Paul Harrer, der erste Bürgermeister von Altofen, wurde am 18. Oktober 1829 geboren und starb am 26. Juli 1914. Anläßlich seines 180. Geburts- und 95. Todestages voriges Jahr und in Würdigung seiner Verdienste um Altofen errichtete der III. Budapester Bezirk ihm ein Denkmal. Die Harrer-Bronzestatue steht auf dem Altofener Hauptplatz. (Fortsetzung auf Seite 11).
Das Denkmal von Paul Harrer in Altofen Foto: I. F.
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Paul Harrer (Bild), der erste Bürgermeister Altofens stammte aus einer Braunhaxlerfamilie, wegen einer angeborenen Behinderung an der linken Hand konnte er aber den Familientraditionen nicht folgen, sondern bereitete sich von Kindheit an auf die Beamtenlaufbahn vor. Er besuchte die Elementarschule in Altofen, das Gymnasium in Gran und Ofen. Er war ein guter Schüler, das Studium konnte die Familie jedoch nicht finanzieren. Als Beamter wollte er stets für Altofen arbeiten. Ab 1848 war er bei der Stadt Schreiber, ab 1850 versah er die Aufgaben des Notärs. Zwischen 1872 und 73 war er der erste Bürgermeister Altofens und bekleidete nach der Vereinigung von Pesth, Ofen und Altofen zu Budapest bis zu seiner Pensionierung 1885 den Posten des Bezirksnotärs. „Er war immer sachlich, betrachtete die Welt ohne Emotionen und Leidenschaft. Sein Hauptprinzip war, das öffentliche Interesse über alles zu stellen", meinte sein Sohn Franz über Paul Harrer. Das öffentliche Interesse bedeutete das Interesse des ganzen Landes. Sein Ziel, für Altofen zu arbeiten, hat er erfüllt. Seine Tätigkeit, seine Verdienste wurden nicht nur von den Altofenern anerkannt, sondern auch von der Regierung. Für sein Lebenswerk erhielt er eine königliche Auszeichnung.
Aus dem Inhalt
VI. Nationalitätenfilmschau Ungarns Ein Spiegel für die Nationalität und die Mehrheitsnation
Über die Musikerfamilie Schur, über Häuser aus Budapest, die über die Rumänen in der Hauptstadt erzählen, über den Megastar István Varga, über interessante Persönlichkeiten, Geschichten, Lebenswege von Minderheitenangehörigen berichteten die ausgewählten Wettbewerbsfilme der VI. Nationalitätenfilmschau Ungarns. Sie findet zweijährlich statt. Am 4. März konnte das interessierte Publikum die Wettbewerbsfilme und die Begleitfilme des Gastgebers, der rumänischen Minderheit, im Budapester Uránia-Kino auf der Leinwand verfolgen. Die bunte Vielfalt der Wettbewerbsfilme war nicht nur durch die vertretenen Minderheiten gesichert, nach dem Thema und dem Genre waren die ausgewählten Streifen auch eine bunte Mischung. Und wie Regisseur Tamás Almási, Vorsitzender der Jury, bei dem Fachgespräch darauf hinwies, kam in diesem Jahr bei vielen Filmen der Humor als Stilmittel auch nicht zu kurz. Seite 1-3
Café de Paris Musikalische Premiere bei der Deutschen Bühne
Wie in einem Pariser Lokal fühlten sich die Zuschauer bei der Premiere des neuen DBU-Stückes am 2. März in Seksard. Runde kleine Caféhaustische, mit Wein und Kerzen für alle Zuschauer, welche auch gleich die Kulisse der Vorstellung ergaben, und schon war die Atmosphäre geschaffen für einen gemütlichen Abend. Manche Zuschauer brachten sogar in kleinen Körben selbstgebackene Salzkipfel mit und stellten diese auf ihr Tischchen, aber selbst das konnte an diesem Abend einfach als Dekoration durchgehen. Musik und Sketsche wurden zusammengewürfelt, um bei den Zuschauern für leicht bekömmliche Unterhaltung zu sorgen. Seite 1
Finanzielle Herausforderungen und Zusammenarbeit mit Audi
Die Kürzung der staatlichen Minderheitennormative für Nationalitätenschulen trifft die größeren Bildungseinrichtungen am meisten. Das Ungarndeutsche Bildungszentrum in Baja startete das Jahr mit einem Defizit von 31 Millionen Forint. Wie die Schule das Geld zu erwirtschaften versucht und über weitere Pläne im Jahr hat die NZ mit der Direktorin des UBZ, Dr. Elisabeth Knab, gesprochen. Seite 3
Maratz - Ortsgeschichtliche Sammlung
