Die Südostdeutsche Landsmannschaft Orts- und Kreisverband Geretsried-Wolfratshausen wurde am 12. März 1950 von den Landsmannschaften der Banater Schwaben, der Donauschwaben aus Jugoslawien und den Deutschen aus Ungarn gegründet.
Trachtengruppe der Deutschen aus Ungarn/Geretsried
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Während des 2. Weltkrieges und nach Kriegsende ereilte die Donauschwaben, wie viele andere Deutschen aus Osteuropa, das Schicksal der Flucht und Vertreibung aus ihrer Heimat. Die Gründungsväter der Südostdeutschen Landsmannschaft erkannten 1950, daß Herkunft und Vergangenheit der Donauschwaben besondere Überlebenschancen für die Gegenwart und Zukunft bieten. Und daß durch die engen menschlichen Bindungen Tradition, Kultur und Brauchtum gemeinsam bewahrt werden können. Das Jubiläum wurde mit einem gut besuchten ökumenischen Gottesdienst in der Petruskirche am 12. März in Geretsried begonnen. An der Jubiläumsfeier am 20. März in den Ratsstuben Geretsried nahmen hochrangige Lokalpolitiker, Vertreter der Siebenbürger Sachsen, der Landsmannschaft der Schlesier, der Griechischen Gemeinde und der Rußlanddeutschen teil. Die Trachtengruppen der Banater Schwaben und der Deutschen aus Ungarn verschönerten durch ihre Tänze die Veranstaltung. Zur Unterhaltung spielte die Gartenberger Bunkerblasmusik unter der Leitung von Roland Hammerschmidt. Die Redner riefen ins Gedächtnis, mit welchem Fleiß und Mut die Heimatvertriebenen die Stadt Geretsried aufgebaut haben und wie sie heute ein Musterbeispiel gelungener Integration sind und daß Bayern viel den Heimatvertriebenen zu verdanken habe. Die Regionen, in denen sich besonders viele Heimatvertriebene niedergelassen haben, sind es, die Bayern in der Entwicklung vorantreiben. In seiner Festrede führte Bernhard Krastl Präsident des Weltdachverbandes der Donauschwaben, aus: Man könne mit Stolz auf die letzten 60 Jahre zurückblicken. Mit Unterstützung der deutschen Regierung und durch eine vorbildliche Eingliederungsgesetzgebung sei hier der Wiederaufbau gelungen. Die Integration sei dabei immer eine Bringschuld der Neuankömmlinge gewesen. Dazu gehört auch die Charta der Vertriebenen. Ein wesentlicher Punkt der Charta ist: „Die Heimatvertriebenen verzichten auf Rache und Vergeltung." Einen Appell richtete er an die Festgäste, daß auch die nächste Generation ihre Wurzeln nicht vergessen sollte. Sie sollten mit ihren Kindern Besuche in der alten Heimat machen und Kontakte knüpfen. Durch das Programm führte Reinhold Mayer, der 2. Vorsitzende der Südostdeutschen Landsmannschaft. Mit seinem gut gelungenen Vortrag „Wer sind die Donauschwaben" versetzte Reinhold Mayer die Zuhörer bis in das Jahr 1683 zurück, als die Türken vor Wien standen Er ging auf die Besiedlung durch die Deutschen nach der Rückeroberung Ungarns ein. Das Ende des 2. Weltkrieges brachte das Ende der über 200jährigen Siedlungsgeschichte der Donauschwaben. Das über dreistündige Programm war sehr interessant und abwechslungsreich gestaltet. Hans Schmuck
Aus dem Inhalt
Frühlingserwachen und Osterprozession in Waschkut
Seit dem Jahr 323 n. Chr., als unter Kaiser Konstantin das erste Konzil von Nicäa einberufen wurde, fällt Ostern, das wichtigste Fest des Christentums, auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond. Der Tod und die Auferstehung Christi versinnbildlichen Leid und die Freude über die Überwindung des Todes und den „Sieg Gottes", Ostern ist Abschluß und Krönung der Fastenzeit. Am Karsamstag zelebrierte Pfarrer Tibor Szûcs in der Waschkuter katholischen Kirche die heilige Messe, „das Leben besiegte den Tod". Danach fand die von der Waschkuter Blaskapelle „Anton Kraul" begleitete Osterprozession statt, bei der zahlreiche Gläubige mitmachten. Seite 1
Thüringen, im Herzen Europas - in Orosháza
Die Deutsche Selbstverwaltung von Orosháza hat sich schon von Anfang an zum Ziel gesetzt, die deutschen Bundesländer und deren Kultur durch spezifische Kultur-und Sprachwochen (oder Tage) in dieser Stadt zu verbreiten. Die großangelegten Veranstaltungen sind nicht nur für die Schuljugend gedacht, sondern auch für all diejenigen, die mehr über Land und Leute wissen möchten. In diesem Jahr ging die Einladung in Richtung Thüringen, „die starke Mitte Deutschlands". Seite 1-4
Tausend Jahre
