Erneuerter Kindergarten in Wudigeß übergeben
Erziehung in zwei Sprachen und zwei Kulturen
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04.06.2010
Als „Insel der Ruhe" bezeichnete der Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, Otto Heinek, den erneuerten Kindergarten Kunterbunt in Wudigeß/Budakeszi, in dem die Kinder in zwei Sprachen und zwei Kulturen erzogen werden. Das Gebäude, 1898 von „Scheneck János és Katalin" erbaut, ist nun - einzigartig im Land - im Besitz des Deutschen Stadtrates von Wudigeß, der am 28. Mai zur feierlichen Übergabe des sanierten Kindergartens Kunterbunt-Tarkabarka einlud.

Foto: I. F.

Knapp vor einem Jahr, im Sommer 2009, begann man mit der Umgestaltung, die 242,3 Millionen Forint kostete und im Rahmen des Programms für Mittelungarn des Entwicklungsplanes Neues Ungarn durchgeführt wurde. Die Finanzierung wurde durch EU-Quellen ermöglicht, der Deutsche Stadtrat gewann die Fördermittel. Zur Erneuerung des Kindergartens trug mit 50 000 Euro (ca. 14 Mio. Forint) die Gemeinnützige Hermann Niermann Stiftung aus Düsseldorf bei, die europäische Minderheitenprojekte fördert. Dies tat die Stiftung gern, betonte Dr. Andreas Sonntag, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stiftung, bei der Übergabefeier. Eine weitere Spende von 5 Mio. Ft kam von Domain.hu GmbH., vertreten durch Heinrich Hambuch.
Der originale Gebäudeteil wurde vollkommen umgebaut bzw. um mehrere neue Räume erweitert, so daß die Institution insgesamt 160 Kleine (60 mehr als zuvor) beherbergen kann. Die sich erneuernden Energiequellen erhielten eine wichtige Rolle. Der elektrische Strom wird mit Hilfe von Photovoltaikanlagen, das warme Wasser durch Sonnenkollektoren hergestellt. Das Licht wird in die Räume ohne Fenster mit Hilfe von Spiegeln (Solarspot) eingeleitet. So schwimmen die Räume sogar bei bewölktem Himmel im Licht. Es gibt Computer mit Internetanschluß, in jedem Raum an der Wand ein SMART Board, welches den interaktiven Unterricht fördert. Das Erdgeschoß ist auch für behinderte Kinder begehbar, und man dachte auch an schwachsichtige Kinder: Der Fußboden wurde mit schrillen Farben und mit Füßen fühlbaren Formen versehen, so daß jedes Kind sicher im Gebäude verkehren kann.
„Es war uns eine große Freude, daß unser Kindergarten endlich fertiggeworden ist und die Kinder bald wieder ins Gebäude einziehen dürfen. Das Haus ist ein gut durchdachtes Konzept", sagte die sichtlich glückliche Vorsitzende des Deutschen Stadtrates Wudigeß, Maria Herczegh-Kóthy, die auf Goethes Spruch verwies: "Zwei Dinge sollen Eltern ihren Kindern mitgeben: Wurzeln und Flügel!" „Genau das wollen wir auch!"
(sch)



Aus dem Inhalt

Minderheitenwahlen

Bis zum 15. Juli muß/kann man sich registrieren lassen, um an den Wahlen der deutschen Minderheitenselbstverwaltungen im Herbst teilnehmen zu können. Wählen kann nur die/derjenige, die/der vom Notär ins Wählerverzeichnis aufgenommen wird. Davon wird die Wählerin/der Wähler in Kenntnis gesetzt.
In den letzten Tagen mußte jeder Staatsbürger das notwendige Formular bekommen haben, das, ausgefüllt, beim örtlichen Notär abgegeben werden muß.
Wichtig: Auf dem Formular muß man die neunstellige Personalnummer (személyi szám!) eintragen.
Auf Seite 3 können Sie den Wahlaufruf der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen lesen.
Andere diesbezügliche Informationen finden Sie auf der Webseite:
www.valasztas.hu
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1. Stifolderfestival in Feked - Einzigartige gastronomische Veranstaltung

45 Personen hatten sich zur Teilnahme am 1. Stifolderfest beworben, das im Rahmen der Branauer Stimmungsparade am 29. Mai im 200-Seelen-Dorf Feked stattfand und auf das zahlreiche in- und ausländische Gäste neugierig waren. Hier konnte man nicht nur die Geschichte der bekannten, berühmten Wurstart kennenlernen, sondern diese natürlich auch kosten.
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Wir Doppeldemokraten

