Einen enormen Zuwachs an den germanistischen Fachrichtungen der Lorándt-Eötvös-Universität in Budapest belegt die Zahl der aufgenommenen Studenten. Dies erfuhr NZ vom Beauftragten des Dekans, Dr. Koloman Brenner (Foto). Während im vergangenen Jahr etwa 100 Erstsemestler ihr Studium am Germanistischen Institut begonnen haben, sind es heuer 170. Dies sei eine erfreuliche Entwicklung, meinte Dr. Brenner und belege, daß das Interesse an der deutschen Sprache eher wieder gewachsen denn gesunken sei.
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Dies lasse sich auf verschiedene Gründe zurückführen, aber am einfachsten lasse es sich mit dem Motto begründen: Englisch ist ein Muß, Deutsch aber ein Plus! Besonders viele Führungskräfte in deutschen, österreichischen und schweizerischen Firmen, die in Ungarn tätig sind, hätten bestätigt, daß es ein großer Vorteil sei, mit der Chefetage oder mit den Inhabern in ihrer Muttersprache kommunizieren zu können, so Dr. Brenner. Diese Erkenntnis motiviere auch dazu, Deutsch zu studieren. Dieser neue Trend sei nicht nur im Falle der deutschen Sprache zu beobachten. Während Englisch unumstritten den ersten Platz belege, sei das Interesse auch etwa an Französisch oder Russisch ebenfalls stark gestiegen. Von den 170 neu aufgenommenen Studenten hätten sich 14 für die Fachrichtung Deutsch als Nationalitätensprache gemeldet und dies ermögliche den Start einer starken Gruppe, was Dr. Brenner ebenfalls als begrüßenswert bezeichnete. Diese Zahl bedeute ohnehin nicht, daß sich nur so viele ungarndeutsche Schüler ans Institut gemeldet hätten. Auch unter den Studenten, die andere germanistische Fächer gewählt haben, befänden sich viele junge Leute, die aus ungarndeutschen Familien stammten. Ihre Anzahl bezeichnete Dr. Brenner als stattlich. Auf den plötzlichen Anstieg der Zahl der Erstsemestler sei das Institut gut vorbereitet, in den vergangenen Jahren hätte man darauf geachtet, daß selbst die Assistenten bereits mit einem Doktortitel ans Institut kamen, so gebe es genügend Dozenten, um die Studenten zu betreuen. Der Anstieg der Studentenzahl, so Dr. Brenner, gehöre heutzutage zu den sehr angenehmen Problemen. Wie viele sich dann im Verlaufe des Studiums für den Master entscheiden werden, lasse sich im Moment noch nicht sagen, da die Studenten nach den ersten drei Bachelorjahren bedeutend mehr Möglichkeiten hätten, als das in der Presse immer so vereinfacht beschrieben werde, außerdem hätten bisher nur etwa 50 Prozent jener Studenten ihr Bachelor abgeschlossen, die es in drei Jahren bereits hätten tun müssen. Nach den ersten drei Jahren würden sich viele auch etwa für einen Master im Dolmetscherbereich entscheiden, namentlich erwähnte Dr. Brenner auch die deutschsprachige Andrássy-Universität als Konkurrenz.
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Aus dem Inhalt
Das Recht auf die eigene Muttersprache - zum Sprachgesetz in der Slowakei
„Ein Sprach-Gesetz, das den Gebrauch einer Sprache unter Strafe stellt, gehört nicht in das Gesetzbuch eines Europäischen Landes", erklärt Hans Heinrich Hansen, Präsident der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV) zu dem kürzlich novellierten Sprachen-Gesetz in der Slowakei. Die Novellierung hat in Ungarn und auch auf europäischer Ebene für einigen Wirbel gesorgt. Die bereits angespannten bilateralen Beziehungen zwischen Ungarn und der Slowakei sind nunmehr auf einen neuen Nullpunkt gesunken. „Ungarisch ist in der Slowakei keine Fremdsprache, sondern die Muttersprache von rund 500.000 ungarisch sprechenden Staatsbürgern. Hier liegt doch schon der erste zentrale Denkfehler bei den Akteuren. Der Nationalstaat Slowakei muß die Muttersprache seiner Bürger - auch der ungarischsprachigen schützen und fördern", erläutert Hansen. Seite 2
16. Landwirtschaftsmesse in Szentlôrinc
Wenn man bei dieser Veranstaltung mit offenen Augen durch die Stände ging, merkte man schnell, welche wichtige Rolle die Schwaben überall spielen. Viele ungarndeutsche Orte liegen in den besten landwirtschaftlichen Gegenden des Landes, wie Bohl oder die Gebiete rund um Wemend. Seite 3
Frauenfreundschaft über Ländergrenzen hinweg
