„Ein wichtiger Pfeiler der kulturellen Autonomie"
Deutsche Bühne Ungarn feierte ihr 25jähriges Bestehen
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5. Juni 2009
Mit einer Jahrbuchpräsentation, einer Premiere und der "Mini-Saison" hat die Deutsche Bühne Ungarn (DBU) zwischen dem 26. und 28. Mai ihr 25jähriges Bestehen gefeiert. Ein siebenköpfiges Ensemble, 150 Vorstellungen und 17.000 Zuschauer in einer Spielzeit lassen nach den Worten von Intendantin Ildikó Frank darauf schließen, daß das Theater erfolgreich ist.

Bei der Eröffnungsfeier gingen die Redner vor allem auf die Bedeutung und die Perspektiven des Theaters ein. Nach den Worten des Vorsitzenden der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, Otto Heinek, spielt die Deutsche Bühne Ungarn eine wichtige Rolle im Leben der Minderheit. „Die Deutsche Bühne ist in diesen 25 Jahren nicht nur ein fester Bestandteil der ungarndeutschen Kulturlandschaft geworden, sondern auch ein wichtiger Pfeiler unserer kulturellen Autonomie. Sie verbreitet und spielt deutschsprachige Theaterkultur, versucht auch ein junges Publikum anzusprechen, und ich halte es für wichtig, daß die DBU auch von Deutschen bewohnte Ortschaften besucht und dort Vorführungen macht. Ich wünsche mir, und wir sind auf einem guten Wege, daß sich das Theater zu einem Kulturzentrum etabliert", sagte Heinek im Gespräch mit der NZ. Diese Pläne unterstütze auch das Komitat Tolnau.
Die DBU steht seit einem Jahr in der Trägerschaft der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen und des Komitatstages. Der Vorsitzende Imre Puskás hält die DBU für eine bedeutsame Einrichtung in der Tolnau. „Wir dürfen nicht vergessen, wie diese Nationalität die Geschichte und Kultur des Komitats geprägt hat. Doch auch heute sind die Deutschen wichtig für die Tolnau. Die Mehrheitsgesellschaft hat eine große Verantwortung dafür, daß die kulturellen und sprachlichen Werte der Minderheiten erhalten bleiben. Das möchte sich der Komitatstag auch in der Zukunft vor Augen halten, wir möchten zusammen mit der LdU gute Träger des Theaters sein", so Puskás.
Die Träger wollen das DBU-Gebäude sanieren lassen. Die Arbeit soll noch in diesem Jahr beginnen. Seit 1994 befindet sich die DBU am Garay Platz in Seksard. Davor hatte das Theater keinen festen Sitz. Eine ausführliche Geschichte der Bühne läßt sich im Jahrbuch nachlesen, in dem sich der Leser auch über sämtliche von der DBU aufgeführten Stücke informieren kann.
DBU-Intendantin Ildikó Frank hat kurz- und mittelfristig Großes vor. „Im Rahmen des Kulturhauptstadtprojektes Fünfkirchen 2010 planen wir ein deutschsprachiges internationales Theaterfestival. Wir laden dazu Bühnen unter anderem aus Bautzen, Temeswar, Hermannstadt und Belgien ein", führte sie aus.
Aus Anlaß des Jubiläums hatte Sándor Pruzsinszkys Stück „Bündelball" Premiere. Der Autor ist Gewinner einer Ausschreibung der DBU, wo Theaterstück eingesandt werden konnten, die vom Leben der Ungarndeutschen handeln. Unter den 21 eingereichten Werken kürte die Fachjury Pruzsinszkys Stück einstimmig zum besten Drama.
In der historischen Revue geht es um einen jungen Mann (Csongor), der von Deutschland in ein altes schwäbisches Bauernhaus in Ungarn zieht und die Geschichte des Hauses und seiner früheren Bewohner zu erforschen versucht. Diese erscheinen ihm, als seine Geliebte Tünde ihn verläßt, und so wird die Geschichte der Ungarndeutschen auf der Bühne lebendig.
Die Geschichte hat der Dramenautor von einem alten Freund erzählt bekommen. „Ein Mitstudent in Hamburg von mir war ein Ungarndeutscher, der als Kind mit seinen Eltern aus Wudersch vertrieben wurde. Seine Eltern hatten ihm alles erzählt. Er kam nach Ungarn und hat sein Elternhaus wieder gefunden. Die Geschichte des Hauses hat ihn sehr bewegt. Die jetzigen Bewohner haben ihn getröstet, daß das Leben nicht schlecht, sondern nur seltsam sei", berichtete Pruzsinszky.
Mit der Arbeit von Regisseur Clemens Bechtel war nicht nur der Autor zufrieden. In der Aufführung wechseln sich Tanz, Musik, Singen und Schauspiel ab. Diese Vielfältigkeit wird durch die schauspielerische Leistung aller Mitwirkenden noch gekrönt.
Jedes Jahr vergibt die DBU den Preis, „Schauspieler/in des Jahres". Die Auszeichnung ging heuer an den aus Keszthely stammenden Gergô Farkas. Er kam vor vier Jahren zur DBU. In dieser Spielzeit wirkte er etwa in "Don Quijote", "Lebkuchenmann", "Bündelball" und "Maria Stuart" mit. Diese Stücke wurden auch während der "Mini-Saison" aufgeführt. Die Kindertheatergruppe zeigte außerdem „Die Leiche im Garten".
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DBU-Intendantin Ildikó Frank eröffnete die Festwoche

