„Wer Deutsch spricht, kennt nicht nur Goethe, Schiller und Lessing, sondern auch Röntgen, Einstein und Heisenberg. So sollte es zumindest sein. Denn Physik ist eine der Grundlagen unserer modernen Kultur und eine Wissenschaft, die unseren heutigen Lebensstandard erst ermöglicht." Mit diesen Worten wurde die Endrunde des Landeswettbewerbs Physik 2010 am 19. Februar in den Räumen der naturwissenschaftlichen Fakultät der ELTE in Budapest von Holger Wendlandt (Fachberater der ZfA in Ungarn) eröffnet.
Die Schulsieger: Schülerinnen und Schüler des Deutschen Nationalitätengymnasiums Budapest (DNG). Links: Ildikó Tápai, Physiklehrerin und stellvertretende Direktorin am DNG, rechts: Mihály Hömöstrei, Physiklehrer am DNG
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Über 30 Schülerinnen und Schüler aus 8 Schulen nahmen daran teil. Alle lernen an Schulen, die den Physikunterricht auf Deutsch erteilen. Sie konnten sich aus den über 200 Teilnehmern und Teilnehmerinnen der Vorrunde für diese Endrunde qualifizieren. Am Vormittag mußten die Teilnehmer – nach Jahrgängen getrennt – schriftlich Fragen zu den Themengebieten Mechanik, Wärmelehre, Elektrizitätslehre und Atomphysik beantworten. Am Nachmittag stand dann noch ein mündlicher Teil auf der Agenda. Jeder Teilnehmer bekam ein Experiment zugelost, das er einer Jury vorführen und erklären mußte. Dabei zeigten die Schülerinnen und Schüler nicht nur eine hohe Fachkompetenz, auch ihre sprachlichen Fähigkeiten beeindruckten, wenn sie souverän über den Sättigungsgrad der Luft, die Impulserhaltung beim Raketenantrieb oder die Wärmeleitfähigkeit von Wasser und Glas referierten. Zwischen den Wettbewerbsteilen boten Professoren der ELTE Vorträge und Demonstrationen aus verschiedenen Teilgebieten der Physik an. So konnten die Schüler die Röntgenanalyse eines Eheringes miterleben oder Mondstaub unter dem Mikroskop untersuchen. Mindestens so interessant wie diese praktischen Demonstrationen waren aber auch die persönlichen Begegnungen mit den Forschern der ELTE, die sich viel Zeit für Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern nahmen. Und wer weiß: Vielleicht weckt diese Begegnung bei dem einen oder anderen den Wunsch, später selbst einmal ein Physikstudium aufzunehmen. Am Ende des Tages wurden schließlich die Einzelsieger und auch die Gesamtsieger geehrt. Gesamtsieger wurde zum zweiten Mal in Folge das Deutsche Nationalitätengymnasium Budapest. Der Wanderpokal geht also für ein weiteres Jahr an diese Schule und wird dort vielen anderen Schülerinnen und Schülern ein Hinweis dafür sein, daß es sich lohnt, Physik auf Deutsch zu lernen.