Seitdem die Grenzen offen sind und Satellitenteller auf den Dächern prangen, kennen wir uns auch in den deutschen Verhältnissen bestens aus. Dem deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler sind im fernen Afghanistan einige Worte rausgerutscht, die er vielleicht ein zweites Mal nicht so gesagt hätte und die er vielleicht gar nicht so gemeint hat, wie sie dann ins Mikrophon gesprochen klangen. Heftige Kritik waren die Folgen, die er für sich und Deutschland erwog, und es war ihm natürlich, im Interesse seiner eigenen Integrität und im Interesse Deutschlands auf sein auch international angesehenes Amt zu verzichten. Wir Ungarndeutschen, die uns via Satellit oft als ein Teil der bundesdeutschen Öffentlichkeit betrachten, können seine Motivation verstehen und selbst die Reaktionen wundern uns nicht. So geht es eben in einer europäischen Demokratie zu, wir verstehen alles.
Dann haben wir die Chance, ein anderes Fernsehprogramm einzuschalten, wo es auf ungarisch weitergeht und in dem wir die Demokratieauffassung ungarischer Art vermittelt bekommen.
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Erfahrungsaustausch und Verstärkung der Freundschaft

Um die Partnerschaftsbeziehungen der Komitate zu vertiefen und den fachlichen Austausch weiterzuführen, wird jährlich eine Reise für die Bürgermeister, Notäre und Mitarbeiter der Kleinregion im Talboden in verschiedene Länder und Städte organisiert, mit denen schon eine langjährige fachliche Zusammenarbeit besteht.
Unter der Leitung von Árpád Potápi, Bürgermeister von Bonnhard, Parlamentsabgeordneter und Leiter des Konsortiums, machte sich vor kurzem eine aus 25 Personen bestehende Gruppe auf den Weg nach Prag, Dresden, Bautzen und Radibor.
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Sagetal: neues Heimatmuseum eingeweiht

Die Gemeinschaft der ungarndeutschen Heimatmuseen wurde um ein neues Mitglied reicher. Am Pfingstsonntag versammelte sich groß und klein in Sagetal/Szakadát, in der Tolnau, um das neue Heimatmuseum in Besitz zu nehmen.
Sagetal hat etwas ganz Besonderes geleistet. Das durch die Ortsverwaltung 2009 gekaufte Haus wurde in Ordnung gebracht und bis zum Mai dieses Jahres auch fertig eingerichtet. Das kleine Dorf hatte zuvor eine einfache Heimatstube, aber diese taugte nur für Sitzungen der Minderheitenselbstverwaltung. Die Leute hier wollten etwas mehr. Sie wollten eine Begegnungsstätte, in der sie plaudern, singen, kochen und backen, Feste feiern können. Hierfür ist das jetzt eingeweihte Heimatmuseum vollständig geeignet.
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In Jula immer willkommen

Schon seit Jahren funktioniert in Jula ein aktiver Arbeitskreis, bestehend aus den Mitgliedern der Deutschen Selbstverwaltung, des Deutschen Schulvereins und der Gemeinschaft der Zivilorganisationen. In enger Zusammenarbeit werden gemeinsame Programme erarbeitet und durchgeführt.
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Haraster Dorfmusik erreichte den 2. Platz in der Kategorie Profi

Rekordverdächtig war das Angebot an internationaler Blasmusik bei der 11. Europameisterschaft der böhmisch-mährischen Blasmusik vom 21. - 23. Mai in Sillian (Österreich). An drei Tagen auf drei Bühnen spielten am Pfingstwochenende 25 Musikgruppen aus sieben europäischen Ländern in Sillian um die Gunst der Jury und um den Titel des Europameisters 2010. Vier Profigruppen aus Tschechien, Ungarn und Österreich sowie 21 weitere Kapellen aus der Schweiz, den Niederlanden, Belgien und Deutschland nahmen an diesem Wettbewerb teil. Ungarn wurde von der „Haraster Dorfmusik" vertreten.
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Barátság-Anthologie - im Dienste der Minderheiten

Nach der Präsentation in Szegedin wurde jetzt die Barátság-Anthologie im XI. Bezirk von Budapest vorgestellt. Die Bedeutung dieser Anthologie mußte nicht extra betont werden, da sich die Anwesenden über die Wichtigkeit der Auswahl der literarischen Texte der Minderheiten in Ungarn bewußt waren. Eine sehr innige, familiäre Stimmung herrschte am 27. Mai im Budapester Karinthy-Salon. Organisatorin und Herausgeberin Eva Mayer-Bajtai hatte die Moderation übernommen. Die Autoren und auch das Publikum waren begeistert von dem sehr anregenden, inspirierenden Ereignis.
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„Der kleine Harmonikaspieler" spielt nicht mehr

