„Demokratie muß gelernt werden" Drucken
15. Mai 2009
Wir, die Studenten der Fachrichtung Geschichte auf deutsch, waren in Begleitung von Dr. Katharina Árkossy und der Lektorin Maria Eiken zum Hospitieren und Unterrichten vom 10. bis 13. April am Ungarndeutschen Bildungszentrum in Baja. Thema des Projekts zwischen dem Germanistischen Institut der ELTE Budapest und dem Ungarndeutschen Bildungszentrum Baje waren „Wahlen der Minderheitenselbstverwaltungen".

11. April „Wahl-Projekt: Simulation einer Wahl der Minderheitenselbstverwaltung"

Zielsetzung des Projekts war, den Schülern einen so komplizierten Sachgegenstand wie Abgeordnetenwahlen durch eigenes Erleben so transparent zu machen, daß sie die stattfindenden Prozesse verstehen. Sie werden somit in die Lage versetzt, künftig als mündige Bürger an Wahlen teilzunehmen.
Projektverlauf: Um 8.00 Uhr wurden alle Schüler des 11. und 12. Jahrgangs in der Aula der Schule mit Hilfe einer sehr anschaulichen Power-Point-Präsentation über die Vorschriften für die Wahlen zu den Minderheitenselbstverwaltungen informiert. Danach wurde die Simulation des Ablaufs einer solchen Wahl vorgestellt. Die ca. 150 Schüler bildeten neun Organisationen, die dann in ihren „Wahlbüros" (Klassenräume) an die Arbeit gingen. Die „Parteimitglieder" (Schüler) wurden von einem „Wahlkampfberater" (Lehrer) begleitet. Wie bei einer wirklichen Wahl bestand die Aufgabe darin, einen Spitzenkandidaten zu wählen, ein inhaltliches Programm zu entwickeln und dieses in einer programmatischen Rede zu erläutern. Zusätzlich sollte noch eine Wahlwerbung entwickelt werden: Ein Plakat, Handzettel und Slogans mußten nach 90 Minuten präsentiert werden können. „Teamwork" war hier gefragt und alle packten mit an. Wir Studenten aus Budapest waren keine Zuschauer, denn auch wir bildeten eine Gruppe und hatten so unsere Mühe, etwas Vorzeigbares zu produzieren.
Wie ein Wunder - zum vereinbarten Termin waren alle Gruppen fertig und präsentierten ihre Ergebnisse. Die kreativen Plakate waren zügig aufgehängt, die witzigen Handzettel schnell verteilt. Nun lag es an der jeweiligen Rede der Spitzenkandidaten, welche Partei als Sieger aus der Wahl hervorgehen würde. Unter den Zuhörern waren nun auch die Schüler des 10. Jahrgangs, die mitwählen durften. Voraussetzung für eine Wahlberechtigung war die Eintragung ins Wählerverzeichnis und die Vorlage eines Personalausweises.
Von der Professionalität der Reden waren wir beeindruckt. Politiker hätten sich hier einige Anregungen holen können. Wie bei jeder Wahl war auch hier der Ausgang nicht immer nachvollziehbar und nicht jeder war der Meinung, der beste Kandidat mit dem besten Programm habe gewonnen.
Da die Schülerinnen und Schüler im Laufe des Vormittags so gute Ergebnisse geliefert hatten, erhöhte sich bei uns der Druck bezüglich unseres Unterrichts.


12. April „Hospitation"

Dank der guten Vorbereitung der Schulleiterin in Baje, Gabriella Scherer, konnten wir in unterschiedlichen Klassen im Geschichtsunterricht hospitieren. Es war für uns natürlich sehr interessant zu sehen, ob sich der Unterrichtsstil der deutschen Lehrer von dem der ungarischen unterscheidet. Für uns war es besonders vorteilhaft, daß wir auch in den Klassen hospitieren konnten, die wir am nächsten Tag selbst zu unterrichten hatten. So konnten wir die Klasse schon einmal erleben und inhaltlich so planen, daß wir die Thematik fortführen beziehungsweise erweitern konnten.