Nach der Premiere: Andrei Hansel (Daniel Dreszler, Matthias Dreszler), Kata Lotz (Elza, Rezi, Polizistin), Sándor Szalay (Jacob), Ildikó Frank (Gastwirtin), Melinda Pitz (Tünde, Anni, Krisztina), Christoph Fortmann (Csongor), Gergô Farkas (Jocó), Josef Baumann (Hauptbeamter, erster Mann).


Aus dem Inhalt

Gelungen trotz Streß bei der Vorbereitung
Nationalitätentag des Komitats Weißenburg in Maan

Bunte Trachten, lebendige Traditionen und gute Stimmung - der 31. Nationalitätentag des Komitats Weißenburg/Fejér am Samstag in Maan/Mány ließ nichts zu wünschen übrig. Rund um das Festival-Zelt auf dem grasgrünen Hügel neben dem Leimen-Haus duftete es nach frischer Wurst und gefülltem Kraut. Bänke und Tische waren mit bunten Frühlingsblumen geschmückt. Zwölf Kinder- und 25 Erwachsenengruppen, insgesamt mehr als 800 Teilnehmer, machten beim Nationalitätentag mit.
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Deutsche Minderheiten Thema an der Humboldt-Universität in Berlin

Unter dem Titel „Die politische Interessenvertretung und gesellschaftliche Präsenz der deutschen Minderheiten in Ostmitteleuropa - Chancen und Perspektiven" fand am vergangenen Samstag an der Berliner Humboldt-Universität eine Podiumsdiskussion zur Nachkriegsgeschichte und gegenwärtigen Situation der deutschen Minderheiten in Ungarn, Rumänien, Polen und der Tschechischen Republik statt. Kreisratsvorsitzender Martin Bottesch (Hermannstadt), Historikerin Kristina Kaiserova (Aussig), Robert-Bosch-Stipendiatin Barbara Walus (Oppeln-Berlin) und NZ-Chefredakteur Johann Schuth sprachen über Rechte, Möglichkeiten, Kultur und Bildung der deutschen Minderheiten seit 1945 und ihre Entfaltungsmöglichkeiten heute. Moderiert wurde die Veranstaltung vom Studienleiter der Akademie Mitteleuropa in Bad Kissingen, Gustav Binder. Die Podiumsdiskussion wurde vom Deutschen Kulturforum östliches Europa (Potsdam) organisiert.
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Zum siebten Mal: Wer kocht das beste Gockelpaprikasch in Nadasch?
Ein ganzes Dorf betete für schönes Wetter

Jedes Jahr kommen mehr Menschen von nah und fern, um in Nadasch unter Kastanienbäumen das Fest rund ums traditionelle Gockelpaprikasch zu genießen. Über 2.000 Menschen waren in diesem Jahr neugierig auf die siebte Auflage des Wettkochens, das vom Tourismusverein „Perlen des Östlichen Mecseks" organisiert wird, der seit vielen Jahren Traditionspflege betreibt.
Während nicht weniger als 130 Gockel in über 50 Kesseln über Holzfeuer brutzelten, wurde ein reichhaltiges Kulturprogramm geboten. Außer Auftritten hiesiger Kulturgruppen waren auch moderne Tanzvorführungen zu erleben, außerdem boten namhafte Gruppen aus Deutschland Musik und Tanz aus ihrer Heimat dar.
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Kleine deutsche Siedlungen in der Branau

Warasch/Apátvarasd dürfte Anfang der 60er Jahre etwas über 200 Einwohner gehabt haben. Der überwiegende Teil davon war deutsch, die meisten wirtschafteten zwar noch, doch zum Geldverdienen mußten die Männer in die Stadt Fünfkirchen oder nach Petschwar fahren. Das größte Problem war, daß das kleine Dorf etwa 3 Kilometer von der Hauptverkehrsstraße 6 entfernt lag und es keine Zufahrtstraße gab. Die Menschen lebten in Frieden und im Einvernehmen miteinander und versuchten, trotz Schwierigkeiten ihren Alltag zu bewältigen. Es gab ein Geschäft und daneben ein Wirtshaus - freilich auch eine Kirche, in der leider nicht jeden Sonntag eine Messe zelebriert werden konnte. Zum Arzt mußte man nach Petschwar (auch bei großem Schneefall und Regen) und die Schulklassen waren zusammengelegt, d. h. die vier Unterstufenklassen und die vier oberen Klassen. Die Pausen wurden zwar nicht auf die Sekunde genau eingehalten, doch herrschte Disziplin. Die großen Feste wurden in zwei Sprachen gefeiert. Daran erinnern sich heute noch u. a. die Bachers, die Keszlers, Spannenbergers, Friedrichs, Auths und Pohls.
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Jolán Fett: Lebenswerk aus auf Gobelins gebannten Träumen