Aus dem Inhalt
Iglauer Park vor Erweiterung
Ein neues Hauptgebäude wird in den nächsten Monaten im Waschludter Iglauer Park entstehen. Ermöglicht wird der Bau durch die erfolgreiche Teilnahme an einer EU-Ausschreibung über das ungarische Umweltministerium. Ab September 2011 wird somit der Park auch in den Wintermonaten über geeignete Räumlichkeiten für Gruppenbeschäftigungen verfügen. Der Ausbau sei ein langgehegter Wunsch der Waschludter, sagte im Gespräch mit NZ Geschäftsführer Peter Krein. Daß er gerade jetzt zustandekomme, werde sicherlich auch dazu beitragen, die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise schneller überwinden zu können. Die immer knapperen Möglichkeiten habe der Park bereits 2008 gespürt, als die Buchungen um 20 Prozent zurückgingen. Das Jahr 2009 sei schon etwas besser gewesen, aber in vielen ungarndeutschen Gemeinden, vor allem im Westen des Landes, hätten viele Eltern ihren Job verloren oder weniger verdient und so keine Mittel mehr gehabt, den Kindern einen Aufenthalt im Iglauer Park zu finanzieren. Die bis Mitte Februar eingegangenen Buchungen für das Jahr 2010 seien zwar dem Kalender entsprechend, aber, so Peter Krein, man rechne trotzdem auch heuer mit einem soliden Jahr. Schön wäre es, wenn sich wieder mehr ungarndeutsche Kleingemeinden melden würden. Seite 1-3
Touristenattraktion und Brauchtumspflege
Wer erst um halb sechs in Nadasch ankam und Altglashütte bis zum Radrollen um 18 Uhr erreichen wollte, der hatte keine Chance mehr, rechtzeitig dazusein, denn die Straße in das kleine ungarndeutsche Dorf war völlig lahmgelegt worden durch die zahlreichen anreisenden Gäste. Die 160-Seelengemeinde bewirtete an diesem Nachmittag weit mehr als 1000 Menschen, die von nah und fern kamen, um das Hutzelrad rollen zu sehen. Das Spektakel selbst dauert etwa 30 Sekunden, doch für diese Feuerzeremonie kommen manche schon seit Jahren nach Óbánya. Seite 1-4
Informationsstrom erreicht Kindergärten und Schulen immer noch nicht
Die Deutsche Selbstverwaltung, Budapest sowie der Förderverein für Deutsche Schulen und Kindergärten organsierten einen Informationstag zu aktuellen Themen für Kindergärtnerinnen und Lehrer/innen unter Teilnahme von Anna Kerner, leitende Ministerialoberrätin (Ministerium für Bildung und Kultur). Etwa 50 Interessenten kamen aus zahlreichen Ortschaften, von Karlsdorf/Károlyfalva und Ratka über Berhida (Komitat Wesprim) bis Szegedin, natürlich waren die meisten aus Budapest und dem Komitat Pesth. Das Programm im Sitz der Deutschen Selbstverwaltung Budapest, in der Akadémia-Straße, begann mit der feierlichen Übergabe einer Lesekiste (Wert 300 Euro) an die Leiterin des Tschepeler Nationalitäten-Handwerker-Kindergartens, Eva Pomothy, da der Kindergarten mit der 248 Meter langen Raupe Nimmersatt beim internationalen Wettbewerb einen ersten Preis erhielt. Seite 2
Das teure Geld
Man fragt sich im Leben sehr oft, wo bleiben denn der gesunde Menschenverstand und die Gerechtigkeit? Es werden viele Bankkunden sein, die sich in den letzten Monaten genau diese Frage stellten. Seite 2
Vertreibung der Deutschen in Moor vor 62 Jahren
Der Vertreibung der Ungarndeutschen vor 62 Jahren gedachte man zwischen dem 16. und 18. Februar in Moor, Komitat Weißenburg. Eine Gedenkveranstaltung am Vertreibungsdenkmal, ein Geschichtsvortrag in der Bibliothek und eine Aufführung der Deutschen Bühne Ungarn standen im Programm. Seite 2
Ungarndeutscher Abend mit viel „Power" in Beremend
Mit der Musik von Ungarns anerkanntester Oberkrainer-Kapelle „Donau Power" aus Werischwar und dem Auftritt der Ungarndeutschen Tanzgruppe aus Bawaz war ein unvergeßlicher Abend in Beremend schon vorprogrammiert und die rund 300 Gäste konnten sich über mangelnde Unterhaltung wirklich nicht beklagen. Am 20. Februar fand in der Turnhalle der Grundschule der 12. von der Deutschen Minderheitenselbstverwaltung organisierte Schwabenball statt. NZ sprach aus diesem Anlaß mit dem Leiter der Minderheitenselbstverwaltung, Ferenc Horváth. Seite 3