13. April „Unterricht"

Für uns war es die erste eigene Unterrichtserfahrung. Die zusätzliche Erschwernis für uns war, daß wir die Stunde ja in der Fremdsprache unterrichten mußten. Darauf, das geschafft zu haben, sind wir stolz. Uns ist gerade bei der Unterrichtsreflexion klar geworden, daß wir didaktisch und methodisch noch einiges zu lernen haben. Erlebt haben wir aber, daß Unterrichten Spaß macht. Unsere Erfahrungen in Baje haben uns ungeheuer motiviert.
Durch die gute Organisation von seiten des Ungarndeutschen Bildungszentrums in Baje und die Unterstützung von deutscher Seite durch die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen hatten wir die Chance, eigene Unterrichtspraxis und Unterrichtspraxis am Beispiel eines ungewöhnlichen Projekts zu gewinnen.


Studentengruppe der ELTE

Knappe Gelder
Gespräch mit Josef Manz, Kuratoriumsmitglied der gemeinnützigen Regierungsstiftung für die Minderheiten

Die gemeinnützige Regierungsstiftung für die ungarländischen Minderheiten hat heuer für die Bewerbungen nur etwas mehr als 100 Millionen Forint zu verteilen. Trotz der Tatsache, daß auch die Förderung der Minderheitenzeitungen um 20 Prozent gekürzt wurde. In der Zeit ihrer Gründung vor 14 Jahren standen der Stiftung noch 500 Millionen Forint zur Verfügung, wovon man etwa 350 Millionen für Projekte ausgeben konnte. Die Ungarndeutschen werden im Kuratorium von LdU-Mitglied Josef Manz vertreten, der auf der letzten Sitzung von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen nun für ein weiteres Jahr delegiert wurde.
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„Deutschsprachiges Laientheater" beim 10. Internationalen Jugendtheaterfestival

Es war das 10. deutschsprachige Lyzealtheaterfestival, das vom 30. April bis 4. Mai in Temeswar stattfand. In ihren Eröffnungsreden beschworen Izolde Cobet (Schauspielerin, Gruppenleiterin und Organisatorin des Festivals) und Dr. Eugen Christ (Geschäftsführer der Donauschwäbischen Kulturstiftung des Landes Baden-Württemberg, des Hauptsponsors) wurden Facetten der Vergangenheit heraufbeschworen: Eine Handvoll begeisterter Theaterfans (wie zum Beispiel Ingesuese Fues und Peter Kratzer, ehemalige IfA-Koordinatoren) beschlossen vor elf Jahren in Mediasch (Rumänien), die Jugendtheaterbewegung in Form von Festivals, Schülerbegegnungen, Tagungen, Fortbildungen und Projekten tatkräftig zu unterstützen. Diesem damaligen Beschluß entwuchsen unter anderem die beiden internationalen Jugendtheaterfestivals in Kroatien (Essegg) und Rumänien (Temeswar). Letzteres bietet nun seit zehn Jahren vielen Jugendlichen Herausforderung, Entwicklungsmöglichkeiten und vor allem viel Freude, Spaß und Freundschaft.
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15 Jahre Németh-Gallusz-Duo
Die Freude am Gesang auf der Bühne

Es war einmal ein kleiner Junge, den der Klang der Zither von Josef Kretzer aus dem Radio so verzauberte, daß er unbedingt dieses Instrument spielen wollte. Mit diesen Worten begann in Großmanok das Jubiläumsfest für das Duo Tibor Németh und Anikó Hoffmann Gallusz. Die Musikerkarriere von Tibor Németh wurde vor dem Publikum märchenähnlich aufgerollt. Und es waren viele gekommen, vor allem auch ältere Menschen, um das Duo zu ehren. Im dreistündigen Marathonprogramm traten alle Chöre auf, in denen die beiden jemals mitwirkten. Die Stimmung war sehr familiär und auch die beiden Jubilare hatten so manches Mal mit den Tränen zu kämpfen.
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Zwischen Tradition und Moderne
Panorama ungarndeutscher bildender Kunst

Für die Beteiligten ist es kein Geheimnis mehr: Diese aktuelle kollektive Schau - die jetzt in Budapest im Haus der Ungarndeutschen präsentiert wird - gilt als eine Kraftprobe für die Gruppenausstellung, die - aufgrund der Einladung des Donauschwäbischen Zentralmuseums - im kommenden Jahr in Ulm gastieren wird. Abgesehen davon zeigen - und das ist in der letzten Zeit übrigens schon zu einer festen Tradition geworden - die Mitglieder von VUdAK (Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler) jedes Frühjahr dem breiten Publikum ihre neuesten Werke in einer Gemeinschaftsausstellung. Außer den Kunstinteressenten bietet diese Musterung auch für den Kunstschaffenden selbst eine ausgezeichnete Gelegenheit, einen allgemeinen Überblick über die neueste „Ernte" erhalten zu können.
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„Dichter des Holzes"
Antal Dechandts Ausstellung in der Ökollegium Artgalerie Budapest

