Fünf Jahre Partnerschaft zwischen Aalen-Hofen und Gödre Drucken
24. Juli 2009
Viele Ungarndeutsche aus der Umgebung der Ortschaft Gedri/Gödre wurden seinerzeit in die Gegend der Stadt Aalen vertrieben. Treffen mit den Landsleuten sind auch ihnen besonders wichtig, doch seit es die Partnerschaft gibt, entstanden auch neue Freundschaften. Bei einem veranstaltungsreichen Festwochenende wurden in der Partnergemeinde Aalen-Hofen fünf Jahre Partnerschaft gefeiert. 2004 wurde die Partnerschaft in Gedri unterzeichnet, ein Jahr später erfolgte dieser festliche Akt in Hofen, einem Ortsteil der Stadt Aalen. Eigentlich ist es ein Freundschaftsvertrag, weil Aalen schon Totiser Kolonie/Tatabánya als Partner hat.
Zum fünfjährigen Jubiläum reiste eine 43köpfige Delegation nach Hofen, wo die Leute von den Familien herzlich aufgenommen wurden. Es gab einen Empfang in Aalen sowie eine Besichtigung der Stadt und des ehemaligen Bergwerks. Bei einem Kinderfest haben sich vier mitgereiste Mädchen in der Tracht von Gedri gezeigt. Und in dem 200 Meter langen wunderschönen Festzug trugen die Männer aus Gedri einen schwarzen Hut mit rot-weiß-grünem Band.



Beim Umzug in Hofen
Foto: Villányi Máté

Gábor Gelencsér, Schuldirektor und Mitglied der deutschen Minderheitenselbstverwaltung, war als Bürgermeister einer der Initiatoren der Partnerschaft. Nun zählt er gern die Etappen der Zusammenarbeit auf. 2005 wurde in einem neuen Viertel in Hofen die Gödreer Straße eingeweiht. (Schön wäre es, wenn auch Gedri eine Straße nach ihrem Partnerort Hofen benennen würde, aber hier ziehen die Jugendlichen alle weg, es gibt keine neuen Bauten.) 2006 nahmen acht Hofener am traditionellen Schwabenball in Gedri teil, ebenfalls 2006 kam eine 50köpfige Delegation und man unterhielt sich über Themen wie Intoleranz, die Kulturhauptstadt 2010 Fünfkirchen, die Rolle der Jugendlichen in der Gemeindepolitik. Aber auch über die Auswirkungen der EU-Mitgliedschaft auf die Landwirtschaft wurde diskutiert. Das waren gute Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch. 2007 gab der Harmonikaverein aus Hofen in Gedri sehr schöne Konzerte. Alle wissen und spüren, wie wichtig die persönlichen Freundschaften sind, die in diesem halben Jahrzehnt entstanden.
Im kommenden Jahr werden die Hofener wieder Gäste in der Branauer Gemeinde sein, denn bei der Jubiläumsfeier sind sie von der Gedrier Bürgermeisterin herzlichst zum Gegenbesuch eingeladen worden.
Chr. A.


Aus dem Inhalt


Friedlicher Wandel in Mittel- und Osteuropa

Die diesjährige Mitgliederversammlung des Alumnivereins SKARB e. V. des Carl-Friedrich Goerdeler Kollegs (SKARB steht für die Stiftungen Konrad Adenauer und Robert Bosch) fand in Ödenburg/Sopron statt. Der Verein tritt einmal im Jahr an unterschiedlichen Orten zusammen. Jedes Treffen trägt zur Aufrechterhaltung des Netzwerkes der ehemaligen Stipendiaten bei und legt gleichzeitig einen Schwerpunkt auf ein aktuelles Thema. In Ödenburg wollte man sich am 17. Juli über gewonnene Erfahrungen hinsichtlich der friedlichen Revolution in Mittel- und Osteuropa austauschen. In der Nähe von Ödenburg hatte am 19. August 1989 das Paneuropäische Picknick stattgefunden, das einen Meilenstein im demokratischen Wandel in den ehemaligen kommunistischen Ländern setzte.
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Eine neue Art der Touristenbetreuung in Altglashütten

