Zum traditionellen Familienwochenende des VUK (Verein für Ungarndeutsche Kinder - www.vukinder.hu) trafen wir uns heuer in Zalakaros, um das Thema zweisprachige frühkindliche Erziehung wieder mal zu diskutieren. Dank der wunderbaren Atmosphäre im Hotel Vital mit seinen freundlichen Mitarbeitern fühlten sich die 20 Familien aus verschiedensten Ecken Ungarns, die sich nach einem Jahr wiedersahen, gleich wohl und hatten die Neuen das schöne Gefühl der Zugehörigkeit. Zum Glück gibt es jedes Jahr immer mehr neue Gesichter, interessierte junge Eltern, die sich zur deutsch-ungarischen Spracherziehung ihrer Kinder entschlossen haben.
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Oft kommt man aber bei dieser speziellen Erziehung zu einem Punkt, wo man sich mit seinen Fragen und Zweifeln etwas verlassen fühlt. Um solche Unsicherheit und Skepsis zu bewältigen, kann ein Treffen mit anderen Eltern gleicher Situation und die weiterbringende Erziehungsmethode von großer Hilfe sein - vor allem, wieder mal Mut zu tanken, es nicht aufzugeben.
Einen Ansporn kann man nicht nur von den anderen, sondern auch von dem jeweilig eingeladenen Experten des Themas, heuer von Dozentin Dr. Monika Jäger-Manz PhD (Eötvös-József-Hochschule, Baja), erhalten. Frau Jäger-Manz konnte uns nicht nur aus der Sicht der Wissenschaft die Vorteile der frühkindlichen Mehrsprachigkeit und zweisprachigen Erziehung erläutern, sondern auch aus eigener Erfahrung, da sie und ihr Mann ihre Kinder konsequent von ihrer Geburt an zweisprachig (mit der Mundart zusammen sogar dreisprachig) erziehen. So kennt sie ganz genau die alltäglichen Probleme und Zweifel dieser Eltern. Wie sie auch von Egger zitiert hat: „Kinder werden nicht von allein zweisprachig." Obwohl Zweisprachigkeit für unsere Vorfahren noch eine selbstverständliche Situation war, ist das heute leider nicht mehr der Fall, deswegen muß man sich ja auch mit einigen Schwierigkeiten und mit besonderen Situationen auseinandersetzen.
Während sich die Erwachsenen den Vortrag anhörten und anschließend diskutierten, konnten die Kinder unter Führung von Károly Novák, begehrter Künstlerlehrer aus Berzel/Ceglédbercel, und mit Hilfe der Jugendleiter wunderschöne Martinslaternen und verschiedene Dekorationen aus bunten Herbstblättern basteln. Bei Abenddämmerung ist dann groß und klein mit leuchtenden Laternen und passenden Liedern in einem Martinsumzug durch die dunkle Kälte des Kurorts gezogen.
Das Wochenende hat für uns noch Maria Lang mit ihrer deutschsprachigen Bücherverkaufs-Ausstellung bereichert mit weiteren Anregungen und Tips für die praktizierenden Eltern.
Am Abend hatten die Erwachsenen beim gemütlichen Beisammensein die Gelegenheit, weitere Diskussionen im Thema zu führen, wobei auch gespielt und auch mal gesungen wurde.
Am Sonntagvormittag hatten die Eifrigen die Möglichkeit, ungarndeutsche und deutsche Volkstänze zu lernen. Nach dem Mittagessen mußte aber schon wieder Abschied genommen werden. Das Wochenende verging auch diesmal wieder viel zu schnell, und auch dieses Mal gewannen wir viele Eindrücke, machten neue Bekanntschaften und bekamen neue Impulse. Unser Vorstand ist am Ende der Veranstaltung zur Schlußfolgerung gekommen, sich auch nächstes Jahr zu bemühen, dieses wertvolle Treffen wieder zu organisieren und durch das Beschaffen ausreichender finanzieller Mittel möglichst auf eine Kapazität von 30 Familien zu erweitern, damit wir keine Anmeldungen (wie leider dieses Jahr) ablehnen müssen. Viele Familien haben sich beim Abschied für ein nächstes Mal ausgesprochen. Denn es bestehe für sie die Notwendigkeit, durch die vielen Anregungen und Vorschläge wieder Schwung zu bekommen für diese spezielle Erziehung ihrer Kinder.
