Ursprünglich hatten die Willander Nachtigallen - alles junge Leute - vor, in freundschaftlicher Runde die ungarndeutsche Kultur zu pflegen und sie für die zukünftigen Generationen zu erhalten. Inzwischen sind die jungen Leute jedoch über sich hinausgewachsen und haben bei zahlreichen Qualifikationen bewiesen, daß sie ein Chor mit hoher Singqualität und vielseitigem Repertoire sind. Am 24. Oktober feierten sie in der katholischen Kirche von Willand ihr 20jähriges Jubiläum.
Willander Nachtigallen mit ihrem Gründungsdirigenten Dr. Árpád Kurcz
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Der Jugendchor Willander Nachtigallen wurde im Herbst 1989 gegründet und machte sich unter der Leitung von Anikó Kurcz und Dr. Árpád Kurcz von Anfang an für die Erhaltung der ungarndeutschen Singkultur stark. Bereits im Gründungsjahr konnten die jungen Mitglieder ihr Können beim 11. Landessingwettbewerb der Ungarndeutschen erfolgreich beweisen. 1991 wurde in der katholischen Kirche von Willand der erste Tonträger des Chores aufgenommen und sechs Jahre später brachten sie mit Unterstützung der Stiftung für Nationale und Ethnische Minderheiten Ungarns sowie der Deutschen Minderheitenselbstverwaltung von Willand ihre zweite Kassette heraus. 1999 übernahm Georg Ahmann die Leitung des Jugendchores, der das Repertoire, wie seine Vorgänger, in viele Richtungen erweiterte. Inzwischen singen die etwa 15 Mitglieder des Chores neben den Volksliedern auch Kirchenlieder, Spirituale, Kunstlieder sowie klassische und moderne Stücke in Deutsch, Ungarisch, Englisch, Lateinisch und Italienisch. Sie versuchen, sich den Ansprüchen des Publikums anzupassen, verwirklichen aber auch oft ihre eigenen Ideen und Vorschläge. Daß sie auf dem richtigen Weg sind, beweist auch, daß sie seit 2000 bei den dreijährlichen Landesqualifikationen der Jugendchöre immer die goldene Qualifikation bekamen. Am 24. Oktober gewährten die Willander Nachtigallen bei ihrem Jubiläumskonzert den Zuhörern einen kleinen Einblick in ihr vielseitiges Repertoire und bedankten sich bei Dr. Árpád Kurcz und Georg Ahmann für die Chorleitung sowie bei der Selbstverwaltung und der Deutschen Minderheitenselbstverwaltung von Willand für die Unterstützung in den vergangenen 20 Jahren. Sie betonten dabei, daß sie ihr ursprüngliches Ziel, die Pflege der ungarndeutschen Kultur, nie aus den Augen verlieren möchten, und verabschiedeten sich deshalb zum Schluß mit einigen ungarndeutschen Volksliedern vom Jubiläumspublikum. Die Deutsche Minderheitenselbstverwaltung sowie Gyula Takáts, Bürgermeister von Willand, wünschten dem Chor viel Glück und weitere begeisterte Chormitglieder für die kommenden Jahre.
Mónika Óbert
Aus dem Inhalt
Ungarndeutsche Kinderkrippe Es gibt noch keine Pläne
Wie schön waren die Zeiten, als die Kleinkinder bei der Omi bleiben konnten, und auf dem Schoß der Schürze und Kopftuch tragenden Großmutter die Mundart erlernten, während die Mütter beruhigt zur Arbeit gehen konnten. Doch diese Zeiten sind leider vorbei, mehrere Generationen leben selten zusammen, und oft ist die Omi selbst noch berufstätig. Die Mütter müssen immer früher aus dem Mutterschaftsurlaub zurück in die Arbeit, somit werden in den letzten Jahren immer mehr Kinderkrippenplätze benötigt, Tendenz steigend. Wenn der Plan der jetzigen Regierung, wonach Mutterschaftsurlaub nur bis zum zweiten Lebensjahr des Kindes gezahlt wird, aktuell bleibt, werden innerhalb von zwei Jahren sehr viele neue Plätze benötigt. Und auch wenn dieses Gesetz nach den Wahlen nicht in Kraft tritt, müssen die meisten Familien ihre Kinder schon früh in die Obhut einer Einrichtung geben, um den Job zu behalten, einige schon ab dem ersten Lebensjahr. Dieses Alter ist sehr wichtig in der Sprachentwicklung der Kinder, deswegen ist es auch für die ungarndeutschen Familien eine wesentliche Frage, ob es möglich wäre, die Kinder schon in diesem Alter auf deutsch zu betreuen. Seite 1-2
Tolles Niveau - mit der Jugend voran V. Großmanoker Bläsertreffen
„Das Programm wartete mit vielen Überraschungen auf, ein hohes Niveau war kennzeichnend", sagte Vilmos Auth, langjähriger Kapellmeister der Jugendblaskapelle Róbert Szieberth in Fünfkirchen (Gyárváros) und diesjähriger Josef-Gung'l-Preisträger über die Produktionen. Unzählige Musiker kamen beim V. Großmanoker Bläsertreffen des Landesrates Ungarndeutscher Chöre, Kapellen und Tanzgruppen am 24. Oktober in der Tolnauer Kleinstadt zusammen, um beim Landeswettbewerb ungarndeutsche Blasmusik präsentieren zu können. Eröffnet wurde der Wettbewerb mit gemeinsamem Musizieren. Augenscheinlich waren sehr viele junge Musiker mit dabei, was auch die Jury bei der Bewertung zu Recht hervorgehoben hat. Für Nachwuchs in der ungarndeutschen Blasmusik ist erst einmal gesorgt. Und auch das tolle Niveau war leicht festzustellen: Im Programm mußten die Kapellen und Blasorchester einen vorher bestimmten obligatorischen Walzer, und zwar „Einen für die Alten" von Antal Farkas, und drei frei zu wählende Musikstücke spielen. Polkas, Märsche, Ländler, Walzer konnte das zahlreich erschienene Publikum in der Interpretation der einzelnen Kapellen genießen. Seite 1-4
