Kreuze strahlen in neuem Glanz - Feierliche Kreuzeinweihung und deutscher Nationalitätentag in Gara Drucken
20. November 2009
Mit der durch Bistumsvikar Pfarrer Matthias Schindler zelebrierten deutschen Messe begann am 15. November in Gara der deutsche Nationalitätentag, veranstaltet von der Deutschen Minderheitenselbstverwaltung. An der Meßfeier um 9.30 Uhr nahmen zahlreiche Gläubige aus dem In- und Ausland teil. Matthias Schindler hat in seiner Predigt unter anderem darauf hingewiesen, welche Bedeutung das Kreuz in den Religionen hat. Der Gottesdienst stand unter dem Leitsatz Erinnerung an die unschuldigen Opfer aller Gewalten. Die Messe begleiteten Pfarrer Ferenc Nyírõ und musikalisch Kantor Johann Heffner auf der Orgel. Nach der Messe fand die Einweihung des östlichen Wegkreuzes, anschließend des in der Nähe der Kirche befindlichen Kreuzes statt.


In gemeinsamer Arbeit errichteten die Bewohner von Gara die Kreuze, wozu auch zahlreiche finanzielle Unterstützer und Mithelfer der Gemeinde beitrugen, die feierliche Einweihung bildete jetzt den Abschluß. In einer feierlichen Zeremonie wurden die Kreuze durch den Garaer Pfarrer Ferenc Nyírõ mit der deutschen, ungarischen und bunjewazischen Segnung eingeweiht. "Wir sind heute hier zusammen gekommen, um gemeinsam in einem würdigen Rahmen die Kreuze neu einzuweihen. Mit diesen beiden und den schon früher restaurierten Kreuzen haben wir Gedenkstätten für alle unsere verstorbenen Verwandten und Ahnen. Die Kreuze sollen den Frieden schaffen und den Frieden erhalten." Die Kreuze waren wunderschön mit bunten Blumen geschmückt. In dieser Feier kam zum Ausdruck, daß die Dorfgemeinschaft in der heutigen hektischen Zeit ihre Werte pflegt. Es war deshalb nicht nur eine Einweihung der alten-neuen Kreuze, sondern auch ein Stück Rückbesinnung. Dank der Gemeinnützigen Stiftung für Nationale und Ethnische Minderheiten Ungarns werden sich die Einwohner und die Besucher des Dorfes noch lange an den restaurierten Kreuzen erfreuen können.
Mit dem abschließenden Segen und der Einladung zum Mittagessen und Kulturprogramm endete die kirchliche Zeremonie. Das Mittagessen, Getränke und Kuchen sowie das bunte Kulturprogramm kamen Körper und Seele zugute. Das Kulturprogramm wurde mit der ungarischen und der ungarndeutschen Hymne eröffnet. Danach wurde der in Gara geborene, seit 1947 in Königsbrunn/Bayern lebende pensionierte Geschäftsmann Georg Bischof - Gyuri - gefeiert. Bischof wurde am 11. November 77 Jahre alt. Er wurde mit der Urkunde der Garaer Minderheitenselbstverwaltung zum Ehrenmitglied ernannt. Natürlich wurden für die im Interesse seines Heimatdorfes erbrachten Leistungen und Spenden, mit denen er die katholische Kirche, die Gemeinde, Grundschule und den Sportverein unterstützt hat, mit zahlreichen Geschenken anerkannt. Nach dem Gedicht von Georg Fath „Verlorene Heimat" hat Georg Bischof sich tief bewegt für die Auszeichnung bedankt.
Danach sorgten die Garaer und Waschkuter Sänger, Chöre und Tanzgruppen der verschiedenen Generationen für gute Unterhaltung. Der Tag fand seinen fröhlichen Abschluß in einem zünftigen Beisammensein aller Beteiligten mit Tanz und Musik. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön der Garaer Deutschen Minderheitenselbstverwaltung und nicht zuletzt allen Besuchern und Mitwirkenden.
Eva und Josef Gaugesz

