Osterbrunnen in Hedjeß Drucken
2. April 2010
Zusammen mit dem „Regenbogen"-Kindergarten hat die Hedjeßer Deutsche Minderheitenselbstverwaltung eine alte Tradition aus der Versenkung der Zeit geholt. Es handelt sich um das Osterbrunnenschmücken. Der Brauch stammt aus der Zeit, als es noch keine zentrale Wasserversorgung gab und gutes Wasser eine besondere Kostbarkeit war.

Dem deutsch-fränkischen Muster nach - wo in jeder Stadt und in jedem Dorf ein Osterbrunnen geziert wird - haben wir auch im Zentrum unseres Dorfes einen wunderschönen Osterbrunnen gebaut. Die ausgeblasenen Eier haben die kleinen Kinder gesammelt und mit bunten Farben bemalt. Mit Hilfe der Kindergärtnerinnen wurden sie auf eine lange Schnur aufgefädelt. Zwei große Bogen wurden gekreuzt aufgestellt und mit grünen Ästen umwickelt. Oben haben wir die Eierschnüre schön draufgehängt. Nach dreistündiger Arbeit waren wir fertig und von dem Ergebnis begeistert!
Der Osterbrunnen steht im Zentrum des Dorfes, aus ihm sprudelt das Wasser des Lebens. Die gefärbten Eier sind das Sinnbild für neues Leben und für den christlichen Glauben an die Auferstehung. Nach dem langen grauen Winter möchten wir mit unserem Osterbrunnen auch den Frühling ein bißchen antreiben.

Martha Homoródi

Die Stiftung und Redaktion Neue Zeitung wünscht ihren Lesern ein frohes Osterfest!


Aus dem Inhalt

Ein Lebenswerk belohnen
NZ-Gespräch mit Prof. Dr. Karl Manherz

Das Mittlere Kreuz des Verdienstordens der Republik Ungarn erhielt Prof. Dr. Karl Manherz am Nationalfeiertag, am 15.März. Manherz wurde 1942 in einer deutschen Familie in Werischwar geboren. Als Germanist, Linguist und Dialektologe hat er zahlreiche wissenschaftliche Werke publiziert. Jahrelang leitete er das Germanistische Institut an der Eötvös-Lóránd-Universität (ELTE) in Budapest und als Rektor und Dekan die ELTE. Er war Vorsitzender des Deutschen Verbandes, stellvertretender Minister vor der Wende, Staatssekretär in der Antall-Regierung, seit 2006 ist er Fachstaatssekretär für das Hochschulsystem im Bildungsministerium. NZ sprach anläßlich seiner Auszeichnung mit Prof. Manherz.
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Strudelfestival in Magotsch
Überraschung: Bohnenstrudel

Über 20 Frauen versammelten sich in der Magotscher Schule, mit Schüsseln und Schürzen ausgerüstet, um der „geheimnisvollen" Kunst des Strudelbackens zu frönen. Voller Tatendrang standen geübte Hausfrauen und einige „Lehrlinge" an den Tischen und begannen, gutgelaunt den Teig zu rühren. „Ich habe die Frauen so verteilt, daß bei allen Tischen Hausfrauen stehen, die schon seit Jahrzehnten traditionellen Strudel backen", sagte die Organisatorin Theresia Strasser, Vorsitzende der hiesigen Deutschen Minderheitenselbstverwaltung.
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„Was einem am Herzen liegt, das kann man nie aufgeben"
Interview mit Karolina Spergel, Trägerin des Alexander-Wekerle-Preises

Das Komitat Weißenburg vergibt jedes Jahr am 15. März den Alexander-Wekerle-Preis. Es ist eine Auszeichnung, die Menschen bekommen, welche Unvergängliches für die Einwohner des Komitats und für seine Nationalitäten geleistet haben. Dieses Jahr hat den Preis Karolina Spergel aus Gant erhalten. Seit 19 Jahren ist Frau Spergel bestrebt, die Kultur und Sprache der Ungarndeutschen in Gant und im Komitat zu erhalten und zu pflegen. Sie ist Gründerin von Tanzgruppen, Chören, war jahrelang in der Deutschen Selbstverwaltung von Gant tätig. Die Deutsche Selbstverwaltung des Komitats Weißenburg organisierte auch eine Feier für Frau Spergel anläßlich ihrer Auszeichnung. Dort hat die NZ mit der Preisträgerin gesprochen.
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Kalasch - Heimatmuseum

Die Ansiedlung der Deutschen in Kalasch/Budakalász erfolgte um 1820 - 1830 aus den umliegenden Ortschaften wie Irm/Üröm, Weindorf/Pilisborosjenô und Ofen/Buda. Anfangs beschäftigten sie sich mit Landwirtschaft, bis im Jahre 1882 die Filoxera dem berühmten Weinbau ein Ende setzte. Im Sommer 1888 wurde die Stadtbahnlinie Budapest-Sankt Andrä/Szentendre in Betrieb gesetzt, die auch für die Kalascher Einwohner die Arbeitnahme in den Industriebetrieben der Hauptstadt erleichterte.
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Weindorfer Familiengeschichten
Die Mayers