Besonders seit der politischen Wende zitieren Politiker immer wieder den heiligen Stephan, wenn sie an einer Minderheitenveranstaltung teilnehmen. Wir haben fast schon ein Mangelgefühl, wenn nicht die Worte von den Gästen fallen und davon, daß ein Land nur stark sein könne, wenn seine Bewohner mehrere Sprachen sprächen. Gäbe es einen unsichtbaren Zähler, dann würden diese Sätze gewiß die einsame Spitze unter den einschlägigen Zitaten erreichen. Mir fällt trotzdem ein vor langer Zeit gehörter Satz ein, wonach der Beruf der Nachrichtensprecher ein ganz besonders schwieriger sei. Der Sprecher müsse sich nämlich darauf konzentrieren, den Text fehlerfrei zu lesen. Dies geht nur dann, wenn sie nur das Schriftbild vor Augen sehen und keine Energie auf die Bedeutung verschwenden. Ein wirklich schwerer Job. Seite 2
Porva: Der Kindergarten soll Identität vermitteln
Im 500-Einwohnerdorf Porva, im Bakonyer Wald 30 Kilometer von Raab entfernt, lebt eine Handvoll Ungarndeutsche. Vor allem den älteren unter ihnen liegt es am Herzen, die junge Generation zum Erhalt der deutschen Identität zu führen. „Das Wichtigste, was wir erschaffen haben, ist der deutsche Nationalitätenkindergarten, er wurde im Jahre 2009 eröffnet", so Michael Valler, Vorsitzender der Deutschen Minderheitenselbstverwaltung. Der 72jährige Valler erzählt in der Mundart ganz stolz über diesen Kindergarten und über die weiteren Programme des Jahres: „Wir organisieren von unserem kleinen Geld eine Feierlichkeit am Frauentag und auch am Muttertag." Seite 3
Esterhas: Die deutsche Sprache an die jüngere Generation weitergeben
Kulturelle Veranstaltungen zu organisieren und die alten Traditionen zu pflegen, das waren die Ziele der Ungarndeutschen in Esterhas/Fertôd. Dafür gründeten sie zuerst einen Kulturverein und 2006 eine deutsche Minderheitenselbstverwaltung. „Wir möchten die deutsche Sprache an die jüngere Generation weitergeben", so faßt Jolan Kovács Kreiter, Vorsitzende der Minderheitenselbstverwaltung und Leiterin des Kindergartens, das Hauptziel des Gremiums zusammen. Seite 3
Weindorfer Familiengeschichten Die Stampfs
István Stampf wurde 1895 in Weindorf/Pilisborosjenô geboren. Seine Frau Maria war eine geborene Szimeth. Sie haben fünf Kinder erzogen. Das war damals keine ungewöhnliche Sache in einer Bauernfamilie. Stampf-Opa war Feldbauer, selbständiger Landwirt. Die Familie hatte 30 Katastraljoch Feld und war sehr fleißig. Die drei Töchter und zwei Söhne halfen schon als kleine Kinder bei der Arbeit. Und im Bauernhof gab es immer viele Arbeit, alle hatten viel zu tun. Seite 4
Neuer Grabstein für Dr. Samuel Genersich in Leutschau
Der namhafte Pathologie-Professor des Rechtsvorgängers der Semmelweis-Universität in Budapest und Rektor des Studienjahres 1910/11 sowie ordentliches Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Dr. Antal Genersich, war Enkel des Theologie-Professors Johann Genersich. Samuel Genersich, einer der Brüder seines Großvaters, wurde 1768 in Kesmark geboren. Sein Diplom der Medizin erwarb er in Wien, bis zu seinem Tode (1844) war er Stadtphysiker (Arzt) in Leutschau. In seiner Person wird auch der erste Naturkundeforscher der Zips und der Tatra verehrt. Da sein Grabstein in Leutschau verfiel, wurde eine detailgetreue Kopie errichtet. Seite 4
Die Geschichte von Bandau
Zahlreiche Ortsmonographien beweisen, daß die Muttersprache und die von den deutschen Ahnen vor Jahrhunderten mitgebrachten Traditionen und Bräuche in den ungarndeutschen Gemeinden trotz der Vertreibung bewahrt wurden und als Nachlaß für die kommenden Generationen weitergegeben werden. Zwei Bände stellen die Gemeinde Bandau/Bánd im Komitat Wesprim/Veszprém auf beinahe 1000 Seiten vor. Seite 6
„Der radelnde Holländer"
Simon Wintermans, ein Holländer, der in Fünfkirchen lebt, startete eine Fahrradtour durch die Kulturhauptstädte: Essen, Fünfkirchen und Istanbul. Er möchte neben dem Strampeln einen Film drehen, Interviews führen und einen Blog schreiben. Seite 11
Alte Geschichten, neue Mitglieder
Zu Ostersonntag wurde es laut in den beschaulichen Gassen der kleinen ungarndeutschen Ortschaft Ofalo, denn mehr als 30 Jugendliche wanderten aus Wemend nach Ofalo, um dort einen gemütlichen Nachmittag zu verbringen. Seite 13
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