Wie ein Dichter mit Wörtern und Satzkonstruktionen umgeht, so haucht Antal Dechandt Holz eine Seele ein. Der Nadascher Künstler stellt gegenwärtig in der Artgalerie Ökollegium in Budapest (III., Szél u. 11-13) aus. Bei der Vernissage am 7. Mai nannte ihn Lajos József Velekei, Vorsitzender der Ungarischen Holzbildhauer-Gesellschaft, „Dichter des Holzes". Velekei wies darauf hin, daß Dechandts Dichtung den Urkern suche, er konstruiere die Natur nach seinen Maßstäben neu. In der Symbolik der ausgestellten Skulpturen sieht Velekei die Abbildung der Jahreszeiten, die Lebendigkeit und Energie der Skulpturen machen sie zu interaktiven Erzählfiguren.
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Das Eppingen-Denkmal in Groß-Sigeth

Die Stadt Groß-Sigeth/Szigetvár im westlichen Teil des Komitates Branau verfügt über eine lange Geschichte. Gewiß ist, daß die sumpfige Gegend bereits von den Kelten bewohnt wurde. Die Römer erbauten hier die Festung Castrum Limosa. Als die Türken das Königreich Ungarn immer mehr bedrängten, wurde hier in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts eine Burg errichtet. 1566 widerstand diese Burg unter Führung des Kommandanten der transdanubischen Armee und Banus von Kroatien Nikolaus von Zrínyi (Nikola de Zrin) dem mächtigen türkischen Heer des Sultans Soliman II. Die Türken konnten jedoch nach einem Monat heftiger Belagerung die Burg einnehmen. Während der Kämpfe starben nicht nur die tapferen Verteidiger, sondern auch der Heeresführer der türkischen Armee Sultan Soliman II. Nach den Verwüstungen in der Türkenzeit ließen sich im 18. Jahrhundert viele deutsche und südslawische Ansiedler in der Stadt nieder.
Die heutige Stadt pflegt diese geschichtlichen Beziehungen auch dadurch, daß sie sowohl mit einer deutschen als auch mit einer kroatischen Stadt einen Partnerschaftsvertrag geschlossen hat. Szigetvár ist seit 1992 die Partnerstadt der württembergischen Stadt Eppingen. Da Groß-Sigeth stetig wächst, wurde der von Neubauten eingenommene Platz als freundliche Geste nach der deutschen Partnerstadt benannt. Auf dem von Gartenbauern konzipierten Eppingen-Platz fehlte aber ein Denkmal.
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Partnerschaft durch Blutspende
Ungarischbohl und Reischach feiern fünfjähriges Jubiläum

Kaum zu glauben, doch die Organisierung der örtlichen Blutspende brachte der Branauer 1020-Einwohner-Gemeinde Ungarischbohl/Magyarbóly eine Partnerschaft mit der südbayerischen Gemeinde Reischach (in der Nachbarschaft von Altötting).
Wie das, könnte man fragen. Ganz einfach! Der Vizebürgermeister von Reischach, der zufälligerweise auch der Vorsitzende des Bayerischen Roten Kreuzes ist, suchte durch seine Beziehungen zu den Branauer Kollegen beim Roten Kreuz nach Verbindungen, denn seine Gemeinde wollte unbedingt eine Partnerschaft mit einem ungarischen Ort eingehen. Und da der Ungarischbohler Bürgermeister Attila Blázsovics bei der Organisierung der Blutspenden in der Gemeinde und in der Umgebung engagiert ist, fiel die Wahl auf Ungarischbohl. Das vor genau fünf Jahren.
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Die Philologische Sprachschule „Bölcsész" in Fünfkirchen

Die Sprachschule „Bölcsész" am Lektorat für Fremdsprachen an der Philosophischen Fakultät der Universität Fünfkirchen ist auch Anbieter von exklusiven Fremdsprachen-Intensivkursen im Rahmen der Erwachsenenbildung.
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