Daß man in Budapest bei den größten historischen Denkmälern Parkgebühr bezahlen muß und reinfahren verboten ist, ist nicht ungewöhnlich. Doch will nun eine kleine Branauer Gemeinde ohne Scheu mithalten. Altglashütten, ein ehemals rein deutsches Dorf im schönsten Teil des östlichen Fünfkirchner Gebirges, hat heute insgesamt 160 Einwohner. Das Überleben ihrer kleinen Gemeinde ist für die Altglashüttener oberstes Gebot, und dafür setzen sie das ein, was sie haben: Natur pur und deutsche Traditionen. Am ersten Mai führten sie eine neue Regelung ein, um für das Wohl der Touristen zu sorgen, obwohl diese Regelung so manche erst einmal verblüffte.
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Abwechslungsreiches deutsches Wochenende in Kier

Seit vielen Jahren treffen sich die Kierer, viele ehemalige Dorfbewohner und Gäste von nah und fern zum traditionellen deutschen Programm. Franz Fóber, Vorsitzender der Deutschen Minderheitenselbstverwaltung, organisierte das Festwochenende. NZ befragte ihn.
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Eine lustige Dorfgeschichte mit viel Musik

„Servus, grüß dich und hallo!" - mit diesem bekannten Lied stimmte das Bawazer Hahner-Duo die Zuschauer am Nachmittag vom 19. Juli auf die Branauer Stimmungsparade ein. In dem gegenüber dem Kulturhaus von Godischa/Mindszentgodisa aufgestellten Zelt verfolgten etwa 150 Zuschauer aus verschiedenen Gemeinden der Branau das bunte Programm, das von Zoltán Schmidt moderiert wurde. Eingeladen waren in erster Linie die Mitglieder der Kulturvereine der deutschen Minderheit aus Wickerl/Bikal, Godischa, Hetting/Hosszúhetény, Mase/Máza, Ungarischsek/Magyarszék und Sásd.
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ABBA und Sägemehl - deutscher Abend in Tschatali

Im Rahmen des 16. Donau-Folklorefestivals waren am 18. Juli zwei Kulturvereine aus Schonach zu Gast in Tschatali/Csátalja. Schonach liegt im Schwarzwald, etwa 50 km von Freiburg entfernt. Die 4000köpfige Gemeinde hat ein intensives Kultur- und Sportleben, was auch die hohe Zahl der heimischen Vereine zeigt. Am 18. Juli besuchten die Musikverein-Kurkapelle 1839 und die Trachtengruppe Schonach Tschatali, um das Publikum mit einem dreistündigen Programm zu verwöhnen.
Die Vorführung begann mit dem Auftritt der Blaskapelle. Zum Aufwärmen wurden traditionelle Polkas und Märsche gespielt. Im zweiten Teil bewiesen die Musikanten, daß ihnen auch moderne Musik nicht fern liegt und daß Pop und Jazz, von einer Blaskapelle gespielt, nicht nur interessant, sondern auch unterhaltsam sein kann. Das ABBA-Medley ist besonders gut gelungen, aber auch die Glenn Miller-Interpretationen fanden großes Gefallen beim Publikum.
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Gegenbesuch aus Südungarn

Radibors Bürgermeister Vincenz Baberschke hatte die Gemeindevertretung seiner Partnergemeinde Kokesch/Kakasd im Komitat Tolnau, dem Partnerkreis vom Landkreis Bautzen, zu einem Besuch eingeladen. Mit seinen Gemeinderäten hatte er ein umfangreiches, aber auch anspruchsvolles Programm vorbereitet, so daß den Gästen kaum Zeit zum Shoppen blieb. Dennoch waren sie von diesem Kurzbesuch hell begeistert, erhielten sie doch einen Einblick in das Leben eines sorbischen Dorfes.
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Partnerschaftstreffen in Neuofen