Als die Oberspielleiterin des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen, Claudia Nowotny, zu einem zweimonatigen Arbeitsbesuch an der Deutschen Bühne in Seksard weilte, lernte sie ein 17jähriges junges und hübsches Mädchen im Minirock kennen. Monika Hucker studierte in Budapest. Damals stand Monika Frau Nowotny sehr hilfreich bei der Inszenierung des Bühnenstückes „Damenbekanntschaften", bei. Die Inszenierung wurde zu einem großen Publikumserfolg. Bis heute hält die Freundschaft der beiden Frauen, und wenn man sie jetzt in ihren vertrauten Gesprächen sieht und wie herzlich sie sich umarmen, kann man sicher sein, daß diese echte Freundschaft nichts auf der Welt zerstören kann. So treffen sie sich in der Regel einmal im Jahr und gaben sich das Versprechen, daß es so bleiben soll. Seite 4
Tagesausflug der Mutterstädter nach Waldangelloch und Mosbach
Der traditionelle Tagesausflug des Ortsverbands Mutterstadt der Donaudeutschen Landsmannschaft führte in diesem Jahr zu dem Pomázer Heimatverein und zu den Donauschwaben in Mosbach. Das Morgenprogramm fing mit dem donauschwäbischen Frühstück an (Paprika- oder Fleischwurst mit sauren Gurken und zum Abschluß die „donauschwäbische Buttermilch"). Reiseleiterin Frau Eicher-Müller erzählte unterwegs über den bis 1946 von 60 % Deutschen bewohnten Ort nordwestlich von Budapest. Die vertriebenen Paumascher organisieren sich im Pomázer Heimatverein e.V. mit dem Vorsitzenden Géza Melzer und unterhalten rege Kontakte zu den heimatverbliebenen Landsleuten. Jedes Jahr gibt es einen Austausch mit dem Schwesterverein in Ungarn. Seite 4
Historische Karten und Ansichten Aus der Hungarica Sammlung der Franckeschen Stiftungen zu Halle
Der Bilderband ist als Katalog der historischen Karten und Ansichten der Bestände des Archivs und der Bibliothek der Franckeschen Stiftungen mit Ungarnbezug zu betrachten. Durch die verdienstvolle Forschungsarbeit zweier sachkundiger Wissenschaftler, von László Pászti (Széchényi-Nationalbibliothek) und Attila Verók (Universität Erlau), ist dieser prachtvolle Band entstanden, der eigentlich als 2. Teil der Hungarica-Sammlung-Reihe den Band über die alten Drucke ergänzen sollte (erschienen ist Teil 1: Porträts). Jedoch war das gesammelte und systematisierte Material so umfangreich und so aussagekräftig, daß sich die Herausgeber für die Zusammenstellung eines stattlichen Bilderbandes entschieden. Seite 6
„und noch ein tag an dem die fragen reifen" Deutschsprachige Lyrikszene aus Rumänien
Lucian M. Varsandan ist nicht unbekannt im Kreise der deutschen Minderheit. Seit 2007 ist er Intendant am Deutschen Staatstheater in Temeswar. Als Lyriker debütierte Varsandan 1993 im Temeswarer deutschen Literaturkreis „Stafette", 1998 wurde er mit dem Stefan-Jäger-Preis, 2004 mit dem Rolf-Bossert-Preis ausgezeichnet. Für seinen im Jahre 2000 erschienenen Lyrikband „als das wort zu ende war" erhielt er den Debütpreis der Temeswarer Filiale des Rumänischen Schriftstellerverbandes. Dieser Band stellt einen Querschnitt aus Varsandans Schaffen dar: Liebeslyrik, Ich- und Welt-Beziehung, Identitätsfragen, Zeitgedichte (mit kritischem Blick auf Globalisierung und Wohlstands-Konsumgesellschaft) bringen dem Leser die Gefühlswelt des Lyrikers nahe. Seite 6
Das Touriseum auf Schloss Trauttmansdorff
Man darf annehmen, daß schon die Neandertaler „gereist" sind - sonst wäre Europa wohl bis heute noch nicht besiedelt. Aber zwischen dem Herumstreifen auf der Suche nach Nahrung und Schlafplätzen zu Neandertalers Zeiten und dem heutigen Tourismus liegen Welten. Dreihundert Jahre Tourismusentwicklung im Alpenraum ist ein höchst spannendes Thema, dessen man sich im „Touriseum", dem Südtiroler Landesmuseum für Tourismus auf Schloß Trauttmansdorff (Foto) in Meran, angenommen hat. Seite 11
Der Suppenkuß Der deutsche ESA-Astronaut Hans Schlegel über Ernährung und Geschwindigkeit im Orbit
Mit einem Lächeln steigt Hans Schlegel (58) aus dem Auto, sein Händedruck ist fest. Er trägt ein dunkelblaues Polo-Shirt mit dem Emblem „STS-122". Mit dieser Mission flog Schlegel 2008 zur Internationalen Space Station (ISS), um das europäische Raumlabor „Columbus" zu installieren. Hans Schlegel traf die Neue Zeitung in Houston, im Rocket Park des Lyndon B. Johnson Space Centers. Seite 11/12
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