Berkina/Berkenye ist während der Türkenzeit völlig zerstört worden. In dem verödeten Gebiet hat 1718, während der Herrschaft von Karl III., der damalige Bischof Friedrich Althann deutsche Familien angesiedelt. Sie kamen aus Baden-Württemberg und beschäftigten sich hauptsächlich mit Landwirtschaft und Viehzucht.
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Im Jahre 1995 wurde in einem früheren deutschen Bauernhaus ein Heimatmuseum eingerichtet, um die über 100 Jahre alten Gebrauchsgegenstände und Werkzeuge für die späteren Generationen aufzubewahren. Das Gebäude aus den 1850er Jahren ist ein schmales Haus mit langem Gang und Holzsäulen, das alle Merkmale der einstigen dörflichen Baukunst aufweist. In der Küche, die eine Holzdecke und einen ziegelbedeckten Fußboden hat, befindet sich der letzte Backofen der Ortschaft. Die Einwohner sammelten viele und interessante Gegenstände, z. B. Wandregale mit Tellern, Krügen und Milchtöpfen. Eine wunderschöne alte Waage, Holz- und Keramikgegenstände stehen auf Behältern und auf dem Backofen. In der Wohnstube sind unter anderem geschnitzte und mit Intarsien verzierte Kleiderschränke mit vielen örtlichen Kleidungsstücken und Trachten zu sehen, in die zum Teil große Puppen bzw. Spielzeugpuppen gekleidet sind. Auf dem Tisch liegen unter einer Glasscheibe Schriften und seltene Dokumente, die einen Einblick in das Leben der ehemaligen Einwohner der Ortschaft geben. Hier ist auch die Dorfchronik in ungarischer und in deutscher Sprache zu lesen sowie die Ansiedlungsurkunde der Gemeinde von 1718. In der Kammer befinden sich Werkzeuge, Geräte und verschiedene Gegenstände, die für das Alltagsleben wichtig waren.
Die Ausstellung ist nach Anmeldung bei der Selbstverwaltung zu besichtigen! Adresse: Petôfi utca 17 Telefon: 06 35/362-321
Aus dem Inhalt
Zur Erinnerung an die Vertreibung der Leinwarer Schwaben
Der Pfarrer von Leinwar/Leányvár schickte am 23. März 1946, einen Tag vor der Vertreibung, einen Brief an die deutschen Familien. Der Pfarrer versuchte, ihren Schmerz ein bißchen zu mildern, er wollte ihnen Kraft zu der langen Reise und dem harten Kampf, die ihnen bevorstanden, geben. Am 24. März 1946 um 11.30 Uhr fuhr ein Zug mit den Schwaben los. 70 Prozent der Bevölkerung wurden vertrieben, nur die Bergleute durften bleiben, man brauchte nämlich ihre Arbeitskraft. Die Menschen im Zug wußten nicht, wohin sie fahren werden, außerdem wurden sie unter unmenschlichen Umständen in Tierwaggons transportiert. Die meisten schrieben mit Kreide Sprüche an die freien Flächen der Waggons. So brachten sie ihre Aussichtslosigkeit und Hoffnungslosigkeit zum Ausdruck. Z. B.: „Wir fahren hin und her und haben keine Heimat mehr." Niemand von ihnen wußte, ob sie jemals in die alte Heimat zurückkehren können. Doch einigen gelang es, aus dem Zug zu fliehen oder aus Deutschland zurückzukommen. Seite 1-2
Weissensee: Gemeinschaftssinn und Kulturinteresse
Weißensee/Fehértó ist ein beschauliches Örtchen mit 500 Einwohnern, etwa 30 Kilometer von Raab/Gyôr entfernt. Seit 2006 gibt es in Weißensee auch eine deutsche Minderheitenselbstverwaltung, obwohl da eigentlich laut Geschichte nie Deutsche ansässig waren. Aus den Nachbarorten zogen in den vergangenen Jahrzehnten einige Deutsche in die Ortschaft und wurden hier seßhaft. Garant für eine immer aktivere Kulturarbeit aber war vor allem Anna-Maria Schalk. Seite 1
Liebe Ärzte?
