Mit dem Spruch von ihrer Großmutter „is scho gut" erntete die Vorsitzende des Bildungsausschusses der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, Ibolya Englender Hock, nachhaltigen Erfolg beim Publikum zur Eröffnung des Deutschen Hauses am 27. Juni in Schomberg. Unsere Häuser werden zwar allmählich zum Denkmal der Vergangenheit, blühen aber auf, wenn sie mit Leben gefüllt werden, meinte die Direktorin des Gymnasiums des Fünfkirchner Valeria-Koch-Schulzentrums.
Kinga Józsa (Braut) und Zoltán Berek (Bräutigam) mit den „Hochzeitsgästen“ in der Schomberger Kirche (Foto: I. F.)
|
Der Vorsitzenden der Deutschen Selbstverwaltung Kathi Berek und ihren HelferInnen ist es gelungen, ein 1888 durch die Familie Reder erbautes Haus 2007 zu erwerben und in zwei Jahren zu sanieren. Ein schwäbisches Schmuckstück an Heimatmuseum ist entstanden, liebevoll und mit Sachkenntnis eingerichtet. In der Küche hat die Deutsche Selbstverwaltung durch die Hilfe von Rosa und Dieter Schmich ihr Büro etablieren können. Hier holen sich die Abgeordneten Inspiration, um Kulturveranstaltungen durchzuführen, wie sie das an diesem „Freudentag" demonstrierten. Eine echt schwäbische Hochzeit mit all ihren Traditionen und Bräuchen wurde am Nachmittag und am Abend unter Beteiligung der Dorfgemeinschaft präsentiert. Bei der Realisierung des Deutschen Hauses spielte die finanzielle Unterstützung aus Südtirol eine gewichtige Rolle. „Die Minderheit unterstützt die Minderheit", meinte Dr. Heinrich Holzer, Ressortdirektor der Autonomen Region Trentino Südtirol, und wies darauf hin, Südtirol hätte auch viel Hilfe erfahren beim Ausbau seiner Autonomie und sei nun wirtschaftlich in der Lage, anderen Minderheiten zu helfen. Auch die mehrjährigen freundschaftlichen Kontakte zwischen Schomberg und der Berggemeinde Mühlwald in Südtirol fanden nun ihre offizielle Krönung durch die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde. Die Bürgermeister von Schomberg Tamás Csobóth und von Mühlwald Josef Unterhofer pflanzten nach der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde eine Lärche als Symbol der Zusammenarbeit. Angeregt wurden diese Kontakte durch Agnes Szauer, bis vor kurzem Hauptabteilungsleiterin im Amt des Ministerpräsidenten, die bei der Eröffnung auch die Grüße von Sieghard Gamper, Direktor des Amtes für Sprachminderheiten in Südtirol, übermittelt. Gamper unterstrich, durch das Haus sollen nicht nur „die ungarndeutschen kulturellen Traditionen eine Aufwertung erfahren", sondern auch „ein sichtbares Zeichen, ein weiterer Baustein der Verbindungen zwischen der Südtiroler Gemeinde Mühlwald und der Gemeinde Schomberg" gesetzt werden. sch
Aus dem Inhalt
20 Jahre Seksard - Bietigheim-Bissingen
Die Partnerschaft zwischen den beiden Städten begann in den 80ern, als die vertriebenen Ungarndeutschen aus der Gegend von Seksard, mit besonderem Engagement Adam Leicht, die Kontaktaufnahme der beiden Städte anstrebten. Viele Schwaben aus der Tolnau hatten in Bietigheim-Bissingen und Umgebung eine neue Heimat gefunden, der Kontakt zum Geburtsort aber war für sie eine Herzensangelegenheit. Nur langsam wurden die ersten Schritte getan, erst Ende der 80er Jahre wurden die Begegnungen so intensiv, daß die Partnerschaftsurkunde 1989 aufgesetzt werden konnte. Seite 1-3
Kraftspendende Symbolwirkung bis heute Feiern zum 20. Jahrestag der Durchtrennung des Eisernen Vorhangs
Dem 20. Jahrestag der symbolischen Öffnung des Eisernen Vorhangs am 27. Juni 1989 ist am vergangenen Samstag mit einem Festakt vor dem Parlament in Budapest gedacht worden. Der damalige Außenminister Gyula Horn und sein österreichischer Amtskollege Alois Mock durchschnitten an diesem Tag in einem symbolischen Akt nahe Ödenburg den Stacheldraht, durch den der Kontinent auf so grausame Weise jahrzehntelang in Ost und West getrennt worden war. Tatsächlich hatten ungarische Grenztruppen schon am 2. Mai 1989 mit dem Abbau des unmenschlichen Demarkationsstreifens begonnen, der Weltöffentlichkeit sind aber gerade die Bilder vom 27. Juni 1989 im Gedächtnis geblieben. Seite 1-2
Minderheiten und Fünfkirchen 2010 Mit weniger Geld niveauvolle Veranstaltungen
Kämpferisch, aber erfolgreich - so bewertet der Minderheitenrat der Selbstverwaltung von Fünfkirchen das vergangene Jahr. Im Rat sind die neun Minderheiten der Stadt vertreten. In der Session hat sich der Rat auf das Kulturhauptstadtprojekt Pécs 2010 konzentriert, in das auch die Nationalitäten eingebunden sind. Obwohl die Minderheiten aus dem Projekt weniger Geld bekommen als erwartet, blicken sie optimistisch in die Zukunft - so die Vertreter bei der Jahresabschlußfeier am 25. Juni. Seite 3
Branauer Stimmungsparade in Beremend
Die Idee war ganz einfach: ein Festival auf die Beine zu stellen, mit viel Musik, Tanz und allem, was dazugehört, und mit dem Programm die ungarndeutschen Gemeinden besuchen, um den Einwohnern gute Unterhaltung und viel Spaß zu bereiten. Und das Konzept scheint zu funktionieren, denn Seppi Millich und Robert Hahner - die beiden hatten die Idee - aus Nimmesch haben mit ihrer „Branauer Stimmungsparade" großen Erfolg. Immerhin touren sie schon seit drei Jahren durch die Gemeinden der Branau. Vergangenen Samstag war es wieder soweit, denn die Branauer Stimmungsparade wurde in Beremend, nahe der kroatischen Grenze veranstaltet. Im Festivalzelt beim Kulturhaus kam das zahlreich erschienene Publikum musikalisch voll auf seine Kosten. Seite 4
Diplome für Deutschkindergärterinnen
Zehn Studentinnen absolvierten heuer im Institut für Kindergartenpädagogik der Westungarischen Universität in Ödenburg das Fach Deutsch. Sie konnten am vorigen Wochenende von Dekan Dr. György Katona ihr Diplom übernehmen. Seite 4
Ein „teufelisches" Werk von Wilhelm Hauff „Mitteilungen aus den Memoiren des Satans"
„Ich gehöre allen, ich gehöre mir selbst, aber keiner Schule gehöre ich an, der Meister möge sich nennen, wie er wollte..."