Zu einem Treffen der Partnerstädte lud die Selbstverwaltung in Neuofen (Budapest XI.) am vergangenen Wochenende ein. Stuttgart-Bad Cannstatt, zu der seit über 10 Jahren partnerschaftliche Beziehungen bestehen, ließ sich mit einer vierköpfigen Delegation vertreten. Die Gäste aus Prag, Ustron, Ada, Marosvásárhely und Stuttgart wurden von Bürgermeister Gyula Molnár, dem Stadtrat für Minderheiten und Städtepartnerschaften Gyula Balázs und Notärin Andrea Filipsz über den Bezirk und das Funktionieren des neu eingerichteten Kundendienstes im Bürgermeisteramt informiert, besichtigten die Bucht an der Donau im Bezirk und eine Aida-Vorstellung auf der Freilichtbühne der Margaretheninsel. Sie besuchten die Gemeinde und eine Kellerei in Noszvaj bei Erlau. Auch Vertreter der Neuofener Deutschen Selbstverwaltung hatten Gelegenheit, mit der Delegation Gespräche über die Vertiefung der Partnerschaft zu führen.
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Multiethnische Dimensionen – Fotografien als Teil der kollektiven Erinnerung

Der Katalog über die Ausstellung des Janus-Pannonius-Museums in Fünfkirchen, in der die Fotos des Wemender Lehrers, Lokalhistorikers, Volkskundlers und Fotografen Béla Hernai (Hesz) zu sehen waren, leitete den Leser - und den Besucher der Ausstellung - in die Welt des Fotografierens als Medium der kollektiven Erinnerung ein. Die Sammlung besteht aus 700 Glasnegativen sowie aus dem Tagebuch und den Notizen von Béla Hernai, von denen auf der Ausstellung eine Auswahl besichtigt werden konnte.
Die Fotos sind schwer zu einem Genre einzuordnen, die Aufnahmen bewegen sich an der Grenze zwischen künstlerischen und dokumentarischen Fotografien, wie auch der Fotograf kein Berufsfotograf, jedoch auch kein Amateur ist.
Die Porträts entstanden zwischen 1916 und 1920 als Auftragswerke und wurden oft an die Front als Erinnerung an die zu Hause gebliebene Familie geschickt.
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Beiträge der Konferenz „Deutsche im Karpatenbecken" in Bonnhard

Der Band beinhaltet die Textfassung von 28 Beiträgen, die auf der internationalen Konferenz „Deutsche im Karpatenbecken" zwischen dem 2. und 4. April 2008 im Sándor Petôfi Evangelischen Gymnasium in Bonnhard/Bonyhád vorgetragen wurden. Die Beiträge - Studien - untersuchen die Rolle der Deutschen in den Nachbarländern von Ungarn im Karpatenbecken, wobei verschiedene kulturelle, wirtschaftliche sowie kirchliche Aspekte behandelt werden. Ob in Ungarn die Ungarndeutschen, in Siebenbürgen die Sachsen oder die Donauschwaben in der Batschka und im Banat - der Beitrag der deutschsprachigen Einwohner zur Kultur, zur Politik und zum kirchlichen Leben der Karpatenregion ist eindeutig festzustellen.
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Topograph, Mineraloge und evangelischer Prediger Christian Genersich der Jüngere (1759 - 1825)

Unsere Serie über Leben und Werk der vielseitigen Zipser Familie Genersich sei nun mit dem kurzen Porträt von Christian (Keresztély) Genersich dem Jüngeren fortgesetzt. Er war als ältester Sohn von Anna Susanna Genersich, geb. Royko, und Christian Genersich dem Älteren 1759 in Käsmark auf die Welt gekommen. Dort besuchte er das landesweit berühmte Lyzeum, um später in deutschen Universitätsstädten wie Jena, Göttingen und Utrecht weiterzustudieren. Er lernte Mineralogie, Geschichte und Theologie. Nach erfolgreichem Abschluß seines Studiums kehrte er nach Käsmark zurück, um in seiner ehemaligen Alma Mater als Dozent tätig zu werden. 1789 wurde er Geistlicher der Käsmarker evangelischen Gemeinde. Einen Namen hat er sich jedoch vor allem mit seinen mineralogischen und ortsgeschichtlichen Arbeiten gemacht.
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