Sie waren keine berühmten Künstler, keine hervorragenden Wissenschaftler. Sie waren einfache Leute. Sie haben vom frühen Morgen bis zum späten Abend fleißig gearbeitet, für die Familie, für das Dorf, für die Stadt. Sie waren Landwirte, Bauernknechte, Facharbeiter.
Der Weindorfer Maurer Franz Mayer war ein kleiner, magerer Mann. Und trotzdem war er stark, zählebig. Er konnte ausdauernd arbeiten und hatte keine ungelöste Aufgabe. Obwohl er einen deutschen Namen hatte, wurde er seinerzeit nicht vertrieben, weil die Gesellschaft seine Arbeit, seine Sachkenntnis brauchte. Er hat mit vielen Kollegen zusammen in Budapest den Südbahnhof aufgebaut. Die Eisenbahn war ein guter Arbeitgeber, der Maurer und seine Frau waren Freikartenbesitzer. Damit haben sie viele Reisen durch das Land gemacht.
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Ein Lebenswerk besonderer Art
Josef Bartls Kunst im Haus der Ungarndeutschen

Ein Lebenswerk besonderer Art ist im Budapester Haus der Ungarndeutschen zu besichtigen. Josef Bartls aktuelle Ausstellung ist anläßlich der Verleihung des Lebenswerkpreises an den VUdAK-Künstler zum „Tag der Ungarischen Malerei" im Jahr 2009 durch die Branche realisiert worden. Durch „Artchivum" sind die Werke freundlicherweise zur Verfügung gestellt worden. Die ausgestellten Werke liefern Einblick in fast alle Schaffensperioden des bekannten Meisters und Gründungsmitglieds des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und Künstler. Der aus Schorokschar stammende Josef Bartl wurde auch durch die Künstlerkolonie in Sankt-Andrä/Szentendre stark geprägt. Seine mit ständigen festen Motiven durchwobenen Gemälde greifen immer wieder auf die bekannt-geliebten volkskulturellen Gegenstände des Schorokscharer Meisters zurück. In einer sehr durchdachten modernen Formsprache arbeitet er in seinen Bildern Identität, Gedankenwelt auf.
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Barocke Fayencekunst in Ungarn
Holitsch, Totis und Ofen im 18. Jahrhundert

Die Fayence ist eigentlich eine Art von Keramik, deren Grundmaterial einfacher Ton ist, das Geschirr erhält dann eine weiße oder farbige zinnhaltige Glasur. Die auch von den Deutschen übernommene französische Bezeichnung ist vom Namen der italienischen Stadt Faenza abgeleitet, in der schon im 16. Jahrhundert die Majolikaherstellung florierte. Die Produktion verbreitete sich im 17. Jahrhundert zunächst in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland, dann überall europaweit.
Das frisch erschienene Buch in ungarischer, deutscher und slowakischer Sprache „Fayencekunst in Holitsch, Totis und Ofen im 18. Jahrhundert" behandelt die Geschichte der drei bedeutendsten Manufakturen im damaligen Ungarn: Holics (heutiger slowakischer Name Holic), Tata und Buda.
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Dr. Franz Szeifert ist 80 geworden
Prophet im Heimatort Tscholnok

Insgesamt 14 Geistliche nahmen an dem Gottesdienst am 6. März in der Tscholnoker Kirche hl. Johannes von Nepomuk teil, als Kardinal László Paskai, Erzbischof zu Gran/Esztergom i. R., die heilige Danksagungsmesse für den nun 80 gewordenen Tscholnoker Pfarrer Dr. Franz Szeifert las. Die heilige Messe, an der zahlreiche Gläubige, Bekannte und Freunde mitfeierten, wurde von dem Tscholnoker Wagenhoffer-Frauenchor musikalisch mitgestaltet, dessen deutsche Lieder in Orgelbegleitung von Ladislaus Szax das Feierliche noch erhöhten. Am Ende des Gottesdienstes begrüßte Pfarrer László Kis-Maly, Dekan aus Daurog, den Jubilar in drei Sprachen: Ungarisch, Deutsch und Slowakisch. (Während seiner langjährigen Tätigkeit in Pilisszentlélek lernte Franz Szeifert die Messe auch in der Sprache der dortigen Nationalität, Slowakisch zu lesen!)
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Budaörs keresztjei - Kreuze in Wudersch

Das Buch „Budaörs keresztjei - Kreuze in Budaörs" ist bereits vor einigen Wochen erschienen, aber am 13. März wurde es dem Publikum auch offiziell vorgestellt. Die Autoren, Nóra Boross und István Várhegyi, versuchten im vorletzten Augenblick, noch die Erinnerungen an die ehemals viel zahlreicheren Wegkreuze in Wudersch wachzurufen und mit Hilfe von kleinen Interviews diese noch vorhandenen sakralen Denkmäler vorzustellen, ihrer Entstehungsgeschichte nachzugehen.
Seite 11-12

Dem deutschen Publikum die kulturelle Vielfalt Ungarns näherbringen

Gábor Törôcsik, Kulturmanager der Robert Bosch Stiftung, ist im Kulturbüro der Stadt Karlsruhe vor allem mit dem Festival Europäische Kulturtage beschäftigt. Dieses Festival findet zweijährlich statt und ist das größte Kulturfestival der Region. Dieses Jahr stehen Budapest als Hauptstadt und Fünfkirchen als Kulturhauptstadt Europas 2010 im Mittelpunkt der Veranstaltung. NZ befragte den Kulturmanager aus Ungarn.
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