Rund um die Bälle geht es auf Seite 4
Malerische Städte und Landschaften
Der freischaffende Künstler Jakab Forster (Jahrgang 1946) beschäftigt sich in den letzten Jahren – sowohl in Ungarn als auch über die Grenzen hinaus – ausschließlich mit den urbanen oder ländlichen Veduten. Seine „frische Ernte" – diesmal nur aus den heimatlichen Inspirationen ausgewählt – stellt er nun bis zum 16. März in der unlängst eröffneten Galerie Melange aus. Der Maler arbeitet immer in der Natur und beendet seine – relativ kleinformatigen – unmittelbaren „Bestandsaufnahmen" sofort an Ort und Stelle. Seite 6
Das Donau-Projekt von Andreas Müller-Pohle
Die Donau, der zweitlängste Fluß Europas, inspirierte schon viele Künstler. Geschichtsträchtig spielte sie auch eine wichtige Rolle bei der Ansiedlung der Deutschen (in Ungarn), war und ist ein wesentlicher wirtschaftlicher Transportweg, sie verbindet wichtige sich nahestehende Kulturräume und -regionen. Der Berliner Fotokünstler Andreas Müller-Pohle wurde auch vom Fluß inspiriert: sein Donau-Projekt ist aktuell in der Galerie Nessim in Budapest zu sehen. Seite 6
Tiroler Geigenbau – eine rare Kunst
Wer sich nicht entscheiden kann, ob er Musiker oder Holzbildhauer werden soll, der wird am besten Geigenbauer. So hat sich auch Wolfgang Kozak entschieden und ist damit einer von drei Geigenbauern, die es in Tirol noch gibt. Mit fünfeinhalb Jahren hat der kleine Wolfgang schon Geige gespielt, mit zwölf kam die Bratsche dazu, dann die Viola d'Amore, und während seiner Ausbildung zum Geigenbauer lernte er mehrere Barockinstrumente, Baßgeige und Gitarre, sodaß er alles in allem elf Instrumente mit sieben verschiedenen Notenschlüsseln beherrscht. Seite 11
Überraschung für Gedenkstätte
Für die Gedenkstätte Bautzen, dem zu DDR-Zeiten berühmt und berüchtigten Stasiknast, begann das neue Jahr mit einer ungewöhnlichen Überraschung. In einem schlichten Brief wurde den Mitarbeitern der Gedenkstätte ein historisches Relikt angeboten. Ein Mitarbeiter des Reichsbahnausbesserungswerkes in Chemnitz hatte vor über 40 Jahren ein Fahndungsplakat in einer Nachtschicht in einer Werkhalle abgenommen und zu Hause aufbewahrt. Dabei handelte es sich um den aus Bautzen II Ende November 1967 ausgebrochenen Fluchthelfer Dieter Hötger. Hötgers "Schwerverbrechen" bestand darin, daß er 1962 seine in Ost-Berlin lebende Ehefrau mittels eines selbstgegrabenen Tunnels in die Freiheit holen wollte. Dieses riskante Unternehmen wurde verraten, Hötger wurde angeschossen und von der Stasi verhaftet. Seite 11
Porträt: Bálint Walter, der junge Akademiker und das Schauspiel
Das deutschsprachige Theaterpublikum konnte in der Hauptstadt schon öfters einen talentierten jungen Schauspieler in Aufführungen des Budapester Deutschen Theaters erleben. Bálint Walter hat sein Abitur im Ungarisch-Deutschen Bildungszentrum (Tiborc-Straße) in Fünfkirchen (heute Valeria-Koch-Schulzentrum) abgelegt und dort in der deutschen Theatergruppe mitgemacht. Einerseits deshalb, weil seine Freunde ebenfalls in der Theatergruppe waren, andererseits aber beeinflußten seine humane Einstellung und seine Literaturnähe diese Wahl. Daß im Gymnasium deutsche Literatur unterrichtet wurde, hat Bálint Walter übrigens sehr gefallen. Seite 12
„In Vielfalt geeint" – Trainingskurs für junge Angehörige europäischer Minderheiten in Wudersch
Einen Trainingskurs für junge Angehörige europäischer Minderheiten organisierte die GJU in Zusammenarbeit mit der JEV unter dem Motto „In Vielfalt geeint" in Wudersch/Budaörs. Die Idee für dieses Training entstand in Auswertung einer großen europäischen Jugendbegegnung, durchgeführt im Jahr 2008 bei den Nordschleswigern in Dänemark. Seite 13
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