männerchor. Nach der Messe wurde der Ansiedlungs-Gedenkstein eingeweiht. Seite 13
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