Zuletzt zog sich die Künstlerin Jolán Fett (Foto) immer mehr zurück, sie war krank. Manchmal schaute sie noch in ihrem Atelier vorbei, schuf aber nichts mehr. Sie hatte noch viele Pläne, wobei sie wußte, daß sie selbst diese nicht mehr würde verwirklichen können. Sie schaute auf den Webstuhl, wo die geschickten Hände der Weberinnen ihre farbigen Träume umsetzten. Der Gedanke, noch eine Ausstellung zu machen, eine letzte große Schau, bei der sie ihre besten Werke sehen und zeigen könnte, ließ sie nicht los. Ein wirklicher Künstler lebt ja nur durch den regelmäßigen Austausch mit begeisterten Ausstellungsbesuchern.
Jolán Fett liebte ihr „Publikum". In ihrer produktivsten Zeit, in den sechziger und siebziger Jahren, hatte sie nahezu jedes Jahr eine eigene Ausstellung. Sie beteiligte sich auch an zahlreichen Gruppenausstellungen. Sie arbeitete sehr viel, und der Webstuhl stand nur selten still. Ihrer Tochter zufolge bedeutete Arbeit für sie Leben.
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Schußtafeln - Originale zeitgenössisch gedeutet

Im 18. und 19. Jahrhundert gab es, wie in Westeuropa auch, in zahlreichen ungarländischen Städten "Schützenvereine". Diese Männerverbände waren auch mit Schußtafeln ausgestattet, die mal naiv-folkloristisch, mal künstlerisch gestaltet waren. Das Museum István Türr in Baje besitzt eine schöne Sammlung solcher Tafeln, die zugleich wichtige Zeugnisse der Heimatgeschichte oder der Ereignisse und Begebenheiten in der Zunft sind.
Die rundförmigen Schußtafeln waren für die Moderne Ungarische Galerie in Fünfkirchen im vorigen Jahr der Anlaß, einen Wettbewerb auszuschreiben. Angesprochen waren Künstler mit Sinn für Figuratives und Ironie, die in ihren bisherigen Werken ein Interesse für humorvolle oder eben tragikomische Geschichten zum Ausdruck brachten. Ein gutes Dutzend arrivierter wie Nachwuchskünstler gab, von den altehrwürdigen Vorbildern der Schußtafeln inspiriert, moderne visuelle Antworten. Noch bis zum 5. Juli sind diese Kompositionen zusammen mit den historischen Schußtafeln in der Ausstellung „Schützenverein der Zeitgenossen" in der Budapest Galerie zu bewundern, die zuvor schon in Fünfkirchen gezeigt worden war.
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Franckesche Stiftungen in Halle verfügen über stattliche Hungarica Sammlung
Dokumentationsband mit historischen Karten und Ansichten von Ungarn erschienen

Archiv und Bibliothek der Franckeschen Stiftungen zu Halle bilden gemeinsam das Studienzentrum August Hermann Francke. Hier befinden sich umfangreiche historische Quellen zur Erforschung der frühen Neuzeit, insbesondere im Kontext von Pietismus und Frühaufklärung. Die Bereitstellung sowie die Erschließung und Erforschung von Archiv- und Bibliotheksbeständen sind zentrale Aufgaben des Studienzentrums.
Seit 2000 gibt es ein Forschungs- und Zusammenarbeitsabkommen zwischen der Landesbibliothek Széchényi in Budapest mit den Frankeschen Stiftungen. Am 21. Mai wurde in der Landesbibliothek mit dem Buch „Die Hungarica Sammlung der Franckeschen Stiftungen zu Halle. Historische Karten und Ansichten" der zweite Band zur Dokumentation dieser Kooperation präsentiert. Zugleich wurde eine Ausstellung eröffnet, bei der Teile der Hungarica Sammlung und eine Beschreibung der Franckeschen Stiftungen zu Halle in englischer Sprache präsentiert werden; sie soll auch anderswo in Budapest gezeigt werden.
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Weinwettbewerb bei der Wemender GJU

Der alljährlich ausgetragene Weinwettbewerb der Wemender GJU, bei dem Winzer ihre Weine vergleichen können, ist mittlerweile zu einer schönen Tradition in der Gemeinde Wemend geworden.
Vertreter der Wemender GJU nahmen die mehr als 50 nominierten Weinproben schon am 13. Mai entgegen. Die Jury aus vier Experten und einem Wettbewerbsteilnehmer hatte dann eine große Auswahl von Weinsorten zu beurteilen, darunter Chardonnay, italienischer Riesling und Portugieser. Dabei versah der Juryvorsitzende jeden einzelnen Wein mit einem kurzen Kommentar.
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