In das Gebiet von Maratz/Mórágy kamen in den 1720er Jahren aus Rheinland-Pfalz und Hessen die ersten deutschen Siedler, die eigentlich die Begründer der örtlichen Landwirtschaft waren. Die Landwirtschaft, das Bergwerk und die Handwerksarbeiten sicherten bis zu Beginn der 1900er Jahre den Lebensunterhalt der Bevölkerung, die aber später wegen der Verschlechterung ihrer Lebensumstände nach Slawonien, Bosnien oder in westliche Industrieländer Europas auswanderte. Die zweite Aussiedlungswelle begann 1929 und dauerte bis zur Vertreibung im Jahre 1944. Im Zweiten Weltkrieg brachten der Volksbund und das Erscheinen der SS das Leben der Bevölkerung durcheinander. Der Krieg und die Zwangsarbeit („malenkij robot") dezimierten ebenfalls die Einwohnerschaft von Maratz. Die Ortsgeschichtliche Sammlung von Mórágy befindet sich im ehemaligen Gebäude der Ersten Maratzer Walzenmühle, wo auf drei Etagen die Geschichte der Siedlung dargestellt wird, vom Urmenschen aus der jüngeren Steinzeit bis zur deutschen Volkstracht. Seite 4
55. Landestrachtenfest der Donaudeutschen Landsmannschaft in Rheinland-Pfalz
Das größte Traditionsfest im Vereinsleben der Donaudeutschen Landsmannschaft in Rheinland-Pfalz e. V. ist das alljährlich im Frühjahr stattfindende Landestrachtenfest. Diese überregionale Veranstaltung dient nicht nur der Traditionspflege, sondern auch dem gemeinsamen Feiern der Mitglieder mit Ehrengästen und Gästen. Josef Jerger, Vorsitzender der Donaudeutschen Landsmannschaft in Rheinland-Pfalz, betonte in seiner Eröffnungsrede am 6. März im Palatinum zu Mutterstadt, daß die Tradition des Feierns der Schwabenbälle noch ein aus der alten Heimat mitgebrachter Brauch ist. Seite 4
Faszinierender Marlene-Dietrich-Chanson-Abend mit Gabriella Hadzsikosztova
Sie war eine aufregende Persönlichkeit, Schauspielerin und Sängerin, Diva ihrer Zeit - die Marlene Dietrich. Gabriella Hadzsikosztova beschwor am 5. März im Theatersaal des Serbischen Kulturinstituts in der Budapester Nagymezô-Straße mit einem Marlene-Dietrich-Chanson-Abend ihre Persönlichkeit, ihre Kunst herauf und verzauberte das Publikum mit einer Auswahl der schönsten und bedeutendsten Lieder aus dem Repertoire der Dietrich (*27. Dezember 1901 in Schöneberg, heute Berlin; † 6. Mai 1992 in Paris). Es war eine „One-Woman-Show" wie aus der Epoche des „Berliner Weltstars des Films und Chansons" nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Zusammenstellung der Lieder - unter Mitarbeit von Regisseur István C. Nagy - bildete eine Parallele zu den unterschiedlichen Filmeinschnitten aus Marlenes Filmen. Gabriella Hadzsikosztova beeindruckte durch ihren Vortrag und ihr Spiel, durch die Einfachheit und durch ihre rauhe Stimme, durch ihren ergreifenden, sehr anspruchsvollen Gesang. Seite 6
Deutschsprachige Handschriften aus slowakischen Archiven erstmals systematisch erfaßt
Seit mehr als vier Jahrzehnten forscht der finnische Germanist Ilpo Tapani Piirainen intensiv in slowakischen Archiven. 1969 führte ihn ein Stipendium zunächst an die Karlsuniversität in Prag. Im März desselben Jahres hielt er eine Vorlesung in Neusohl, wo er von deutschen Handschriften in slowakischen Archiven erfuhr. Damit war eine ungewöhnliche Tradition begründet. Piirainen erschloß sich nämlich seither jedes Jahr über einen Zeitraum von zwei Monaten hinweg die Bestände. Seite 6
Dialog bei der Aufarbeitung der gemeinsamen Geschichte
Bei der Finissage der Ausstellung „Daheim an der Donau. Zusammenleben von Deutschen und Serben in der Vojvodina" am 3. März in der Landesvertretung des Landes Baden-Württemberg in Brüssel sprach der Innenminister Heribert Rech, Landesbeauftragter für Vertriebene, Flüchtlinge und Aussiedler. Wir veröffentlichen Zitate aus der Rede. Seite 11
Auftaktveranstaltung zum Projekt Umwelttechnik in Ungarn
Die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH in Dresden hatte zur Auftaktveranstaltung zum Absatz- und Kooperationsprojekt "Der Markt für Umwelttechnik in Ungarn - 2010" zahlreiche kompetente sächsische Firmen geladen. In ihrer Einführungsrede hob Berit Franke vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr die Bedeutung der Zusammenarbeit innerhalb des Projekts aus sächsischer Sicht hervor. Seite 12
„Heimspiel in zwei Welten" Gute Ziele, wenig Interesse
Türkische Jugendliche in Deutschland und junge Ungarndeutsche studieren ein Theaterstück ein und tragen es im April in Fünfkirchen vor - so soll ein Theaterprojekt entstehen. Die Teilnehmer wurden vergangene Woche in Fünfkirchen und im Ruhrgebiet gecastet bzw. konnten sich kennenlernen. Ziele der Theaterwerkstatt sind, Kulturen einander näherzubringen und Vorurteile abzubauen. Trotzdem ist das Interesse seitens der Jugendlichen gering. Seite 13
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