275-Jahr-Feier der Besiedlung von Schemling
Man freut sich über neue Einwohner genauso wie damals
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29. Mai 2009
Nach einer ungewöhnlich kalten Maiwoche prallte die warme Nachmittagssonne auf die Schemlinger. Viele versammelten sich am 8. Mai, um der Übergabe einer sanierten Straße beizuwohnen. Sie wurde Hegyalja-Straße genannt. Danach marschierte groß und klein zum Dorfpark, wo eine Gedenktafel eingeweiht wurde. Anlaß dafür war, daß diese einst unbewohnte Gegend vor rund 275 Jahren durch unsere deutschen Vorfahren besiedelt wurde. Die Marmortafel kam auf einen Felsenstein, den man aus dem neuen Ortsteil in den Park brachte. Das soll symbolisieren, daß man sich heute über neue Einwohner genauso freut wie damals in den alten Zeiten, im 18. Jahrhundert.

      

Der Besitzer der Liegenschaften in der ganzen Umgebung, Graf Josef Esterházy von Galantha und Forchtenstein, entsandte 1733 seinen Kolonisationsaufruf. Laut Kontrakt zwischen ihm und den Deutschen weiß man genau, daß nach einem Jahr schon viele in Puszta-Somló seßhaft wurden. Zum Glück stand im Wald eine kleine Kapelle, die vom Grafen 1735 schon erweitert wurde. Das Gnadenbild der Wallfahrtskirche ist eine Kopie des Marienbildes in der Kaiserkapelle der Wiener Kapuzinerkirche.
Über das und noch vieles kann man in dem Buch von Susanne Pfiszterer lesen, die mit großer Sorgfalt die Festschrift zum Jubiläum schrieb. Alle Interessenten können Einblick in die Geschichte der kleinen Gemeinde im Schildgebirge gewinnen. Man erfährt zum Beispiel, daß die Deutschen schon vor 1746 Braunkohle fanden, da es im Januar in der Sitzung der Gutsverwaltung schon um die Förderung und das Lagern dieser Energiequelle ging.
Mit vielen Fotos wird im Buch dokumentiert, wie man früher lebte, arbeitete und feierte. Diese Bilder und zahlreiche Gebrauchsgegenstände zeigte man in der am Freitagabend, dem 15. Mai, eröffneten Sonderausstellung.
Nach einer Fete am Freitag konnte man am Samstagvormittag Sport treiben. Es gab eine Jagdtrophäenausstellung. Viele Vereine hatten Kesselgerichte gekocht. Zu Mittag tönte aus allen Verstärkern die Schemlinger Glocke. Zu Ehren des Tages hörte man an diesem Tag in ganz Ungarn die Stimme unserer Glocke.
Am Nachmittag gab es ein Nationalitätenkulturprogramm, wir hatten auch Gäste und zwar aus Ketschka und Schambek. Otto Heinek, der Vorsitzende der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen, hielt auch eine Festansprache. Wir freuten uns, da die Delegationen aus unseren Partnergemeinden eintrafen und viele Nachbargemeinden vertreten waren.
Großen Beifall ernteten die Laienschauspieler. Kinder verzauberten einen, sie erzählten über die Geschichte der Gemeinde, dann darüber, warum es schön ist, hier leben zu können.
Nach der Buchpräsentation füllten Ballgäste den Sportsaal. Ihnen bot man als Überraschung eine Bauernhochzeit als Auftakt. Es war ein gelungener Abend mit Musik der Schneider-Kapelle aus Tarian. Nach Mitternacht gab es sogar ein Feuerwerk. Zum Schlafen hatte man wenig Zeit.
Am Sonntag ging es mit einem Kirchenkonzert nach der heiligen Messe weiter. Am Nachmittag hatte die Jugend die Möglichkeit, an Workshops teilzunehmen, sie konnten weben, aus Körnern Bilder kleben, Gläser bemalen. Auf der Bühne sorgten verschiedene Vereine für Unterhaltung. Ich denke, es gelang uns, die 275-Jahr-Feier gebührend zu begehen. Das Fest wurde durch die Gemeinnützige Stiftung für die  nationalen und ethnischen Minderheiten gefördert.
Peter Pfiszterer

