25 Jahre seiner Gründung feierte zu Pfingsten der Lenau-Verein. Das Lenau-Haus - das kulturelle Zentrum und Sitz des Vereins - wurde vor 20 Jahren eingeweiht. Im Festprogramm stand nicht nur eine Jubiläumsfeier, sondern Pfingsten beging die deutsche Minderheit in Fünfkirchen mit einer deutschsprachigen heiligen Messe, mit einem musikalischen Frühschoppen auf dem Széchenyi-Platz und mit einer Gala am Sonntagnachmittag.
Platzmusik auf dem Széchenyi-Platz Foto: Johann Habel
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Dicht gefüllt war die Innenstädtische Pfarrkirche in Fünfkirchen, am Sonntag um halb Zehn, als die deutsche Messe begann. Der Nationalitätenchor aus Saswar/Szászvár wirkte beim Gottesdienst musikalisch mit. Unter den Gläubigen erschienen auch Weinritter aus aller Welt, denn der Weltverband der Weinorden hielt gerade in Fünfkirchen seinen 46. Kongreß (siehe Seite 3). Nach der Messe wurden die Menschen auf dem frisch erneuerten und eingeweihten Széchenyi-Platz nicht nur mit strahlendem Mai-Sonnenschein begrüßt, sondern auch mit Musik und Tanz. Das Leôwey-Tanzensemble zusammen mit der kroatischen Tanzgruppe zeigte, wie man aus Kreuzpolka und Kolo eine gefällige Tanzmischung zaubern kann. Kurz nach elf Uhr waren schöne Melodien auf dem Hof des Lenau-Hauses zu hören. Die Blaskapelle Alte Kameraden aus Nadasch spielte auf. Denn es gab ja etwas zu feiern, und zwar die Tatsache, daß der Lenau-Verein vor 25 Jahren gegründet wurde. Wie Lorenz Kerner, der Vorsitzende der Organisation, ausführte, hatten die Gründer damals eine Art Vorreiterrolle inne, und diese versuchen sie auch in Zukunft beizubehalten. Gefeiert wurde am Pfingstsonntag auch die Einweihung des Lenau-Hauses vor 20 Jahren. Eine maßgebende Unterstützung kam damals von der Partnerstadt Fellbach in Baden Württemberg. Vorangetrieben hat die Sache der damalige Oberbürgermeister Friedrich Wilhelm Kiel. „Die Vereinsgründung vor 25 Jahren war etwas Erstmaliges, sie war Vorbild. Die damaligen Geschehnisse sind natürlich eng verwoben mit unseren Bemühungen, eine Städtepartnerschaft über den Eisernen Vorhang hinweg zu schließen. Also die Gründung der Städtepartnerschaft, des Lenau-Vereins und der Bau des Lenau-Hauses sind unzertrennlich. Man darf ja nicht vergessen, daß das Lenau-Haus nicht nur ein Zentrum der Ungarndeutschen ist, sondern auch eine Begegnungsstätte zwischen Deutschen, Ungarn und Donauschwaben. Die damaligen Aufgaben und Ziele sind auch heute aktuell. Denn die Menschen müssen im vereinten Europa verankert sein. Dazu brauchen sie ihre Kultur, ihre Identität, und sie müssen sich auch wohlfühlen. Das geht nur mit Bodenständigkeit, und das garantiert das Lenau-Haus auch in der Zukunft", erklärte Kiel im Gespräch mit der NZ. Fellbach hat dem Lenau-Verein als Geburtstagsgeschenk eine Spende von 10 000 Euro überreicht. krz
Aus dem Inhalt
Das XX. Szekszárder Pfingstfest - jetzt auch mit Rotwein
Sich bei einem Krug Bier oder einem Glas Wein lockerer über die Probleme der Region und des Landes unterhalten konnten heuer die Gäste des 20. Pfingstfestivals in der Komitatshauptstadt Seksard. Beim bisher als Bierfest bekannte Festival wurde auch die berühmte Seksarder Rotweinsorte „Kadarka" aufgetischt. Traditionsgemäß wurde das Fest von den Vorsitzenden des Deutschen Nationalitätenvereins und der Deutschen Selbstverwaltung zweisprachig eröffnet. Das Bierfaß wurde diesmal von Uwe Stiemke, Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Hermann-Niermann-Stiftung, angezapft. Stiemke übergab am Vortag den neuen deutschen Kindergarten in Seksard, der von der Niermann-Stiftung finanziert wurde. Seite 1
LdU-Informationsnachmittag zu den Minderheitenwahlen im Herbst
Alle größeren Städte und Komitatssitze, wo Ungarndeutsche leben, besucht Otto Heinek, Vorsitzender der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, um über die bevorstehenden Minderheitenwahlen zu informieren. In Fünfkirchen stellten in einem prallgefüllten Raum Vertreter der Minderheitenselbstverwaltungen aus dem ganzen Komitat Branau Fragen. Seite 1
Weinfest in Ödenburg
Das Weinfest zu Pfingsten in Ödenburg wurde vor etwa 20 Jahren vom Blasorchester der Stadt ins Leben gerufen, um die Werte der Stadt vorzustellen und die Blasmusik zu popularisieren. Heuer gab's also ein Jubiläum! Immer mehr heimische Winzer sind mit ihren Weinen dabei. Bei der Weinverkostung konnte man erfahren, daß Ödenburg zu Recht den Titel Hauptstadt des Blaufränkischen trägt. Berühmte Kapellen aus nah und fern unterhielten das Publikum, wie der Musikverein Rohrbach. Seite 2
Offene Keller an Pfingsten in Palkan
