Damit das Ungarndeutschtum als Identität nicht verschwindet
Interview mit Gábor Merényi, dem Leiter des Peter-Rosseger-Vereins Fünfkirchen
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28. August 2009
Gábor Merényi, der Leiter des Peter-Rosegger-Vereins für Jugendliche in Fünfkirchen, empfängt im Wohnheim des Vereins. Thema ist die Lage des Ungarndeutschtums heutzutage. Gábor hält den Verein für eine Möglichkeit, die Identität nicht zu verlieren.

Seit dem Gymnasium habe ich nichts von dir gehört. In der Schule bist du noch ein ganz normaler Schüler gewesen, aber jetzt bist du schon Leiter eines Vereins der ungarndeutschen Jugend in Fünfkirchen. Wie hast du das geschafft?

Vor dem Abi, während des Gymnasiums, habe ich einen Brief erhalten, in dem stand, daß es eine Wohnmöglichkeit für ungarndeutsche Studenten gibt. Es ist ein Verein für ungarndeutsche Studenten, egal, was sie für ein Studium machen. Es ist eine Möglichkeit, das Ungarndeutschtum zu erhalten, die Identität nicht zu verlieren.

Du hast also die Entscheidung getroffen, etwas im ungarndeutschen Leben zu tun, zu helfen.

Der Herkunft nach bin ich auch ein Ungarndeutscher, und ich halte es für eine Pflicht, meine Identität zu bewahren. Mein Ziel ist, eine Gemeinschaft zu gründen für Leute ungarndeutscher Herkunft, und damit die Identität zu bewahren. Ich mache das gerne, weil ich u. a. zum Beispiel die Gelegenheit habe, Persönlichkeiten zu treffen und mich mit ihnen zu unterhalten, die aus Deutschland kommen und höhere Positionen haben.

Was machst du für Programme?

Ich organisiere Programme, die für die Jugend interessant sein können, wie Bowlingabende oder Referate, die nicht nur mit dem Ungarndeutschtum zu tun haben, sondern auch andere Themen, z. B. über Möglichkeiten, eine Unternehmung zu gründen. Wir reden eher über ein intellektuelles Thema, aber zuletzt gab es beispielsweise ein Referat über die Entstehung der Rockmusik. Das hat streng genommen nichts mit dem Ungarndeutschtum zu tun, war aber interessant. Diese Referate werden in Deutsch gehalten.

Verdienst du damit etwas?

Ich verdiene damit kein Geld, mein Lohn ist, die Möglichkeit zu haben, deutsch zu sprechen und meine Identität zu bewahren. Auch habe ich eine Möglichkeit, im Ausland zu studieren, egal wo, in Deutschland oder in Österreich. Dies halte ich für wichtig, denn so kann ich meine Herkunft pflegen.

Sicher hast du berufliche Zukunftspläne!

Ja natürlich. Mein erstes Ziel ist, das Studium erfolgreich abzulegen, dann in Deutschland, eventuell in Österreich zu arbeiten. Nachher das Unternehmen meines Vaters weiterzuleiten. Es handelt sich um die Herstellung von Plastikwerkzeugen für Handwerke. Es ist eine Filiale von einer Firma in Deutschland.

Und die Vereinsarbeit?

In der näheren Zukunft möchte ich in diesem Verein eine größere Gemeinschaft bilden, die nicht nur aus ungarndeutschen Studenten, sondern auch aus ungarndeutschen Gymnasiasten oder Grundschülern besteht. Das ist sehr wichtig, damit das Ungarndeutschtum als Identität nicht verschwindet.

Lilla Mikola



Aus dem Inhalt


Haushalt und parlamentarische Vertretung

Die finanzielle Förderung der ungarländischen Minderheiten wird im kommenden Jahr etwa die diesjährige Höhe erreichen und auch die Finanzierung der Minderheitenblätter soll gelöst werden. Darüber verhandelte das Nationalitätenforum in seiner zweiten Arbeitssitzung am 24. August.
Informiert wurde das Gremium über diese Absicht der Regierung vom zuständigen Staatssekretär im Amt des Ministerpräsidenten, Ferenc Gémesi. Die Normativen der örtlichen Minderheitenselbstverwaltungen werden allerdings zukünftig als ein Haushaltstitel des Ministerpräsidentenamtes geführt. Wie NZ erfuhr, hätten ursprünglich alle Fördermaßnahmen im Amt zusammengefaßt werden sollen, doch die Vorsitzenden der Minderheitenselbstverwaltungen sahen in der Festlegung der Summen im Haushaltsgesetz eine größere Sicherheit. Diese Meinung bekräftigte im Gespräch mit unserem Blatt auch der Vizevorsitzende des Gremiums, LdU-Vorsitzender Otto Heinek.
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Richtiges Familienfest mit vielen Gästen

Rasen mähen, Wände weißeln, Blumenbeet herrichten und Zaun streichen, so bereiten sich auch heute noch viele Nadascher Familien auf die Kirchweih vor. Rund um den 20. August ist „Ausnahmezustand" im Ort, denn jeder bekommt Gäste, und die Programme möchte man auch nicht verpassen. Die Feierlichkeiten begannen, wie seit fünf Jahren schon, mit einem Auftritt der Deutschen Bühne Ungarn, diesmal mit dem Stück Don Quijote.
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Glühbirne ade!

