Freunde und Förderer des Ungarndeutschen Kultur- und Informationszentrums waren am 30. September zu einem schwäbischen Abendessen ins Haus der Ungarndeutschen in Budapest eingeladen. Zentrum-Direktorin Monika Ambach hatte zum Fest invitiert, da der 5. Geburtstag des Zentrums würdig gefeiert werden sollte.
Foto: Bajtai László
|
Ungebundene Gespräche, lockere und innige Stimmung waren für diesen Abend charakteristisch. Ein kurzer Zentrum-Film zog Bilanz: eine Rückblende in die vergangenen fünf Jahre über Arbeit, Aktivitäten, Ergebnisse und auch Zukunftspläne. „Es war für mich eine große Freude, die Fotos aus der Anfangszeit wieder einzusehen!" sagte Monika Ambach, da diese fünf Jahre wahrlich mit immer mehr Programmen im Repertoire (Abgedreht, BlickPunkt u. a.) und immer mehr Dienstleistungen im Netz (unter www.zentrum.hu erreichbar, nicht zu vergessen die Webseite www.bibliothek.hu und www.alles.hu) verstrichen sind. Zu den bisherigen Erfolgen und dazu, daß Ambach am 2. November den Donauschwäbischen Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg übernehmen darf, gratulierte Otto Heinek, Vorsitzender der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. Es paßte an diesem amüsanten Abend alles zusammen: Die Stimmung war gut, die von Kellnern in Bawazer Tracht servierten ungarndeutschen Gerichte ausgezeichnet und der musikalische Genuß blieb auch nicht aus, Tubaspieler Antal Fenyvesi - Wetten-daß-Gewinner aus Wetschesch - brillierte auch mit einem Solo. Fotos des Blickpunkt-Wettbewerbs, T-Shirts der bisherigen Abgedreht-Wettbewerbe erinnerten an die Dienstleistungen des Zentrums, sich innovativ für das Ungarndeutschtum einzusetzen und mit dem Ungarndeutschtum auseinanderzusetzen. angie
Aus dem Inhalt
Guter Geist im Deutschen Nationalitätengymnasium in Budapest
Mit einem fulminanten Fest wurde das zwanzigjährige Bestehen des Deutschen Nationalitätengymnasiums in Budapest gefeiert, verbunden mit dem Europatag der Deutschen in Budapest und mit der Schuljahreseröffnungsfeier der deutschen Nationalitätenschulen in Budapest und im Komitat Pesth. Über Möglichkeiten der Deutschen Selbstverwaltungen, Einfluß auf den Muttersprachunterricht zu nehmen, sprach Anna Kerner vom Bildungsministerium zur Schuljahreröffnung der Minderheitenschulen. Nachdem die Preise „Deutschpädagoge des Jahres 2009" in Budapest und im Komitat Pesth überreicht wurden (die Ausgezeichneten stellen wir in unserer nächsten Nummer vor), beschwor LdU-Vorsitzender Otto Heinek den Geist des Gymnasiums herauf. Vom Geist konnte man bereits am Anfang etwas erahnen, als alle Schülerinnen und Schüler sowohl die ungarische als auch die ungarndeutsche Hymne mitgesungen haben. Den Geist beschworen auch die Produktionen der Gymnasiasten herauf, die sich nicht nur Fächer in deutscher Sprache aneignen, sondern auch beim Volkstanzunterricht, im ungarndeutschen Chor oder in der Theatergruppe mitmachen. In einer literarischen Zusammenstellung hörte man von den Mitgliedern der Kulturellen Offensive, der Theatergruppe des Gymnasiums, die schon mehrfach auf Theatertreffen im In- und Ausland ausgezeichnet wurde, Texte von Robert Hecker, János Szabó und Robert Becker. Seite 1
Einer von uns im Bundestag
Bei der Wahl zum 17. Bundestag am 27. September fand der einstige „Obergrüner" Joschka Fischer, dessen Eltern aus Wudigeß stammen, einen Nachfolger. Der jüngste Sohn des in Tarian geborenen Anton Tressel, Markus wurde als Spitzenkandidat der Saar-Grünen in den Bundestag gewählt. Als politischer Geschäftsführer gehört er zur vierköpfigen Delegation seiner Partei bei den Sondierungsverhandlungen mit den anderen Landtagsparteien über die bevorstehende Bildung der neuen Landesregierung im Saarland. Bekanntlich haben hier die Bündnis-Grünen eine Schlüsselrolle bei der Regierungsbildung. Sie entscheiden, ob es eine sog. Jamaikakoalition (schwarz-gelb-grün) aus CDU, FDP und Grüne oder eine Rot-Rot-Grünen-Koalition aus SPD, Linke und Grüne geben wird. Die Entscheidung darüber wird in den ersten Oktober-Wochen fallen. Politiker und Journalisten in ganz Deutschland sind darauf gespannt, wie sich die Saar-Grünen entscheiden werden. Seite 2
35 Jahre Frauenchor in Urkut