Aus dem Inhalt


Kavalkade deutscher Trachten - Kirmesbaumfest in Großnarad
Ein mit Herbstblumen geschmückter Kirmesbaum, ein Trachtenzug mit Musikbegleitung und ein buntes Programm auf der Bühne - das sind die typischen Elemente des Großnarader Kirmesbaumfestes. Und das fand am vergangenen Wochenende - 14. und 15. November - statt. Man sah überall in der Gemeinde in deutsche Tracht gekleidete Mädel und Burschen, aber auch die ältere Generation hatte zu Ehren des Kirmesbaumfestes ihre wohlbehütete Tracht aus dem Kleiderschrank geholt.
Seite 1-4

Deutscher Kulturtag des Komitats Bekesch in Gyoma
Der traditionelle Tag der deutschen Kultur im Komitat Bekesch wurde in diesem Herbst am 7. November in Gyomaendrõd begangen. Wie üblich waren die Mitglieder der acht Deutschen Selbstverwaltungen bestrebt, ein mannigfaltiges, authentisches Kulturprogramm zu bieten, was auch heuer wieder gelang. Obwohl man in den letzten Jahren oft darüber diskutiert, ob diese Feste noch aktuell und anziehend sind, haben sie heuer ihre Notwendigkeit wieder bewiesen: annähernd 300 Leute waren gekommen, um sich die Darbietungen der Schuljugend und der Erwachsenen anzuschauen.
Seite 1-4

Strategie für die Deutschen in Polen
An einer Entwicklungsstrategie der deutschen Minderheit in Polen für die Jahre 2010 - 2015 wurde vom 12. -1 5. November im Oberschlesischen Eichendorff-Kultur- und Begegnungszentrum in Lubowitz gearbeitet. Beim Workshop, veranstaltet vom Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen und dem Haus der deutsch-polnischen Freundschaft, stand vor allem die Entwicklung des in den letzten zwanzig Jahren sträflich vernachlässigten Unterrichts Deutsch als Minderheitensprache im Mittelpunkt der Überlegungen.
Seite 2

„Unser Traum ist ein eigenes Haus für den Verband, für unsere Arbeit"
Der Vorsitzende des Verbandes der Deutschen Selbstverwaltungen im Komitat Branau Josef Szugfil (54) ist hauptberuflich für die Kultur in Lippwar/Lippó zuständig, er ist Musiker. Als Vorsitzender hat er große Pläne für das kommende Jahr, denn Fünfkirchen wird Kulturhauptstadt Europas, und auch mit der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher zusammen planen die Branauer wichtige Programme.
Seite 3

Defibrillator steht ab jetzt zur Verfügung
16 aufgeregte Freiwillige standen Mitte November vor dem Prüfer, sie mußten zeigen, was sie in dem zwanzigstündigen Kurs gelernt haben, nämlich was man im Notfall tun muß.
Seite 3

Vom kleinen schwäbischen Dorf in die wissenschaftlichen Tiefen des KOSMOS
Prof. Dr. rer. nat. habil. Dr. h. c. Heinrich Oppermann in Dresden ist den Lesern der „Neuen Zeitung" und „Unsere Post" (Stuttgart) durch Erzählungen und Geschichten bekannt. Manchem Leser wird auch sein Büchlein „Die Enkel der Donauschwaben" (Geschichten aus zwei Heimaten) bekannt sein (NZ 9/2008). Sein 75. Geburtstag ist nicht nur Anlaß für gute Wünsche sondern auch eine Gelegenheit zu Betrachtungen und Würdigung eines ungewöhnlichen Werdegangs mit herausragenden wissenschaftlichen Leistungen.
Seite 5