Am 1. September tritt das EU-Herstellverbot für 100-W-Glühbirnen in Kraft, und die Europäische Union bastelt an einer sogenannten Ökodesignrichtlinie, um den Energieverbrauch zu senken.
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Geschichte und Gegenwart
Ungarisch-deutsches Dorffest in Deutschmarok

Bei der ersten gemeinsamen Veranstaltung der örtlichen Selbstverwaltung und der Deutschen Minderheitenselbstverwaltung, beim Dorffest in Deutschmarok/Márok feierten die ungarndeutschen und ungarischen Bewohner der Gemeinde mit bunten Programmen gemeinsam auf dem Hof und im Gebäude des Kulturhauses.
Nach dem Bohnen-Hasen-Gulasch-Kochwettbewerb am Vormittag des 22. August standen am Nachmittag der Rentnerchor von Deutschmarok, der Chor des Willander Rentnerklubs und der Harka-Volksliedkreis aus Harkány auf der Bühne. Für ungarndeutsche Klänge und Schritte sorgten die Volkstanzgruppen aus Barjad/Borjád und Maisch/Majs. Doch im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die ungarisch-deutsche Ausstellung des Dorfmuseums.
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18. Musikfestival in Tarian

Wenn der September naht, heißt es in Tarian, noch ein letztes Mal fest zu feiern! Wie jedes Jahr um diese Zeit fand auch heuer, und zwar am letzten Wochenende, in Tarian ein Musikfestival statt, und dank dem guten Wetter eilten Tanzfreudige aus dem ganzen Land herbei.
Das Dorf versteht es, mit seinen kulturellen Reizen sein Publikum immer wieder zu amüsieren. Als Auftakt forderte moderne Musik zum Tanzen auf. Obwohl die nächsten Tage eher vom Schwabentum geprägt waren, ertönte auch ungarische Volksmusik, nebenbei ein bißchen Musical, und natürlich durften Stargäste wie Lagzi Lajcsi und Irigy Hónaljmirigy nicht fehlen.
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Tag der Heimat in Berlin
Versöhnung mit Nachbarn

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Rolle der Vertriebenen bei der Aussöhnung Deutschlands mit Osteuropa gewürdigt. Die Vertriebenen hätten Gewalt und Rache abgeschworen, sagte Merkel vor 2000 Anwesenden am 22. August beim „Tag der Heimat" in Berlin. "So sind sie zu Botschaftern der Versöhnung in Europa geworden." Deutsche und Osteuropäer verbänden Geschichte und menschliche Beziehungen, und viele von diesen seien von Vertriebenen geknüpft worden.
Die zügige Errichtung der zentralen Dokumentationsstätte über die Vertreibung der Deutschen in Berlin nannte Merkel ein wichtiges Projekt für die kommende Legislaturperiode. In der geplanten Ausstellung würden weder die NS-Zeit noch die europäische Dimension der Vertreibung ausgeblendet. "Wir wollen allen Fassetten von Flucht und Vertreibung gerecht werden", sagte die Kanzlerin.
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90 Jahre Bauhaus
Schule und Philosophie der Moderne feiert Geburtstag

„Erklären kann man das Bauhaus nicht", so der Künstler Jean Leppien über Bauhaus. „Das Bauhaus war vor allem eine geistige Haltung, war eine Gemeinschaft von hundertfünfzig Individualisten, die vereint waren zum gemeinsamen Kreuzzug gegen bestehende und anerkannte Werte und Vorurteile." 2009 feiert das Bauhaus seinen 90. Geburtstag, die einflußreiche und stark umkämpfte Institution und Schule, die die internationale Verbreitung der gestalterischen Moderne in Kunst, Design und nicht zuletzt die Architektur prägte.
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Suche nach christlichen Wurzeln Europas

„Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern" - mit Jesu Worten hat Kardinal Christoph Schönborn in Fünfkirchen an die Aktualität des Taufauftrages erinnert. Der Wiener Erzbischof vertrat Papst Benedikt bei der 1.000-Jahr-Feier der südungarischen Diözese und überbrachte dem gesamten Bistum Glück- und Segenswünsche des Papstes. Am Festgottesdienst in der Kathedrale nahmen auch Kardinal-Primas Péter Erdô, und Spitzenvertreter des Staates teil.
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Kapelle auf dem Kalvarienberg in Obergalla

Man weiß aus glaubwürdigen Aufzeichnungen, daß die Kapelle und die dahin führenden Serpentinenwege in Obergalla/Felsôgalla im Jahre 1854 vom damaligen Richter Johann Fogl gebaut wurden. Ihm verdankt man auch das riesige marmorne Kreuz nicht weit vom Eingang des Gallaer Friedhofs. Auch heute ist die Inschrift gut zu lesen, die vor 150 Jahren eingemeißelt wurde: „Johann Fogl an. 1842".  Die Schriften „Chronicon" und „Felsôgalla Urbárium" von Johann Weiß belegen diese Daten.
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