So hat der VUK-Vorstand den Termin für das nächste Jahr festgelegt: 29. - 31. Oktober 2010. Eine unverbindliche Voranmeldung (Absichtserklärung) ist ab sofort bei Éva Priegl via E-Mail: epriegl@freemail.hu möglich!
Auch auf diesem Wege möchten wir uns beim deutschen Bundesministerium des Innern für die finanzielle Unterstützung bedanken, die uns dieses Jahr auch ermöglicht hat, dieses Wochenende niveauvoll zu gestalten und zweisprachige Familien in Ungarn in ihrer Entschlossenheit, ihre Kinder zweisprachig zu erziehen, durch diese Veranstaltung zu fördern.
Das VUK-Team
Aus dem Inhalt Dieser Nummer ist die Beilage für Deutschpädagogen BUSCH-Trommel beigefügt
Man wird es überleben müssen Das Minderheitenforum, am dem Vertreter der Parlamentsparteien und die Vorsitzenden der Landesselbstverwaltungen der Minderheiten beteiligt sind, tagte am 24. November im Parlament. Daran nahm auch der Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, Otto Heinek, teil. NZ befragte den LdU-Vorsitzenden über die Beschlüsse des Minderheitenforums und über den Haushalt 2010, der vom Parlament am Montag dieser Woche verabschiedet wurde. Seite 1-3
LdU-Klausurtagung in Baje Neunzehn Tagesordnungspunkte behandelte die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen auf ihrer Sitzung am 28. November im Ungarndeutschen Bildungszentrum Baje. Der LdU steht ein schwieriges Haushaltsjahr bevor, da die Institutionen (DBU, Normativen für den Minderheitenunterricht) weniger Geld erhalten und dies aus Eigeneinnahmen oder durch Bewerbungen ausgleichen sollen. Auch die Renovierung und Modernisierung des Valeria Koch Schulzentrums in Fünfkirchen soll durch eine EU-Bewerbung erfolgen. Geschäftsordnungen und Gründungsurkunden mußten modifiziert werden. Ausgeschrieben wird der Direktorenposten des Valeria Koch Schulzentrums, des Friedrich Schiller Gymnasiums und des Ungarndeutschen Pädagogischen Instituts. Gewählt wurden die Mitglieder des Kuratoriums und des Aufsichtsrats der Trägerstiftung des Ungarndeutschen Bildungszentrums in Baje. Wegen der Bundestagswahl steht die Förderung durch das deutsche Bundesministerium des Innern noch nicht fest. In der Konzeption für 2010 ist die Unterstützung der Jugendaktivitäten (Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher, Verein für Ungarndeutsche Kinder, Jugendlager) und sozialer Maßnahmen vorgesehen. Seite 1-5
Vortrag zur Geschichte der Ungarndeutschen in den 1940er und 1950er Jahren Über die „Geschichte der Ungarndeutschen in den 1940er und 1950er Jahren" sprach Dr. Dezsô Szabó, Dozent an der ELTE, in der Nationalitätenschule am Marktplatz in Werischwar. Zum Vortrag am 25. November lud die lokale Deutsche Selbstverwaltung ein. Die rund 40 Gäste waren am Thema interessierte Werischwarer, Zeitzeugen, aber auch Schüler und Lehrer aus Werischwar und Umgebung, Studenten und Dozenten sowohl von der Budapester ELTE als auch der katholischen Pázmány-Universität im benachbarten Tschawa. Dr. Szabó skizzierte anschaulich die verschiedenen Strömungen und Positionen innerhalb der Ungarndeutschen, die Rolle des nach Verständigung strebenden Jakob Bleyer ebenso wie die von Rudolf Brandsch, dessen unnachgiebigere Haltung durch seine Siebenbürger Herkunft geprägt war, und das Auftreten von Franz Basch und seines Volksbundes. Seite 2
