Vor 64 Jahren wurden zwischen dem 27. April und 16. Mai 7000 Ödenburger Deutsche aus der Stadt vertrieben. Der Vertriebenen gedachte man vom 14. - 16. Mai in Ödenburg im Rahmen mehrerer Veranstaltungen. Der Deutsche Kulturklub Ödenburg und Umgebung e. V., die Deutsche Minderheitenselbstverwaltung, der Stadtrat, der Rotary-Klub und die Evangelische Kirchengemeinde ermöglichten diese Gedenkfeier.
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In Vorträgen am Freitag sprach man über die internationalen Hintergründe der Vertreibung, über die persönlichen Schicksale anhand von Tatsachen und Daten, über die Zukunft der Ungarndeutschen. Am Abend desselben Tages wurde Pruzsinszkys "Bündelball" von der Deutschen Bühne Ungarn aufgeführt. Das Publikum konnte das Schicksal einer ungarndeutschen Familie Generationen hindurch kennenlernen. Am 15. Mai kam es zur Einweihung des Denkmals, das der Bildhauer László Kutas entworfen hat. Das Denkmal ist ein zweigeteilter Stein mit dem Stadtbild Ödenburgs und einer Inschrift. Die Worte hatte der evangelische Pfarrer Ludwig Ziermann 1946 den Vertriebenen mit auf den Weg gegeben: Mergitur, non submergitur - Taucht unter, versinkt aber nicht. Es sei wichtig, daß in der Stadt ein Denkmal an die Vertriebenen erinnere, denn so würden auch die nachfolgenden Generationen diesen Schicksalsschlag nicht vergessen, sagte die Vorsitzende des Deutschen Kulturklubs Ödenburg, Magdolna Krisch, bei der Gedenkfeier. Das Denkmal solle auch ein Mahnmal sein, damit solche Ungerechtigkeiten nie wieder passieren könnten, meinte Bürgermeister Dr. Tamás Fodor beim Gedenken an die 7000 Vertriebenen, deren Treue zu Ungarn und der Stadt unumstritten gewesen sei. Luise Mitsch aus Deutschland sprach im Namen der Vertriebenen und betonte, das Band zur alten Heimat sei nie gerissen gewesen. Das Denkmal bilde jetzt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Dekan der evangelischen Kirche, Sándor Gabnai, und der Stadtpfarrer der katholischen Kirche, Imre Horváth, weihten das Denkmal ein. In der Ausstellung "Szenen aus der Geschichte des Ödenburger Deutschtums", organisiert von Andreas Krisch, zeigen ein Zimmer, eine Schulklasse und ein Buschenschank den Alltag der Wirtschaftsbürger. Es wurden Dokumente ausgestellt, Plakate, die an das Schicksalsjahr 1946 erinnern, und eine Liste mit den Namen sämtlicher Vertriebenen. Ein Konzert am Abend bzw. ein ökumenischer Gottesdienst am Sonntag schlossen die Gedenktage. Judit Bertalan
Bürgermeister Dr. Tamás Fodor und die Vorsitzende des Deutschen Kulturklubs Ödenburg Magdolna Krisch am Vertriebenendenkmal
Aus dem Inhalt
Symbol einer beständigen Freundschaft
Mit einem offiziellen Festakt beging die Deutsche Schule Budapest (DSB) am 15. Mai ihr 20jähriges Bestehen. Neun Redner, darunter neben Schulleiter Klaus Eberl die deutsche Botschafterin Dorothee Janetzke-Wenzel, der Fachstaatssekretär im Bildungsministerium Karl Manherz, der Beauftragte der Kultusministerkonferenz der Bundesrepublik Deutschland Karl Fisher und der Vorsitzende des Stiftungsrats der Schulstiftung Stefan Okruch, gedachten vor rund 220 Gästen einer bewegten Geschichte. Beim anschließenden Schulfest ließen sich die wichtigsten Stationen nochmals im DSB-Foyer nachvollziehen. Dort waren die besten Schnappschüsse aus zwei Jahrzehnten zu einer umfangreichen Ausstellung zusammengetragen. Seite 1
