Mehr als ein halbes Jahr durchgehend... Drucken
18. September 2009
 ...soviel sangen die Frauen und Männer des Boschoker Chores auf der Bühne in den 40 Jahren seit seiner Gründung. Wenn man die Auftrittsstunden zusammenzählen würde, würde die Zahl der Stunden soviel ausmachen. Am vergangenen Sonntag feierte der Boschoker Chor mit einem würdigen und niveauvollen Programm sein 40jähriges Jubiläum. Viele waren gekommen, die den Chor ehren wollten, der Chor aus Geschtitz (Komitat Komorn), Kulturgruppen aus Wemend und aus Boschok, aber auch viele, die in den vier Jahrzehnten mit dem Chor in Kontakt getreten sind, sei es privat oder als Kulturgruppe. 

Dem bunten Kulturprogramm folgten zahlreiche Festreden, wobei man gratulierte und weitere 40 Jahre wünschte. Man erinnerte sich an die Kulturrundreisen des Deutschen Verbandes, an die Veranstaltungsreihe "Reicht brüderlich die Hand" und an die In- und Auslandsauftritte. Sie waren unter den ersten Kulturgruppen, die das Ungarndeutschtum im "Westen" vertreten durften. Der Chor wurde mit Plaketten, Urkunden, Geschenken und Blumensträußen überflutet. Die hellen und unverwechselbaren Stimmen der Boschoker erklangen am Ende des Programms als Schlußakkord, und da wirkten auch jene ehemaligen Chormitglieder mit, die heute nicht mehr mitsingen.

Zoltán Schmidt


Aus dem Inhalt


VUdAK-Werkstattgespräche 2009

Jedes Jahr treffen sich die VUdAK-Mitglieder beider Sektionen (bildende Kunst und Literatur) nicht nur, um die jährliche Generalversammlung abzuhalten, sondern auch um durch intensive Gespräche Erfahrungen auszutauschen und Inspiration zu gewinnen. Als Auftakt zum diesjährigen VUdAK-Seminar fand am 10. September im Fünfkirchner Lenau-Haus die Eröffnung einer Fotoausstellung, verbunden mit einer Lesung von VUdAK-Autoren, statt.
Seite 1-5


Wenn es einfach reicht
Zweitägige Konferenz zum 20. Jahrestag der Grenzöffnung

Es kommt nicht allzu oft vor, daß ausländische Künstler ein deutsches Postwertzeichen entwerfen. Eine Ausnahme bildet die Briefmarke, die am 3. September aus Anlaß des 20. Jahrestages der Grenzöffnung Ungarn-Österreich als Gemeinschaftsausgabe von Deutschland, Österreich und Ungarn erschienen ist. Hier war es geradezu Pflicht, einen Ungarn ans Werk zu lassen. Der Budapester Imre Benedek hat das Motiv für das Postwertzeichen, die Zahl 20 in den Farben von Ungarn, Österreich und Deutschland, ersonnen. Damit wird an den 11. September 1989 erinnert, als Ungarn seine Grenzen öffnete und innerhalb der nächsten drei Wochen nicht weniger als 30.000 DDR-Bürger über Österreich in die Bundesrepublik Deutschland gelangten. Die Konrad-Adenauer-Stiftung widmete dem 20. Jahrestag dieses Ereignisses eine zweitägige Konferenz, bei der unter anderem auch die früheren ungarischen Ministerpräsidenten Miklós Németh und Viktor Orbán zur Wort kamen. Die Tagung war zugleich vorläufiger Schlußpunkt einer Veranstaltungsreihe zu herausragenden Geschehnissen in Ungarn im Jahre 1989. Am 9./10. November findet noch eine Konferenz aus Anlaß des Mauerfalls vor 20 Jahren statt.
Seite 2


Kleines Komitat, viele Aufgaben

Der 66jährige Kaspar Mercz ist seit rund 20 Jahren für das Ungarndeutschtum tätig, seit vielen Jahren ist er Vorsitzender des Verbandes der deutschen Minderheitenselbstverwaltungen und seit Gründung der Deutschen Komitatsselbstverwaltung auch deren Vorsitzender.
Seite 3


Deutsche Bühne Ungarn - Sanierung bis Frühjahr 2010

Die Deutsche Bühne Ungarn wird mit 25 Millionen Forint saniert. Der Trägerschaftsrat hat auf seiner Sitzung am 14. September die öffentliche Ausschreibung bewilligt. Die DBU rechnet damit, daß bis Frühjahr 2010 das Dach isoliert und die Terrasse der Bühne erneuert und für Zuschauer eröffnet wird.
Seite 3


Dominoeffekt um Baje

Mit Dominosteinen als Spielzeug kann man allein immer zurechtkommen, aber sie in einem Gruppenspiel auszulegen ist doch viel besser. Mit diesem Prinzip hat man während einer Fortbildung am 25. und 26. August ganz konkrete Erfahrungen gemacht, die zum Thema Mathematikunterricht auf deutsch beim Institut für Minderheiten- und Fremdsprachen der Eötvös-József-Hochschule zu Baje gehalten wurde. Mehr als zwanzig LehrerInnen aus deutschsprachigen Grundschulen des ganzen Landes kamen zusammen, um sich im Thema „Sachinhalte lernen und präsentieren - unter Verwendung von Zahlen, Daten und Darstellungsformen" fortzubilden.
Seite 4