Totengedenken Der Totensonntag, mit anderen Namen der Ewigkeitssonntag oder der Sonntag vom Jüngsten Gericht, ist der letzte Sonntag des Kirchenjahres bei den Evangelischen. Diesen Brauch ordnete 1816 König Friedrich Wilhelm III. von Preußen an, mit dem Ziel, an diesem Tag der Verstorbenen zu gedenken. Die evangelische Landeskirche übernahm diesen Feiertag und er wurde so zum Gegenstück des katholischen Feiertags Allerseelen. Seite 2
„Ich will die Sprache retten" Die Auszeichnung „Für das Ungarndeutschtum im Komitat Bács-Kiskun" erhielt Mitte November Josef Ollmann aus Kumbai/Kunbaja. Der 75jährige Lehrer in Rente, der 42 Jahre in seinem Heimatdorf Kumbai unterrichtete, hat noch einen großen Plan für die Zukunft. Seite 3
Er kann es sich als Rentner gutgehen lassen Michael Szendrei stammt aus dem Süden der Tolnau, wurde 1934 in der Großgemeinde Badesek/Bátaszék geboren. Bis Ende des Zweiten Weltkrieges lebten hier 7.000 Deutsche. 1946 begann dann die Vertreibung, die 1948 endete, damit verloren zirka 3.000 Menschen ihre angestammte Heimat. Die Vertreibung fand in sieben Wellen statt, wobei die ersten vier in den amerikanischen Sektor gingen, die Vertriebenen der letzten drei erwartete ein noch schlimmeres Schicksal, denn sie mußten in die sowjetische Besatzungszone. Diesen unfreiwilligen Weg in die Ungewißheit mußten auch einige Mitglieder der Familie Szendrei antreten. Seite 3
Häuser, die uns erzählen Neudörfl - Heimatstube In die Gemeinde Neudörfl kamen auf Initiative der Familie Rosty im Jahre 1773 deutsche Bewohner durch eine Zweitbesiedlung aus Obergalla und aus Werischwar zur Rodung der Waldflächen. Zur Siedlung gehören nur ganz kleine Felder, so spielte die Landwirtschaft seit eh und je keine besondere Rolle im Leben der Bevölkerung, obwohl es auch einige wohlhabende Bauern gab. Im Dorf wurden verschiedene charakteristische Handwerke betrieben wie zum Beispiel Schuster. Der größte Teil der Bewohner fand in der Hauptstadt sein Auskommen. Die jungen Mädchen dienten bei reichen Familien, die Männer arbeiteten in der Salamifabrik Herz, in der Münzprägestätte und bei der Ungarischen Staatlichen Eisenbahn. Seite 4
Sebegin: Dampfknödel-Festival, Spielzeug-Ausstellung, Adventsfeier Der Sebeginer Verein zur Wahrung der Traditionen hat bereits zum zweiten Mal das Dampfknödel-Festival organisiert. Seite 4
Heimweh bis zum letzten Atemzug An den 110. Geburtstag ihres ehemaligen Priesters Valentin Pintz erinnert man sich am 7. November im Schomberger Kulturhaus. Als junger Kaplan kam er 1928 nach Schomberg und wirkte 54 Jahre, bis zu seinem Tode 1982, im Ort. Auch war er in der Vorkriegszeit als Mitarbeiter des im Dorf von vielen abonnierten Kirchenblattes „Pfarrbote" bekannt. Er schrieb nach dem Krieg, in den schwersten Zeiten, deutsch. Seite 11
Hier können viele Jugendliche Erfahrungen sammeln Bei der letzten Delegiertenversammlung der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher wurde Anikó Mangold zur neuen Vizepräsidentin gewählt. NZ befragte sie nach ihren bisherigen Erfahrungen und ihren Plänen. Seite 13
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