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Es ist kaum drei Wochen her, als die Neue Zeitung in einem Beitrag darauf hinwies, daß die neue Regierung die parlamentarische Vertretung der Minderheiten im Nu lösen könnte (NZ 18/2010) - und schon hört man Wunderliches. Die Formel lautet 200+13. Laut Plan der künftigen Regierungskraft soll zwar das Parlament auf 200 Abgeordnete verkleinert werden, aber optional sollen 13 Plätze für die Minderheiten reserviert werden, und sollte sich die Frage klären, so könnten diese 13 Plätze vielleicht schon 2014 belegt werden. Seite 2
Großbudmer: „Die Leute haben die Sprache schon vergessen"
Die 250-Seelengemeinde Großbudmer/Nagybudmér liegt zwischen Bohl und Willand in der Branau, für die dort lebenden etwa 60 - 70 Ungarndeutschen wurde im Jahre 2006 eine Deutsche Minderheitenselbstverwaltung gegründet. „Die Leute haben die Sprache schon vergessen", meint Franz Tetz, Vorsitzender der Minderheitenselbstverwaltung, der gleichzeitig auch Bürgermeister der Ortschaft ist. Während des deutschsprachigen Interviews stellt sich dann heraus, daß der Bürgermeister viel zu bescheiden war und doch recht gut Mundart sprechen kann und diese auch gerne benutzt. Seite 3
Erstes „Gold mit Rosmarein" an das Németh-Gallusz-Duo
Die Qualifikation Gold mit Rosmarein erreichte das Németh-Gallusz-Duo aus Großmanok. Das war das erste Gold mit Rosmarein in den bisherigen drei Runden der Chorqualifikation, veranstaltet vom Landesrat der ungarndeutschen Chöre, Kapellen und Tanzgruppen. Seite 3
Über 800 Puppen zu verschiedenen Themenkreisen
Frau Magdalena Erdôs Beszprémi ist seit den Anfängen Mitglied des Chores und der Tanzgruppe in Deutschtewel. Sie hat ein Gefühl fürs Schöne, eine gute Hand und viel Geduld für Handarbeiten. Sie erreichte mit ihren Trachtpuppen auf der Internationalen Puppenausstellung in Raab den 3. Platz. Seite 4
Österreichische Oldtimer und ungarndeutsche Musik in Willand
Obwohl das regnerische Wetter einen Strich durch die Rechnung der Stadtverwaltung und der Oldtimervereine zog, war das Oldtimertreffen in Willand/Villány mit buntem Begleitprogramm alles andere als langweilig. Am 15. Mai suchten nämlich trotz des Schmuddelwetters zahlreiche Autos und viele Besucher die Weinstadt in der Branau auf. Nachdem die ungarischen, kroatischen und österreichischen Oldtimer eine Runde durch die Stadt gedreht hatten, machten sie vor dem Kulturhaus halt, damit die Interessenten die Prachtstücke auch aus der Nähe betrachten konnten. Erwartet wurden die internationalen Gäste von Bürgermeister Gyula Takáts, der in seiner Begrüßungsrede die alten Autos mit alten Weinen verglich, da beide wohl gehütet werden müssen und für ihre Besitzer sehr hohen Wert haben. Nach dem offiziellen Teil folgte ein ungarndeutsches Kulturprogramm, bestehend aus den Vorstellungen der Blaskapelle, der ungarndeutschen Tanzgruppen, des Nachtigallen-Jugendchores und des Frauenchores von Willand. Zum krönenden Abschluß wurden die Vereinsmitglieder von der örtlichen Weinbruderschaft in einen kleinen Weinwettbewerb miteinbezogen. Seite 5
„Blümchenkaffee" aus der „Wiener Kanne" Koffein nach der Art von Meinl, Franck oder Melitta