Barátság-Anthologie
Meilenstein in der Minderheitenliteratur Ungarns
In der Chefredakteurin der Zeitschrift Barátság (Freundschaft), die am 24. April dieses Jahres ihr 15jähriges Jubiläum gefeiert hat, reifte schon seit langem die Idee einer Literaturanthologie mit Schriftstellern und Lyrikern der Minderheitenliteraturszene aus Ungarn (mit Beteiligung aller 13 Minderheiten). Die Jubiläums-Barátság-Anthologie zum 15. Geburtstag der Zeitschrift wurde am 3. November im Ministerpräsidentenamt vorgestellt. Über die Wichtigkeit der Zeitschrift, die 13 Kulturen und 13 Gemeinschaften vor dem Leser lebendig werden läßt, sprach Erika Németh, Hauptdirektorin der Hauptabteilung für Nationale und Ethnische Minderheiten im Ministerpräsidentenamt. Erika Németh bezeichnete die Barátság-Anthologie als einen Meilenstein in der ungarländischen Literatur, sie repräsentiert die erste literarische Auswahl der Minderheitenliteraturen Ungarns.
Seite 6

Vom „dies sancti Urbani" zum „Orbán-napi Borünnep" in Hajós
Der 25. Mai ist der Festtag des heiligen Urbanus/Orbán, der als Schutzpatron der Weinreben und der Weinberge verehrt wird. Die Verehrung von Heiligen war in den von Ungarndeutschen bewohnten Gemeinden stark verbreitet, ihre Festtage wurden regelmäßig gefeiert und zahlreiche Traditionen waren mit diesen Festtagen verbunden. Der Band, dessen Textgrundlage die Antrittsvorlesung des Autors Michael Prosser-Schell an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg bildet, verfolgt die Transformation des Urbanfestes vom 5. Jahrhundert bis zur Gegenwart, wobei auch die Säkularisierungsprozesse sowie die Bilder, Statuen und Texte als Medien der Vermittlung dieses Festes erörtert werden.
Seite 6

Salesianerpriester Joseph Vándor/Wech vor 100 Jahren geboren
Am 29. Oktober gedachten die Stadträte, viele Bürger, Verwandte und Verehrer dem Salesianerpriester Joseph Vándor/Wech im Kulturhaus der Stadt Daurog/Dorog anläßlich seines 100. Geburtstages. „Nach der Geburt ihres Sohnes wußte die Mutter von Joseph Wech bestimmt nicht, daß sie einen 'Wanderer' in den Armen hielt, ob er in seinem Leben vorwärtskommt, ob er glücklich sein wird", sagte Bürgermeister Dr. János Tittmann bei der Eröffnung der Feierstunde. Über das Schaffen des Paters und über die Kirche in Kuba sprach Botschafterin Soraya Elena Alvarez Núnez. J. Van Hecke Albert, Provinzial der Salesianer, würdigte die Persönlichkeit des Priesters und informierte über den Salesianerorden. „Don Bosco ähnlich hatte er apostolische Energie, Liebe den Armen gegenüber", meinte P. József Havasi, Leiter der ungarischen Salesianer-Gesellschaft, in seinem Vortrag über den Lebenslauf des Paters. „Die Kraft des Glaubens und stille Freude waren für ihn charakteristisch."
Seite 11

ifa-Impulstagung zur Jugendarbeit in Vereinen und Verbänden
Neunzehn Jugendliche von Verbänden der deutschen Minderheit in Mittelosteuropa, aus Polen, Rumänien und Ungarn, kamen vom 6. bis zum 8. November in Stuttgart zusammen, um im Rahmen einer Impulstagung über die Herausforderungen der Jugendarbeit zu diskutieren und darauf zu reflektieren. In unserer letzten Nummer stellten wir die Deutsche Kulturell-Soziale Gesellschaft in Breslau vor. Nun befragten wir Vertreter der Jugendgruppe Gemeinsam der Sathmarer Schwaben aus dem Banat (aus Bokscha) und des Deutschen Jugendvereins aus Siebenbürgen.
Seite 13

*

Wollen Sie mehr erfahren? Bestellen Sie die Neue Zeitung unter
www.neue-zeitung/publikationen

Sie können die Neue Zeitung auch als pdf-Datei abonnieren und per E-Mail zugeschickt bekommen.
Kontakt: neueztg@hu.inter.net