Sie wollen keinen Vertrag unterzeichnen, der sie neun Jahre lang an ein Krankenhaus fesseln würde, sagen die jungen Ärzte, die nach dem Grundstudium vor der Spezialisierung stehen. Wenn ihre Ausbildung 5 bis 15 Millionen Forint kostet, so habe der Staat doch einen Grund, von den Ärzten zu fordern, sagt der Minister. Welcher Stand, wenn nicht der der Ärzte, kann es sich leisten, die eigenen Interessen bis zum letzten Atemzug (der Gesellschaft) zu verteidigen? Zumindest denkt man das aufs Erste. Seite 2
„Das Wagnis, von den anderen abweichende Wege zu gehen"
Ákos Matzon, Vorsitzender der Sektion für bildende Kunst des Verbandes Ungarndeutscher Autoren und Künstler, erhielt am 14. März den Munkácsy-Preis. Anläßlich dieser hohen Auszeichnung sprach NZ mit dem Künstler über den Preis, zukünftige Pläne, laufende Projekte und über seine Kunstauffassung. Seite 3
Schon 62 Jahre in Bautzen
Der 78jährige Johann Sieber wohnt mit seiner acht Jahre jüngeren Frau Maria in einem ruhigen Viertel von Bautzen in einem schmucken Eigenheim. Bei meinem Besuch bei ihnen lernte ich auch Großcousin Matthias Stier, der in Eulowitz ansässig ist, kennen. Alle drei stammen aus Kleindorog in der Tolna. Am 2. März 1948 wurden sie von ihrem Grund und Boden vertrieben und kamen nach einer kurzen Zwischenstation in der grauen Kaserne in Pirna am 17. März in Bautzen an. Seite 4
Pécs - Fünfkirchen - Pecuh Raum(Zeit)Bild einer Stadt und ihre Minderheiten
„Pécs - Fünfkirchen - Pecuh" - unter diesem Titel können die Interessenten im Fünfkirchner Stadtgeschichtlichen Museum an einer Zeitreise in die Geschichte der Stadt mit all ihren Facetten teilnehmen. Im Blickpunkt der Ausstellung stehen die in der Stadt lebenden Minderheiten. Seite 6
20 Jahre Demokratisches Forum der Banater Berglanddeutschen 20 Jahre „Echo der Vortragsreihe"
Vor zwanzig Jahren wurde das System der demokratischen Foren der Minderheiten in Rumänien gegründet, 2010 wird im Banater Bergland besonders mannigfaltig gefeiert. Das um so mehr, da es sich bei diesem Forum um eine gut organisierte, vielfach engagierte Vereinigung handelt. Mit Sitz in Reschitza, mit verschiedenen deutschen Ortsgemeinschaften, mit Tanzgruppen, Musikensembles und Chören, mit einer eigenen „Alexander Titz"-Bibliothek und zweckgemäßem Gemeinschaftshaus hat sich das Demokratische Forum der Banater Berglanddeutschen als eine der wichtigsten kulturell-politischen, sozial-geistigen deutschen Organisationen in Rumänien durchgesetzt. Und dieser Erfolg beruht einerseits auf gut durchdachter Organisationsarbeit, auf gründlich ausgeführten Jahresprogrammen, andererseits auf einer authentischen, chronikartigen Dokumentation, dem Erscheinen der Zeitschrift „Echo der Vortragsreihe" (eigentlich Monatsschrift des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza"), die von Erwin Josef Tigla und Waldemar Günter König herausgegeben wird und immer auf Aktualität, Authentizität, Information und Bildung ausgerichtet ist. Seite 11
Berufsleben einst in der Pilisch-Gebirgsregion
Die Pilisch-Region ist bunt. Die gebirgige Landschaft in der Umgebung der Hauptstadt hatte und hat ein gutes Klima, guten Boden, brauchbar für den Ackerbau, den Weinbau, aber auch für die Tierzucht. In der Ebene und auf dem Berghang gab es sowohl Ackerfelder als auch Weingärten. Die Bewohnerschaft, die einst nach Ofens Rückeroberung, also nach der Vertreibung der Türken angesiedelten Deutschen, waren präzise, fleißige Leute. Sie zauberten aus der „Landschaft nach der Schlacht" ein „Paradies". Auch der südöstliche Fortsatz des Doroger Kohlebeckens, die Graner Eisenbahnlinie, gehört zu dieser Region. Ohne Braunkohle gab es keinen Eisenbahnverkehr, und außerdem war sie wichtige Energiequelle und Heizmaterial, also mußte man sie abbauen. Seite 12
Eine Kulturlandschaft von europäischem Rang
„Es ist mir ein ganz persönliches Anliegen, die Ausstellung über die Stadt Temeswar eröffnen zu dürfen", das sagte der baden-württembergische Landesbeauftragte für Vertriebene, Flüchtlinge und Aussiedler, Innenminister Heribert Rech, am 18. März bei der Eröffnung der Ausstellung „Temeswar/Timisoara" im Donauschwäbischen Zentralmuseum in Ulm. Temeswar habe eine mehr als tausendjährige, wechselvolle Geschichte: die Stadt sei Residenz ungarischer Könige und von den Osmanen besetzt gewesen, habe zu Österreich und schließlich mit dem Ende des Ersten Weltkriegs zu Rumänien gehört. Dem Ruf der Habsburgermonarchie folgend seien vor rund 300 Jahren deutsche Siedler in das Banat und nach Temeswar gekommen. Jahrhunderte lang hätten Menschen verschiedener Nationalitäten in der Stadt friedlich zusammen gelebt. Seite 12
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