3. Hefeknödelfestival in Gereschlak Alte Rezepte, junge Köchinnen
Kam man als Gast an diesem Tag von weitem ins Dorf, sah es aus der Ferne so aus, als wären die ganzen Hügel um Gereschlak/Geresdlak herum in Festlaune, denn sogar die Ballen waren in Hefeknödelform gedreht, als eine Art Dekoration. Und auch sonst war das ungarndeutsche Dorf sauber und festlich geschmückt für das Ereignis, das Hefeknödelfestival. Vor drei Jahren kam die Idee in Gereschlak, mit einem besonderen Kochfestival die hiesigen Menschen etwas aufzurütteln und ihnen ein schönes Programm zu bieten. Festivale, wo man kocht, gibt es in ganz Ungarn reichlich, deswegen suchten sich die Gereschlaker ein Mahl aus, welches nirgendwo sonst bei einem Fest zubereitet wird. Die Wahl fiel auf die ungarndeutsche Spezialität Hefeknödel, denn obwohl diese Klöße auch in anderen Gegenden bekannt sind, werden sie bei Festen nirgendwo sonst zubereitet. Seite 2
Allerheiligen und Totentag
Vor Allerheiligen und dem Totentag bereitet sich jeder darauf vor, auf dem Friedhof am Grab der heimgegangenen Angehörigen, Freunde und Dorfsleute ihnen die Ehre zu erweisen und ihr Andenken heraufzubeschwören. Das Grab wird - wenn nötig - erneuert, gereinigt, die verblichenen Inschriften neu gemalt, die Grabumrandung geharkt, das Unkraut vertilgt und alles mit Herbstblumen geschmückt. Jetzt wimmeln die Friedhöfe von den vielen Leuten, die Kerzen und Grablichter anzünden, Kränze und Blumen auf das Grab ihrer verstorbenen Familienmitglieder legen und für das Heil ihrer Seele beten. Seite 2
Deutscher Kulturverein aus Paumasch wieder in Deutschland
Nach zwei Jahren besuchte der deutsche Kulturverein aus Paumasch wieder seinen Schwesterverein, den Pomázer Heimatverein in Waldagelloch. Seite 3
Chortreffen und Seniorenbeisammensein in Schemling Seite 4
Lebenswerkpreis für Josef Bartl Zum Tag der Ungarischen Malerei
Die Stiftung Tag der Ungarischen Malerei verleiht ihren Lebenswerkpreis dieses Jahr an Josef Bartl. Die Auszeichnung wird jährlich von zeitgenössischen Malern Künstlern zuerkannt, die bereits ein ganzes Lebenswerk vorzeigen können und dessen Niveau von besonderer Bedeutung ist. Der 77jährige Maler, Mitglied des Verbands Ungarndeutscher Autoren und Künstler (VUdAK), ist gebürtiger Schorokscharer, studierte von 1952 bis 1959 an der Hochschule für Ungarische Bildende Kunst in Budapest und war Schüler von Aurél Bernáth, Géza Fónyi und Gyula Pap. Seite 5
Begegnung von Lehramtsstudentinnen für Deutsch aus fünf Ländern in Neusatz
Fünf Studentinnen der Eötvös-József-Hochschule in Baje sind zu einem internationalen Seminar nach Neusatz/Novi Sad gefahren, an dem außer aus Ungarn je fünf Studenten aus Serbien, Rumänien und Kroatien sowie zehn aus Deutschland teilnahmen. Seite 6
60 Jahre Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft 1949-2009 „Ein herzliches Dankeschön an Österreich"
Es war der 13. August 1949, als im zerbombten Hotel Europa in Salzburg die Donauschwäbische Arbeitsgemeinschaft (DAG) gegründet worden war. In den Satzungen von 1952 wurde als wichtigste Aufgabe „die Vertretung der in Österreich lebenden Donauschwaben gegenüber allen staatlichen und internationalen Behörden (...) in allen rechtlichen, kulturellen, konfessionellen, sozialen und wirtschaftlichen Belangen" festgeschrieben. Es galt, die wirtschaftliche Lage der Donauschwaben zu verbessern und den Integrationsprozeß zu begleiten. Die Donauschwaben galten im Nachkriegs-Österreich als „Staatenlose", nachdem ihnen die jugoslawische Staatsbürgerschaft auf Grundlage der AVNOJ-Bestimmungen entzogen worden war. Eine generelle Regelung der Staatsbürgerschaft erfolgte für die Heimatvertriebenen aber erst mit dem „Optionsgesetz" von 1954. Die Eingliederung in die österreichische Gesellschaft verlief in Etappen und wurde von vielen Hindernissen begleitet. Seite 11
Wenn der Teich kocht - Auftakt zur traditionellen Karpfenzeit
Schon im Mittelalter war der Karpfen in Ost- und Mitteleuropa eine traditionelle Fastenspeise. Nach alter christlicher Tradition wurde im Advent und in der Fastenzeit vor Ostern kein Fleisch gegessen, Fisch zählt jedoch nicht zu den warmblütigen Tieren und war daher erlaubt. In Altwien war ein Heiliger Abend ohne den traditionellen Weihnachtskarpfen fast nicht denkbar. Und dieser stammte - ebenfalls traditionellerweise - aus dem Waldviertel. Seite 12
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