Deutsche Straßenschilder in Werischwar Drucken
27. November 2009
Im Herbst dieses Jahres ist ein alter Traum der Werischwarer in Erfüllung gegangen. Von den jetzigen ungefähr 200 Straßen erhielten 29 Schilder mit deutscher und schwäbischer Aufschrift. Die blauen Emailleschilder mit weißer Aufschrift markieren nun die Straßen des einstigen Siedlerdorfes. Die insgesamt 167 Schilder haben an die 800.000 Forint gekostet. Diese Summe hat die Deutsche Nationalitätenselbstverwaltung durch eine erfolgreiche Bewerbung erhalten. Die Montierungskosten wurden von der örtlichen Selbstverwaltung getragen.

Der Gedanke, im geschichtlichen Stadtteil von Werischwar die ehemaligen „schwäbischen" Namen der Straßen auszuhängen, tauchte schon öfter auf. Zum letzten Mal genau vor einem Jahr, als die Selbstverwaltung von Werischwar in der ganzen Stadt neue, einheitliche Straßennamensschilder angebracht hatte. Damals waren aber weder der finanzielle noch der technische Hintergrund gesichert.

Bei der Sammlung der alten Straßennamen war der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung Dr. Marta Müller vom Budapester Ungarndeutschen Forschungszentrum behilflich, die bei Mitwirkung der Mitglieder des schwäbischen Stammtisches die Namen der einstigen Straßen, die es noch vor der Einführung der ungarischen Matrikelführung gab, in der deutschen Literatursprache und nach der „schwäbischen" Aussprache aufgelistet hat. Bei der „schwäbischen" Umschrift der Straßennamen hat sie die literarische Umschrift verwendet, die der Rechtschreibung der heutigen deutschen Umgangssprache sehr nahesteht. Sie hat aber darauf geachtet, daß diese Umschrift phonetisch sein soll. Die zusammengestellte Liste wurde von mehreren Foren begutachtet, bis sie in die Werkstatt einer Bonnharder Firma gelangte.

Nun sieht man an den Hauswänden in den Straßen des ehemaligen deutschen Siedlungsgebiets von Werischwar unter der jetzigen ungarischen Bezeichnung auch die ehemalige schwäbische Bezeichnung der Straßen, womit ein großer Fortschritt auf dem Gebiet der Traditionspflege gemacht wurde.

ibi

Aus dem Inhalt

Weniger staatliche Unterstützung für die Deutsche Bühne

Wegen des neuen Theatergesetzes bekommen die Bühnen in Ungarn bedeutend weniger staatliche Unterstützung. Ohne diese finanziellen Mittel gerieten viele - vor allem kleinere - Theater im Land in Gefahr, so auch die Deutsche Bühne Ungarn (DBU) in Seksard. Um die finanzielle Not zu kompensieren, haben die Träger der DBU - die Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen und das Komitat Tolnau - am 16. November beschlossen, dem Theater für das kommende Jahr mehr Unterstützung zu geben. Die Hilfe reicht allerdings nicht aus, deswegen sind auch Sparmaßnahmen bei der Bühne notwendig.
Seite 1-4

Danke für die Bilder!
BlickPunkt ging zu Ende

BlickPunkt 2009 wurde am 14. November feierlich abgeschlossen. Dieses Jahr wurden an die 19.000 Stimmen auf die 338 eingereichten Bilder abgegeben. Das Ungarndeutsche Kultur- und Informationszentrum (Zentrum) dankt allen, die die Werke bewertet und dazu beigetragen haben, daß ein spannender Wettbewerb stattfinden konnte. 33 Bilder, die vom Publikum die höchste Punktezahl erhielten, wurden der Jury vorgelegt, sie wählte die drei Kategoriegewinner bzw. die Sonderpreisträger aus und auch die Fotos, die im BlickPunkt 2010-Kalender veröffentlicht werden.
Seite 1-4

Stimmungsvoller Nachmittag in Werischwar
„I wear jeitz schwowisch rejn!"