Zu Ehren der 16. „Offenen Keller" in Palkan/Palkonya kamen besondere Gäste in das Branauer Dorf: die Blaskapelle und Tanzgruppe von Kirchheim in Österreich, dem Kulturdorf Europas 2010. Bereits am 22. Mai startete das Programm der „Offenen Keller" mit einem Bogenschießwettbewerb und natürlich mit der Weinverkostung in den für die Besucher geöffneten Weinkellern, doch das eigentliche Hauptprogramm erfolgte am Sonntag. Nach dem Konzert der Willander Blaskapelle fand ein musikalischer Zug mit Pferden durch das Dorf statt. Interessenten konnten auch an einem Ausflug zum Konrad-Haus in Jakfall/Kisjakabfalva teilnehmen, um sich das ungarndeutsche Heimatmuseum anzusehen. Seite 3
Chorqualifizierung in Wieselburg
Unter dem Motto von Zoltán Kodály „Das Singen verschönert die Seele - die des singenden Menschen und auch die der anderen" präsentierten sich acht Chöre dem Publikum und der gestrengen Jury. In dieser nahmen Platz: Dr. Magdolna Gerzanics, Volksmusikforscherin und Leitungsmitglied des KOTA und der Vas-Lajos-Volksmusikgesellschaft, András Tóth, Musikpädagoge und Chorleiter, sowie Kapellmeister Vilmos Karner. Seite 3
Bikal - Dorfmuseum
Im Jahre 2003 kaufte die Bikaler Selbstverwaltung das von Georg Dörmer und seiner Familie 1905 gebaute Haus und ließ es aus Fördergeldern erneuern, mit dem Vorhaben, alles so wiederherzustellen wie es einst war. Dank des in den 90-er Jahren gegründeten und von Frau Dobrovódszky geleiteten Heimatkundefachzirkels konnte das Dorfmuseum recht schnell mit alten Gegenständen eingerichtet werden. Die ersten Stücke der Sammlung stammen von der Familie Kriszt. Seite 4
Künstleraustausch Neuofen - Bad Cannstatt
Der Künstleraustausch ist ein wesentliches Element der partnerschaftlichen Kontakte zwischen Bad Cannstatt und Neuofen. Seit dem 21. Mai sind im Karinthy-Salon (Budapest XI., Karinthy út 22) die Werke von Franziska Schemel und Frederick D. Bunsen zu sehen. Irene Schmid, Direktorin der Bad Cannstatter Galerie Kunsthöfle, stellte die beiden Künstler bei der Vernissage ausführlich vor und führte gekonnt in die Ausstellung ein. András Szesztay, Vorsitzender des Kulturausschusses des XI. Bezirks, war vor allem von den Werken der anwesenden Franziska Schemel angetan. Die Künstlerin hielt sich letztes Jahr in Budapest auf, machte Fotos und verarbeitete diese Aufnahmen in ihren Gemälden, die bei den Europäischen Kulturtagen in Karlsruhe unter dem Motto „Fünfkirchen - Pécs" gezeigt wurden. Seite 5
Beiträge zur Volkskunde der Ungarndeutschen 2009 erschienen
Die Beiträge des 24. Bandes der Reihe erörtern die Traditionen in Verbindung mit der Geburt und Erziehung bzw. mit dem Tod und der Friedhofskultur in Dörfern des Ofner Berglandes, ein Beitrag beschäftigt sich mit den methodischen Problemen der Erforschung volkskundlicher Daten. Seite 6
Die Gesundheit ist ein köstlich Ding
Gesundheit, Fitneß und Selfneß stehen gegenwärtig selbstverständlich im Mittelpunkt des Lebens des modernen Menschen. Ein Wellneß-Wochenende in einem Kurhotel mit Massage, die ausgeglichene Ernährung mit Biospeisen, Naturheilkunde, Antistreßmittel - die Gesundheit scheint wieder in Mode zu kommen! Doch war es vor etwa 500 Jahren anders? Die Geschichte der Heilkunde im Mittelalter erforschend findet man einige Raritäten, die die Denkweise der damaligen Menschen über diese höchst aktuellen Lebenstrends erläutern. Das Gesundheitslehrbuch des Kronstädter Arztes Paulus Kyr aus dem Jahr 1551*, ist einerseits eine wissenschaftlich fundierte Arbeit, andererseits eine amüsante Lektüre über Themen der Heilkunde, die wohl auch für den modernen Menschen unseres hektischen Zeitalters von Interesse sind. Seite 6
FUEV-Kongreß in Laibach Grundrechte auf Bildung, Medien und politische Partizipation
Auf einem professionellen, effektiven Kurs befindet sich die Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen (FUEV), meinte Präsident Hans Heinrich Hansen beim diesjährigen FUEV-Kongreß, der vom 12. - 15. Mai in der slowenischen Hauptstadt Laibach/Ljubljana stattfand. 130 Vertreter autochthoner Minderheiten aus 30 europäischen Ländern trafen im altehrwürdigen Hotel Union, um über das „Wie weiter FUEV?", über das Grundrecht auf politische Partizipation zu diskutieren bzw. die Würdenträger zu wählen. Delegierte der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen waren LdU-Geschäftsführerin Olivia Schubert sowie LdU-Mitglied und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten im FUEV, Dr. Koloman Brenner. Seite 12
Minderheitenvertreter in der Slowakei fordern umfassendes Nationalitätengesetz
Die rechtliche Situation der Minderheiten in der Slowakei muß umfassend neu geregelt werden. Auf diese Forderung haben sich die Vertreter von acht Organisationen der historisch gesehen fünf größten Minderheiten (Tschechen, Ungarn, Deutsche, Ruthenen und Ukrainer) sowie der Roma verständigt. Seite 12 * Wollen Sie mehr erfahren?
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