Minderheitenpreis ans Germanistische Institut der ELTE Drucken
01. Jänner 2010

Eine zentrale Aussage des vor 16 Jahren angenommenen Minderheitengesetzes sei, daß im Interesse des Ausbaus der kulturellen Autonomie eine positive Diskriminierung notwendig sei, meinte Péter Kiss, Minister für Gesellschaftspolitik, der am 18. Dezember, am Tag der Minderheiten, in Abwesenheit von Ministerpräsident Gordon Bajnai im Kuppelsaal des Parlaments die diesjährigen Minderheitenpreise des Regierungschefs überreichte. Der Preisverleihung wohnten Staatspräsident László Sólyom und Parlamentspräsident Tamás Katona bei.



Maria Erb, Institutsgründer Karl Manherz,
Elisabeth Knipf, Dezső Szabó und Koloman Brenner
Foto: Bajtai László

Unter den zehn Personen bzw. Institutionen, die den Minderheitenpreis für die heimischen Minderheiten 2009 erhielten, war auch das Germanistische Institut der Eötvös-Loránd-Universität Budapest. Im Institut, das in seiner heutigen Form seit 1992 tätig ist, erfolge eine vielfältige Forschungs- und Bildungsarbeit. Die Mitarbeiter würden eine angesehene Publikationstätigkeit entfalten. Besonders bedeutend sei die Arbeit des Ungarndeutschen Forschungs- und Weiterbildungszentrums. Unter den international beachteten Projekten hervorgehoben wurden in der Laudatio der Ungarndeutsche Sprachatlas, die Forschungsarbeiten am Ungarndeutschen Mundartwörterbuch und die zahlreichen Publikationen über das Ungarndeutschtum. Sieben Buchreihen würden vom Institut betreut, die die Volkskunde, das Handwerk, die Geschichte, die Mundarten zum Thema haben. Zahlreiche Projekte würden in internationaler Kooperation realisiert.

Als eine wichtige Aufgabe betrachtet das Institut die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Hier werden LehrerInnen für Deutsch als Minderheitenfach aus- und weitergebildet, und auch in der Doktorenschule arbeiten junge Leute an ungarndeutschen Themen. Das Institut verfügt über die höchste Akkreditierung in Deutsch als Minderheitenfach. Hier erscheint seit sechs Jahren die Fachzeitschrift für die Pädagogen der ungarndeutschen Bildungsinstitutionen „Deutsch revital". Die Auszeichnung übernahm Institutsleiterin Prof. Dr. Elisabeth Knipf.

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