Die Schwaben und die Rallye
Ein Rennen von Nadipohl bis Gereschlak
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25. September 2009
Den Einwohnern der Gegend um Petschwar bot sich am 20. September ein ungewohntes Bild. Viele Menschen waren unterwegs zu den Kellerreihen, doch diesmal ging es nicht um den Wein, sondern um Pferdestärken und quietschende Reifen. Die Winzer saßen, wie sonst auch, gemütlich vor ihren Preßhäusern und sahen sich bei einem Schlückchen Wein das Sportereignis aus der ersten Reihe an.

Die Rallyeautos waren ein ungewöhnliches Bild in den schmalen Gassen von Nadipohl

Denn zum ersten Mal wurde auf der Landstraße zwischen Nadipohl und Gereschlak eine Rallye-Sprint-Meisterschaft ausgetragen. 66 Piloten aus dem ganzen Land maßen sich auf der neuen Strecke und boten den Zuschauern ein großes Erlebnis. Die meisten Teilnehmer kamen aus der Branau, doch auch einige Profisportler aus der ersten Liga waren da, um die neue Strecke auszuprobieren. Auch wenn man in Sachen Rallye nicht so bewandert ist, die Namen der Fahrer und Beifahrer kann man ja auf den Autos lesen, und darunter waren auch diesmal viele deutsche Namen. Amrein, Szauer, Kaltenecker, Riegl, Spitzer und Keszler sind nur einige der schwäbischen Sportler, die sich in dieser Sportart den Herausforderungen stellen.
„Ich bin seit 30 Jahren Rallyefahrer", erzählt Mátyás Keszler aus Petschwar, ein landesweit bekannter Rallyeveteran, in herzhafter deutscher Mundart. „Es ist wunderbar zu fahren, und solange ich es kann, werde ich auch fahren." Er wurde eingeladen, um als Promifahrer die letzte Durchfahrt mit seinem Wagen abzuschließen. Und während er sich auch noch nach 30 Jahren mit Herzklopfen auf den Start vorbereitete, durften auch Laien unter die Motorhaube seines Flitzers sehen. „Ich begann mit einem Wartburg, und es tut mir jetzt sehr leid, daß ich dieses Auto von damals nicht mehr habe", so der alternde Sportler, der in den letzten Jahren die größten Automarken fahren durfte. Noch im letzten Jahr holte sich Keszler eine gute Platzierung und schrieb sich längst in die Rallyegeschichte Ungarns ein. Einen Tag lang haben die Winzer rund um die Rallyestrecke die Weinlese ein wenig beiseite gelassen und drückten dafür den Fahrern die Daumen - und erlebten einen besonderen Spaß aus nächster Nähe!

Chr. A.


Aus dem Inhalt


Wochenendveranstaltungen

In vielen kleinen Dörfern der Branau gab es am Wochenende Veranstaltungen. So auch in Großbudmer/Nagybudmér (Bild), wo ein deutscher Nationalitätennachmittag mit buntem Kulturprogramm stattfand. In Iwan/Ivánbattyán feierten die Dorfbewohner zusammen mit den eingeladenen Gästen aus den umliegenden Ortschaften (Willand, Palkan) das Weinlesefest mit Kulturprogramm, Pörkölt und Wein.
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6. Ungarndeutsches Weinlesefestival in Hajosch
„Das Wetter war zu schön zum Feiern"

Die Deutsche Minderheitenselbstverwaltung von Hajosch ist seit Jahren bestrebt, die Zusammenarbeit zwischen den Selbstverwaltungen der drei Nachbarorte Tschasatet, Nadwar und eben Hajosch zu aktivieren. Obwohl sich die drei benachbarten Weinorte - für den Außenstehenden - sehr ähneln und nur einige Kilometer voneinander entfernt liegen, besteht kein reger, ständiger Kontakt zwischen den Selbstverwaltungen. Das wollen die Hajoscher schon seit Jahren durch ein Festival ändern und laden jeden September die Selbstverwaltungen und die Kulturgruppen zum gemeinsamen Feiern ein.
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„Die Grenze soll tatsächlich geöffnet werden"

Der 48jährige Robert Franz Wild ist seit 2006 der Vorsitzende der Deutschen Komitatsselbstverwaltung in Raab-Wieselburg-Ödenburg. Hauptberuflich ist er Regionalbüroleiter der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen. Seit seiner Studentenzeit ist er für das Ungarndeutschtum tätig.
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Oktoberfest an der deutschsprachigen Universität

In 48 Ländern findet das Programm "Tage der offenen Denkmäler" statt, welches von der Europäischen Union unterstützt wird. In dieses Programm ist seit Jahren auch das Palais Festetics, der ehemalige Stadtpalast der Familie Festetics in Budapest, heute Gebäude der deutschsprachigen Andrássy-Universität, eingebunden. Ziel dieser Tage ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken.
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Archivquellen zur Ansiedlung der Deutschen im Komitat Wesprim

