Zahlreiche junge Musikanten aus dem ganzen Land meldeten sich für das Harmonikalager in Waschludt, um gemeinsam ungarndeutsche Melodien zu spielen und eine schöne Woche miteinander zu verbringen. „Ab den 50ern ist das Akkordeonspiel vielerorts einfach aus unserem Leben verschwunden", sagte Stefan Geiger, der bekannte Musiklehrer aus Madarasch, der die Leitung der fachlichen Arbeit des Camps übernahm, „aber nun soll eine neue Generation heranwachsen und dieses Instrument wieder beliebt machen."
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Viele der Kinder hatten bei der Ankunft noch kein Gefühl für die deutschen Rhythmen, für das Besondere dieser Melodien. Beim Abschlußkonzert am vergangenen Wochenende in Nimmesch sah das schon anders aus. Täglich zweimal übten die Nachwuchsmusikanten zusammen, jeweils zwei Stunden, und sie hatten sogar einen eigenen Lagermarsch. Abends gab es Einzelübungen, die oft bis in die späte Nacht dauerten, doch die Kinder und Jugendlichen haben gerne mitgemacht. „Wir lernen hier sehr gute schwäbische Musik, es ist schön", meinten die Schüler, so auch Dániel Pitz aus Schaumar, der es besonders genoß, in so einer riesigen Kapelle zu spielen. Die größte Herausforderung der Woche war es, die 37 Kinder aus verschiedenen Teilen des Landes und mit ganz unterschiedlichem Spielniveau in einer Kapelle zu vereinen. Auch einige Mädchen entscheiden sich manchmal für das Instrument Akkordeon, in der Harmonikakapelle von Waschludt sind z. B. einige Mädchen. Die zehnjährige Adél Háhn aus Nimmesch spielt schon seit vier Jahren Harmonika: „Es ist sehr lustig, ich mag es sehr. Die Woche war schön, es war auch witzig und ich habe viele Freunde gefunden", lächelte das aufgeweckte Mädchen, das mit dem Musizieren auf jeden Fall weitermachen möchte. Letztes Jahr waren es 22 Teilnehmer, in diesem Jahr waren schon 15 Kinder mehr dabei, und 2010 wollen die jungen Musikanten auf jeden Fall wiederkommen und noch mehr Musikliebhaber mitbringen. Kinder bzw. Jugendliche zwischen 10 und 21 Jahren waren zum Musikcamp gekommen, einige unter ihnen wollen sogar selber mal eine Schrammelkapelle gründen, die meisten spielen schon in Blaskapellen mit, für einige waren das hier aber die ersten Auftritte. Franz Heilig, der Vorsitzende des Landesrates Ungarndeutscher Chöre, Kapellen und Tanzgruppen, Organisator der Harmonikawoche, präsentierte stolz das Ergebnis der achttägigen Arbeit und stellte dem Publikum voller Enthusiasmus die landesweite Akkordeonkapelle vor. „Die mühsame Arbeit trägt Früchte und das Ergebnis wollten wir auf jeden Fall auch den Leuten zeigen. Es ist ja auch für die Kinder schön, vor Publikum zu spielen." Das Abschlußkonzert in der Branauer Ortschaft Nimmesch war für die jungen Musikanten schon ihr zweiter Auftritt, denn am Vorabend unterhielten sie ihre Gastgemeinde Waschludt, wo sie, wie auch in Nimmesch, großen Beifall ernteten. Als Ausklang der Akkordeonwoche spielten die Kinder noch bei der heiligen Messe in Nimmesch und sagten sich dann auf Wiedersehen, bis zum kommenden Sommer! Christina Arnold
Aus dem Inhalt
Tag der Nationalitäten in Ratzpetr
Den Tag der Nationalitäten feierte Ratzpetr/Újpetre am vergangenen Samstag. Mehrere Kulturgruppen der Schwaben, Kroaten und Zigeuner sind aufgetreten. Das schwungvolle Programm, in dem auch die junge, aber sehr begabte Platin-Kapelle aus Bohl aufspielte, war ein gutes Beispiel für Toleranz und Verständigung. Alle, sowohl Zuschauer, Veranstalter und Mitwirkende, haben die Produktionen sehr genossen. Bürgermeisterin Maria Gaszt sagte, nächstes Jahr wolle man diesen bunten Tag wieder veranstalten. Seite 1
Ödenburger Familien im Porträt Die Zettl-Langers
Es gab in Ödenburg zwei Freunde, die ein Leben lang wie Pech und Schwefel zusammenhielten: Gustav Zettl und Franz Storno. Beide sammelten Gegenstände und legten somit den Grundstein für ein Wohnungsmuseum. Die Familie Storno ist ausgestorben, aber die Zettl-Langer-Sammlung ist nach wie vor zu besichtigen. Agnes Langer, die Ururenkelin von Gustav Zettl, weiß über jeden Gegenstand etwas zu erzählen und kennt sich in der Familiengeschichte bestens aus. Von Beruf Deutschlehrerin wohnt sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn Móric im Haus in der Balfi-Straße, das zugleich Wohnung und Museum ist. So kommt es manchmal vor, daß die Familie beim Essen schnell den Tisch abdecken muß, denn Gäste kommen und wollen die Sammlung anschauen. Ich wollte es auch tun, aber ich wollte auch etwas über die Familienchronik erfahren, so ließ ich Agnes erzählen. Seite 3