Susanne Pfiszterer liest dem Publikum das Vorwort aus ihrer Dokumentation vor

Das Brautpaar - die Tänzerin Katharina Krüpl und ihr Partner Tamás Németh - erhielt von einem Ballgast drei Paar Holzklumpen geschenkt


Aus dem Inhalt

Städtepartnerschaft zwischen Daurog und Marienberg besiegelt

Seit kurzem hat Daurog/Dorog mit dem deutschen Marienberg eine dritte Partnerstadt. Am 16. Mai wurde die offizielle Vereinbarung unterzeichnet. Die Gäste aus Sachsen bekamen auch viel von der schönen Dauroger Umgebung zu sehen, etwa Gran und das Donauknie. Daurog unterhält schon länger Städtepartnerschaften mit Wendlingen am Neckar in Deutschland und mit Schierau in der Slowakei.
Nach dem Zweiten Weltkrieg mußten viele Einwohner von Daurog ihre Heimat verlassen und wurden in die russisch besetzte Zone Deutschlands verbracht. Viele von ihnen fanden in Marienberg und Umgebung ein neues Zuhause. Nicht zuletzt diesem Umstand soll mit der Städtepartnerschaft ein würdiger Ausdruck verliehen werden.
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Medien, bunte Trachten, schöne Tänze

Banater Heimatfestival und Medientage des Funkforums in Temeswar

Die Banater Schwaben treffen sich alle zwei Jahre zu den Heimattagen in Temeswar. In den Zwischen-Jahren gibt es die Heimattage in Ulm. Die bereits neunte Auflage der Heimatfeste in Temeswar fand am vergangenen Wochenende unter dem Motto „20 Jahre Um- und Aufbruch" statt. Zeitgleich wurden die fünften deutschsprachigen Medientage organisiert. Veranstalter waren das Demokratische Forum der Deutschen im Banat und das Funkforum, der Verein deutschsprachiger Medien aus Rumänien, Ungarn, Serbien und Kroatien. Die Heimattage sind die größte kulturelle Veranstaltung der Deutschen im Banat. 14 Kulturgruppen aus der Gegend, aus Deutschland, Hermannstadt und Fünfkirchen waren diesmal dabei.
„Erlebte Heimat - 20 Jahre freie deutschsprachige Medien in Mittel- und Südosteuropa" hieß die Konferenz, die am 22. Mai im Adam-Müller-Guttenbrunn- Haus (AMG Haus) in Temeswar stattfand. Journalisten und Politiker sprachen über die Bedeutung von Minderheitensendungen und Pressefreiheit in den Medien seit der Wende.
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Vertriebene Ungarndeutsche in Sachsen
Eva Reitzenstein: Erinnerungen an die alte Heimat

Jedes Jahr setzen sich die Auerbacher „Schwaben" in den gemeinsam angemieteten Reisebus und besuchen die angestammte Heimat. Standquartier nehmen sie wie stets in Taks bei Budapest. Von dort aus unternehmen sie dann täglich Stippvisiten in die Heimatorte oder zu anderen ungarischen Zielen. Organisiert werden diese Fahrten von der Leiterin des Auerbacher Heimatvereins, Eva Reitzenstein. Ihr Lebensweg begann in Vaskut. Dort wurde sie 1937 als Tochter eines Schneiders Arnold geboren. Am 19. August 1947 kam der Marschbefehl. Sie hatten gerade zwei Stunden Zeit, ihr Bündel zu schnüren. Dann wurden sie abgeholt und zum Bahnhof gebracht.
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Begegnungen in Numja und die feinen Salamis