Martin Rittlinger, „Marci bácsi", ist in der Nacht vom 29. zum 30. Mai von uns gegangen. Seinen letzten Auftritt durften noch viele Freunde und Zuschauer im vollbesetzten Granarium in Schomberg am vergangenen Samstag miterleben. Trotz seines angegriffenen Gesundheitszustandes ließ Martin es sich nicht nehmen, beim Treffen der Musiker mit ihren alten Instrumenten dabeizusein, mit seinen langjährigen Freunden und Kollegen Musik zu machen, zur eigenen Freude und auch natürlich zur Freude des Publikums. Des Publikums, das ihm jahrzehntelang begeistert zuhörte und das ihn mit stehendem Applaus feierte. Die Worte des Bürgermeisters taten ein übriges, um Martin einen würdigen Abend zu bereiten.
Viele Auszeichnungen und Würdigungen kennzeichneten den Weg dieses außergewöhnlichen Musikers. Beim Tag der Ungarndeutschen Selbstverwaltungen am 13. Januar 2007 im Kongreßzentrum in Budapest wurde Martin Rittlinger aus Boschok in Würdigung seiner hervorragenden Arbeit im Musikleben die Ehrennadel in Gold für das Ungarndeutschtum verliehen.
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Der „Waldviertler Ölscheich"

Die Stromerzeugung durch Biogas, Windenergie oder Photovoltaik ist zwar sehr umweltfreundlich, erfordert aber die Zusammenarbeit mit dem nächsten E-Werk, denn Strom kann nicht gespeichert werden. Es funktioniert, indem der Erzeuger von Strom diesen an das E-Werk verkauft und gleichzeitig wieder zum Abnehmer des Stroms vom E-Werk wird. Durch wechselnde Strompreise ist die Einsatz-Gewinn-Rechnung vorher jedoch nicht minuziös genau aufzustellen.
Der Unternehmer Ulrich Achleitner in Groß-Siegharts (Niederösterreich) nahm den Rechenstift zur Hand und hatte bald herausgefunden, daß es für seine Bandfabrikation finanziell vorteilhafter ist, energieautark zu sein. Weil für Hackschnitzel auf seinem Betriebsareal keine ausreichenden Lagermöglichkeiten vorhanden waren, kam er auf Rapsöl.
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Austauschprojekt des Fünfkirchner ANK-Gymnasiums mit dem Gymnasium Pettau

Seine Nachbarn besser kennen lernen, sich über die gemeinsame Vergangenheit und die gemeinsame Gegenwart gewahr werden und über eine gemeinsame Zukunft sprechen; dies ist das Ziel eines Projektes, das bereits im vergangenen Sommer von Frau Gyurkó, Fachobfrau Deutsch am ANK Apáczai Gymnasium in Fünfkirchen/Pécs und Dr. Gerald Hühner, Programmlehrkraft der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen in Pettau/Ptuj (Slowenien), initiiert und mit Frau Molnár in den Sprachen Deutsch und Englisch durchgeführt wurde. Da Fünfkirchen dieses Jahr den Titel „Kulturhauptstadt" trägt und 1012 Marburg/Maribor und Pettau selbigen Titel ebenfalls innehaben werden, bot es sich an, Jugendliche einzuladen, sich Gedanken über die Gemeinsamkeiten zwischen diesen beiden Städten zu machen.
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Deutsche Minderheiten in den Museen

Anläßlich der Jahrestagung der Kommission für Geschichte und Kultur der Deutschen in Südosteuropa in Kooperation mit dem Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm (7. bis 9. Oktober 2010) findet am 6. Oktober ein Nachwuchsseminar statt. Es bietet Studierenden und Doktorand/in/en die Gelegenheit, in das Tagungsthema eingeführt zu werden und fachliche Kontakte zu knüpfen.
Die Tagung greift am Beispiel der deutschen Minderheiten in Südosteuropa Prozesse, Akteure und Folgen der Musealisierung historischer Ereignisse auf. Das eintägige Nachwuchsseminar bietet dazu einen ersten Zugang hinsichtlich historischer, museumstheoretischer und praktischer Fragestellungen. Damit verknüpft sind auch Einblicke in das Museum als attraktives Berufsfeld für Historiker(innen). Die anschließend stattfindende internationale Tagung bietet den Teilnehmern/innen des Nachwuchsseminars zudem die Gelegenheit, mit Experten zum Thema ins Gespräch zu kommen.
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