Der spielerisch fabulierende (Märchen)Dichter der Spätromantik wurde am 29. November 1802 in Stuttgart als Sohn eines Beamten geboren. Nach dem frühen Tod des Vaters zog die Witwe mit den vier Kindern nach Tübingen. Dort besuchte Wilhelm die Lateinschule, dann begann er 1820 am Tübinger Stift mit dem Studium der Theologie und Philosophie. Eine Zeitlang lebte er als Erzieher bei einer adligen Familie in Stuttgart. 1826 unternahm Hauff eine lange literarische Reise durch Frankreich, die Niederlande, Norddeutschland, Berlin, Leipzig und Dresden, wo er auch Tieck besuchte. Schon während des Studiums schrieb er Gedichte und Lieder. Seinen größten literarischen Erfolg erzielte der junge Autor mit dem historischen und damals vielgelesenen Roman „Lichtenstein"' im Stil von W. Scott. 1827 berief ihn der berühmte Verleger Cotta als Redakteur des „Morgenblatts". Das sichere Einkommen erlaubte es ihm, seine Cousine Luise zu heiraten. Auf einer Reise nach Tirol erkrankte er an einem Nervenfieber und starb im Alter von 25 Jahren am 18. November 1827 in seiner Heimatstadt. Seite 5
„Bronzekönig" aus dem Banat
In der ehemaligen Garnisonstadt der österreichisch-ungarischen Monarchie etablierte sich Mitte der 1960-er Jahre eine ganze Gruppe von jungen und talentierten Künstlern aus verschiedenen Nationalitäten. Der örtlichen, multikulturellen Tradition entsprechend arbeiteten diese rumänischen, ungarischen, deutschen oder serbischen Bildhauer, Maler oder Grafiker im Herzen der Stadt, in einem neugebauten, gemeinsamen Atelier. Seite 6
Ich verliere mich - Kampf mit dem Vergessen
Das Buch berichtet über den Kampf einer Tochter um die Erinnerungen ihrer demenzkranken Mutter, wobei die Zeit der Vor- und Nachkriegszeit sowie der von der Krankheit geprägte Alltag reflektiert werden. Das Erzählen hat zwei Perspektiven: die der Mutter, deren Aufzeichnungen zitiert werden, sowie die Perspektive der Tochter, die im Tagebuch die Ereignisse festhält. Aus den Erinnerungen der Mutter erhält man ein Bild über den Alltag, die Sitten und Bräuche von Újszentiván bei Szegedin: mit mundartlichen Wendungen gefärbte Schilderungen über die erste Liebe, über die tägliche Arbeit, über Festtage sowie über den Krieg, der dann alles verändert hat. Die Vertreibung verschonte die Banater Deutschen auch nicht, die Aufzeichnungen der Mutter enden bei der Ankunft in Deutschland, wo der Neuanfang beginnen sollte. Seite 6
Kreativität, Spiele und Spaß
Das Nadascher Haus der GJU wurde vom 22. bis zum 28. Juni wieder mit Kreativität pur und durch die Spiele auch mit viel Spaß gefüllt. Dieses Jahr kamen Jugendliche im Alter von 14 bis 20 zum GJU-Krea-Camp. Die Teilnehmer freuten sich über neue und alte Gesichter im Camp. Viele von ihnen haben zum ersten Mal am Camp teilgenommen, aber auch denjenigen, die schon öfters dabei waren, bot das Programm auch neue Workshops an. Jeden Tag konnten die Leute neue Erfahrungen sammeln und Sachen ausprobieren. Seite 13
Wollen Sie mehr erfahren? Bestellen Sie die Neue Zeitung unter www.neue-zeitung/publikationen
Sie können die Neue Zeitung auch als pdf-Datei abonnieren und per E-Mail zugeschickt bekommen. Kontakt: neueztg@hu.inter.net
|