Geschichten und Erinnerungen
Der zehnjährige Verein für Kismányok erwartete mit vielen Programmen die Einwohner der Ortschaft und viele Gäste aus nah und fern zum Dorffest. Mehrmonatige Vorbereitung ging dem Fest voraus, und da wurden Geschichten aus dem Dorf und zu jedem Haus und Hof wiederbelebt und ausgearbeitet. Bei der tüchtigen Sammelarbeit ging es aber nicht nur um Erzählungen, auch alte Gegenstände der Deutschen und der Sekler in Klamanok wurden gesucht und gefunden und in einer Ausstellung im Bürgermeisteramt präsentiert. „Da ist wirklich einiges zusammengekommen, ich habe nicht gedacht, daß die Leute noch so viele alte Sachen zu Hause haben", meinte Marta Illés, eine der Organisatorinnen des Festes. „Trachten, Wandschoner und noch vieles mehr sind jetzt noch eine Weile in der Ausstellung zu sehen." Seite 3
Die Leinwarer Kulturgruppen in Schönwald Die Tränen beim Abschied erzählen alles über unsere Beziehung
Der Ungarndeutsche Kulturverein Leinwar pflegt seit 2002 gute Beziehungen mit dem Heimatverein Schönwald. Dieser empfing die Leinwarer Kulturgruppen im Juni 2009 schon zum sechsten Mal als Gast in seiner Gemeinde, die sich im wunderschönen Schwarzwald befindet. Zum zweiten Mal wurden die Tanzgruppe, die Musikkapelle und der Nationalitätenchor zum Fest „Französische Nacht" eingeladen, das jedes 5. Jahr veranstaltet wird. An diesem Fest nahmen früher nur die Gäste aus der französischen Partnergemeinde Schönwalds teil. Am Freitag, 26. Juni, in der Früh fuhr der Reisebus mit 70 Leuten los. Die fünfzehnstündige Fahrt verging - wie immer - in guter Stimmung. Wir haben uns viel unterhalten, es wurden Witze erzählt, gesungen, sogar auch musiziert. Am Abend empfingen uns unsere deutschen Gastgeber wieder liebevoll und mit reich bedecktem Tisch. Seite 4
Gemeinsam feiern trotz Unterschieden Nationalitätentag in Sadj
Das ca. 200 Seelen zählende Dorf Sadj/Szágy befindet sich im nördlichen Teil des Komitats Branau und ist eine in reine Natur eingebettete Ein-Straße-Siedlung. Neben der katholischen Kirche bieten ein Kulturhaus, eine Bibliothek und ein Sportplatz die Möglichkeit zur Organisierung gemeinschaftlicher Programme. So auch am 8. August, als im Kulturhaus von Sadj die hier lebenden Minderheiten zusammen mit den Ungarn einen Nationalitätentag feierten. Seite 4
Siebenbürgische Bilder Tür nach Osten
Der Band behandelt das historische Gebiet Siebenbürgen und verlockt den Leser zu einer Reise durch Erlebnisse, Empfindungen und Erkenntnisse von Farkas-Zoltán Hajdú, die ethnographische, historische sowie identitäre Aspekte aufarbeitet. Hajdú öffnet durch seinen essayistischen, ergreifend ehrlich-persönlichen Ton eine symbolische Tür, durch das Eintreten gewinnt der Leser Einblick in das Szekler-Gemüt, in die traditionsreiche, der Globalisierung unterworfene Bauernwelt. Seite 6
Kirmes in Surgetin
Mit einer Bach-Messe, die der örtliche Intermelody Chor unter der Leitung von Anett Balogh und Johann Hock in der Kirche von Surgetin hervorragend sang, begann am Sonntag die Kirmes in dieser Branauer Ortschaft. Am Nachmittag war die Gemeinde die 8. Station der den ganzen Sommer laufenden Veranstaltungsreihe „Branauer Stimmungsparade". Im schwungvollen, lustigen Programm traten auch Kulturgruppen aus den umliegenden Ortschaften auf (Bild: der Chor aus Ahlaß/Olasz). Der Veranstaltung wohnten auch eine große Delegation und die Blaskapelle aus der Partnergemeinde Haunwang (Bayern) bei. Seite 12
MusiGJU - XV. Landestreffen der GJU
Das XV. Landestreffen der Gemeinschaft Junger Ungarndeutscher, „MusiGJU" führte zahlreiche GJUler aus allen Landesteilen und Freundeskreisen zusammen und bot dadurch die Möglichkeit, sich über die Arbeit des ganzen Jahres auszutauschen. Dabei konnten sich Mitglieder und Freunde der GJU wieder treffen und durch die Teilnahme an den diversen Programmen neue Kontakte knüpfen. Am Jugendtreffen vom 7. bis zum 10. August im Jugendfreizeitzentrum von Warole/Váralja beteiligten sich die GJU-Freundeskreise, die Multiplikatoren sowie alte und neue Mitglieder der GJU und das Präsidium. Den teilnehmenden Jugendlichen wurde in den vier Tagen eine bunte Auswahl an Programmangeboten gemacht. Diese Aktivitäten hatten gemeinschaftsfördernden Charakter und lieferten abwechslungsreiche Freizeitmöglichkeiten. Seite 13
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