Die Deutsche Selbstverwaltung von Urkut hat auch in diesem Jahr den Nationalitätentag veranstaltet und in diesem Rahmen den Frauenchor von Urkut anläßlich seines 35jährigen Bestehens feierlich beglückwünscht. Traditionsgemäß wurde der Nationalitätentag mit einer deutschsprachigen heiligen Messe eingeleitet. Es erklangen die schönen, alten deutschen Kirchenlieder, und Dr. Balázs Csernai, Gastpfarrer aus Papa, wies in seiner zweisprachigen Predigt u. a. auf die Aufgaben und die Bemühungen der Minderheiten in der Pflege der Kultur, der Traditionen und der Muttersprache auch in der Kirche hin. Nach der Messe gab die Bauernhuber-Familienmusik aus Herend den Ton und Takt an, und die Leute marschierten im Festzug zur Sporthalle. Das Kulturprogramm wurde mit den beiden Hymnen eröffnet. Danach sang der Frauenchor von Urkut das von László Hauser - er wurde hier geboren - komponierte Lied "Urkut, Urkut, Heimatland". Der Nationalitätentag bildete einen würdigen Rahmen, um das 35jährige Jubiläum des Frauenchors von Urkut zu feiern. Seite 2
Eine Zusammenstellung über Weinlesefeste in Willand, Deutschjula und Sier Seite 3
Arbeitskreis Ungarndeutscher Familienforscher in Essegg
Über 40 Vereinsmitglieder aus dem ganzen Land machten sich am letzten Septemberwochenende auf den Weg, die Donauschwaben in Kroatien zu besuchen. Durch die Begegnung konnten sie einen Einblick in das Leben der kleinen Volksgruppe gewinnen und auch speziell über deren Tätigkeit auf dem Gebiet der Stammbaumforschung mehr erfahren. Seite 4
Feiertag mit lieben Gästen
Eine kleine Delegation der Gemeinde Radibor (sorbisch Radwor) aus der Oberlausitz in Sachsen war in die Partnergemeinde im südungarischen Kokesch/Kakasd eingeladen. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 20. August kam es dort zu einem Kochwettbewerb im Hähnchengulasch. Die Gäste schlugen sich recht achtbar und erhielten sogar für ihre Kochkünste ein Diplom. In Radibor ist es Tradition, zum Tag der deutschen Einheit den Inselteich im Dorf abzufischen und den Fang anschließend sofort zu räuchern und zu Fischsuppe zu verarbeiten. Da der gute Ruf der ungarischen Fischsuppe auch bis ins „Sorbenland" gedrungen ist, war es naheliegend, Experten einzuladen. Gern nahm Bürgermeister Károly Bányai die Einladung seines Amtskollegen Vincenz Baberschke an und war einige Stunden lang auf der Insel Chefkoch. Seite 4
Als hätte Kleist sein Werk für die DBU geschrieben
Spannende Handlung, viel Humor und gute schauspielerische Leistung - „Der zerbrochene Krug" (ein Lustspiel von Heinrich von Kleist), das neue Stück in der Deutschen Bühne Ungarn (DBU), bietet dem Theaterbesucher eine niveauvolle Unterhaltung. Seite 5
Menschen und Pferde Ausstellung von Robert König in Budapest
Wir kennen schon von früher einige typische Leitmotive des Grafikers mit markantem Profil aus zahlreichen Veranstaltungen in Ungarn oder im Ausland. Wie z. B. die rustikalen und historisierenden Holzschnitte, die in dem charakteristischen Stil und der Technik der Illustrationen der mittelalterlichen deutschen Chroniken oder Bibelausgaben gefertigt sind. Dementsprechend sind auch die Themen, mit denen sie sich beschäftigen: Erinnerungen an die alte Heimat der Ungarndeutschen - wie die ehemalige und aktuelle schwäbische Hauptstadt auf dem Blatt „Stuotgart" von Hans Baldung Grien oder die von der Masseneinsiedlung in mehreren Wellen inspirierte Serie „Ulmer Schachtel" und „Deutschbohl Anno..." Namhafte Persönlichkeiten sind ebenso präsent, die als beispielgebende Helden für die Nachfolger dienen können, wie Christian, Herzog von Weissenfels, Ernst Wilhelm, Herzog von Weimar, Martin Bach oder Ratgeb der Maler... Seite 6
Marias Wunder in der Matthiaskirche
Ein wahres Wunder erlebte der 22 Sänger zählende Gesangverein von Kätschke/Kecskéd, und Zeugen waren auch die Mitglieder des Rentnerklubs des Dorfes. An einem sonnigen Septembersonntag brachen die Mitglieder des Rentnerklubs zusammen mit dem Chor auf, um die schönen Ecken von Budapest in aller Ruhe, ohne den großen Verkehr „zu genießen". Um 15 Uhr war der Chor in der Matthiaskirche angemeldet. Da passierte das Wunder: Der Chor stellte sich in die Mitte und begann unter der Leitung von János Groß zu singen: ungarische und deutsche Marienlieder. Es klang wunderschön. Und es ist kaum zu glauben, aber alle in der Kirche blieben stehen, jede Touristengruppe schaute nach vorne, keiner bewegte sich. Plötzlich wurde es ganz still und ruhig, nur die klaren Töne der Sänger hörte man. Zwanzig Minuten lang paßten alle auf die Marienlieder auf. Seite 12 * Wollen Sie mehr erfahren? Bestellen Sie die Neue Zeitung unter www.neue-zeitung/publikationen
Sie können die Neue Zeitung auch als pdf-Datei abonnieren und per E-Mail zugeschickt bekommen. Kontakt: neueztg@hu.inter.net
|