Sogar in Deutschland sind die feinen Salamis von Numja/Nyomja gefragt, man macht sich ein, zwei Sandwiches mit dieser Wurst und etwas Saurem (Paprika oder Gurken aus Ungarn) dazu, fertig ist eine gute Jause oder das Abendbrot. In ganz Ungarn ist das Schweineschlachten eine jahrhundertealte Tradition, gebietsweise gibt es freilich Unterschiede, wie Salamis gewürzt, geräuchert und aufgetischt werden.
Früher hieß es bei den Ungarndeutschen, erst im Mai werden die Salamis angeschnitten und bis dahin wird auch der Rotwein reif. Heute werden diese Regeln nicht mehr so streng eingehalten, die Zubereitungsmethoden haben sich auch etwas verändert, sprich modernisiert, aber auf den Traditionen besteht man immer noch.
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Ödenburger Familien im Portrait
Die Steinbachs

Die Vorfahren kamen in der Zeit von Maria Theresia aus Deutschland nach Ungarn. Der Großvater, Karl Steinbach, war Töpfer und Ofensetzer. Alle Handwerker, die Meister werden wollten, mußten ein sogenanntes Meisterwerk vorweisen können. Um Erfahrungen zu sammeln, gingen die Handwerker auf die Walz. Während dieser Wanderschaft kam Karl Steinbach nach Ödenburg, wo er die Tochter eines Töpfermeisters kennenlernte. Sie heirateten bald. Der Töpfermeister nahm den Schwiegersohn mit offenen Armen auf, denn er konnte endlich seine Werkstatt jemandem aus der Familie weitervererben.
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Mit drei Generationen gemeinsames Kulturprogramm

Es ist bereits zur Tradition geworden in Schorokschar, daß jedes Jahr vom Deutschklub im Táncsics-Kulturhaus ein kleines Fest veranstaltet wird, auf dem drei Generationen (Großeltern, Eltern und Enkelkinder) auftreten, Gedichte rezitieren, eine Geschichte erzählen, einzeln oder im Chor eine schöne deutsche Weise zum Besten geben.
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„Stafette"

Der deutschsprachige Literaturkreis „Stafette" in Temeswar (Rumänien) wurde im Jahre 1992 gegründet, an die reiche Ernte der vergangenen Jahre wird nunmehr in einem Band* erinnert. Wenn man an die 14 erschienenen Sammelbände, an die zahlreichen Lesungen im In- und Ausland, an die vielfältigen internationalen Kontakte sowie an die Besuche von Gästen aus Deutschland, Österreich und Ungarn, bzw. an die vielen, die literarische Tätigkeit der Stafette-Mitglieder anerkennenden Preise denkt, kann man behaupten, daß die vergangene Zeit wahrhaftig eine nützliche war.
Der Sammelband gewährt Einblick in das Schaffen der Mitglieder des Literaturkreises, dabei sind sowohl Lyrik- als auch Prosawerke, bzw. Rezensionen über Neuerscheinungen vertreten. Neben den aus den vorigen Bänden bekannten Namen - Annemarie Podlipny-Hehn (Begründerin des Literaturkreises), Henrike und Lorette Bradiceanu-Persem, Eva Mayer u. a. - meldet sich bereits die junge Generation zu Wort, was die talentfördernde Arbeit des Nikolaus-Lenau-Lyzeums in Temeswar bestätigt.
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www.zeitenwechsel-seitenwechsel.com seit vergangenem Sonntag online
Abschlußveranstaltung des grenzüberschreitenden Projekts „Zeitenwechsel Seitenwechsel" im HdU

Seit Anfang April arbeitete eine Gruppe von zehn Schülern aus Rumänien und Ungarn zu einem Thema, das in diesem Jahr vielerorts Aufmerksamkeit bekommt: Das Jahr 1989, das einen Systemwechsel in ganz Europa markiert und gesellschaftspolitische Veränderungen nach sich zog, wie kein ein anderes Ereignis der jüngsten Geschichte Europas, feiert in diesem Jahr sein zwanzigjähriges Jubiläum.
Das Ergebnis des journalistischen Jugendprojektes kann seit vergangenem Sonntag im Internet angesehen werden. Die Homepage www.zeitenwechsel-seitenwechsel.com ist genau um 10:00 Uhr online gegangen. In direktem Anschluß daran hatten die Besucher der Abschlußveranstaltung im Budapester Haus der Ungarndeutschen die Gelegenheit, sich von den Jugendlichen selbst die Internetseite präsentieren zu lassen.
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