In der letzten Zeit gab es in Werischwar und seiner Umgebung fast jedes Wochenende ein vielversprechendes Programm. So war es auch am 22. November: Jubiläumsveranstaltung der Sankt Iwaner Tanzgruppe, Festival der Kirchenmusik in der renovierten römisch-katholische Kirche von Werischwar und der Deutsche Nationalitätennachmittag. Trotz des reichen Angebots an diesem Sonntag füllte sich zur größten Freude der Vertreter der Deutschen Nationalitätenselbstverwaltung Werischwar der Theatersaal des Hauses der Künste.
Ziel der schon zur Tradition gewordenen Veranstaltung - es war ja jetzt bereits die siebente - ist, die verschiedenen Vereine, Institutionen und die Bevölkerung zusammenzubringen und mit Tanz, Musik und Gesang einen angenehmen, stimmungsvollen Nachmittag zu erleben. „Es war ja früher auch üblich, daß die Nachbarn und die Verwandten, nachdem die Feldarbeiten und die Weinlese beendet waren, zusammengekommen sind und einander Anekdoten, Geschichten erzählt und Lieder gesungen, musiziert oder eben getanzt haben", erklärte Vorsitzender László Sax.
Seite 3

Deutsche Minderheit mit eigener Programmreihe für Kulturhauptstadtjahr in Fünfkirchen

Die deutsche Minderheit in der sog. südlichen Kulturzone Europas möchte für das Kulturhauptstadtjahr 2010 in Fünfkirchen eine selbständige und eigene Programmreihe auf die Beine stellen.
Seite 3

Wudersch - Heimatmuseum

Wudersch/Budaörs war bis zum Ende des 17. Jahrhunderts - in der Zeit der Befreiungskriege um Ofen - fast ganz ausgestorben. Um das Gebiet wieder urbar zu machen, holte die Familie Zichy deutsche Siedler auf das Gebiet und gab ihnen Steuerbegünstigungen. Dank des Weinbaus entstand hier bald eine wohlhabende Gemeinde.
Seite 4

Deutscher Tag im Rundfunk

„Schwötzkraut un' Heweknedl" standen auf dem Tisch am 19. November im Funkhaus Fünfkirchen, im Studio von MR4. Als Nachtisch gab es Nadascher Hochzeitsgugelhupf und Monyoroder Pogatschen. Zum deutschen Tag wurden Kolleg/innen aus den Minderheitenredaktionen im ganzen Land eingeladen.
Seite 4

Drei Minderheiten stellten sich in Dresden vor

"Zeitenwende 1989 - 2009" stand in großen Lettern auf einem Spruchband, das den Saal des Goethe-Institutes in Dresden schmückte. Thema des Treffens war die Lage der deutschen Minderheiten in Ostmitteleuropa, 20 Jahre nach der Friedlichen Revolution in der ehemaligen DDR und dem zeitgleichen Wandel in den Nachbarstaaten, die sich damals von der sowjetischen Vorherrschaft befreiten. Eingeladen hatte dazu der sächsische Landesverband des VDA (Verein für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland), der in Dresden von Peter Bien, einem Nachfahren eines 1947 vertriebenen Ungarndeutschen aus Mesch, geleitet wird.
Seite 11

Außerordentliche Delegiertenversammlung in Fünfkirchen
Neue Vizepräsidentin der GJU - Zwei große internationale Projekte der GJU

Bei der Auswertung des Multiplikatorenprogramms auf der Delegiertenversammlung wurden neue Ziele für die Fortsetzung dessen gesetzt. Am Multiplikatorensystem haben sich fünf Jugendliche beteiligt, die im letzten Jahr sehr aktiv bei GJU-Programmen mitgeholfen bzw. diese unterstützt haben wie das Krea-Camp, das Landestreffen, das Vorsilvester etc. Die Fortbildungen erwiesen sich als hilfreich und interessant, trotzdem benötigt das System ab nächstem Jahr neue Richtungen. Die Multiplikatoren sollen ihre Arbeit mehr nach außen richten und neue Kontakte, Bekanntschaften für die GJU knüpfen sowie die Organisation in den Schulen präsentieren. Das Präsidium schlug neue Multiplikator/innen vor, es sind Eszter Katona aus Budapest, Petra Törteli aus Fünfkirchen und Roland Mangold aus Fünfkirchen. Während der Delegiertenversammlung wurde der Posten des Vizepräsidenten neu besetzt. Die Delegiertenversammlung wählte einstimmig Anikó Mangold, die seit mehreren Jahren aktives Mitglied der Organisation ist und seit Oktober 2008 zum Multiplikatorenteam gehört.
Seite 13

*

Wollen Sie mehr erfahren? Bestellen Sie die Neue Zeitung unter
www.neue-zeitung/publikationen

Sie können die Neue Zeitung auch als pdf-Datei abonnieren und per E-Mail zugeschickt bekommen.
Kontakt: neueztg@hu.inter.net