„Die Muttersprache erlernen"

Die deutsche Sprache von Haus aus zu können ist an der südlichen Grenze des Landes, in Barcs und Umgebung, nur noch in den seltensten Fällen gegeben. Damit will sich die Deutsche Minderheitenselbstverwaltung der Stadt Barcs nicht abfinden und organisiert seit fünf Jahren einen deutschen Sprachkurs für die Mitglieder.
Seite 4


„Was wir sind, hängt von uns ab"
Márton Kalász zum 75. Geburtstag

Márton Kalász, Lyriker, Schriftsteller, Übersetzer ist 1934 in Schomberg geboren worden. In den 60er Jahren war er Redakteur des Europa-Verlages, später wurde er Mitarbeiter des Hauses der Ungarischen Kultur in Berlin. In den 90er Jahren war er war er Direktor des Ungarischen Instituts zu Stuttgart, sechs Jahre lang bekleidete er den Posten des Vorsitzenden des Ungarischen Schriftstellerverbandes. Er ist Attila József-, Primus- und Stephanus-Preisträger. Den Ungarndeutschen ist er als Autor des Romans „Winterlamm" und der Dokumentation „Dezimierungszettel" bekannt, dafür erhielt er die Ehrennadel für das Ungarndeutschtum. Zu seinem 75. Geburtstag erschien im Verlag von Magyar Napló ein stattlicher Lyriksammelband, der am 9. September im Haus des Ungarischen Schriftstellerverbandes in Budapest vorgestellt und hier der Jubilar auch geehrt wurde. Die Herausgabe des Lyrikbandes wurde auch von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen gefördert.
Seite 5


Der Salzbaron von Malta - Salz für Genuß und Gesundheit

Salz ist der wichtigste Mineralstoff für den Menschen - der Gesundheit ebenso wie dem Geschmack der Speisen zuliebe. Durch den industriell ausgebauten Salzbergbau ist der Griff zum Salzfaß selbstverständlich, um nicht zu sagen gedankenlos geworden.
Früher wurde Malta nur durch die eigenen Salinen mit Salz versorgt, jetzt aber ist das eingeführte, industriell gewonnene Salz zu billig, als daß das landeseigene noch konkurrenzfähig wäre. So ist die Gewinnung des Meersalzes ein Gewerbe geworden, das mehr der Tradition verpflichtet ist, als daß es eine Familie ernähren könnte. Bei Kennern und Liebhabern findet es aber immer noch seine Abnehmer, denn zum reinen NaCl steuert das Meer noch verschiedene andere Salze, und natürlich „den Geschmack nach Meer" bei, die es zu etwas Besonderem machen.
Die Arbeit in den so genannten Salzpfannen ist ziemlich mühsam - und zudem ist sie auch noch reine Glückssache, denn es kann nur in den trockenen Sommermonaten gearbeitet werden. Manchmal herrscht von April bis September das richtige Wetter, manchmal auch nur von Mai bis August. Sobald es regnet, ist die Salz-Saison zu Ende.
Seite 11


Mit der Pistole schlafen

Während sein Pferd graste, schlummerte der Cowboy am Lagerfeuer, an seinem Gürtel baumelten zwei Pistolen. Sein Gaul heißt heute Auto, aber die Revolver hat er behalten. In den USA sind etwa 250 Millionen registrierte Fahrzeuge und 220 Millionen Schußwaffen im Umlauf. 40 Prozent der amerikanischen Haushalte besitzen eine Schußwaffe. Manche sogar mehrere. Was für viele Amerikaner selbstverständlich ist, verblüfft Europäer. In einem Skype-Interview mit der Neuen Zeitung erzählt David W. Nance, warum er Waffen besitzt. Der 43jährige texanische Rechtsanwalt arbeitet in New Orleans (Louisiana).
Seite 12


JEV Board zu Gast bei der GJU

Die Prioritäten für die Arbeit in den kommenden Monaten sowie für das Jahr 2010 wurden beim Treffen des JEV Boards in Budapest besprochen. Gastgeber der Beratungen des Führungsgremiums der Jugend Europäischer Volksgruppen vom 10. bis zum 12. September war die Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher. Die Delegation wurde in der Budapester GJU-Wohnung untergebracht und hielt ihre Sitzungen in der Wohnung, im Haus der Ungarndeutschen und im GJU-Büro.
Ein Ziel ihres Besuches in Budapest war auch die Kontaktaufnahme bzw. Kontaktpflege mit dem Präsidium und mit Mitgliedern der GJU. Die GJUler und die JEVler haben bei einem Gespräch über die gemeinsame Arbeit 2010 diskutiert. Die GJU hat als Organisatorin des nächsten JEV Youth Leader Comittee Meetings im Februar nächsten Jahres kandidiert und wird im Sommer 2010 auch eine der wichtigsten Jahresaktivitäten der JEV, das „Voices of Europe", durchführen.
Seite 13


Wollen Sie mehr erfahren? Bestellen Sie die Neue Zeitung unter
www.neue-zeitung/publikationen

Sie können die Neue Zeitung auch als pdf-Datei abonnieren und per E-Mail zugeschickt bekommen.
Kontakt: neueztg@hu.inter.net