Nach der Vertreibung der Türken bilden die Urkunden der von Maria Theresia angeordneten Urbarregelung die Primärquellen der im Königreich Ungarn angesiedelten Deutschen. Diese Urkunden sind sowohl in Komitatsarchiven als auch im Ungarischen Staatsarchiv zu finden, und es wäre an der Zeit, sie in allen Komitaten herauszugeben. Die Veröffentlichungsarbeit ist in den einzelnen Komitaten bis dato mit den neun Fragen am weitesten gekommen.
Diese sog. neun Fragen gehören zu den leichter zu sammelnden und zu bearbeitenden Quellenarten, man könnte sie auch als einen „soziologischen Fragebogen" betrachten. Auf Anordnung Maria Theresias wurden von den Komitatsbeamten neun Fragen in bezug auf die rechtliche und wirtschaftliche Lage der Leibeigenengemeinden an die Ortsvorsteher gerichtet. Aus den Antworten und „Geständnissen" kann man einen Gesamtblick über die Gemeinden des gegebenen Komitats gewinnen. Unter den beigefügten Urkunden sind auch die Verträge der Leibeigenen mit ihren Grundherrn zu finden, die im Falle der Siedlergemeinden häufig mit den Siedlerbriefen identisch sind.
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„Es war eine richtige Detektivarbeit"

Vor zehn Jahren begann die akribische Arbeit der Mitglieder der Familie Fuchs. Mehrere Generationen in verschiedenen Teilen des Landes arbeiteten in ihrer Freizeit an der Suche nach den Ahnen. Jetzt, Mitte September, präsentierten die Fuchs-Nachkommen in Fünfkirchen die Ergebnisse der Forschungsarbeit.
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Schemling hatte wieder einen guten Grund zum Feiern

Nach Abkühlung, Wind und Regen am Samstag hatten die Schemlinger und ihre Gäste am Sonntag den 6. September, doch Glück mit dem Wetter. Die liebe Sonne lachte auf alle Gläubigen nieder, als sie sich im Dorf an der kleinen Kapelle versammelten, um das Festjahr mit einer Prozession und heiligen Messe abzuschließen.
Genau vor einem Jahr ging die Prozession singend bis zur Wallfahrtskirche, wo der Diözesanbischof aus Stuhlweißenburg Antal Spányi die heilige Messe zelebrierte und die neue Kirchenflagge mit Abbildung der Muttergottes weihte. Man eröffnete ein Jubiläumsjahr in der Kirche. Anlaß dafür war damals, daß das Gnadenbild unserer Kirche am 7. September 1734 in Ungarn, in Ungarisch-Altenburg, ankam. Man freut sich bis heute darüber, daß eine Greislerin in Wien Geld spendete und so eine Kopie des Marienbildes entstand. Das Original hängt in der Kaiserkapelle der Kapuzinerkirche in Wien. Dieses wurde von Papst Benedikt XIII. „Consolatrix Afflictorum", „Trösterin der Betrübten" genannt.
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Pründl Baje (Vodica): Gemeinsamer Wallfahrtsort der Batschkaer Völker

Den Bau der Kapelle im Wallfahrtsort Pründl/Vodica/Máriakönnye südlich von Baje haben Sebastian Schmidt und seine Gattin 1810 in Auftrag gegeben, 1811 wurde sie eingeweiht. Papst Pius VII. hat den Ort 1816 zum Wallfahrtsort deklariert. Der Marien-Wallfahrtsort gehört zum Bistum Kalocsa-Kecskemét, bzw. zum Bajaer Pfarramt heiliger Antonius von Padua. Das Gnadenbild des Altars ist das Werk eines unbekannten Künstlers vom Anfang des 19. Jahrhunderts.
Zum mystischen Anziehungskreis der Kapelle und der heiligen Doppel-Wasserquelle gehören nicht nur die römisch-katholischen Ungarn, Deutschen, Bunjewazen, Schokatzen, Ratzen, sondern auch die griechisch-orthodoxen Serben. Dadurch bewahrt und rettet Vodica die charismatische Innerlichkeit, das heroische Vertrauen der alten christlichen Jahrhunderte, die majestätische Einfachheit des Glaubens in unsere heutige Zeit hinüber.
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„Zeitenwechsel-Seitenwechsel": Ungarn und Rumänien 20 Jahre nach 1989
Bilanz der Homepage: www.zeitenwechsel-seitenwechsel.com

Im Mai diesen Jahres ging www.zeitenwechsel-seitenwechsel.com online. Die Homepage wurde im Haus der Ungarndeutschen in Budapest präsentiert und erfreut sich seitdem einer großen und alle Erwartungen übertreffenden Öffentlichkeitswirksamkeit.
Ziel der Internetseite war und ist es, über Grenzen hinweg eine Plattform für Interessierte zu schaffen, die sich über die Wende 1989 in Ungarn und Rumänien informieren können und sich damit im Netz gemeinsam für die Zukunft erinnern. Dieses Ziel hat das oral-history-Projekt „Zeitenwechsel-Seitenwechsel" erfüllt. Das Format „Internetseite" verleiht dem Projekt zudem einen sehr nachhaltigen Charakter, da die Projektergebnisse weit über den Projektzeitraum der Öffentlichkeit zugänglich sind.
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