Es war keine DDR-Propaganda, was man dem ungarischen Touristen vor Jahrzehnten in Leipzig erzählte: Neben dem Pariser „Café Procope" gehört auch das Kaffeehaus „Zum Arabischen Coffe Baum" in der kleinen Fleischergasse 4 zu Europas ältesten Kaffeeschenken. Gebaut um 1500, erstmals 1556 auch schriftlich erwähnt, wurde hier seit 1711 nachweislich Kaffee ausgeschenkt. Als außergewöhnliches Firmenschild aus dem Jahre 1720 zeigt die barocke Bildhauerei einen Orientalen, der einem Putto eine Schale Kaffee reicht. Das Hauszeichen symbolisiert so die Geschichte des Kaffees, als Kulturgeschenk des Orients an den Okzident. Zu den berühmtesten Gästen gehörten von August dem Starken bis Napoleon Bonaparte auch Schriftsteller wie Lessing, Goethe, E.T.A. Hoffmann oder Musiker wie Bach, Schumann, Liszt und Wagner. Neben mehreren Café-Räumen präsentiert man hier heute Exponate aus drei Jahrhunderten sächsischer Kaffeekulturgeschichte, z. B. Kaffeemühlen, Meißener Porzellantassen, Röstgeräte und Zubereitungsgefäße. Seite 6
Straße der Museen in der Kulturhauptstadt - schön aber unfertig
Eine ganze Straße soll zu einem Museums-Komplex umgewandelt werden - das ist eines der Schlüsselbauprojekte in Fünfkirchen. Sieben Museen und ein großer Ausstellungsraum sollen in der Straße ihren Platz finden. Es gibt nur einen Haken: die Touristen sind schon da, aber die Bauten sind noch nicht fertig. Seite 11
Umbauarbeiten haben begonnen Burg von Siklós vorerst für Besucher geschlossen
All denjenigen, die aus der Kulturhauptstadt gerne einen Ausflug in die Burg von Siklós machen möchten, wird nun von ihrem Vorhaben abgeraten. Die alten Gemäuer zu besichtigen, einen langen Spaziergang im Burggarten zu unternehmen, oder einfach mal die Aussicht von der Plattform aus zu genießen - das ist nun für eine gewisse Zeit vorbei, denn die Umbauarbeiten der Burg haben begonnen. Eigentlich hätte es damit bereits im November vergangenen Jahres losgehen sollen, doch es gab zahlreiche Verzögerungen. Seite 11
Bauten der Donauschwaben - Europäisches Kulturerbe
Auf die verborgenen Werte der ländlichen und vor allem deutschen Architektur wollte die Konferenz aufmerksam machen, die zwischen dem 11. und 13. Mai in Fünfkirchen veranstaltet wurde. Seite 12
„Raus aufs Land"
18 kleine Ortschaften in der Branau haben sich zusammengeschlossen, sie wollen im Kulturhauptstadtjahr 2010 Gäste und Stadtbewohner in die Gemeinden und Dörfer locken und sie mit der Kultur der Nationalitäten vertraut machen. Eine Werbebroschüre mit Informationen und bunten Fotos über die Gemeinden und Nationalitäten hat man am 13. Mai in Fünfkirchen vorgestellt. Das Heftchen beinhaltet Programme auf dem Lande von Mai bis Dezember. Seite 12
Voices of Europe 2010 organisiert von der GJU
Das Voices - ein Chorlager - ist ein Projekt der Jugend Europäischer Volksgruppen (JEV), das jedes Jahr von einer der Mitgliedsorganisationen der JEV durchgeführt wird und auf diese Weise durch ganz Europa tourt. Ziel des Projektes ist es, Jugendliche aus europäischen Minderheiten zusammenzubringen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, die kulturelle Vielfalt der unterschiedlichen Minderheiten und Kulturen Europas kennenzulernen. Das Voices wird dieses Jahr von der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher vom 18. bis zum 25. Juli in Fünfkirchen/Pécs veranstaltet. Seite 13
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